Regenbogengeschichten gebrannter KinderExposé:Im Roman "Regenbogengeschichten gebrannter Kinder", erzählt sich eine junge, arbeitslose Frau in den Vormittagsstunden, in denen der Mann auf Arbeit, die Kinder, die sie bei sich aufnahm, in der Schule sind, von einem fremden episodenreichen Leben in sogenanntem anarchistischen und Künstlermilieu, vor dem sie Angst zu haben scheint und doch Sehnsucht danach. Ihr Gehirn bietet ihr surreale Welten als Fluchtwelten an, sie wirken bedrohlich. Der Ehemann der Erzählerin wird arbeitslos, er findet keinen Job, sie findet auch keinen Job, Frau und Mann reagieren gereizt, die Erzählerin wird in Situationen gezwungen, die finanziell denen ähneln, die sie sich zuvor ausgedacht hatte. Es scheint keinen Ausweg zu geben, ein Berater des Bundeskanzlers sagte: Wir werden gezwungen von den Armen zu nehmen und den Reichen zu geben, weil die Reichen weggehen könnten, die Armen nicht. Geld wird in der Welt fast überall als Zahlungsmittel akzeptiert, Möglichkeiten, Geld zu verdienen, sind überall weitgehend eingeschränkt. Die Marktwirtschaft agierte sozialorientiert, bis Abwehrsysteme im Sozialneid der Reichen gegen den Sozialneid der Armen technisch perfektionierter wurden, die Reichen lassen sich asozial werden. Die Armen müssen sich, um zu überleben, wenn sie nicht kriminell werden wollen, ghettoisieren, Ersatzmöglichkeiten zu leben, finden. Ghettos können abgesperrt werden. Die Erzählerin der Erzählerin redet in der sprunghaften, bilderreichen Sprache der sogenannten Asozialen, in deren Fantasien häufig Ersatzleben ist, die Erzählerin spricht im knappen Sprachstil derer, die registrieren, was um sie geschieht und, wenn sie keine Möglichkeit wahrnehmen, daß sie es verändern könnten, zum Verstummen neigen. Die surrealen Texte beschreiben, was sie sieht, sobald sie die Augen schließt. Ihr Gehirn verdichtet das, was andere als Rauschen wahrnehmen, zu Bildfolgen. Jeder Mensch trägt ähnliche Bildwelten in sich, sie werden ihm gewöhnlich nur bewußt, wenn er bewußtseinserweiternde Drogen nimmt. Manuskript:Um mich sind Vampire. Ich kann nachts nicht schlafen, bin am Tag müde. Ich halte die Einsamkeit und die Angst vor ihnen kaum aus. Einer schützt sich vor ihnen, indem er Knoblauch frißt, in seiner Nähe stinkt es, ich ertrage ihn nicht. Ein anderer schnitt sich Kreuze in die Haut, Ein Vampir wird sie fühlen, wenn er sich mir mit geschlossenen Augen nähert, um die Linien nicht sehen zu müssen, die einem Fadenkreuz ähneln, das auf ihn gerichtet scheint. Er hat Angst, ein Vampir könnte sich mit Handwerkszeug nähern, um die Kreuze nicht sehen, nicht berühren zu müssen, ihn aussaugen zu können; er läßt nichts an sich rankommen. Ich schreie gelegentlich ein paar Sätze zu ihm hinüber. Wir können nicht sicher sein, daß Menschen, denen wir am Tag begegnen, keine Vampire sind. Sie schmieren sich Gel auf die Haut, tragen Glasscheiben oder Sonnenbrillen in den Augen, um sich vor Sonnenstrahlen zu schützen. Die reicheren von ihnen lassen sich die Raffzähne ziehen, durch Kunstzähne ersetzen, die normalen Zähnen ähneln, Nadeln ausfahren können. Die Spiegel verraten nichts mehr; die Vampire tragen Computer und Sender bei sich, die die Bilder, die entständen, falls sie noch Menschen wären, auf Spiegelglas projizieren. Ich ertrage die Einsamkeit und Angst vor ihnen nicht mehr, hebe den Kopf, lasse die Schultern sinken, strecke den Rücken, gehe auf einen Mann zu, der zurückzuweichen scheint, als habe er Angst, ich sei ein Vampir, ‘Er ist ein Mensch!’ ich halte den Hals hin. Er legt seine Lippen an meine Haut, sein Bart stachelt, ich kichere, er küßt, beißt. Ich gehe jeden Tag, bevor es Morgen wird, in meine Wohnung, in die kaum ein Sonnenstrahl fällt, lege mich ins Bett, ziehe die Bettdecke über den Kopf, schiebe Schlaftabletten zwischen die Lippen, um wie tot zu werden, nachts munter werden zu können, aufzustehen, nach Blut zu suchen, nicht sterben zu müssen, weiterleben zu können. Ich finde nur blasse Hälse, über denen Zähne aus Mündern ragen, die nach Blutadern suchen und vor Hunger in die blutleeren Hälse von Vampiren hacken; ich sehe, daß Vampire anderen die Brillen wegnehmen, zertreten und mit Fingernägeln beim Händedruck an deren Haut kratzen, sehe, daß sie Türen und Häuser verschließen, verbarrikadieren, andere auszusperren, damit Sonnenstrahlen sie treffen, vernichten, Weniger Konkurrenz auf dem fast blutleeren Markt. Du mußt dir einen Menschen zum Tier erklären, dann darfst du ihn schlachten. In Fantasien Mensch sein, nirgends Vampire. Kein Rauschgift, Alkohol nur, wenn das Herz weh tut, und Angst, daß es reißt, wenn ich einen Menschen rauchen sehe, werde ich zittrig, ich kann an nichts anderes denken, bettele, obwohl ich weiß, daß mir nach jeder Zigarette übel ist, es ist jedesmal, als hätte ich in den Magen geraucht, das einzige Vergnügen, das ich mir leisten kann, das ich nicht bereuen mußte, ist, mich im Halbschatten aufzuwärmen, wenn die Sonne scheint, früher streckte ich die Hand, wenn ein Männerhintern in meine Nähe kam, jetzt sind Seuchen, ich habe schon so etwas gehabt, und dann fragte die Frau im rosa Kittel: Wissen Sie noch mit wem, wo er wohnt auch, daß ich gleich alles, was schön war, bereut habe, obwohl sie das mit Spritzen heilen konnten, aber als ich Angina hatte, haben sie mich nichts gefragt, obwohl ich die auch gekriegt habe, weil ich mit einem fremden Löffel gegessen hatte, ich sammele weggeworfene Zeitungen, ich mag die, die große Überschriften haben, die bunt sind und mir schnulzige, aber gesundheitlich ungefährliche Gefühle machen, ich habe keine Hemmungen mehr, das zu sagen, gelegentlich sind wir an den Papiercontainern, und wenn einer Zeitungsbündel reinwerfen will, fragen wir, ob wir es haben können, die freuen sich dann meistens, daß sie billig ein Geschenk machen können und sagen noch manchmal Danke, mir ist es egal, wann was geschehn ist, weil es weit weg war, nur wenn Preisausschreiben waren, ärgere ich mich, aber ich hätte keinen Antwortbriefkasten, leider kann ich nur ein paar Zeitungsartikel am Tag lesen und mir damit die Zeit füllen, sonst wird es mir eigenartig im Kopf, weil ich voll von fremden Geschichten bin und keine eigene mehr in mir habe, ich fühle mich dann wie ein Speicher, der gleich explodieren könnte, weil drin das Ich zusammengepreßt ist, ich schlafe am Tag, wenn es wärmer und ruhiger als in den Nächten ist, in einer Hängematte, die in einer ehemaligen Likörfabrik an den Deckenträgern hängt, ich bewundere also den Sonnenaufgang, trinke ein Bier, so daß ich trotz Aufgewühltsein, was nachts an Unruhen war, einschlafen kann, es strengt an, so verkehrtherum wach zu sein und zu schlafen, am Anfang habe ich Angst gehabt, daß die Stricke reißen können, aber bevor ich zwischen sie stieg, haben zum Spaß drei Männer darin geschaukelt, und es war nichts gerissen, aber ich mußte mich beruhigen, glauben machen, daß wegen den Männern in den Fasern nichts eingerissen ist und es nur noch des Tropfens von Gewicht bedarf, daß alles gegen mich zerfällt, ich habe Fallen eingebaut, damit der, der den Weg nach oben nicht kennt, stürzen kann, ich habe trotzdem Angst, einer könnte, nach oben gelangen, Seil zerschneiden, ich würde stürzen, ich gurte mich fest, ich glaube, daß einer, der bis da hochkam, nicht beide Enden gleichzeitig zerschneiden kann, ich würde baumeln, das andere Seilende könnte wegen Brüchigkeit reißen, aber wenn ich netter wohnen wollte und mit Leuten im Wald in einer zusammengebastelten Bude hauste, waren sie laut, zündeten Feuer an, Verhaftungen, Verhöre, obwohl das Brummen der Autos nervend zu hören gewesen war, ich kann nicht Tag und Nacht allein sein, und Angst ist dort auch, weil Motorradfahrer quer durch den Wald fahren und Gitter aus Zweigen für sie ein Abenteuer sein könnten, wenn ein Käuzchen rief, lag ich aufgeregt, ob das von einem Tier war oder ein Zeichen von kriminellen Männern, wenn es still in der Natur ist, macht es auch Angst, einmal schien ein Hall zu sein, als mir ein Topf aus der Hand fiel, ich dachte, daß das merkwürdig ist, und als ich nun sorgfältig um mich sah, hatte alles schwächere Linien und auch die Farben schienen matt, aber vermutlich war das, weil mir das Blut in den Beinen versackt war, damit ich wie erstarrt stehen kann und mich die Gefahr schon für tot hält, im Wald sammele ich Beeren, Pilze, Kienäppel, es beruhigt, als würde ich Nützliches tun, manchmal muß ich auf dem Heimweg in Buchhandlungen, nachsehn, ob die Pilze eßbar sind, einer war wie Teer, einer stand im Spinnennetz, in einem anderen krabbelte ein blauschwarzer Käfer, ich sehe mir das nachdenklich an, Es braucht einen Funken Fantasie, um Menschen als eine Art Käfer zu sehen. aus einem Erdloch stank es nach Fuchs, ich habe überlegt, ob ich ihn totschlagen könnte, ‘Irgendwann wirst du auch einen Menschen töten können müssen, für Klamotten, Fleisch, wenn du im Wald bleibst’, ich ging immer dahin zurück, wo es Konservendosen gibt, zu Hause mußte ich mich ausziehn, verrenken, eine Zecke aus dem Fleisch schneiden, die Stelle mit Spucke und Milchsäure desinfizieren, ich habe Rasierklingen stets bei mir, weil es geschehen kann, daß einer keine Luft mehr kRiegt, weil der Hals zugestopft oder verschwollen ist, ich würde in die Luftröhre schneiden, ich weiß nicht, ob ich das wirklich oder in einem Film gesehn habe, daß ein Kind eine Wespe verschluckt hatte, die Leute standen, ich erinnere mich an das Japsen und das Blau vom Kopf, der Weg durch die Stadt zum Wald ist lang, ich kann nicht täglich hin- und herrennen, die Straße ist gepflastert, hart, auch wenn ich Schaumgummi unter die Fußsohle stopfe und auf Zehenspitzen laufen will, tut mir nach einer Weile der Rücken vom Aufstauchen weh, ich stolperte, fiel hin, stand auf und sah, daß die Platten des Bürgersteigs zueinander verkantet waren, ‘wie im Wald’, aber da paßt man darauf auf, ich gehe nicht täglich zu den Bäumen, manchmal wird die Fabrikhalle vermietet, und wir müssen draußen bleiben, das macht mir nichts aus, wenn es nicht regnet, wir haben Löcher in die Wand gebohrt und machen es so, daß stets einer von denen, die den Raum in Glanz tunken müssen, einem von uns etwas schuldet, er stellt dann das Zeug, das er für das Fest aufstellen muß, so, daß wir daran vorbeigucken können, wir müssen still sein, damit sie uns bleiben lassen, das ist wie im Kino, die Männer schieben ihre Bäuche und die Frauen die Brüste vor sich her, manchmal, wenn sie zusammentreffen, paßt es zusammen, so daß die Brust auf einem Bauch liegt, wir kichern viel, weil man nicht traurig sein will, manchmal haben wir auch die Reste danach geKriegt, aber oft haben die Diener selbst eingepackt, was da noch an Zuessen und Kerzen war, einmal hat einer der feinen Leute im Schatten vom Flutlicht vor dem Loch gesagt und geschrien: Sie wissen gar nicht, wie reich und mächtig ich bin, ich werde sie vernichten, und dann sagte eine Frau nah genug vom Spalt, daß wenigstens einer von uns es hören konnte, zu dem anderen Mann, zu dem er das gebläkt hat: Habe keine Angst, Papa hat es nicht so gemeint, aber der Mann war nun ganz blaß und hat sich nicht um die Frauen gekümmert, die so zu ihm waren, als müßte er sie alle kennen, er war nur noch nett zu ihr, ich habe geglaubt, daß sie die Tochter von dem alten Mann sein muß, der so besoffen war, daß er rumschrie, als sei er einer von uns, das stand dann auch in der Zeitung, daß die Frau seine Tochter ist und als Babie krank gewesen, weil sie Kot von Katzen angefaßt hatte oder mit rohem Fleisch gefüttert worden war, später sei sie wieder normal im Kopf geworden, aber ihr Vater ist so wie der, dem ich gegeben wurde, er hat sich stets reingemischt und die Männer beschimpft, die nett zu mir waren, aber gesagt, daß ich keinen Mann kRIEGen werde, weil ich nicht ständig still bin und ihn nicht ausreden lasse, und seine Zigarre war wie eine Drohung, weil sie glühend war, Qualm und der Geruch davon erinnern mich daran, aber er kann mich nicht erpressen, daß er mich enterbt, Arbeit hätte er mir nicht besorgen können, so daß ich abhängig sein muß, entmündigen hätte er mich auch nicht lassen können, vielleicht doch, weil ich in der Psychiatrischen war, aber das war nicht wegen einer Krankheit, sondern wegen einem Schock, der dann zu Ende war, und man ist wieder normal, weil es am einfachsten ist, er ließ meinen Mann verdreschen, das habe ich nur geträumt, daß wir verfolgt worden sind, er hat uns in die Wohnung nicht reingelassen, so daß kein Schutz war, Mutter hatte dazu nichts zu sagen, Vater sollte nie hören, wenn sie über ihn und alles klagte, aber mir hat sie das zugemutet, daß sie jammerte und keinen Rat annahm, sie hat mich nur stets gebettelt, daß ich alles so tue, damit der Vater zufrieden ist, weil er sonst ein Kotzbrocken sein kann, die anderen Verwandten haben auch so geredet, daß ich ihm alles recht machen muß, weil er dann eine Respektsperson ist und wir angeben können, an was für einer feinen Art Mensch wir beteiligt sind, aber ich konnte nicht denken, daß er das will, daß um ihn alles wie Kasperletheater ist, mein Mann hat sich prügeln lassen, damit ich wegrennen konnte und mir nichts geschieht, die Frau aus der Zeitung hatte Pech, daß der Mann, den sie liebte, sich von ihrem Vater bestechen ließ, damit er sie offiziell nicht mehr will, aber einen Chefposten hat, meiner hätte sich nicht schlagen lassen müssen, denn die wollten in diesem Traum mich, er ließ auch nicht zu, daß ich mich stückweise verkaufe, weil einer meiner Chefs angedeutet hatte, daß er mich besser bezahlen würde, wenn - da hat er gesagt, daß ich kündigen soll, obwohl er sagte: Das wäre viel Geld, wir haben nicht viel gebraucht, wenn eine Socke ein Loch hat, muß man nicht auch die ganze wegschmeißen, sondern kann eine Mode daraus machen, ich brauche den Reichtum in den Klamotten nicht, wenn ich ein schwarzes Kleid anhabe, das zippelig ist, und weißes Kaninchenfell um den Hals, dazu den Mund rot, sind die Männer nicht anders zu mir als zu der Frau, die in Samt war und Perlen um den Hals hatte, wenn ich auf der Parkbank sitze und jemand ist neben mir, der nett ist und nicht ganz arm aussieht, habe ich gesagt, daß sie die Sachen nicht in die Tüte vom Roten Kreuz stecken sollen, sondern uns bringen, ich nehme lieber etwas von denen, die ein Gesicht haben, die von den Organisationen sind scheinheilig, sie nehmen die besten Stücke, wir krIEgen die Reste und sollen Danke sagen und Geld bezahlen, ich bin auch ehrlich und nett, einmal kam eine, ob in der Jackentasche eine Brosche gewesen ist, sie suche eine, ich habe sie ihr gegeben, sie hat mir dafür, weil ich ehrlich war, nichts gegeben, es muß Vertrauen sein, deswegen habe ich gefragt, ob wir die Sachen, die wir nicht brauchen, auf dem Markt verkaufen dürfen, dafür, daß sie sie nicht an fremden Stellen sehen und entsetzlich zu uns werden, sie haben erst geguckt, als würden sie grübeln, ob sie selbst das Geschäft machen sollten, aber dann fiel ihnen ein, daß das nicht so einträglich sein kann, und daß sie billig ein guter Mensch sein können, das mit dem Geld ist mir oft nicht verständlich, als ich telefonieren mußte, hat eine Frau, die ich kannte, gesagt, soviel Geld habe sie nicht, doch ein Fremder hat mir das Geld geborgt, keinen Ausweis verlangt, damit ich es zurückzahlen muß, ein anderer hat mich sein Bier bezahlen lassen, er hatte soviel Geld wie ich, er hat gesagt, daß ich sonst mehr getrunken hätte, wenn er sich nicht mit mir unterhalten hätte und ich das bezahlen soll, aber da war ich traurig, weil das nicht wahr war, ich dachte mir aus, daß er es lustig meint, ich Geld geben sollte, damit er Schuldengefühle hat, arbeiten geht, denn wenn er kellnern würde, würde er mir Bier als Dank umsonst geben, sagte er, eine andere Frau sagte, ich solle für sie etwas arbeiten, sie bezahlte das gut, sie hat mir danach gesagt, daß sie das getan hat, weil sie mich tanzen gesehn hätte, ich hatte es mit einem Mann getan, der alt, fett war, mich anfassen wollte, ich war immer wieder entwischt, als ich Tage nach dem Handel mit ihr wieder tanzte, stockte ich, sah die Menschen an, die um mich standen, ‘Vielleicht tanzt du gerade um etwas Wichtiges in deinem Leben’, das ist nicht mit Absicht, daß man so pathetisch wird, ich hatte einen Hund, der treu und ziemlich einfach war, den haben sie mir weggenommen, weil ich keine Hundesteuer zahlen kann, und alles wurde auch da nicht machbar, ich habe ihnen gesagt, daß ich Tage habe, an denen ich wie blind bin und daß ich eine Frau bin und deshalb oft Angst haben muß, Jungen schnitten einem Mädchen mit Rasierklingen ins Fleisch, ein Mann wurde hingerichtet, weil er einen Soldaten getötet hatte, der zwei Mädchen erschossen hatte, das Radio stand neben mir und ich hörte das an einem Tag zwanzigmal, sie haben mir das Tier weggenommen, aber ein Zimmerchen gegeben, aus dem Fenster sah ich auf einen Hof und eine Mauer, ich malte ein Katzengesicht drauf, sie wollten, daß ich abends um acht Uhr im Haus bin, sie schlossen die Tür ab, ‘Das halte ich nicht aus’, sagte ich, ich hätte mich albern befunden, wenn ich in meinem Alter aus dem Fenster steigen muß, wir hätten Radios, Fernseher, wir könnten häkeln, mit Würfeln spielen, ich wußte nicht, wo ich den Vibrator hätte verstecken können, wenn ich mich, wenn es dunkel wurde, nicht nach einem Mann gesehnt, der da irgendwo auf den Straßen sein könnte und mir hoffnungslos so ein Ding besorgt hätte, sie hatten für jedes Zimmer Nachschlüssel, sie sagten, sie müßten nach der Heizung und dem sehen können, es gab auch eines Tages eine Leiche, aber die hielten sie so geheim, daß sie auch ein Gerücht hätte sein können, einmal haben sie mich in einem Laden abgetastet, weil eine Frau sagte, ich hätte geklaut, ich hatte eine Pralinenschachtel wieder ins Regal gelegt, weil sie mir zu teuer geworden war, ich war froh, kein solches Gerät bei mir zu haben, obwohl, wenn man im Gefühl ist, fast keine Scham mehr ist, da habe ich in Büros oder Läden reingehen wollen, Bitte helfen Sie mir, und die Spitze vom Feuerlöschschlauch irritiert angesehn und einmal einen Telefonhörer zwischen die Beine geklemmt, damit da überhaupt etwas drückt, das Rufzeichen ist nach einer Weile von allein zum Besetztzeichen geworden, da dachte ich, nun hast du wieder eine kleine Episode Leben abgeKriegt, eine alte Frau, die Henna, und ich sind von dem, in dem es um uns noch kahler als in den Nebenstraßen und Kellern schien, abgehauen, sie hatte einen Freund, der ist auch aus einem strengen Heim, als sei man unmündig, wenn man kein Geld hat, weggelaufen, sie haben geheiratet, ich war Zeuge, zum Hochzeitsfest waren wir Gäste von einer Eröffnungsfeier, es gab in einem Autohaus Freibier, und es fiel nicht auf, daß wir lustig wegen anderen Dingen waren, die Braut war fast rund und kann verschmitzt lächeln, aber manchmal guckt sie, als wolle sie zerschneiden, er war ein Landarbeiter gewesen, der durch die Länder zog, nicht als Urlaub, nach der Hochzeit waren sie verreist, als sie wiederkamen, sagte er, daß sie die vierzigtausend, die sie auf dem Sparbuch gehabt hatte und ihn damit gebeten, daß er sie heiratet und ihr Pfleger wird, damit sie den Betreuer von den Behörden loswerden und aus dem Heim kann, für diese Reise verpulvert haben, es muß ein beachtliches Feuerwerk gewesen sein, er sieht so aus wie einer von denen, die auf Fotos für Käse oder Weißbrot werben, aber er sieht älter aus, als er sein soll, weil die Glatze ist und Zähne fehlen, sein Vater will von ihm nichts wissen, weil er sich rumtrieb und nicht nach Hause gekommen war, um das Geld abzuliefern, die Nichte von ihr hatte sie ins Heim gebracht, weil Hennas Mutter in einem Krankenhaus, das plötzlich in Flammen stand, verbrannt und Henna eine Weile verwirrt gewesen war, aber die alte Frau war der jungen nicht böse, daß sie sich das Haus angeeignet hat, weil sie den Garten gut pflege, sie pflanze sogar Kartoffeln, Henna und der Alte fanden es in der Fabrik zu dreckig oder was sonst der Grund war, sie sind auf einen Vorortbahnsteig gezogen, wenn Herren in Uniform sie wegtreiben wollten, sagten sie: Nehmen Sie uns bitte mit in Ihre Wohnung, sie haben eine nach einiger Zeit bekommen, es muß jemanden gerührt haben, was sie hinter sich gelassen hatten und schön erzählen konnten, es waren Räume, wo einer gerade drin gestorben war, ich habe sie mit ihnen entrümpelt, entkeimt, und sie sagten, daß ich in der Küche schlafen könnte, aber dann haben sie sich doch lieber eine Katze angeschafft, ich bin ihnen nicht böse, weil es im Haus gestunken hat, Plumpsklo, die Fabrik ist groß, dort kann ich von dem Gestank ein Stück weggehn, ich habe das nicht kapiert, daß ihnen die Fabrik zu dreckig war, aber der Geruch im Haus hat sie nicht gestört, oder sie haben gehofft, daß das aufhören muß, weil sie Miete zahlen, wenn bei uns das Klo, das am Flußrand steht, überquillt, kann ich auch nichts tun, außer loszulatschen, es dem Ordnungsamt zu melden und mir das Kacken zu verkneifen, es tut danach so weh, daß ich stöhne, als würde ich ein Kind krIEgen, aber das, was rauskommt, stinkt, wenn die Herrschaften feiern kommen, bringen sie ihre Klo- und Waschräume mit, wir haben einen Wasserhahn, die Borsten der Zahnbürsten sind breit gedrückt, ich kratze mit Zunge und Fingernägeln über die Zähne, kaue Kaugummis, ich brauche sie auch gegen die Rauchlust, ich würde die Sucht vielleicht beherrschen, wenn beim Rauchen Pickel wachsen würden, aber die wachsen wegen dem Dreck, wenn ich das starke Gefühl habe, daß ich stinke, gehe ich mich in einem Wasserklo, also einem mit Waschbecken, säubern, es gibt nur wenige Gaststätten, in denen das draußen hinter dem Flur ist und ich nicht durch den Gastraum muß, über der Tür von der einen steht, Grüß Gott, tritt ein, bring Geld herein, den See haben sie auch umzäunt, manchmal trinke ich eine Suppe, um in Ruhe einen Waschtag machen zu können, es gibt Zeiten, in denen die Kneipen leer sind, nur selten jemand Pinkeln geht, die Seife riecht süß, wenn einer die Tür aufklinkt, sage ich, daß ich mich mit der Suppe beschwappt habe, waschen muß, ich kann auch die Alten besuchen, es dort tun, aber ich geniere mich, weil sie mich zum Essen einladen, ich saufen soll, oder sie betteln mich an, obwohl sie erst auf die geschimpft hatten, die das tun, und ich ihnen vertraut hatte, ich gebe ihnen kein Geld, ziehe ein versteintes Gesicht, gehe Brot, Margarine, Wurst für sie kaufen, so daß sie das Leiden an fehlenden Zigaretten und Schnaps als Strafe haben müssen, weil sie das Geld, das sie regelmäßiger als ich kRIEGen, gleich verramscht haben, es fällt mir schwer, weil sie sich ein schlechtes Gewissen ansparen und ein Ferkelessen zum Dank anbieten, wenn sie das Geld vom Sozialamt sogar mit der Taxe geholt haben, damit ihnen keiner auf der Straße auflauert, ich habe bei ihnen eigenartige Episoden vom Leben abgeKriegt, letztens stand dort einer mit blauen Augen in der Tür und sagte, daß ihm die Rechtsradikalen von den Dörfern die Hunde abgestochen hätten, die er für die Polizei und die Rechtsradikalen in der Stadt, mit zusätzlich einem Befehlswort, damit sie ihn nicht beißen können, züchte, ich habe Angst davor, daß die Linken in die Stadt einziehn und uns bestrafen, weil vorher die Rechten hier waren, und dann kommen die Rechten und hauen auf uns ein, weil wir die Linken nicht hatten besiegen können, und so geht das hin und her wie in den Kriegsfilmen, der Blonde hat mir zugestanden, daß die Rechten und die Linken nichts Verschiedenes sind, nur wegen den Ausländern, die mit ihren Kulturen hierher kommen und stehlen, Frauen vergewaltigen, sie haben eine Moral, daß sie sich stets als Opfer erklären und beklauen sogar die Armen, ich habe selbst erlebt, obwohl ich unsicher bin, ob das bei den Ausländern mehr auffällt als bei den Männern von uns, daß sie ohne Respekt vor Frauen sind, wie mir das auffiel, als ein Jude mit mir berechnend war, der Mann erzählte von einer Dreizehnjährigen, die tot wurde, weil sie erst einen russischen, dann einen kubanischen Freund hatte, die Russen haben ihr aufgelauert, ein vierjähriges Kind hätte mitten auf dem Markt ein Messer in den Rücken gesteckt bekommen, ein Araber mit dem blutigen Messer in der Hand gestanden, ich weiß nicht, ob ich mehr Angst vor den Rechten oder den Ausländern, außer denen, die ich zufällig kenne, haben soll und gehe beiden aus dem Weg, diejenigen, denen es nicht gut geht, sind hysterisch und schlagen gewöhnlich um sich, als müßten sie sonst versinken und ertrinken, er, der Alte, schreit auch, daß er alles beschützen will, was er inzwischen hat, er sagte leiser, daß er noch ein Stück Land haben will und Bauer werden, weil er Landarbeiter gewesen war, sie konnten ihn wegschicken, aber das sollen selbst die jungen nicht schaffen, daß sie sich mit Buddeln in der Erde ernähren können, weil der Markt das so macht, daß einiges zu billig verkauft werden muß, Henna war auch Bäuerin oder ihre Eltern, aber dort, wo sie war, ist jetzt Ausland, deshalb will sie das auch, daß er noch ein Stück Land bekommt, vielleicht reicht es doch, wenn man anbaut, was man brauchen könnte, nichts verkaufen muß, sogar den Schnaps selbst brennt, ich habe deshalb im Hinterkopf, daß ich ihm helfen will, falls ich jemanden treffe, der das für ihn tun kann, es ist nicht mehr lang hin, bis er tot ist, das Land läge wieder brach, aber soviel bin ich nicht unter Leuten, die das verfügen können, die suchen zwar immer Frauenähnliches für die Bars, Bordelle, doch es ist nicht meine Art, so unterwürfig Politik machen zu wollen, ich habe, um stolz sein zu können, gelernt, mir zur Not mit den Fingernägeln den Dreck von der Haut zu kratzen und mit den Handflächen abzurollen, wenn es anders ehrlich nicht geht, wenn es regnet, kann ich duschen, aber oft ist es dann kalt, und ich muß einen Rost auf Kisten legen, damit das Wasser nicht dreckig an mir hochschwappt, ich bin dann froh, kein Kind zu haben, ich hatte in Kinderwagen geguckt, da haben sie mich angezeigt, weil sie dachten, ich wollte eins klauen, ich habe mit den Kindern im Sandkasten gespielt, eine Frau ließ mich aufpassen, doch weil es mir Spaß gemacht hat, hat sie nichts gezahlt, ich dachte, daß Arbeit nicht Spaß machen darf, damit ich Geld dafür bekommen kann, ich will auf Geld verzichten, wenn ich Menschen helfe, der andere müßte lächeln und Danke sagen, aber man muß leben und kann nicht tun, was man will, wenn man nicht tot sein will, meine Tochter müßte jetzt etwa so groß sein, die Kinder, die so alt sind, halten mich für verrückt, wenn ich mit ihnen reden will, ich glaube, wenn sie älter sind, kann es sein, daß eins wie sie zu mir kommt, ich war beim Arzt und dann sagten sie, daß ich das Kind rausoperieren lassen darf, weil ich nicht viel Geld habe, nur die Kinder von denen, die Erfolg haben, sollen leben, ich sagte ihr, daß das eine Rassenschande ist, sie hat rumgeschrien, daß sie sich das nicht bieten lassen muß, weil sie mir helfen will, die anderen Frauen wären froh, wenn sie ihnen das antun könnte, weil sie studieren und reichlich arbeiten wollen, manche würden sich sogar das ganze Weibische rausoperieren lassen, um das dem Arbeitgeber vorlegen zu können, damit er keine Angst zu haben braucht, daß sie Mutter wird und er in die Pflicht kommt, als sei er ein Teil vom Vater, ich sagte: Die wollen nicht, die müssen, und ich darf nicht, das war, als das mit dem Vergasen von Kindern war, auch so, ich sagte, daß das Unfruchtbarmachen zerstört, was im Leben noch sein kann, sie sagte zur Krankenschwester, daß sie Zeuge ist, ich bin weg, aber ich habe das Kind doch verloren, weil es draußen kalt war, bin ich mit einem Mann mitgegangen, er war brutal, es fiel als Fleischklumpen raus, ich habe Ärmchen dran gesehn, man hat mir nicht sagen können, daß ich es totgemacht habe, das wäre verrückt gewesen, weil ich es rausoperieren hätte lassen können, es ist das alles geschehn, weil mein Mann plötzlich tot gewesen ist, ich hatte bereits gewünscht, daß er tot ist oder wieder richtig lebendig, weil ich die Angst nicht mehr ausgehalten habe, ich stand täglich auf der Straße, schaute zu dem Zimmer, wo er lag, wenn das Licht drin heller wurde, wollte ich hinlaufen, aber die Angst war größer, daß sie mich nicht mehr zu ihm lassen, wenn ich nicht brav bin und so tue, als ob er mir beinahe egal ist, ich hatte ihnen gesagt, daß ich die Krankenabteilung kostenlos sauber machen will, aber der Arzt hat entschieden, daß sie allein arbeiten, ohne Zeugen, die aufpassen, wenn etwas schief geht, müßten die anderen heimlich dagegen tun, ich war verblüfft, daß er so ehrlich war, ich habe ihn sogar innerlich geliebt, solange alles von ihm abhing, auch Gott habe ich verehren wollen und viel gebetet, als danach doch Tod war, habe ich wiederum hassen gekonnt, sie hatten mich zur Besuchszeit durch ein Fenster gucken lassen, dann war er in der Pathologie, ich habe mich reingeschlichen, gesehn, wie sie ihm die Gedärme aus dem Bauch zogen, wie in einem Gemälde, weil das Fett gelb war, das Blut dunkelrot, die Galle grün, danach sägten sie ihm die Schädeldecke auf, das wurde mir zuviel, ich habe es verboten, man hat mir nachgewiesen, daß das sein Recht hat, sie hätten mich als Einbrecher behandeln können, weil ich ohne Stipendienschein war, sagten sie, aber ich wurde ruhiger und fast charmant, weil der, der auf der Steinbank lag und mit Zeitungen ausgestopft wurde, ein anderer Mann war, bei dem bereits die Blutgefäße klirrten, wenn der, der im Kittel neben dem, der aus den Eingeweiden heraus stank, stand, mit dem Messer daran schlug, ich wollte meinen Mann nachts von dort klauen, aber das wollte niemand von meinen Freunden für einen Toten riskieren, sie haben mit mir geübt, daß ein Toter zu schwer für mich wäre, weil er auch noch schlaff und rutschrig ist, ich hätte ihn zerlegen müssen, um ihn in einen Koffer mit Rollen stopfen zu können, und deshalb konnte gleich alles so bleiben, Es ist befremdlich, was in meinem Leben geschieht. Vor der Revolution hing ich die Wäsche nicht auf den Hof. Ich sage mir, daß ich wegschmeißen sollte, was ich nicht vor die Blicke anderer hinhängen will; damals gab es keine Schlüpfer zu kaufen, die, die ich hatte, waren grau und hatten Flecke vom Blut. Es ist anders geworden. Es steht anderes geschrieben. Über Mäuse und KatzenIn dem Leiden, weil ich nichts mehr als ein paar Erinnerungsstücke im Kopf von ihm besitzen konnte, war noch, daß wir zusammen von meinem Geld gelebt hatten, weil ich meins in die Hand bekam, seins ließen wir der Bank, es ist beruhigend, wenn man irgendwo welches hat, nicht betteln, Schuldsklave werden müßte, seine Eltern haben sich das Geld genommen, ich habe es jedem erzählt, daß das meins ist, niemand hat Rat gewußt, weil wir kein Testament geschrieben hatten, ich hatte mich geniert, zu ihm zu sagen, daß er tot werden könnte, ich hatte sogar nicht die Kontonummer wissen wollen, ich hatte Angst, daß sie jemand aus mir rausschlagen könnte, und ich schuldig scheine, er wirkte stärker, es war in der Schule und zu Hause gewesen, daß ich nichts beweisen konnte, Tür und Fenster waren zu, die Katze weg, Mutter: Sie konnte dich nicht leiden, ich stellte mir vor, daß sie denkt, ich spiele brav und schlachte heimlich Katzen, weil sie ab und zu fauchen und mir die Nase zuschwillt, ‘Ich muß sie finden’, ich ging in jeden Hauseingang, Hof, bis ich mir sagte, daß es reicht, daß ich weiß, daß ich unschuldig bin und nicht mehr schlaflos lag, ich habe es seinen Eltern erklärt, sie haben mir nichts gegeben, aus der Wohnung habe ich nichts geKrieGt, sie haben gefragt, ob ich ihnen einen Schlüssel borge, ich gab ihn hin und sie hatten ihn weggenommen, sie haben das Schloß ersetzt, so daß mein Schlüssel nur noch ein Stück Metall war, das ich zur Erinnerung als Kettenanhänger tragen kann, meine Kleider haben sie mir rausgelegt, die Seife schon nicht mehr, dabei hatte mir seine Mutter zum Geburtstag Pralinen geschenkt und der Vater hatte gesagt, daß es ihm gefällt, daß ich Schnaps trinken kann, doch als ich beim Abendessen noch einmal nach einem Schinkenbrot gegriffen hatte, sahen sie hin, Nehmen Sie es ruhig, ich habe dort nichts mehr essen können, weil ich gewußt habe, daß sie wollten, daß ich für ihren Sohn nur eine Episode bin, die Mutter wollte ihn für sich, ich sagte, daß wir ein altes Wasserwerk ansehen wollen, das klingt wie im Märchen, daß aus Wasser Licht werden kann, da hat sie gesagt, daß wir nicht verheiratet sind und daß er an diesem Nachmittag zu ihr kommen muß, ich sagte, daß sie nicht über ihn bestimmen kann, Wir sind zwei, wenn er von der Arbeit kommt, fällt er ins Bett, heute ist Sonnabend, sie schien nicht zu verstehn, daß es unsere Art zu leben ist, daß wir entscheiden, was wir an einem Sonnabendnachmittag tun, Sie könnten mit dem Bus fahren, sie hat, als wir sie trotzdem zum Bahnhof fuhren, zu ihm gesagt: Ich bin noch nie mit deinem Auto gefahren, ich wußte, daß sie damit sagt, daß sie eine Trennung zwischen mir und ihm sieht, er hat mir zu erklären versucht, daß das in seiner Familie so ist, daß das Auto zum Mann gehört und der Frau die Wohnungsmöbel, er hatte sich geirrt, auch die ließen sie mir nicht, die im Haus hatten uns zweimal in die Liste für die Hausordnung eingetragen, weil wir nicht verheiratet waren, aber das wäre uns zuviel Bürokratie mit fremden Leuten gewesen, zu erklären, daß man eine Gemeinschaft mit zwei Namen sein kann, mein Mann war noch mit einer anderen Frau zusammen, weil die seine Kollegin war und arbeitslos werden sollte, Ich muß sie trösten, ich sah nach anderen Männern, da war einer, der hat gesagt: Komm zu mir!, Wenn du noch ein bißchen Hoffnung hast, geh nicht, sagte mein Mann, ich bin gegangen, ein Teil von den Sachen war noch zu Hause, die anderen noch am Körper, da hatte ich es bereut, weil ich zu ihm sagen konnte, Ich begehre in dir alle, die ich zur Zeit will, das hat ihn auf eigene Art lebhaft gemacht, er behauptete, das mit der anderen Frau sei ernst geworden, weil sie ihn brauche, wenn sie sich so an ihn klammere, dann war er tot, aber er hat mir zusätzlich wehgetan, weil ich Zettel fand, daß er mich liebt und keine andere, ich habe mir gewünscht, verrückt zu werden, ich habe es getan, aber ich habe gewußt, daß das nicht natürlich ist, aber als ich Arbeit wollte, haben sie mir nicht geglaubt, daß ich nur so traurig war und nicht wußte, was sonst tun, als so zu sein, als sei ich nicht die Frau von dem, der in die Erde gesteckt war, ich habe keine Arbeit geKriEgt, ich hätte es ihnen nicht erzählen sollen, aber warum soll ich lügen oder still sein, als sei ich nur ein Teil von mir, bei der Sozialhilfe war ich auch, sie haben gedroht, weil ich gearbeitet hatte und nichts gemeldet, sie wollten mir unterschieben, daß ich viel Geld verdient und die in der Regierung betrogen habe, weil ich ihnen nicht etwas von dem abgab, was weniger als das Sozialhilfegeld war, das habe ich nicht kapiert und gesagt, wenn sie so weiterreden, werde ich wieder verrückt, und habe zur Warnung wie eine Irre gekreischt, sie wurden nett, weil sie wissen, daß das für den Staat teurer wird, wenn sie mich krank reden, aber sie haben weiterhin gefragt, ob ich nicht einen Mann oder eine Frau kennengelernt habe, die für mich sorgen wollen, ich hatte als Kind Mitleid mit den Fliegen, Mäusen und Ratten, ich sammelte das Gift auf, warf es ins Klo, berührte die Fallen mit Stöckchen, damit sie zugeschnappt sind, ich räume rumliegendes Gift weg, weil ich das Rattenfleisch essen können will, stelle Fallen auf, ziehe den toten Tieren das Fell ab, säubere, gerbe es, Ich habe nichts anderes zu tun, als mich ein bißchen zu schockieren. Abhärtung. ich schnitt Kopf- und Beinteile ab und nähte mir ein Stück Mantel, ich kann rechtlich Geld bekommen, doch ich gehe nicht gern in die Amtshäuser, ich denke, daß ich ihnen Arbeit mache und daß sie so arbeitslos wie ich sind, sobald es Leute wie mich nicht gibt, und will mit Respekt behandelt werden, das tun sie nicht gern, sie sind neugierig, aber wenn ich sage, ich will auch etwas über sie wissen, ob sie einen Mann haben, der für sie sorgen könnte, sagen sie: Sie wollen etwas von uns, die Gelder, die sie verteilen, sind nicht von ihnen selbst, und in der Art tauschen wollen sie nicht, daß sie es kurzzeitig erleben könnten, wie das andere Leben ist, dort, wo ich bei ihnen warten muß, ist Gang zwischen Türen, kein Fenster, der Sauerstoff ist wenig, das macht das Hirn eigenartig, wenn ich auf weiße Wände sehe, habe ich inzwischen so viele abgestorbene Zellen im Wasser von den Augen, daß ich da etwas sehen muß, was beunruhigend ist, wie unter Wasser mit Wasserflöhen, man muß eine Nummer gezogen haben und die bedeutet man dann, ich darf in einen der Räume, wenn über der Tür genau die Nummer leuchtet, die ich in der Hand halte, hinter der zwei Frauen an Schreibtischen sitzen und davor zwei Bettler, der eine bin ich, ich muß ein Ohr gegen die, die neben mir sind, zuhalten und der Frau vor mir auf den Mund schaun, weil sonst alles kreuz und quer gehört und es in mir aufgeregt und durcheinander wird, ich habe ihr zugeflüstert, daß ich eine Erfindung machen will, mit der die Dicke der Schuhsohlen veränderlich ist und jeder mittels Steuerung die Größe einstellen kann, die er gerade braucht, man macht sich klein, wenn man beschützt sein will, die Größe ist für die Übersicht, daß ich also nur die Förderung für das Studium der Elektronik und Zubehör brauche, damit ich nach einiger Zeit ein Patent anmelden kann und reich werden, so daß ich keine Nummern mehr ziehn muß, die mir den Namen ersetzen, sie sah mich zur Strafe mitleidig an, man kann den Nummernzustand nicht verlieren, die Identifikationsnummer, die sie mir zugeteilt haben, bleibt mein Leben lang bei mir, sagte sie, Wirklich?, Ja, ich stach sie mir in die Haut, damit ich als Leiche nicht verwechselbar bin, sie könnten mir die Arbeitserleichterung, die es ihnen machen wird, mit Blumen auf dem Grab bezahlen, Es ist eigenartig, was in meinem Leben geschieht. Vor der dem Mauerfall spülte ich das Geschirr mit der Hand. Ich will eine zweite Abwaschmaschine, damit ich das saubere Geschirr nicht ausräumen muß. Es steht anderes geschrieben. Über Narbenein Mann, der die Nummer auf dem Unterarm sah, hat mich den Rechtsradikalen zugeteilt, weil sich einige Glatze scheren, wie damals den Häftlingen die Haare geschoren waren, die Nazis hätten mich ins Gas gesteckt, ich habe mir die Haare blondiert, damit die Menschen freundlicher sind, weil sie das Gelb an die Goldmarie in den Märchen erinnert, aber ich wollte Schneewittchen nie ermorden, um von anderen geliebt zu sein, ich habe zuerst nach der Selbstliebe gesucht, das Färben vom Haar ist eine Art Horror, den man sich wiederholt,, wenn man nur einen Wasserhahn mit kaltem Wasser hat, wenn keine Sonne und kein Geld sind, sind die Haare am Scheitel dunkel, man muß dann im Trotz stark sein und kann es deuten, weil die Klamotten rot und schwarz sind und das Gold Arbeit macht, ist das ein Zeichen, wenn man gegen den dunklen Scheitel kämpfen muß, so daß man eine lebendige Fahne ist, Obst kriege ich, wenn ich Sonnabend hinter die Kaufhallen gehe, da liegt Ausgemistetes, das gut ist, Ratten- und Fleisch von streunenden Katzen geht auch in den Magen, wenn es fast schwarz gebraten ist, denke ich, daß alle möglichen Krankheiten, die dadrin sein könnten, verheizt sein müßten, diese Notreserve rühren wir nicht an, Bier haben wir im Großhandel und mit Ermäßigung gekauft, sie haben für das billigste Bier einen Fanclub gegründet, damit es nicht ein Armuts- sondern Freiheitszeichen ist, ich trinke es hemmungslos, weil es keine andere Rechtfertigung braucht, als das man arm gemacht ist, Problem war, daß jeder seins bezahlen und auf die anderen aufpassen mußte, weil Geld gefehlt hatte, um die leeren Kisten durch volle ersetzen zu können, so daß wir einander verdächtigen mußten, es krachte, dann haben wir uns vertragen, jeder kauft seins, die Händler verdienen daran, mit meinem Mann wollte ich von den Gegenden, wo die Menschen mit Hilfe von Hopfen, der das Bauchgewebe auflockert, damit es ein Baby weich haben könnte, beständig wie scheinschwanger leben, um friedlich leben zu können, abhauen, dorthin, wo man sich eine Hütte hinbauen darf, Obst an den Bäumen hängt und Fische und Hasen zum Fangen sind, kein Arbeitgeber und keine Sozialfürsorge und die Freiheit, Brunnen zu bohren und auf Geier zu schießen, obwohl ich das angenehm finde, daß ich hier sprachlich fast alles verstehen kann, paradiesisch habe ich mir das Draußen nicht vorgestellt, denn ich sagte zu meinem Mann: Wenn wir in den Dschungel oder durch die Wüste oder durch die Berge gehen, brauchen wir Waffen, und wollte die Haare schwarz färben, weil es hieß, daß man blonde Frauen für die Harems und den Nackttänzersumpf fängt, ich bin in den Jahren, die ich als Frau auf der Welt bin, nur zweimal in der Form vergewaltigt worden, daß ich mich nicht mehr bewegen konnte, und der Mann das, was er wollte, ich nicht, mit mir tat, von dem Mann, der in seiner Wohnung brutal war, hätte ich weglaufen können, das andere Mal war ich ohne einen Mann, der nach Hause kommt, und dachte: ‘Nimmst du ihn mit?’, weil er danach geweint hat, aber ich konnte ihn nicht verstehn und er nicht deutsch, so daß die Geschichte beendet war, seitdem ist die Angst, daß wieder ein Mann auf mich zu kommt und ich die Demütigung, daß mein Körper wie ein Tier auf ein Tier reagiert und alle Menschlichkeit dagegen ankämpfen muß, durchleben muß, es war in einer Telefonzelle, auf einem Platz, Licht, Leute, die mich hätten hören können, ich schrie nicht, weil ich Angst um ihn hatte, er war nur so stark, daß ich mich nicht rühren konnte, er griff mir nicht an den Hals, so daß ich hätte denken müssen, daß er mich erwürgen könnte, er hat mich sogar gezwungen, Angenehmes zu merken, obwohl ich dagegen bettelte, und er sagte: Ich liebe dich, ich kam in den Gedanken, daß mir die helfen würden, die ihn lynchen, er war von denen, die braun in der Haut sind, aber er war schön und stark, weil er bei der Armee war, es machte das Gefühl, daß er mich beschützen könnte, wenn ich später Soldaten sah, habe ich geguckt, ob er bei ihnen ist, ‘Vielleicht war er ein schlechter Mensch’, ich sagte also zu dem, der später der verfestigte Mann von mir geworden ist, so daß ich anderen hätte drohen können, Der wird dich finden und zerstückeln, wenn du mich anfaßt, daß wir eine unauffällige Waffe brauchen, er sagte, daß ein Lichtsstrahl verängstigen kann, wenn er rot ist, aber wenn wir eine Pistolenart basteln würden, die keiner an der Grenze finden kann, mit der wir uns gegen die, die uns bedrohen, wehren könnten, dürften wir keinen überleben lassen, weil uns sonst die Geheimdienste von ihnen fangen, er sagte, daß sich die Verantwortlichen vom Staat einen Dreck darum kümmern, falls uns etwas geschieht, wenn wir nicht im Hintergrund etwas für eine Regierungskrise hätten, dann würden sie eine Spezialeinheit losschicken, uns rauszuholen, aber danach bearbeiten, bis wir die Informationen rausgegeben hätten, ein Künstler hatte zu einer Industriemesse in China eine Informationsheft verteilt, daß er eine Wunderwaffe entwickelt hat, die den Mensch an Hand von Geninformationen überall aufspüren und erschießen kann, die Angebote, mit ihm zusammenarbeiten zu wollen, drückten ihn in den Boden, so daß er schrie, daß er nur ein Künstler ist, um ein Mensch bleiben zu können, ein paar Monate lang wollten wir ein U-Boot heben, über den Ozean fahren und eine Insel für uns suchen, wir hatten fast kein Geld und dachten, daß wir an Fernsehleute schreiben müssen, daß wir auf einem U-Boot heiraten wollen, weil das für ihre Einschaltquote ein Gewinn sein kann, das Technische wußte mein Mann, man muß es zukleben und Luft reinpumpen, die Luft drückt das Wasser raus, es steigt wie ein Luftballon, aber man braucht Geld, er wollte ein Boot zum Verkauf anbieten, um zu wissen, wieviel man bezahlen möchte, aber dann hörte ich, daß Unterwasserboote, selbst wenn wir die Raketen gleich aus den Luken schieben und nichts behalten, Waffen und verboten sind, wir hätten es über die Staatsgrenzen ziehen müssen, um es auf einer Sandbank, die ohne Gesetze ist, zu reparieren, als Stück Land mit Trinkwasser hätte es mit Technik vollgestopft werden müssen, ich bin unsicher, ob wir das geschafft hätten, wenn wir das erste Boot gehoben, verkauft hätten, um das zweite bezahlen zu können, ich war auch im Zweifel, weil man nicht weiß, wer das erste nimmt, dann sitzen wir in einem Boot, das andere überfällt uns, als Film ist das spannend, ich fand die Vorstellung beängstigend, mich in eine Dose zu sperren, um ab und zu auf ihrem Deckel die Weite des Meeres genießen zu können, die Welt wäre Frau im Spiegelbild, ein Mann und das Meer, wenn wir wegen der Sehnsucht nach Freiheit in Gefangenschaft gekommen wären, weil sie ein Eiland Waffenbesitz nennen, wie man auch keine Hanfpflanzen züchten darf, auch wenn ich sie nur ansehen und ihre Seele nicht in mich will, sie rotten Hanfpflanzen als "unwertes Leben" aus, weil sie ohne Steuerzahlungen entspannt stimmen könnten, hätten wir ein Nervengas schmuggeln müssen, das so schnell wirkt, daß es für uns reicht, die Luft anzuhalten, um rauskommen und kapern zu können, er sagte, daß die anderen danach tot sein könnten, und das will ich vielleicht auch nicht, daß ich töten muß, weil ich nicht abgetötet sein will, aber daß ich mit Salz und Gleichstrom von einem Radio und Zucker Sprengstoff erzeugen und mit einem Rohr eine Mauer durchlöchern könnte, fand ich wiederum beruhigend, Ich kaufe vor der Stadt ein, es tut gut, aus der Stadt zu fahren, aus dem Autofenster in eine Landschaft zu sehen, die jedesmal anders aussieht und doch fast unbeweglich scheint. Ich muß im Laden nicht mehr vor der Kasse die Preise zusammenrechnen ich habe Kredit. Ich fühle mich wie in einem Werbefilm, wenn ich einer Frau, die unschlüssig an einem Regal steht, etwas empfehle. Es gibt SpinnenIch sagte Das ist idiotisch, wenn Menschen aus einer Diktatur nicht abgehauen sind, aber ich habe sie jetzt fast verstanden, ich bin auch in so etwas gesperrt, das ist wie eine Mauer um mich, daß, wenn ich rauswill, tun müßte, was verboten ist, und schwups haben dich die Kriminellen und Polizisten, Ungeziefer und Krankheiten sind auch, wenn man durch die Welt spaziert, das ist Trost, wenn man bleibt, vor dem Krankwerden habe ich Angst, obwohl das falsch ist, weil das die Bakterien und Viren wie Hunde, die beißen wollen, merken, aber ich habe zu tief erlebt, daß ich nicht aufstehen konnte und in der Kotze lag, die Menschen gehen vorbei und denken, daß das von Alkohol ist, ich will um Hilfe nicht betteln müssen, das ist die Beruhigung, daß ich feststellte, daß eine Heilung mit Medikamenten so lange dauert wie ohne, es hat mich auch über Popel nachdenken lassen, weil man alle Giftstoffe der Umgebung in Testmengen frißt, weil der Popel süß ist, Krankheit ist wie ein Alieneinfall, ich schluckte Aspirin, damit das Blut, in dem die Abwehrwaffen sind, flüssiger ist und nachts eine halbe Schlaftablette, damit eine Zeitlang Waffenruhe ist, um Kräfte sammeln zu können, ich habe mir, wenn ich wach lag, vorgestellt, wie ich in einem roten Kleid auf einer grünen Wiese unter grauem Himmel tanze, damit der Köper nicht wegsterben will und die Seele nachsterben muß, Ich trampte vor der Revolution einmal im Jahr in die Berge, einmal ans Meer, um Berge und Meer einmal im Jahr gesehen zu haben. Ich hatte einen wasserdichten Schlafsack, die Menschen waren gastfreundlich und gaben Quartier. Wer Arbeit sucht, wird sie finden. ich habe Angst vor dem Steppenwolf in mir, den der Mensch in sich hat, der die Freiheit liebt, und daß er zum Mondlicht heult, sie jagen, erschießen ihn oder stecken ihn in den Zoo, ich habe das Fliehen geübt, der Kamm ist eine Säge, mein Mann konnte die Gaspistole mit einer Hand laden, kreiseln, auffangen, das hat mich beruhigt, in den Schützenverein sind wir nicht gegangen, um eine Waffe haben zu dürfen, weil ich mir das mit dem Vereintsein von Fremden nicht vorstellen konnte und auch in ihm Gruseln war, ich habe mich aber ermahnt, darauf zu achten, daß ich links auf den Körper zielen muß, wenn der Feind mit dem Rücken zu mir steht, und ich sein Herz zerreißen muß, damit er sich nicht umdrehen kann, um uns zu vernichten, ich weiß, wo das Schlauchboot ist, aus dem alles Metall raus ist, damit kein Radargerät das finden kann und wir uns freier zwischen den Ufern, als das gewöhnlich ist, bewegen könnten. Ich sehe Urlaubskataloge an. Jede Beschreibung weckt Fantasien. Die Quartiere, die wir, ohne das Konto zu überziehen, bezahlen könnten, sehen aus wie die Häuser, in die ich nicht ziehen wollte, in den Zimmern sind Möbel, die ich nicht kaufen wollte. Ich will nicht in Speisesälen essen müssen, um im Urlaub sein zu können. Ich kaufte mir eine Palme und stellte sie hoch, damit sie groß scheint. Über WundstarrkrampfMein Mann wollte vor dem und am Ende war er tot, eine Karriere machen, denn wenn wir eine sinnvolle Arbeit gehabt hätten und ausreichend Geld, hätten wir vermutlich nicht abhauen wollen, sie haben ihn nicht gelassen, vielleicht weil er nicht in die Armee gegangen war, weil er die Selbstbestimmung nicht einer Art Besenkammer abstellen wollte, die einen sollen Überstunden machen, die anderen müssen um Geld betteln, das geht in keinen Kopf rein, der denken will, der kann dann nicht gehorchen, wenn er nicht vor Wut zerplatzen will oder bekloppt werden, ich konnte noch nie so recht lügen, ich hatte als Kind Mühe in den Rollen, die mir mit Liebesentzug aufgedrängt waren, ein Ich zu finden, deshalb habe ich das mit der Karriere nicht angefangen, weil ich froh war, daß ich mich nicht mehr von außen ansehe, wie man das von den Sterbenden erzählt, obwohl der eine oder jener mir den Ausblick traumhaft vorgemalt hat, wenn man einen Gipfel erreicht hat, mein Körper hat die Warnung vor der Karriere in sich, denn wenn ich von einem hohen Balken balancierte, was ein Sog, der mich stürzen lassen wollte, so daß ich froh war, wenn ich wieder in der Tiefe und Erde unter den Füßen war, ich habe gedacht, daß ich in der Ebene kreuz und quer gehen kann, er hat ohne den Aufstieg in einer Karriere eine Arbeit tun müssen, nach der er abends ins Bett gefallen, für die er früh aufgestanden ist, abends habe ich ihn gestreichelt, wenn er sich schon nicht mehr bewegte, als sei es ihm egal oder nur leise jammerte, daß ihm alles weh tut und auch das Kraulen nichts nutzt, und morgens hat er mich geküßt, wenn ich mich noch nicht rühren konnte, ich sagte ihm am Abend, daß ich es trotzdem gefühlt hatte, während er einschlief, ist er manchmal verrückt geworden, damit das Unerträgliche aus ihm rauskonnte, er hat wie auf einer Bandschleife die Sätze gesagt, die er auf der Baustelle anhören mußte: Kellekellekelle, genug Arbeiten, ich niemanden verpfeifen, ich vom Chef Geld dafür kriegen... ich habe ihm freiwillig die Schnapsflasche gebracht, er konnte da nicht raus, weil es für den Beruf beim Arbeitsamt zuviel Nachfragen gab, gut bezahlt wurde das nicht, ich setzte den Stundenlohn und die Preise von dem, was ich kaufen wollte ins Verhältnis, und kam ins Überlegen, ob wir eine Verleihfirma für Arbeitskräfte gründen sollten, damit er sich hinschicken kann, wo er hin will und doppelt kassieren, der Chef schickte ihm einen Arbeitsvertrag mit der Post, damit er ihm nicht dabei in die Augen sehen muß, ich las, daß er so lange arbeiten soll, wie der Fremde es will und daß er Anweisungen zu gehorchen hat, Ich arbeite mich krumm, er verdient Geld, die Arbeit von ihm war so, daß sie oft Stunden ohne Material sind, dann sind Überstunden befohlen, Die Küche muß renoviert werden, der Chef soll dir soviel bezahlen, wie ich den Handwerkern bezahlen muß, wenn du nicht da bist, und ich will Trennungsgeld, gefährlich war die Arbeit, in den Hämmern und Meißeln waren Kerben und Risse, so daß er doppelt bedroht war, ausgerenkte Wirbel, Splitter im Auge, Brandblasen, nach Arbeitsende waren Anrufe, er sollte da und dort etwas reparieren, weil er Handwerker sei und das kann, er sagte nicht Nein, weil sie sich Freunde nannten, und weil sie Freunde waren, haben sie nichts bezahlen müssen, ein Fremder hat uns sogar erpreßt und gesagt, daß Menschen sterben müssen, wenn mein Mann am Wochenende nicht unbezahlt Medikamente von einer Stadt in den Bergen abholt und zum Hafen fährt, er hat das zweimal getan, bis ich beim dritten Mal gesagt habe, Es gibt noch andere Menschen, die das tun könnten, wir wollen heute im Wald spazieren gehen, ich haßte sie, weil es ihnen egal war, daß er müde war, ich hätte ein schlechtes Gewissen, obwohl ich für ihn gekocht und seine Wäsche gewaschen hatte, er war oft sogar zu müde, sich, wenn er nach Hause gekommen war, umzuziehn, ich mag die Latzhosen nicht, der Firmenname stand wie ein Dosenetikett drauf, Soll ich in Kittelschürze rumlaufen? fragte ich, er war abends zu müde, fortzugehn, er legte sich nackt aufs Bett, ich kroch zu ihm, wenn er nach dem Ankuscheln eingeschlafen war, hörte ich die Musik, die ich wollte, machte den Fernseher an, suchte Filme, in denen Hektik ist, zu denen ich kaum hinsah, weil ich nebenher stopfte und nähte, nur die Stimmen hörte, in ihnen war Lässiges, als hätten sie im Griff, was sie wollten, in der einen Nacht aber war ein Film über Vergewaltigung von Kindern, eins starb, ich lag bis zum Morgengrauen aufgeregt, am Tag war ich vor Müdigkeit verwirrt und rechnete mehrfach nach, ob ich für das Geld zuviel in den Einkaufskorb getan hatte, ich hatte gesagt, daß er vor dem Ausbrechen keine Angst haben soll, weil man zur Not noch ärmer leben kann, aber bei jedem Zettel im Briefkasten schrak ich zusammen, ob das die Kündigung von seinem Arbeitgeber ist. Ich hatte gehortet, was wir brauchen könnten, ich gab Kleider an Hilfsorganisationen. Die Miete, die ich für die Aufbewahrung zahlen müßte, ist teurer, als Neues im Sonderangebot zu kaufen. Zecken am BlutIch habe eine Arbeit kriegen sollen, es hätte ihn entlasten können, aber dann sagte einer, daß der, der das angeboten hatte, gesagt hatte, daß er mir damit den Mund stopfen will, weil ich dann untertan bin und alles, was ich nach außen hin sage, von ihm erlaubt sein muß, ich hatte das als Kind in der Schule gelernt, daß ich, wenn ich kritisieren will, Vorschläge zufügen muß, wenn ich kein Feind sein will, den man ausrotten muß, weil er ein Feind ist, und sagte, daß ich nur reden werde, was ich durchdacht habe, aber er sagte: Jeder Verbesserungsvorschlag ist eine Beleidigung, weil er unterstellt, daß ich nicht alles durchdacht habe, ich grübelte, wie ich mich gegen die Vergasung von Juden und Zigeunern hätte wehren können, Du bist schuldig, wenn du geschwiegen hast, sagen sie, ´Sie nageln mich zu, wenn ich rede´, ich ließ mich nicht entgeistern, deswegen habe ich die Arbeit nicht geKrIEgt, wenn ich dann so enttäuscht war, daß der Kopf fast auf dem Boden hing und die Welt verkehrtherum ausgesehn hätte, wenn ich hingeguckt hätte, trank ich zur Entspannung Sekt, der dann gleich ins Hirn tropfte, es klang gut, auf der Bordsteinkante zu sitzen, Ich trinke neben der Gosse Sekt! statt zu verzweifeln, weil das, was ich erlebe, nicht in der Zeit vor der Revolution ist, ‘Das ist jetzt die beste aller Welten’, Ich habe das System, in dem ich leben mußte, fast vergessen, weil das Gehirn so ist, daß es die Bedrohung von dem, was ist, erkennen will, weil das Vergangene nicht mehr gefährlich scheint. ich gehe spazieren, um Schmetterlinge zu suchen, aufspießen will ich sie nicht, ich muß also immer wieder losgehn und bin damit beschäftigt und froh, daß ich beruflich nicht an ein Gängelband gekommen bin und wie ein Hund Kinder beißen müßte, wenn der Chef, der mich zu ´Wohlstandsmüll´ erklären kann, den sie in Müllpressen und Müllverbrennung stecken, damit alle Energie rausgeheizt ist, wenn er zur Erde zerfällt, es befiehlt, dafür bin ich marschiert, obwohl ich zwischen fremden Menschen nervös bin, als könnte zwischen ihnen etwas geschehn, das die Lebensart verändert, ich wollte nicht mehr abhängig sein von den Leuten, die gierig nach Macht und Geld sind, und gehofft habe ich, daß sie ausgetauscht werden gegen die, die zuhören, bevor sie entscheiden, es fehlt oft Information, Menschen hatten sich auf Schienen gesetzt, der Zug fuhr zwischen sie, die, die das überlebten, wußten nicht, daß der Lokführer den Zug nicht vor ihnen zum Stehen hätte bringen können, sie brachten den Lokführer um, ich weiß nicht, wie sich die Politiker informieren, um keine Fehlentscheidungen treffen zu müssen, wenn sie neben dem Abgeordnetenjob sogar noch in Nebenjobs sind, ich habe an meinem Mann gesehen, wie anstrengend es ist, in einem Volltagsjob zu arbeiten und an Kinder zu denken, Ich kaufte mir einen Petticoat, er erinnert an Kindheit; er ist lang, wenn die Beine momentweise müde einknicken, fällt es nicht auf. Die Kinder kriechen unter ihn, wenn sie sich verstecken wollen. ich ließ das Meerschweinchen frei laufen, weil ich die Wände um es nicht ertrug, und wollte die Kacke wegkehren, aber es fraß die Tapete ab, wir kachelten die Wände über der Scheuerleiste, das war die Übung fürs Kinderkriegen, wenn ich hätte sagen können, das ist ein Job, der uns ernähren kann und ich muß keinen anderen suchen, hätte ich gern viele Kinder, aber sie geben nur Arbeitslohn an die Kindergärtner und Lehrer, weil die unter Kontrolle sind, man braucht als Mutter zusätzlich einen Job, damit der Mann nicht erpreßbar ist, in der Angst, den Job zu verlieren, und wenn der Mann weg ist, ist die Frau erpreßbar, ich könnte mich im Kampf um Menschenwürde krepieren lassen, aber nicht die Kinder, weil das Krepieren dann sinnlos ist, wenn man Kinder hat, ist man erpreßbar. Ich kann nichts tun, damit die Welt für sie besser wird. Wir gehen in die Wanne und planschen. Honig und Milch ins Wasser, ´Schlaraffenland´, es brennt nicht in den Augen, die Umgebung schmeckt süß. Übers HimmelskreischenDie, die Geld haben, haben ein Recht, faul zu sein und müssen nicht gegen das Gewissen arbeiten, die, die kein Geld, aber Kinder haben, sind erpreßbar, wir dachten aus, eine Sparkasse zu überfallen, man könnte die Polizei blockieren, in dem man Unfälle auf den Zufahrtsstraßen organisiert und durch unterirdische Kanäle zum Fluchtauto flieht, die Strafe, falls man diese Spielart, sich im Wahnsinn der Gesellschaft einzurichten, verliert, ist hoch, ich würde einen Teil des Gewinnes für Wohltätiges spenden, für Mütter und Väter, die ihre unschuldigen Kinder nicht an der Armut teilhaben lassen wollten und keine Unfallversicherung abschlossen, um sich von einem umstürzenden Schrank mit Absicht die Beine abquetschen zu lassen, um den Haushalt sanieren zu können, und wegen Schulden, die die Kreditangebote verursachten, gequält sind, die Regierung ist auch verschuldet und kein Gerichtsvollzieher droht, ich würde den Müttern und Vätern nicht die Schulden bezahlen, aber einen Musterprozeß führen lassen, der den Kreditunternehmen Schuld zuweist, aber die Richter sagen, daß man eine Frau nicht anfassen darf, auch wenn sie mit den Brüsten und dem Hintern vor dem Blick wedelt und man ist schuldig, wenn man das aufgedrängte Geld angenommen hat, ohne einen Raub, könnte ich die Rechtsanwälte, um einen Protest zu versuchen, nicht bezahlen, wenn es schief geht, wäre es eine politische Demonstration gewesen und ich ein politischer Gefangener, ich würde eine Bank neben einem Brillenladen ausrauben, damit ich mir Haftschalen gekauft haben kann, bevor sie mir Handschellen anlegen, weil ich mit dieser Brille nicht in die Zeitung will, ich befestigte sie mit Brillenband, damit sie mir bei einem Zusammenprall nicht runterfallen kann, wie das schon einmal war, das Glas ist nun an der einen Seite ein Stück abgesplittert, Geld für ein neues hatte ich nicht auch noch, moralisch ist viel zu entschuldigen: wenn einer an einem Stand auf dem Markt geklaut hat, stand er dort und konnte die Neugier von den andern, die da langgingen, wecken, die dann kaufen, es war also Werbung, die sonst gut bezahlt werden muß, die eine von uns hatte sich zurecht gemacht, so daß sie aussah wie ihre Freundin, das Foto hatte sie in ihren Paß geklebt, sich Geld geborgt und Reiseschecks machen lassen, als verloren gemeldet, Schadenersatz geKrIegt, die andere hatte die Zettel im Ausland eingetauscht, sie hat es erzählt, aber im Gefängnis ist sie nicht, es hat sie niemand denunziert, ich habe gefragt: Hast du schon geklaut?, auch die anständigen sagten Ja, die Frau, die mich die Fußböden sauber machen läßt, die ihre Kinder, die ich Göhren nenne, bekleckern, hat gesagt, daß sie wegen der Gerechtigkeit einen Knopf, der teuer war, bezahlt hat, den anderen, den sie auch mitgenommen hat, nicht, weil so die Preise ehrlich gewesen sind, das fand ich mutig, daß sie mir das sagte, weil ich das bei ihr auch tun könnte, daß ich Gerechtigkeitsgefühl durchsetze, andere Leute sind durch Schlupfgänge ins Theater oder in Museen, die Armen sind nicht so, daß sie keine Sehnsucht nach anderen Geschichten und Bildern haben, als die, die sie im Fernseher ertackern könnten, Die Armen müßten sogar gesünder als die Reichen leben, weil sie nicht so viel Geld für den Arzt haben, aber die Mehle und Gemüse, die nicht so verseucht sind, sind teuer, ich esse brav die billigsten, wir können nicht essen, was wir wollen, obwohl es rumliegt, wenn ich nicht kriminell werden will, es ist gefährliche Arbeit, die sie tun, wenn sie Brote und Säfte gestohlen haben, können sie Wiederholungstäter genannt werden, und falls sie es nochmal tun, müssen sie so lange hinter Gitter, als hätten sie einen Menschen abgeschlachtet, diese Warnung sah ich in einem Fernseher, als ich gerade in einem Kaufhaus war, weil ich im Museum hätte Eintritt bezahlen müssen, manche machen das Klauen wie ein Theater, mit dessen Hilfe man kämpft, sie wissen, daß der Verfolger zuschaut: Mit der einen Hand zaubern sie Akrobatik, damit er hinguckt, mit der anderen klauen sie Hundefutter, weil die Tiere, die sie als Vertrauenspersonen haben, sonst aggressiv werden, für Hunde gibt es kein Sozialgeld, auch wenn sie die Familie ersetzen, weil man auf den Hund gekommen ist, ich sah, wie einer seine Jacke in der Kaufhalle aufmachen sollte, er hat gelächelt, gesagt: Das ist zuviel, sich umgedreht und auf die Bretter geräumt, der Fänger stand erstarrt, weil es so viel war, Ich bitte Sie, mir nicht böse zu sein, ich habe kein Geld und Hunger, ich werde nicht wieder kommen, denn Sie sind ein guter Detektiv, ich war gerührt, weil der Dieb hübsch war, nicht dumm aussah, ich hatte nichts bei mir, was ich ihm hätte verschenken können, er hat mir erklärt, daß er den Ärmel von der Jacke, die über die Schulter hing, unten zugenäht hatte, und daß er keine Menschen bestehlen würde, nur die Kaufhäuser, von denen die Chefs Millionäre sind, ich darf das nicht, weil ich politisch sein will, ich muß so leben, daß niemand sagen kann: Die war Dieb und Betrüger! Der darf man nicht zuhören, der Fernseher war an, da sagte ein Mann in einer Gesprächsrunde, in der nichts gespielt schien, daß ein Mann einen Friedenspreis erhalten habe, der in einem Roman einen Mann beschrieben hat, der den Mülleimer nicht regelmäßig runterträgt und damit den Abfall nicht gleich weit von sich weg zwischen die anderen kippt, sich nicht täglich wäscht und auch den Dreck in den Sachen nicht so schlimm findet, weil der Staub doch Erde ist, und die Kritiker waren einstimmig, daß man so einem Menschen nicht vertrauen kann, wenn er im Text noch träumt, er wäre Minister und über Frieden redet, sie sagten, daß alles Unglück daraus gekommen ist, wenn diejenigen Politiker wurden, die nicht sauber und ordentlich im Leben gewesen sind, ich habe am Schlußbild gesehn, daß das keine Werbung für Waschmittel war, ich habe mir die Fingernägel mit den Fingernägeln sauber gepult, damit es keine Vorurteile gegen mich geben kann, Ich kaufte einen Kaktus. Die Blüte ist aufgeklebt. Sie schließt sich, wenn es kälter wird. Es hat mich versöhnt, daß ich genausoviel bezahlt hätte, wenn ich das Künstliche mit Absicht gekauft hätte. Ich fragte mich, warum ich das Natürliche will, obwohl das Künstliche länger hält. Ich sah auf dem Friedhof, daß auch das Künstliche verwest. ich ruhte mich von den Ängsten und Sorgen in den Liebschaften aus, wenn ich aufgestanden war, wartete, daß das Wasser für den Kaffee kocht, küsse ich in die Luft, falls mein Mann nicht da ist, sage Liebster oder Ich liebe dich, wenn ich durch die Straßen zwischen fremden Menschen laufen mußte, redetete es in mir: Ich liebe ihn so sehr, ich erklärte einer Person in mir, daß und warum ich das so tue und auf die Frage, ob ich nicht etwas an ihm zu bejammern hätte, sagte ich: Daß er einen Chef haben muß, aber wenn er Staatssekretär geworden wäre, hätte er noch weniger Zeit für mich, sie hätten mich nicht seine Sekretärin werden lassen, obwohl wir Vertrauen zueinander haben, sie wollen nicht das Familiäre, sie wollen den Neid und die Überwachung, ich hätte nicht selbständig in der Politik arbeiten können, weil ich in keine Partei will, um nach außen hin nur noch fremder Meinung zu sein, in Seilschaften aufzusteigen und nach unten rollen lassen zu müssen, was im Weg ist, das ein Mensch sein kann, und wenn ich mich auf den Marktplatz stelle, schreie, Wählt mich, ich bin so toll für euch, wäre ich schon zerstört, weil, wenn man schreit, nichts beobachten kann, ich will aber auch nicht studieren, den Verstand davonlaufen lassen, als Ankläger Staatsanwalt sein müssen, als Rechtsanwalt nur Verteidiger sein können, ich hoffe, daß das eine Warnung wird, daß ich und andere niemanden mehr wählen und uns nicht erpressen lassen: Wenn ihr mich nicht wählt, wählt ihr Schlimmeres, sagen sie, davor sollen sie Angst haben, sie bereichern sich aus Steuergeldern, die sie von dem Arbeitslohn und den Preisen noch einmal kassieren lassen, sie erlauben nicht, daß überprüft werden kann, ob sie unrechtmäßig Gelder erhalten, weil das eine Unterstellung sei, während ich Scham habe, ins Sozialamt zu gehen, sie dürften in meinen Sachen wühlen, um ein Anzeichen von einem Menschen zu finden, den sie erpressen könnten, für mich Geld zu zahlen, und auf meine Art auch Politik mache, in den Momenten, in denen ich die Staatsleute hasse, kann ich mir vorstellen, eine Frau zu werden, zu der sie kommen, um sich auspeitschen zu lassen, ich würde das so tun, daß sie nicht rauskönnen aus dem Schuldbewußtsein, für das sie sich mit den Schmerzen Entschuldigung erkaufen wollen, sie lügen, bis sie die Wahlstimme wie einen Freibrief in den Händen halten und tun, was sie wollen, man hat gesetzlich kein Recht, sie von den Posten zu kippen, selbst wenn man nachweisen könnte, daß sie mit Absicht gelogen haben, ich putzte das Fenster und war Zeuge, daß sie lügen wollen, um einen Job im Parlament kriegen zu können, sie bieten ein Wahlprogramm wie eine Ware an, der Wähler stimmt zu und kann nichts einklagen, wie das bei anderen Verträgen ist, sie werden mit meiner Stimme nur ein paar Mark verlieren, die sie von Steuergeldern als Wahlhilfe krIeGen, doch weil Machtkampf ist, werden Männer zu reden anfangen, die Unbestechlichkeit und Anständigkeit fordern, ich hoffe, das haben sie aus der Geschichte gelernt, vielleicht haben sie ihren Großmüttern nicht zugehört, und man muß am Ende Bomben gegen einen Diktator basteln und endet am Fleischerhaken, damit jeder sehen kann, daß man zum Tier erklärt ist, wenn man seinen Instinkten von Menschlichkeit folgt. Früher kümmerte ich mich um Politisches. Ich wollte ehrlich reden, niemanden gefährden, nicht erpreßbar sein. Ich bestellte gestern, um Geld sparen zu können, Zeitungen ab. Ich lese im Warteraum des Zahnarztes über Liebe, Haß, Krieg. Die Bilder sind bunt. Ich könnte sie gedankenlos ausschneiden, auf Papier kleben, Märchen für Kinder ausdenken. So ist das LebenIch kann mich gelegentlich nicht leiden, weil ich nur Mahnen und mit Verzeihen strafen will, es ist das in ziemlich sicher auch wegen der Angst, daß es mir schlechter gehen wird, wenn ich das sein lasse, daß ich mir sagen kann, ich bin so anständig, ich bin an nichts schuld, wenn aus mir etwas anderes geworden wäre, wäre ich nicht mehr moralisch, und dann bin ich stolz, keiner kapiert das, daß ich in der Kloake sitze, die Nase fast nur ein bißchen draußen, und sage, wie anständig ich bin, manchmal denke ich, schlechter kann es im Knast, falls ich mich aus der Anständigkeit entlasse und abrutsche, nicht werden, mit Männern habe ich zur Zeit nicht viel, weil man schon nicht mehr richtig küßt aus Angst vor Seuchen, die Schutzschicht aus Gummi, die man in sich tun soll, da ist nichts Natürliches mehr, wenn danach kein fremder Geruch zwischen den Beinen ist und nur Angst, daß verseuchtes Samenwasser an ein Schamhaar gelangt ist und nun mit Schlängelbewegungen in den Bauch kriecht, Frauen gibt es im Gefängnis, ich müßte anders fühlen, vor Jahren zog ich mit einer durch die Straßen, auch in die Schwulenkneipen, weil ich gerade in einen, der wie ein Mann aussah, verknallt war, sie war vollbusig und ich ein wenig hager mit schwarzem Hut, da wäre es mir nach einer Weile nicht unangenehm gewesen, wenn ich sie an der Brust gestreichelt hätte, wir waren vertraut geworden, wir taten es nicht, nur wach haben wir gelegen, und später hat sie gesagt, daß sie es gern gehabt hätte, da war das Verlangen vorbei, weil ich einen Mann, der mich erregen konnte, zum Greifen hatte, es macht aber Hoffnung, daß die Liebe zwischen mir und einer Frau sein wird, wenn sonst Einsamkeit ist, Eine Frau rief mir vom Balkon zu, sie sei am Ende. Ich will nicht mehr unbezahlt arbeiten, aber ich stieg Treppen nach oben, klingelte, ein Mann öffnete, ich ging an ihm vorbei und setzte die Frau auf einen Stuhl. Auf dem Tisch lagen schachtelweise Medikamente. Sie sagte, daß sie seit einem dreiviertel Jahr so krank ist, daß sie ins Krankenhaus mußte. Sie sei in einer fremden Stadt gefunden worden, ohne daß sie hätte erklären können, wie sie hingekommen sei. Ich sagte nach einer Dreiviertelstunde, daß sie gesund ist, daß ihr Körper ihr sagen will, daß sie kündigen soll. Sie flüsterte nicht mehr, ihr Blick verlor Unstetigkeit, sie stand auf und sagte: Ich sage es noch heute meinem Mann. Er hat Angst, daß wir uns den Garten nicht leisten können, wenn ich kündige. mit Zuhältern und so war nichts, manchmal ärgerte ich mich, weil ich mir nichts bezahlen ließ, aber ich bin froh, wenn ich verliebt bin, weil dann das Leben gründlicher ist, so daß ich eher Geld gegeben hätte, damit es dem Mann gut gehen kann, später habe ich gemerkt, daß das keiner war, den man es so unbedingt hätte besorgen sollen, ich habe mich trotzdem nicht geärgert, daß ich mich betrogen hatte und für momente glücklich gewesen war, die anderen Menschen spielen Lotto, obwohl nur gewonnen werden kann, was nach Abzug von Provisionen und Steuern eingezahlt worden ist, nur den einen aber hätte ich mehr verwöhnen sollen, er war am Anfang so, daß er mir auf der Straße gesagt hat, ich hatte ihn noch nie mit Absicht gesehn, daß er geträumt hat, daß ich auf ihm tanze, er hätte mich tanzen gesehn, ´Von dieser Idee, Tänzerin zu werden, scheine ich, nach dem Rollstuhlleben, nicht loszukommen!´ und daß er mich zwischen Spiegeln rundum sehen möchte, er hat mich dann angeguckt, als habe er Angst, und gefragt, ob ich ihm nun böse bin, ich sagte: Nein, weil er ehrlich war, daß er ein Betterlebnis will, und ging weiter, danach war es nicht nur ein flüchtiges Abenteuer, es endete hart, er ist tot, und ich starre die an, die leben, der eine war Arbeiter in der Fabrik, er ging abends nach Hause, er muß jetzt bleiben, weil er keine Wohnung mehr hat und in kein Obdachlosenheim, in dem die Armen die Armen bestehlen und der Einlasser der gnädige Herr ist, will, er klebt Etiketten von Likörflaschen auf Weihnachtskugeln, damit er ein Künstler und kein Verlierer ist, er kaufte das Gesöff, das er in der Fabrik als Arbeiter gebraut hatte, auf und säuft, der Likör betrügt, weil er eher nach Marmelade als nach Alkohol schmeckt, er läßt sich betrügen, ich kann Alkoholiker nicht ausstehen, weil sie einen Blick KRiegen, der zum Kotzen treibt, da ist Schwappliges drin, ich hatte mit ihnen Verabredungen, sie konnten sich nicht erinnern, ich kenne aber auch Leute, die saufen, und man weiß es nur, weil man sie mit Gläsern in der Hand stehen oder sitzen sieht, wenn man hinschaut, stellen sie es ab, als wäre es gar nicht aus Notwendigkeit, andere kippen das Zeug rein, wenn man es sieht, damit man hingeht und sie ablenken will, zeitweise hatte ich eine Flasche bei mir, damit ich mich irgendwo, wo Leute heiter wirkten, einladen konnte, ich schäme mich, wenn ich in eine Straßenecke kotzen oder rumwanken muß, obwohl das Trinken ist, weil man merkt, wie die Sinne schwinden, aber es gelingt mir nicht, besinnungslos und schamlos zu werden, am Morgen ist dann noch mehr Strafe, der Mann sagte also: die Reichen saufen auch, aber sie können sich viel an Lebenssicherheit kaufen, ich schlucke Magnesiumtabletten, damit mich ein Kater nicht vor ein Auto laufen läßt, Wir zogen in eine Wohnung, weil die Miete billig war. Als wir sie renoviert hatten, erhöhte der Vermieter die Miete um zwanzig Prozent. Er sagte, er habe ein Recht darauf, daß wir nicht nur die erhöhte Miete bezahlen, sondern ihm auch die Zustimmung geben, er drohte, sie gerichtlich einzuklagen. Ich dachte an die Zeiten der Inquisition, in denen Menschen gefoltert worden waren, bis sie dem Vorwurf zugestimmt hatten und verbrannt werden durften. Vor der Revolution hatten wir Angst vor Spitzeln und Denunzianten, wir waren naiv, als wir ihm vertrauten. das ist ´Auswahl von Lebenswertem’, wenn man viel Geld hat, mein Vater hat viel im Auftrag von anderen gearbeitet, er wurde nicht reich, diese Rechtfertigung wer viel arbeitet, kann gut leben ist also gelogen, er hatte den Gerechtigkeitssinn nicht in der Familie, er sagte, daß die Frauen durch Inzucht, weil sie sonst nicht geheiratet worden wären, dumm sind und dem Mann dienen müssen, wenn ich widersprach, hat er mich vor die Tür gesetzt und hinterhergeschrien, daß mich kein Mann heiraten wird, wenn ich nicht lernen will, dem Mann nicht zu widersprechen, als Kind haßte ich Männer, weil ich sie nur als meinen Vater und von Erzählungen kannte, wir waren in der Schule zwischen Jungen gesetzt, aber die nahmen mir die Federmappen weg und stocherten mir mit dem Bleistift unter den Rock, ich mußte mich mit ihnen prügeln, um ihnen menschlich nah sein zu können, ich wollte sie verführen und vernichten, seine Ansichten über Frauen hätten ihm in der Wirtschaft nicht schaden können, dort aber hat man gut über ihn geredet, doch sein Auto war oft so abgefahren, daß ich Angst hatte, daß es während dem Fahren zerfällt, ich bin trotzdem eingestiegen, weil ich ihm zutrauen konnte, daß er zuverlässig fährt, er hat nicht viel Geld verdient, weil er im Geschäftlichen so unfähig ist wie ich, nur daß ich will, daß Vertrauen zwischen mir und den anderen ist, ich bitte, daß sie nicht lügen, auch wenn ich es nicht gleich ertragen kann, aber später bin ich froh, daß ich weiß, was sie denken, er reagiert hingegen anhaltend zornig, wenn man ehrlich zu ihm redet und ist enttäuscht von denen, die nicht ehrlich redeten, als wären sie nicht mitleidig sondern Betrüger gewesen, man kann sich immer einfallen lassen, was Menschen hinterhältig gewollt haben, wenn sie schmeichelten, weil Ehrlichkeit bestraft wird und das ängstlich stimmt, Die Alkoholiker pissen ins Haus, weil sie auf der Straße Strafe zahlen müßten und pissen müssen. meine Mutter würde sich grämen, wenn in der Liebe nach außen hin nicht alles seine Ordnung hat, ich sage brav Ich liebe dich, wenn ich mit einem Mann nackt bin, ich habe mir das geglaubt, nur geärgert hat mich, daß ich nicht jedesmal andere Worte hatte, daß es mir nicht wiederholt vorkommen mußte, ich fühle mich in mir geborgener, wenn ich denke, daß sie, die in meinem Erbgut gefangen ist, sich meiner nicht zu schämen braucht, Zu den Behörden mußt du ganz schick gehen, ich war wütend, ich konnte sie manchmal nicht riechen, weil sie sich Pasten ins Gesicht schmierte, aber jetzt tue ich das, seitdem ich das Schminkzeug von ihr geerbt habe und nicht in den Müll werfen konnte, obwohl das im Sozialamt dumm sein muß, nicht abgehärmt auszusehen, sich nicht blau auf die Backen, schwarz unter die Augen gerieben zu haben, sondern Rot auf die Lippen, sie kommen einem dann nicht zu nah, weil sie nicht das Rot an der Haut wollen, als Zeichen, daß sie zu nah gekommen sind, ich lege den Schmuck der Vorfahren wie ein Panzerhemd an, ein bissel Trotz braucht man, weil meine Mutter ein Stück in mir weiterleben soll, sie hatte gesagt, daß, wenn sie noch einmal jung wäre, anders leben würde, bevor sie tot war, hatte sie gelächelt und zum Vater gesagt: Weißt du noch, ‘Geh zum Teufel!’ hast du gesagt, ich habe gesagt: ‘Da bin ich ja schon’, sie wollte von seinem Feuer nicht weg, weil es lebendig wirkt und wärmen kann, obwohl sie empfindsam war, weil sie den Putz von den Häusern blättern hörte, wegen den Schutzschichten war er kein Brunnen, sie trocknete aus und flog auf, sie hatte gewollt, daß wir am Abendbrottisch zusammen sitzen, ich rannte, um pünktlich zu sein, es hat ihr nichts genutzt, daß ich ihm zeigte, daß ich sie liebe, sie hatte mich darum gebeten, ihm zu sagen, daß sie die beste Frau für ihn ist, Ich habe nur dich sagte sie und ich hatte das Gefühl von Versagen, als ich noch ein Kind war, ich habe die Mutter und meinen Mann in Splittern von Erinnerungen in mir, ich tue mir an ihnen weh, es hält wach, sie müssen mit mir, wohin ich auch gehe, "Wohin du gehst, will auch ich gehn", hatte ich gesagt, eine Wohnung hätte ich bei ihnen noch, in die ich kriechen könnte, Wo ich bin, ist auch Platz für dich, hatte Mutter gesagt, das habe ich geträumt, ich hätte so etwas wie einen Bunker, in den ich fliehen könnte, wenn es Pech zu regnen scheint, in ihrem Grab wäre Platz, das ekelt an, Jammern, Klagen, weil das Zeug in mir klagt, weil ich darüber klage, daß ich klage, dann kommt der Punkt, an dem ich mir von irgendwoher Schlaftabletten erbetteln will, damit ich still werde, und mich nicht vor mir ekeln muß, wie sie das zuletzt zuviel vor sich getan hat, oder ich ärgere mit Ehrlichkeiten Leute, bis sie nach mir schlagen wie nach eine Fliege, die ihnen anzeigt, das sie Verwesungsgeruch an sich haben und die dann humpeln muß, ‘Nun hast du Grund zum Flennen, jetzt kann es dir nur noch besser werden’. Ich will ein Haus mit Gras auf dem Dach. Es soll Heizkosten senken, im Sommer kühlen, Staub auffangen, Lärm dämpfen. Ich sah ein verfallenes, Ich will hier wohnen. Die Tür quietschte. Die Wohnung dahinter hatte Holzdielen, an den Decken hing Stuck. Eine Wand war rausgerissen, Teile stehengelassen. Willst du hier wohnen? Ich würde Spiegel aufhängen, Teppiche auslegen, Pflanzen hinstellen, Aber das kannst du zu Hause, Sie werden die Miete immer wieder erhöhen. Es ist ein Schutz, wenn man ein Haus hat, Wenn sie eine Straße vor dein Haus bauen lassen, mußt du sie bezahlen und bist enteignet, wenn du nicht zahlen kannst. Die Sonne wirft Schattenich habe darauf gewartet und nebenbei einen Teil von der Geschichte mit der Frau aus den Zeitungen geKrieGt, das ist wie eine Verschwörung, wenn man etwas weiß, die anderen nicht, ich werde das, was ich von dem Alten, der da rumgeschrien hat, daß es, wenn sie, die seine Tochter ist, den trotzdem heiratet, obwohl sie blind ist vor Liebe und nichts sehen kann, was der für ein Ganove ist, das Todesurteil von dem jungen Mann ist, und verstoßen hat er sie auch noch und gesagt, daß sie seinen Namen nicht mehr beschmutzen darf, er hat das so gesagt wie mein Vater, ich werde das, was ich von dem Alten in einer Seitennische von der Fabrik gehört und gesehn habe, an eine Zeitung vergeben, davor hat er Angst, daß er in den Skandal kommt, deshalb sollte sie seinen Namen nicht mehr benutzen, weil der Mann, auf den er schimpfte, nach dem Heiraten so heißen würde, und wenn er den bemeckern ließ, daß er nichts taugt, geil ist, weil er jeder Frau unter den Rock greift und süchtig nach Kokain, weil er immer so schrill lacht, wäre immer sein Name dabei, die, zu denen die Väter so sind, müssen zusammenhalten, ich weiß keine Zeitung, die nicht abhängig von ihm ist, weil er der Zeitungskönig sein soll, ich war bei dem, der der Feind von dem Alten sein müßte, weil er die Tochter nicht heiraten durfte, er sagte, daß er mit dem Greis inzwischen zusammen ißt oder ist, und dann hat er mich angesehen wie einer, der sich denkt: ´sonst bin ich wie du´, ich hatte ihm vor die Füße spucken wollen, aber ich lächelte leicht verkrampft, und er sagte, daß ich trotz der Lumpen, ‘Lumpen’ hat er nicht gesagt, aber daß ich nett aussehe und vermutlich viele Verehrer habe, ich dachte, daß er aufstehen wird und mir einen Klaps zwischen die Beine geben, weil er ein Schweinsbeutel zu Frauen sein soll, nein, das war der andere von ihren Männern, das habe ich in der Zeitung gelesen: der war pleite, da hat er gesagt, daß er das in Wirklichkeit nicht ist, weil alle Bürgschaften auf den Namen seiner Frau laufen und sie Gütertrennung vor der Hochzeit vereinbart hatten, da hätte der Vater gegen diesen Mann Recht gehabt, der andere hatte auch keinen guten Charakter, daß er sich mit einem Posten bestechen ließ und mir nun sagte, daß ein Mann wie sein Chef keinen Mörder kaufen würde, weil er jeden mit Worten in den Selbstmord treiben lassen kann, was kein Strafbestand sei, und daß die Beweise, falls ich sie hätte, gefälscht wären, ich fürchte, er hat dem Alten verraten, daß ich das, was ich in der Fabrik gehört habe, verkaufen wollte und daß er so anständig war, es nicht zu benutzen, aber daß ich das Material haben und jemanden finden könnte, der das druckt, das machte ein Verfolgungsgefühl, wenn ich einen Schatten sehe, Rascheln höre, habe ich Angst, daß ein Messer nahe am Hals ist und lege die Hände als Panzer um ihn, ich stolperte, die Hände schlugen zum Boden, um mich nicht mit dem Gesicht aufstürzen zu lassen, der Schutz am war Hals weg, wenn man stürzt, ich sah eine von den Zeitungen liegen, trat mit Absicht darauf, die dadrin beredet sind, sind berühmt, wenn sie nicht da drin besprochen wären, würde ich sie nicht kennen, einen Momentlang war das gut, aber dann war die Angst, ich höre das noch, wie er das zu dem Mann gesagt hat: Sie wissen nicht, wie reich und mächtig ich bin, ich werde Sie vernichten, ich wäre in den offiziellen Papieren, Suchmeldung, ein Foto daneben, ich soff und hatte am nächsten Morgen ein Gesicht, das aufgedunsen und fremd aussah, ´wie ein Kochtopf´, dachte ich, ein alter Mann hatte mich fest gehalten, Pfennige geworfen und mit Bauchstumme, die mich auf seinen Mund starren ließ, gesagt, daß ich eine Religion verkörpern soll und ein Gefäß bin, das viele Menschen ernähren könne, wenn ich das Feuer, das mich aufheizt, nicht zerstörend werden lasse, so daß ich mir sagen mußte, daß ich gegen das Rassistische in der Welt sein muß, weil es gegen mich sein kann, ich bin zur Demonstration gegen die Ausländerfeindlichkeit gegangen, habe Reden gehört, daß ich anständig und nett sein soll, die um mich sahen alle anständig und nett aus, ich hatte keine Schuld im Gedächtnis, über die ich hätte grübeln können, das machte einen Verdacht in mir, denn die Kirche will auch zum Beweis, daß man ein guter Mensch ist, daß man ihr Geld bezahlt, Ein schlechter kommt nicht in den Himmel, es kam keine spontane Rede aus den Lautsprechern, ich dachte deshalb, daß das eine Werbeveranstaltung für die Parteien ist, weil die Redner sagten, von welcher Partei sie sind, und daß es also wieder ein Mißbrauch von unserem Gewissen für Karrierezwecke ist, obwohl es jedesmal ist, daß ich still und beklommen werde, wenn ich Fotos von denen sehe, die totgemacht oder gequält wurden, über diejenigen, die meine Art auszurotten versuchen, will ich nicht nachdenken, weil das schwächlich ist, wenn man sich nicht wehren kann, weil man sich nicht wehren darf, wenn man nicht ausgerottet werden will, an einem Stand wurden Kerzen verkauft, sie haben sie mir angezündet und gesagt, daß ich sie in drei Minuten ausmachen muß, weil das im Programm so vorgesehn ist, ein Kind hat mich angeschrien, daß ich die Kerze ausblasen soll, weil die Glocken läuten und das der Zeitpunkt ist, ‘Das ist das Faschistische’, der Wind hat die Kerzen ausgeweht, aber ich und andere sind immer wieder losgegangen und haben sich Feuer von fremden Kerzen geholt, die Polizei hat es auf die Bürgersteige gedrängt, damit die Autos keine Umwege fahren müssen, ich fuhr mit dem Bus davon, als es zu regnen anfing, die Männer saßen, die Frauen standen, wenn die Männer arrogant über Frauen klatschen, kann ich das belustigt anhören, manche Frauen kommen aber aus ihrem Haus und reden in der Art, daß die Männer nur fürs Ficken gut sind und als Maschine, die Handwerksarbeiten erledigen muß, die mich gleich rumleierten, weil man eine Bohrmaschine mit den Händen und nicht mit den Füßen hält, die Beinmuskeln sind auch ohne Training stark, weil das Ich eine Reserve fürs Weglaufen haben will, plötzlich ist eine Mauer, die fest scheint, obwohl sie nicht zu sehen ist, man kann nicht auf die andere Seite, es sind Stacheldraht und Selbstschußanlagen drin, ich habe einzeln mit ihnen, die die Mauern zwischen Männern und Frauen bauen, geredet, die eine Frau sagte, daß die, die sie mit Denunziationen in ein Gefängnis aus Steinen und Eisen brachten, aus dem man nicht abhauen kann wie aus der Liebe zwischen Mann und Frau, nur Männer gewesen sind, ich wollte sie verstehen, ich dachte dann aber, wenn ein Ausländer seine Tochter hier erstechen darf, weil das dort, wo er früher lebte, Tradition sein soll, haben die anderen, die die Farbigen und Frauen quälen, auch Gründe aufzuweisen, es sind immer Sätze, die sagen, daß das, was getan wurde, richtig und gerecht ist, denn Unrecht will fast keiner tun, sie nehmen zum Beweis Strafen hin. Wir sparen auf ein Grundstück, um auf ein Haus sparen zu können. Ich will es Zimmer um Zimmer bauen, damit wir uns nicht verschulden müssen. Zuerst eine Wohnküche mit Bad. Ich will eine Mauer ums Grundstück ziehen, die Räume an die Mauer bauen, so daß ein Innenhof ist. Man muß drei Meter Abstand zur Grundstücksgrenze lassen, es macht den Hof klein. Die Wohnung ist eine zweite Haut. Ich bemalte Fensterscheiben mit transparenten Farben, es zeigt das Haus gegenüber bunt. Die Sonne wirft farbige Flecken ins Zimmer und läßt sie wandern. Wir kauften ein altes Auto, in dem wir schlafen können. Ich will singendie Armen freuen sich über die, der aufbegehren und schießen, wie das in den Märchen ist, daß das Böse mit Gewalt besiegt werden muß, ich sah es an dem Glanz in ihren Augen, als hätten sie die Rache in Fremdes gesteckt, wie die anderen ihren Neid in Gesetze fassen lassen, um unschuldig zu scheinen, das Leben ist hart, wenn man im Winter mit Decken ein Zelt in die Fabrikhalle bauen und am Boden schlafen muß, so daß das Leben in mir ängstlicher ist, aber der warme Atem durchs Tuch nicht wegfliegen kann, wenn Strom ist, haben wir eine Rotlichtlampe, das gibt ein Lästern, aber ich mag die Haut und das Papier von den Zeitungsrändern, wenn sie warmfarben sind, Seufzen und Stöhnen tue ich nach innen, weil einer in der Nähe stehen könnte, aber wenn das Blut zwischen die Beine kommt, ist man von einem Schlückchen Alkohol so übel gesättigt, daß ich sogar eine Banane oder Tee auskotzen muß, als ich dann aufwachte, jammerte ich, verkrampfte die Hände ins Kissen, trat mit den Beinen ins Deckbett, der Mann neben mir schob seinen Bauch an meine Füße, ‘Der macht sich Lust damit, daß ich leide’, Jammern macht Lärm wegen dem Hall, so daß es wie ein Gruselfilm mit Vergifteten drin scheint, ich weiß nicht, wohin mit dem, was die anderen ekelt, was stinkt, wenn der Zellstoff zu lange im Schlüpfer war, und das Blut macht den Stoff hart, wenn es rauslief und reintrocknet, das, was das aufsaugt, ist nicht umsonst zu haben, ich mache Zeitungspapier dazwischen, damit es länger dicht ist, die Tageszeitungen saugen das Blut auf, die Zeitschriften mit der Glanzschicht isolieren, Früher hat man Lappen genommen, hatte Mutter gesagt, aber die muß man sauber haben, und wenn das Klo nicht verstopft werden soll und ich werfe sie in die Büsche, denkt ein Spaziergänger, das dort etwas Ermordetes entstanden sein muß, wenn ich kein Kind mehr kRiegen werde, will ich das mit den Blutungen und die Kopfschmerzen, die den Mund verkrampfen, nicht jedesmal durchlitten haben müssen. Mein Mann sagte, daß er keine eigenen will, weil er mit Giftstoffen experimentiert hatte; ich wollte politisch nicht erpreßbar sein. Wir nahmen Kinder von Menschen in Pflege, die keine Zeit haben, sich um sie zu kümmern, sie sollten stundenweise bleiben, sie blieben über Nacht. Ich würde sie nicht mehr wegholen lassen. Manchmal denke ich, daß der Junge mir ähnlich ist, manchmal das Mädchen. Ich kann ihnen inzwischen Geschichten von ihrer Geburt erzählen. Sie sagen Mamuschka zu mir. Ich koche jeden Mittag so, daß jeder Bissen anders schmecken kann. Ich schimpfe mit dem Jungen, weil er Ausreden finden will, scheu, weil es seine Begabung sein könnte, Ausreden finden zu können. Ich will eine gute Mutter sein, nicht eine, die ihr Kind ins Krankenhaus gibt, weil sie Angst hat, den Arbeitsplatz zu verlieren. Meine Nachbarin hat das mit ihrem Jungen getan, der Junge hat danach nicht mehr gesprochen. Eis überm Seedie Billigläden sehen wie Rumpelkammern aus, die Verkäufer sind geschult, früher, als es nichts gab, waren sie belehrt, so zu reden, daß man denkt, daß sie das gleich bekommen, man muß nur geduldig sein, jetzt reden sie so, als müsse man alles aufkaufen, weil es gleich nicht mehr da oder teurer sein wird, oder sie schockieren mit Bildern von riesigen Milben, die ich auch mit der Lupe am Bettzeug nicht finden konnte, Georg hatte einen Panzerschrank aufgestellt, um Großpackungen aufbewahren zu können, so daß man selten in die Labyrinthe von Regalen muß, irgendwer hat den Schrank zerstört, nichts geklaut, so daß wir in Scham gerieten, bis sie uns später doch bestohlen haben, hungrige Hunde gibt es auch, deshalb fahren Georg und ich mit Fahrrädern auf eine Wiese vor die Stadt, wenn ich für uns kochen will, in der Fabrik schaut beständig einer über die Schulter und steckt Fingernägel wie Löffel und Gabelspitzen in den Topf, zwischen den Bäumen ist eine Schutzhütte, so daß man auf der Erde sein kann, auch wenn es regnet, wir wollten sie uns zur Wohnung ausbaun, als wäre der ganze Wald unser Garten, ich fühlte mich dabei reich, nur wenn Zäune, Verbotsschilder sind, nicht, oder Leute kommen, ich weiß nicht, warum das so ist, daß man das haßt wie eine Bedrohung, Georg fühlt das so ähnlich, wir grüßen höflich und lassen uns gelegentlich vertreiben, weil die Gesetze wie Schlagstöcke sind, jede Waldschlippe endet an einem Schießstand, wir wurden mit einem Gewehr bedroht und kontrolliert, ob wir keine Säge bei uns haben, aber ich würde keinen Schießstand ansägen und einen Mord riskieren, so lange mein Körper Fleisch fressen will, so daß ich froh sein muß, daß andere Mörder an Tieren sind, ich sage zum Trost, daß auch die Pflanzen Empfindungen haben, Es gibt Momente, in denen das Kindererziehen so anstrengend ist, daß ich sie zurückgeben will, aber ich beiße mir auf die Lippe, weil das wie mit einem Selbstmord ist, man kann es nicht ungetan machen. Ich sagte ihnen, daß ich sie adoptieren möchte, auch wenn ihre Eltern nichts an mich zahlen müssen, sie hat ausgesehen, als wäre sie himmlisch geworden, so verklärt war ihr Blick, er hat nachdenklich zugehört. Er wollte, daß ich Geld von seinem Vater fordere, Du wärst sonst dumm. Er hat Recht. ich will nichts besitzen, Besitz ist Ballast, wenn man frei sein muß, nur meinem Kind hätte ich Besitz sein wollen, es ist vermutlich so, daß ich das denke, weil ich es nicht habe bekommen können und noch immer traurig bin, daß, wenn ich tot bin, etwas ausstirbt, vielleicht rede ich deshalb soviel, ich lief eines Tages nackt und rotverschmiert durch die Halle, als hätte ich ein Kind verloren, an einer anderen Stelle hätten sie mich für verrückt erklärt, ich hätte auch dort der Polizei einen Künstlernamen vorweisen können, aber ich lief nicht aus dem Kunstraum, die ehemalige Fabrik ist ein Ghetto, das Hausrecht schützt, so daß drin mehr Freiheit ist als draußen, aber es gibt Tiere drin, die sich gegenseitig beißen, man muß sie schlagen, der eine Hund spielt mit der Hündin, sie ist klein, wenn er über ihr steht, bewegt sich sein Hintern, als wolle er in sie stoßen, sie ist zu klein, er denkt, daß er sie zwingen muß, Georg will kein Kind, Windeln, Geschrei, das von damals hätte er gern, weil es jetzt groß wäre und wir es überall mitnehmen könnten, für ein Kind ohne einen Vater habe ich keinen Mut, ich bin nicht stärker geworden, wenn etwas nervt, gehe ich weg, aber von dem Kind dürfte ich nicht weggehn, ich nehme nur ab und zu ein Meerschwein zwischen die Finger, lege es auf den Rücken, knuschele es und stoße Gurrlaute aus, als solle es mir das Babie ersetzen, ich mußte diese Art Ersatz rundum einsperren, obwohl er lebendig ist, weil Hunde streunen, eine Ratte konnte ich nicht wollen, weil sie die Grenze, bis wo sie Hausratte ist, in der kein Rattengift liegt, in der Fabrik nicht sehen kann, aber das Eingesperrtsein nicht erträgt, sie umklammerte die Gitterstäbe und sah so flehend zu mir hin, daß sie ein Abbild meiner selbst schien und ich sie nicht eingesperrt lassen konnte, auch wenn die Freiheit ein Todesurteil war, die Babies von Frauen, die älter sind, sollen krank und quenglig sein, eine Frau erzählte, daß ihrs blind, taub gewesen war, die Finger zusammengewachsen, die Ärzte hätten es an einer Maschine am Leben gehalten, sie hätte Unterhaltsgeld an die Klinik zahlen müssen, ich schlucke die Pillen dagegen, die ich in der Apotheke holen kann, der Arzt hat sie zur Therapie verschrieben, weil das Bluten manchmal so lange nicht kam, daß ich unsicher wurde, ob ich nicht schwanger bin, obwohl ich gar keinen Mann an mich rangelassen hatte, ich wollte jedesmal wissen, was los ist, und habe dem Mann nicht geglaubt, daß er das wissen kann, daß ich nicht schwanger bin, Es stand in der Zeitung, daß Ärzte Fehler machen, er wurde frech, Okä, ich bin verrückt, wenn ich einem wie Ihnen nicht gleich anstandslos glaube, sagte ich, aber mich macht das verrückt, wenn ich es nicht sicher weiß, weil ich obdachlos bin, manchmal Tabletten nehme, wenn ich nicht einschlafen kann, und dann liegt man wie tot und merkt nicht mehr, was mit einem geschieht, ich weiß am Morgen nicht, ob das mit dem Mann geträumt war, er sagte, daß das poetisch klingt und daß er manchmal auch Sehnsucht hat, er hat mir die Pillen verschrieben, ich muß nichts zahlen und mir nicht beständig zwischen die Beine greifen, ob ich die Knochen nicht mehr fühlen kann, weil es das Kind weich haben soll, ich nehme die Medizin so, daß die Zeiten mit dem Mond sind, und ihre natürliche Ordnung haben, in der das Blut fließt, wenn es draußen dunkel ist, ich habe zum Schutz immer ein Kondom einstecken, damit ich, falls ich vergewaltigt würde, bitten kann, daß es benutzt wird, ich muß das bezahlen, aber wenn ich Kinder hätte, müßte ich auch mit Geld für sie sorgen, obwohl die, die kinderlos bleiben, sich in der Zeit das Recht auf hohe Renten verdienen, die dann mein Kind für sie erarbeiten soll oder als Arbeitsloser beschimpft wird. Ich bin verheiratet, familienversichert, ich sage stolz, daß ich einen Sohn, eine Tochter habe. Es gibt Fotos, auf denen ich mit den Kindern dreckverschmiert zu sehen bin, weil wir in eine Höhle krochen. Ich ging in die Verkrüppelung, um nicht marschieren zu müssen, weil ich aus Protest tanzen will, wenn die Menschen um mich marschieren, ohne zum psychiatrischen Fall erklärt werden zu können, den sie mit Medikamenten abtöten könnten. Ich kroch aus dem Rollstuhl, ich laufe wieder. Es wäre absurd, wenn ich nicht glücklich wäre. Es steht anders geschrieben. Die Kuckucksuhr öffnete die Türich weiß nicht, wie das wird, wenn ich alt geworden bin und der Reichtum in meinem Leben nicht zunehmen kann, ich finde gern Reste von Geschenkpapieren, da sind Goldfäden drin, ich habe dunkle Sachen an, und wenn Goldfäden im Haar sind, sieht das erstaunlich aus, weil Trauer darin ist, Bequemlichkeit und etwas von Märchen, aber es ist nicht so, daß man in einem Freiort, wie die stillgelegte Fabrik scheint, nicht mehr hart arbeiten muß, es ist sogar schwieriger, weil keine Gerätschaft da ist und niemand daran denkt, daß die Tonne ein Papierkorb sein soll, sie halten sie vermutlich für ein Kunstwerk, es liegen da und dort Bananen- und Wurstschalen rum, verrotten und stinken vor sich hin, oder es pinkelt einer in die Ecke oder kotzt, das sind meist Fremde, wer hier lebt, macht das nicht unbedingt, obwohl das bei den Tieren so sein soll, daß sie um sich Urin lassen, damit das ihr Nest ist, weil die anderen sich ekeln, sie aber wissen, daß es durch ihren Körper gegangen ist, der Gast hat Gastrecht, solange er das nicht bösartig tut, sondern nur, weil er denkt, daß das hier wie Wildnis ist, in der man auch hinter den Baum kackt, man hat diskutiert, ob das eine Kunstaussage ist, wenn ein Gast neben das Klo kackt, ich will nicht der Pampel für die anderen sein, Wenn es dich stört, mache es sauber, und muß drin leben, ein fremder Mann wischte sich mit der Hand den Schweiß von der Stirn, sein Gesicht wurde schwarz gestreift, ich sah ihn eine Weile an, weil mir das interessant schien, aber dann geht man weiter und läßt sich nicht täuschen, es ist hinter Dreck nichts menschlicher, ich will Dreck nicht als Fahne, ich nehme Zeitungen als sauberen Fußbodenbelag oder als Kissen, die ich nebenher lesen, aufsammeln und in einem Blecheimer verbrennen kann, die Zeitungsartikel ersetzen das Reisen, ich mag das Kokeln, obwohl es beunruhigend ist, wenn Feuergeruch fliegt, es gab Brandstiftung, die dann zwar schöne Spuren hinterlassen hat, die Wände und Balken wurden eigenförmig, einige Brandlöcher haben Fenster verursacht, wo uns nicht der Gedanke hingekommen wäre, wir sehen und gehen hindurch, obwohl Wind durchpfeift und ein Feuer brünstig machen könnte, wir haben ein Warngerät, das aufkreischt, bevor der fehlende Sauerstoff uns erstickt, ein Funken Unruhe ist, daß ein Brandstifter es zerstört haben könnte, aber zur Zeit gibt es keinen Grund vor Anschlägen, die nicht nur aus Wut auf einen von uns sind, Angst zu haben, weil die Behörde froh zu sein scheint, daß sie einen billigen Flecken für uns hat, der für anderes erst von Gift befreit werden müßte, und keine Hotelkosten hat, damit die Armut nicht auf den Straßen rumliegt, die Behörden haben vermutlich ein paar Spitzel zwischen uns, vielleicht die, die Kokain verkaufen, ich hasse die, die behaupten, die Guten zu sein und deshalb das Schlimme vortäuschen dürfen, das dann als Wirklichkeit in die Presse kommt und eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme war, ich saß auf der Parkbank, da erzählte eine Frau, nicht weit von mir, so daß ich mich unauffällig in das Gespräch mischen konnte, daß in einem Mietshaus, in dem alles seine Ordnung hatte, auch Brandstiftung war, zum Glück war ihr Kind rumgestreunt, während sie im Büro arbeitete, das Kind hat gesagt, daß es, wenn das Feuer in der Wohnung gewesen wäre, in die Wanne gestiegen wäre, aber im Bad wäre der Rauch durch die Lüftungsschächte gedrängt, ich sitze in meinem Zuhause nicht in einem Zimmer, wo der Ausgang von Qualm versperrt wäre, der andere ist das Fenster, das hoch über dem steinharten Asfalt hängt, Ich könnte in den Fluß rennen, so kann ich mir Beruhigendes sagen, sie sagten, man muß immer Feuer, nicht Hilfe! schreien, damit jemand helfen will, weil das Feuer alle auffressen kann, wenn man in Bedrängnis ist, Mond schien. Es war auf den Wiesen so, daß Lust war, ein Wohnzimmer draufzustellen, als wir gegen Mitternacht nach Hause kamen, war der Fernseher heiß, "Ihr könnt nicht sagen, daß wir euch zum Betrügen gezwungen haben, ihr hättet die Filme auf Video aufzeichnen können." Wir hatten ein Fernsehschloß gekauft. Ich habe Angst, sie könnten einen Stromschlag bekommen, wenn wir den Fernseher abschließen und sie das Problem technisch zu lösen versuchen. ich gehe ab und zu zu Herrschaften, saubermachen, statt auf den Knien durch die Fabrik zu kriechen und Ärger zu bekommen, weil ich eine dreckige Wanne nicht für ein Kunstwerk halten würde, ich bekomme Geld und kann für Momente spielen, es wäre meine Wohnung und ich eine andere, auch wenn es mir unverständlich ist, dafür auf der Straße vor dem Haus Grashalme rausrupfen zu müssen, die ein Grün ins Grau drängen, ich kann heimlich meine Wäsche waschen, während die Frau Doktor beim Friseur oder zu einer Versammlung ist, ich nehme Zeug von den andern aus der Fabrik mit, die Socken von dem einen stinken, wenn ich Wäsche wusch, die Maschine öffnete, stank es säuerlich und verrottet, ich muß sie gesondert behandeln, und lasse in der Zwischenzeit Batterien von den Steckdosen aufladen, ich mußte das erste Mal sauber und unauffällig hingehn, damit sie mich nehmen wollte, das ist wie bei den Huren, daß man gefallen muß, um die Flecke in der Bluse malte ich Bildchen, aber die Arbeit hatte einer vermittelt, der zu Besuch in der Fabrikruine gewesen ist, der Mond schien und ich muß weiß und zart ausgesehen haben, so daß es ihn gerührt hat und er mir die Gelegenheit besorgte und mir vielleicht eine neue besorgen würde, falls die Frau mich rausschmeißen sollte, nur weil ich mich sauber halten will und es einfacher ist, Finger- und Fußnägel mit einer fremden Schere zu schneiden als sie abzubeißen, mit dem Taschenmesser wird die Zehwurzel wund, Scheren haben in der Fabrik zwei Beine und sind davongelaufen, ich muß mich auch ab und zu nackt vor einen großen Spiegel stellen, um zu wissen, ob ich mehr oder weniger essen muß, um schön auszusehn, in der Fabrik liegen Spiegelscherben, so daß man sich nur stückweise sehen kann, die Batterien brauchen wir für die Taschenlampe, weil im Dunkeln Geräusche sind, ich sehe dann Merkwürdiges zwischen den Ohren, bis ich die Lampe angeschaltet habe, ich hatte ein Feuerzeug, das hat Feuer und Licht, aber bei dem einen Mann war ein Unfall, weil das Gas ausgeströmt und in der Hosentasche explodiert, so daß ihm das Bein abgerissen worden ist, mit der Taschenlampe könnte ich sogar unter Wasser, ich senkte sie an einem Faden in einen Brunnen, unten ging ein Gang weg, vielleicht war es nur eine Delle oder ein dunkler Fleck, ich traute mich nicht, hinabzusteigen, obwohl ich mich sehnte, daß das Entdecken einen Zweck für die nächste Entdeckung hat, und ich wußte, daß ich die Luft anhalten kann, das hatte ich in den Schulstunden geübt, daß, wenn mich jemand töten will, denkt, ich muß bereits tot sein und läßt mich los, ich könnte zuschlagen oder wegrennen, ich überlegte, mich mit einem Stein in den Schacht fallen zu lassen, damit das Versinken nicht dauert, doch ich kann mir nicht vorstellen, daß das Wasser mich nicht erdrückt, wenn ich tief gesunken bin, weil schon ein gefüllter Eimer schwer ist, ich war in andere Löcher gekrochen und stets enttäuscht und froh, wenn sie zu Ende gewesen sind, weil ich nicht aufhören kann, weiterzugehn, als könnte irgendwo etwas Verzaubertes beginnen, Märchenfilme sind im Innern vom Kopf und überlagern die Bilder vom Auge, ich hatte eine Angst, in den Gängen verstrickt zu werden, dann kommt eine Art Spinne und saugt das Restleben aus, weil es ist, daß man durch einen Gang geht, sich umdreht, zwei sieht und nicht weiß, durch welchen man gekommen ist, ich habe auf den Wegen beständig zurückgeschaut, manchmal rauschte Wasser so sehr, daß ich dachte, daß ich gleich ersäuft sein muß, aber es geschieht nicht und um diesen Lärm ist Stille, so daß es wie ein Zauber ist, wenn man von draußen kommt, wo die Leute hin- und herreden, nicht hinterher gehen können, weil sie keine Gummistiefel anhaben, ich hatte Stiefel, die bis zum Knie sind, sie werden kalt und schwer, wenn Wasser reinschwappt, einmal fiel ich ins Wasser, weil ich übers Wasser gehen wollte, die Füße an der einen Wand, die Hände an der anderen, so daß man wie eine Spannbrücke ist, ich war an einer Stelle nicht stark genug, das Wasser war zum Glück nicht von getautem Eis, ich konnte mich aber nicht überwinden, nackt durchzuwaten, die Sachen mit einer Hand nach oben zu halten, um ins Trockene aussteigen zu können, wenn ich wieder vor der Höhle war, war ich erleichtert, als sei ich gezwungen reingekrochen, weil an den Wänden Schwefelgelb war und überall in den Gängen Gas sein kann, das müde macht oder durch den Aufschlag eines Steines, einen Funken, explodiert, ein Rieselgeräusch kann ein Erdrutsch werden, der den Rückweg versperrt, Die Regierung ließ sich von einem Unternehmen beraten, das im Sektenbuch der Kirche als Sekte aufgeführt war. Eine Gesellschaft ist kein Wirtschaftsunternehmen, dem sich das Soziale unterordnen muß, um Kosten zu sparen. sie sagen, daß schöne Träume sind, wenn man in der Kälte, die zwischen Menschen, die Berührungsängste haben, sein kann, vereisen muß, aber das Zittern war so, daß ich nicht träumen konnte, ich wollte in den alten Zustand und mußte dorthin zurück, wo er gewesen war, seine Wärme schien zwischen den Menschen, die dichtgedrängt anstanden, um in eine Höhle geführt zu werden, ich stieß mit dem Kopf an, legte mir ein Stück Eis drauf und wurde bemeckert, ich würde die Höhle abtaun, ich lief davon und bin allein in ein Loch gestiegen, in das man Häuser hätte stellen können, eine Eissäule reichte bis zur Decke, die Risse hatte, ich redete innerlich zu meinem Mann, um allein, aber nicht einsam zu sein, ich warte ungern, wenn Angst werden kann, daß der, auf den ich lauere, verletzt oder tot sein könnte, ich war mit ihm mitgegangen, um zu wissen, wie das Leben in der Unterwelt ist, wenn oben alles Besitz geworden ist, so daß man im Himmel oder im Untergrund leben können muß, ich steckte die Hand in ein Loch, Angst, ich könnte gebissen werden, Wir brauchen Werkzeug, das nicht laut ist, Meisel, Gummihammer, Brechstange, aber nachdem er die erste Mauer durchlöchert hatte, stand die zweite, als wir am nächsten Tag wiederkamen, war die erste zugemauert, wir kamen an die Munition, die drin sein sollte, nicht ran, die man haben muß, wenn plötzlich auch der Untergrund umkämpft ist, ich kann sogar über einen Baumstamm stelzen, obwohl das Wasser darunter schnell fließt, so daß mir übel wurde, ich hatte Gepäck auf dem Rücken, fühlte mich aus dem Gleichgewicht, aber ich hielt die Hand nach meinem Mann, der irgendwo als Wölkchen schwebt, in die Luft gestreckt, als ich an einem Feldrand schlief, weil mir der Rückweg zur Fabrik zu lang geworden war, hat es mir auch geholfen, daß ich glauben kann, daß er mich beschützen würde, es war ein Gekreisch in der Luft wie beim Fußball, wo dann die Stimmung werden kann, die um sich schlägt und den verletzt, der in die Quere kommt, es war nur Lärm von Autos, merkte ich, die quietschten und jaulten, als wären sie menschlich, wenn ich hinter Zäunen, in denen Elektrizität reingeleitet ist, Schäfchen sehe, die ich im Arm kuscheln will und kann nur hinsehen, wie sie Bocksprünge machen, zeige ich sie ihm und lehne mich ein bißchen zur Seite, an der er stehen würde, da es im Weltall egal ist, ob es mich oder die anderen gibt, kann man in Fantasien leben, in der Jackentasche war ein Knopf von ihm gewesen, ich sah ihn an, streichelte ihn, fand mich albern, warf ihn weg, wenn ich unterwegs bin, merke ich, daß ich darauf achte, ob er irgendwo blinkt, als müßte ich ihn nur aufheben, reiben, nach ihm rufen, er wäre menschlich, es würde kein Märchen beginnen, denn, wenn er leben würde, wäre ich eine Frau, die zwischen zwei Männern ist. Ich interessiere mich nicht für andere Männer. Es zieht im Bauch, nach drei Tagen ist es vorbei. Ich wartete, wenn ich Sehnsucht hatte, zu sterben, drei Tage. Über die Transparenz des SchattenlebensVielleicht wäre es nicht grausam, denn mit dem Sichnichtwaschenkönnen ist es auch nicht so schlimm geworden, wie ich befürchtet hatte, ich wische nach dem Kacken den Hintern so zwischen den Beinen durch ab, daß die Milchsäure den Hintern säubert, die Haare vom Kopf stehen in der Luft wegen dem Fett, es sieht gut aus, sagen die Leute, man muß nur die richtige Haarlänge haben, Die Kinder hatten Läuse aus dem Kindergarten mitgebracht. Ich schor uns allen die Haare, um kein Gift auf die Haut schütten zu müssen. Als ich Glatze hatte, sahen mich andere Männer an als früher. Mein Mann veränderte sich nicht, als ich verändert aussah. als Georg mit dem Kopf an mich kroch, war ich abweisend, weil ich dachte, daß er etwas finden würde, was ihn ekelt, er tat es nicht, obwohl er mich überall beleckt hat, ich zuckte zusammen, zog ihm den Kopf zwischen meinen Schenkeln raus, ich wollte nicht bedient werden, weil ich niemanden bedienen will, aber ich merkte, daß ihm das Spaß macht, wenn mein Empfinden zu ihm hin schrumpft, ich möchte aus Dankbarkeit für die Momente von Geborgenheit große Brüste, damit ich ihn drin einwickeln könnte, so daß er es weich und warm haben kann, aber wenn ich mit einem schlecht gefederten Auto auf holpriger Straße trampe oder Lust zum Rennen habe, die Leute wissen nicht, daß ich keinen Grund habe und stellen mir kein Bein, damit ich clownsmäßig hinfalle und sie über die Person, die ihnen Unruhe macht, lachen können, merke ich das Gewicht von Bauch, Hintern, Brust, so daß ich nicht weiß, was mir lieber wäre, ich will Brüste zum Auf- und Abschwellen wie beim Männerglied. Es klingelte. Ich lag im Bett und war so beschämt, daß ich mich vollständig anzog, in den Spiegel sah, Haare kämmte, als ich die Tür öffnete, war niemand mehr da. ‘Aber das ist doch, daß ich fürs Arbeiten fast kein Geld kriege und im Bett liegen darf. Über Schneehasen im RosenbeetDaß ich ordentlich reden will, denke ich mit verqueren Sätzen, als wäre ich gefangen in dem Chaotischen, wie als Kind in der grammatikalischen Ordnung, ich war im Konjunktiv und in ein Theater reingelebt, auf dem ein Revolutionsstück gespielt wurde, es war Unsicherheit, was das sagen könnte, was ich hörte und notierte, weil auf einer Bühne gewöhnlich alles seine Bedeutung hat, es ist geschehn, daß ich in der Gossensprache gelandet bin, Ich laß euch nicht an meinem Arsche lecken, und leck an eurem Arsche nicht, ich kann das in der Fabrik so singen, daß man mir zuhört, aber nur, wenn ich betrunken bin, dann kommt der Ton aus dem Bauch, wenn ich ihn nicht mehr eingezogen halte, um mich groß und schlank zu machen, wenn ich Töne aus dem Bauch aufsteigen lasse, ziehen sie mich nach oben, ich bin dann fast ein Engel, - wenn die Töne hoch und klar sind, ist es, als würden sie die Schädeldecke öffnen, es ist ein angenehmes Gefühl, vorher schaben die Töne am Schädel, das ist wiederum unangenehm, daß vor dem Glücklichsein das Leiden ist, damit der Kontrast herrschen kann, Platz zum Tanzen ist auch, und wenn wir sagen, daß wir Kunst machen, scheint es alles zu erklären, die Gaffer sind stolz, daß sie nun Künstler kennen und nehmen das, was man tut, als Geschenk, ich will ihnen mit Stromschutz um den Zähnen in die Haut beißen, um zu erfahren, ob das Menschen sind, vielleicht sind sie in ihren Fantasien anders, doch sie scheinen nicht zu merken, daß es grotesk ist, daß zwischen ihnen und den Musikanten, die sonnabends mit Hüten vor den Füßen auf dem Steg zur Fabrik Volksmusik machen, Mikrofonständer wie Gitter stehen, Georg saß als Kind im Jugendwerkhof, weil er demonstriert hatte gegen die Freßfeste, die sie mit Lautsprechern als Kulturfest ausriefen und dazu wie aufgezogen Bratwürste, Bier und Blasmusik in sich schoben, seine Mutter sagte, als sie ihn bei der Polizei abholen sollte: Ich weiß auch nicht weiter, ich habe den Jungen schon seit einer Woche nicht gesehn, ich dachte, er müßte doch Hunger und Durst haben, sie haben ihn ihr weggenommen und hinter die Mauern von einem Jugendwerkhof gesetzt, er mußte dort arbeiten, das war Mechanisches, und dabei hat er sich entspannt, und so geatmet, daß er fühlen konnte, daß er schwebt und Schmetterlinge flogen vermutlich auf ihn zu, die ein Schauer von Lebendigkeit auf der Haut machten, damit er das alles überleben kann, er war dreizehn, das war auch das Alter, in dem bei mir, daß ich im Konzentrationslager bin oder auf der Flucht sein muß, begann, und immer gerannt bin ich und versteckt habe ich mich, damit sie mich nicht fangen, und alles, was sie als Wahrheit über Faschismus erzählen, habe ich in den Träumen erlebt, obwohl die Menschen gewöhnlich nett zu mir sind, wenn Leute kommen und sich umsehn, tuscheln und die Bilder und Puppen, die er um uns baut, die sich mit dem Strom und eingebauten Plattenspielern bewegen und eine von ihnen die Trommel schlägt, fotografieren, winkt Georg manchmal und sagt: Juhu, hier ist noch ein Mensch, das war sehr verzweifelt, aber die Fabrik ist ein besetztes Haus, da kann man nicht Türen zumachen, selbst die Fenster haben keine Scheiben, sondern Folien, zwischen die Papier gestopft ist, ich kann nicht hindurchsehen, sie spiegeln nichts, man kann sie mit einem Finger durchgiekeln, es ist, denke ich dann, das Recht von denen, die Steuern zahlen, daß sie uns begutachten können, weil wir das nicht besitzen können, wo wir leben, und keine Miete zahlen, sie stellen sich vor die Bilder und sagen, das sieht aus wie - und dann nennen sie den Namen von einem anderen Maler, Georg spritzte vor Wut, daß er kein eigener sein soll, Farbe auf die Bilder oder hat mit Schwarz darüber gekrakselt, eine Zeitlang waren das Gitter, Ja, der hat eben so ähnlich, wie du das tust, gemalt, ich war kleinlaut, als ich das zu ihm sagte, weil ich das auch gemacht hatte, daß ich exotische Früchte, für die ich Geld hingegeben hatte, um sie gekostet zu haben, verglich und sagte: Das schmeckt so ähnlich wie Stachelbeeren, er hat wegen dem Gerechtigkeitsgefühl, wenn Leute durch die Ruine gehen, während sie ihre Wohnungen und Arbeitsräume vor uns versperren, Mikrofone angebracht, Kassettenrekorder laufen lassen, als das nachts abgespielt wurde, schrie einer, dann war überall ein Kreischen, in dem gespielte Empörung war, ich bin froh, daß ich mir diesen Flecken gefunden habe, auch wenn er oft laut ist, denn als mein Mann tot war, war ich vor die Tür gesetzt, ich ging in ein Haus, das ein stillgelegtes Gefängnis gewesen war, mußte Eintrittskarten für ein Theaterspiel bezahlen und bin mit Gruseln darin herumgelaufen, in den Zellen lagen die Kleider von den Schauspielern, ich hatte das Pappschild, daß es verboten ist, weiterzugehn und sich das anzusehn, mit Absicht nicht gesehn, deswegen hatte ich das anstarren können, wie das aussieht, wenn Klamotten auf den Betten und Stühlen liegen und auf dem Tisch Schreibzeug, ich dachte, daß es sein kann, daß ich im Winter froh sein werde, wenn man mich da schlafen läßt oder daß ich und jemand drin ein Gruselhotel einrichten sollten, aber dann wäre ich vor mir selbst eine gruselige Person, die das Erinnern ans Elend zum Geldverdienen benutzt, ein Ich würde mich jagen, ich bin nach einigem Zögern vor die Bühne gegangen, unsicher, ob die Schauspieler das Spiel in dem Hof vom Gefängnis gemacht haben, damit ich durch die Kälte, die von der Luft war, angespannt und mit Gänsehaut sitzen muß, vielleicht hätte mich sonst nichts berührt, ich war aber beschäftigt, weil ich Jungen beobachtete, sie haben zu mir geguckt, dann bekam ich Angst, weil sie vier waren, aber ich habe gedacht, daß ich nicht wie eine Jüdin oder Ausländerin aussehe, und daß sie denken könnten, ich sehe sie an, wie eine Frau das tut, ich bin zwischen ihnen rausgegangen, aber sie haben nichts gesagt, damit ich hätte wissen können, warum sie sich das angesehn haben, in dem Spiel wurde Opfer, Kameradschaft und das Zeug gesagt, wie sie das, falls ich ihre Uniformen nicht mißverstanden habe, auch wollen, die wenigen Worte, die nicht paßten, weil das ein Text über die Gegenfront war, konnten sie überhören, ich mußte aus dem Gefängnis raus, weil das Theater zu Ende war, und kletterte, weil ich nicht im offenen Park schlafen wollte, wo Menschen ihren Frust auf die Reichen den Armen auf den Kopf pinkeln und sie in Brand setzen, damit sie ein Schreien hören können, daß das Klagen in ihnen übertönt, über eine Mauer, der Schuh war zu glatt, ich stellte ihn hoch, um barfuß zu sein, er fiel, ich hatte keine Wahl mehr, ich mußte ihm hinterher, Ich achte darauf, daß ich weiß, welcher Wochentag ist. Wenn ich vormittags einen Termin habe, stelle ich zwei Wecker und liege vor Angst, zu verschlafen, wach. ich bin von der Art Einbrecher, die auf den Wächter zugehen, statt davonzulaufen, weil ich das mit dem Fortlaufen nicht schaffen würde, und wenn sie mich abgehetzt eingeholt haben, sind sie wütend, während sie fast geschmeichelt sind, wenn ich sage, daß ich mich verirrt haben muß und Hilfe brauche, das Gelände, in dem vermutlich der gelebt hatte, der mich beinahe in einer Telefonzelle vergewaltigt hatte, sah aus, als wäre ein uralter Pißraum neben dem anderen, ich verstand, daß man dort ohne Liebesgefühl sein muß, das einen dann als nackte Gier überkommen kann, ich sah Hunderte von Autoreifen und Schrott, aus dem man sich Autos und Blechhütten bauen könnte, die Räume waren leer, nur eine Waschmaschine stand so groß wie ein Lastwagen, zwischen den Häusern aber lagen Kühlschränke, Bettgestelle, in einem Hohlraum war Oel, es schimmerte im Mondlicht, rückwärts kam ich nicht über die Mauer und fand mit Glück einen langen Spalt, der zwischen dicken Spinnen zur Straße führte, ich nahm Metall mit, um Muskeln in die Arme kriegen zu können, aber wie ich mich verrenkte, um die Feder krumm zu biegen, ist mir die eine Seite aus der Hand gerutscht, hätte ich sie tiefer gehalten, wäre das Auge zerquetscht, rechts war die Schläfe, ich wollte nicht vorbeugend kaputtgehen, und ging deshalb tanzen, Frauen mußten keinen Eintritt bezahlen, zwei Männer kamen auf mich zu, der eine drängte den anderen ab, er habe jahrelang nach einer Frau gesucht, die so tanzt, daß er nicht nach Afrika fahren müsse, ´der, der unverschämt ist, siegt’, dachte ich, ich übernachtete bei ihm, wenn die Frauen von Dienstreisen zurückkamen, mußte ich so tun, als sei ich die Kusine vom Mann und sonst nichts, ich wollte nicht, daß sie sie verlassen, weil ich innerlich nicht hätte bei ihnen bleiben können, aber ein heißer Männeram unter der Bettdecke ist keine kalte Schlangenhaut, die erstarren läßt, Ich starre auf die Flammen vom Streichholz, ´Kohleöfen verschwanden, es wird Brandstifter geben.´ Der Schonsteinfeger sagte, daß die Genehmigung für einen Kaminofen teuer ist. Ich will einen elektrischen Herd, an dem ich die Temperatur der Backröhre regulieren und Brotteig aufgehen lassen kann. Das Brot war im Gasherd schlaff geworden. der schmale Weg zur Fabrik, den ich an einem verregneten Tag sah, war brüchig, man kann nicht mit Autos drauf, aber der Lärm von dem Verkehr in der Stadt dringt bis hin und macht den Kopf so, wie das bei Sturm ist, ich war da langgekommen, weil mich ein Wolkenloch aus der Wohnung gezogen hatte, ich lief dem Sonnenfleck nach, bis er verschwunden war, einer hatte roten, schwarzen, gelben Stoff zerschnitten, zu einer Fahne zusammengenäht, die Landschaften ohne Menschen zeigte, auf einem Plakat war eine Frau mit einem nassen Gesicht, weil ihre Haut braun war, dachte ich an Sonne und daß das Wasser erfrischend für sie sein muß, aber sie hatte die Arme auf dem Rücken und ihr Gesicht schien ängstlich, so daß es wie Gewalt aussah, ich ging weiter und sah einen Sack, der mit Seilen verschnürt war, ich riß eine Naht ein Stück auf, es waren Lumpen dadrin, in einer Ecke von der Fabrik hing ein riesiger, aufgespannter Rock, so daß man nicht durchgehen konnte, ohne drunter zu kriechen, es war Scham dabei und ein Ziehen im Bauch, ich fragte in die Luft, ob mein Mann mit mir dort geblieben wäre, wenn er nicht tot gewesen wäre, ich bog zögernd um die Ecke, Maden krochen in einem Glaskasten zwischen Drähten hin- und her, sie verursachten mit ihren Körpern Kontakte, es änderte die Farben im Bild von einem Fernseher, einige waren eingeklemmt und tot, ich hatte Mitleid, ‘Aber wenn sie in einer Ecke auf dem Fußboden rumkriechen, hättest du sie zertrampelt’, mein Mann und Georg wurden, als ich geblieben war, zusammen mein eigentlicher Mann, Eine Schwalbe saß auf einem Baggerdach, im Fahrerhaus flog eine andere gegen das Fensterglas, die Tür war verschlossen, Wir machen sie auf, Das Schloß darf nicht kaputtgehn, Sie muß sterben, weil Eigentumsrechte sind, mein Mann klappte Teile der Motorhaube nach oben, als wir zurückkamen, war der Vogel durch ein kleines Loch entkommen. mit dem einen Mann war ich in der Natur gewesen, wir fuhren über eine Kreuzung, der Gasbaudenzug riß, er ließ den Wagen an den Straßenrand rollen, bückte sich, Weißt du, wie man das macht?, Ich probiere es aus, zur Not könnten wir mit einem Strick in der Hand statt Gaspedal weiterfahren, so etwas machte ein Gefühl von Geborgenheit, wenn ich im Traum ohne Führerschein gefahren war, hatte ich einen Kaugummi zwischen den Zähnen, ketschte heftig, um ein lässig entspanntes Gesicht zu zeigen, denn, wenn ich Auto fahre, denke ich an Nonnen in Filmen, die Autos klauen und sich in den Straßenverkehr wagen und statt auf den Autoverkehr zu achten, an das Gezänk zwischen Teufel und Gott denken, das Auto schleuderte, weil ich auf einen Politiker einredete, daß Politik auf Interessenausgleich hinzielen muß, ich erschrak, kurz später war das vergessen, weil es nicht ernsthaft gefährlich geworden war, sondern so, wie ich das vom Karussellfahren kenne, ich hatte mich in einer Kurve umgedreht, weil es hinter mir schepperte, während ich im Kopf auf den Politiker einredete, ich verriß das Lenkrad, das Auto sprang, fuhr zweirädrig, mein Mann hat das Auto aus dem Graben geholt, und ich bekam Lust, es wieder zu tun, weil es märchenhaft gewesen war, durch die Luft zu fliegen und unverletzt zu landen, aber dann sagte eine Stimme: In der Lücke zwischen den Bäumen hätte ein Mensch stehen können, es wäre teuflisch, mich mit der Begründung zu trösten, ich hätte ihn zum Engel gemacht, ich rutschte auf den Beifahrersitz und hatte die Fahrerlaubnis vertan, mit Georg bin ich mehr in dem anderen, obwohl ich gesagt habe und so denke, daß das auch wie Natur ist, weil sich das, was um uns ist, verändert, mal sieht die Kunst wie ein Schlammtag aus, und dann ist Frühling, die Bilder verändern sich, so daß es daneben sein kann wie auf einer Wiese, seit meiner Kindheit bin ich in dem einen wie dem anderen hauptsächlich Zuschauer gewesen, vielleicht weil ich in Kinderkrippen und Kindergärten war, wo ich die Ecke noch kenne, in der ich mit dem Gesicht zur Wand stehen mußte, und nicht verstand, wofür ich bestraft bin, wenn man nichts als die Wand ansehen kann, muß man nach innen kippen und den Körper als Gesellschaft wahrnehmen, so daß ich nach außen hin gar keine Worte mehr im Mund habe, nichts tue, bis ich vorbeigegangen bin, das hat mich beschämt, wenn Gewalt gewesen war, so daß ich auf Zeitungsrändern beinahe Journalist geworden bin, die zeige ich vor, wenn einer wissen will, was für ein Künstler ich bin, und nicht so unsympatisch ist, daß ich seine Neugier nicht will, Die Bank schickte Kontoauszüge, das letzte Blatt war ein Kreditangebot. ich will nicht die Neugier von denen, auf die ich nicht neugierig bin, ich müßte mich, wenn ich die Zuneigung von allen will, in den kleinsten gemeinsamen Nenner aller schrumpfen lassen, deshalb bin ich nicht sexuell aufreizend gekleidet, ich kann das Aufreizende in die Bewegung machen, sobald ich es will, manche sagen, daß sie in der Kunst arbeiten, um Sozialkontakte zu finden, Georg ist eher wie ein Reaktor, alles dringt an Nachrichten in ihn ein, bis eine kritische Masse entstanden ist, ich hatte in einem Mülleimer Telefone gesehn, war vorbeigegangen, in einem anderen Telefone mit Strippen, da dachte ich, ich sollte sie mit Tonverzerrern in der Halle verkabeln, so daß die Stimmen keinen Namen haben und jeder in dem Raum mit jedem ungehemmt reden könnte, Philosophisches als Bandschleife dazwischen, mir reicht das, mir das vorzustellen und zu sagen, so und so könnte ich das tun, und das aufzuschreiben, daran habe ich gemerkt, daß ich kein Künstler bin, der berühmt werden und Geld verdienen will, Georg aber hat das gewollt, Ich muß mich vermarkten, damit ich Geld zum Leben und Arbeiten haben kann, deshalb muß das für mich amüsant sein, wenn ich sage, daß ich das beste für jeden Zweck machen kann, marktschreierisch tat er das nicht, er ist sogar aus einer Kunstakademie, in die er eingeladen war, abgehauen, weil das Zimmer ohne Spuren von Menschen, die vor ihm drin gewohnt hatten, gewesen ist, ‘Kein Haar von einem Pinsel, kein Notenblatt, kein Kaugummi, kein getrockneter Popel’, er habe eine Schreibtischplatte zerkratzt, um Spuren zu hinterlassen, er hat das bezahlen sollen, sagten sie, obwohl er die Zeichnung zum Kunstwerk erklärt hatte, Sie haben nun Tisch und Kunst, als er wieder bei mir war, zeigte ich ihm eine Einladung in eine Galerie, es war eine Einladung zum Essen, in einem Laden, der ein Fleischerladen gewesen und überall gekachelt ist, hatten sie einen Tisch festlich gedeckt, es war eine eigenartige Kunst, oder das sollte die Kunst sein, daß wir beim Essen fotografiert wurden, wir tranken Wein, zeigten übertriebene Gesichter, von der Straße aus konnte man zusehen, vielleicht war das Spektakel aber wegen einem kleinen Bild im Hinterzimmer, das entdeckt werden sollte, deshalb kam in einen Alptraum, daß Kinder nackt tanzten, ein Mann sagte, daß er sie das tun lassen muß, damit die Menschen zu seinem Klavierspiel kommen, in einem anderen Traum war eine Galerie, einer ließ Leichen in die Wände mauern, Georg wollte weggehen, der Galerist aber sagte: Das bringt Millionen, und Georgs Gestalt blieb, er hatte als Kind Bilder mit Fingern auf die Scheiben gemalt, seine Mutter: Schmutzige Fenster, sie machte das weg, er ärgerte sich über die Frau, die dann in sein Leben gekommen war, weil sie ständig fernsah, beim Kochen, beim Lesen, ich weiß nicht, wie sie das konnte, sogar wenn er sie umarmt hat, habe sie versucht, den Kopf so zu halten, daß sie den Bildschirm sehen konnte, und auf dem Klo ließ sie die Tür offen, so daß sie die Filme hören und die Bilder dazudenken konnte, so entleert war sie von Gefühlen, Gedanken, er dachte, daß er ihr das austreiben könnte, indem er sie so besoffen damit macht, daß sie katrig wird und keinen Fernseher mehr ansehen will, die Idee, mit der er sie heilen wollte, hat er zu einem Kunstwerk gemacht, das stand dann nicht in der Fabrik, weil er jemanden gebraucht hat, der Fernseher besorgt, die Filme zeigen können, also nicht kaputt sind und nicht mit Steinchen zu einer anderen Art Kunst zerschossen werden, wie das in der Fabrik sein könnte, und so mußte er das in einem Geldhaus aufbaun, wir haben es uns angesehn, Ich ging spazieren, band aus Gräsern einen Strauß, jeder Halm sah anders aus, es war Grün im Braun, Rot, Weiß, Gelb. Wenn man nichts kauft, erhöht man die Arbeitslosigkeit, Man braucht Geld, wenn man die Arbeitslosigkeit senken will. die Bankleute beobachteten uns mißtrauisch, als könnten wir gleich die Socken von den Füßen über die Köpfe ziehen, um Geiseln zu nehmen, ich sah sie verdächtig an, ob sie das denken, zwischen uns war ein Auto mit einer Puppe und eine Küche, in der dieselbe Pappfigur am Herd stand und in den Fenstern, in den Spiegeln vom Auto, an den Bäuchen, in den Augen waren Fernseher, einer flackerte beständig, ein anderer zeigte eine rasende Fahrt, das, durch das das Auto hindurchfuhr, war grell bunt und durch die Geschwindigkeit verschliert, ich habe es nicht ertragen und wollte rausgehn, aber dann merkte ich, daß es reicht, Abstand zu halten, so daß die Fernsehfläche klein ist, und das Grau drumrum groß, als die Kamera aus der Stadt übers Land gefahren wurde, ‘Das ist wie ein Feuer, in das Metalle reingeworfen werden’, war mehr Blau und Grün in dem Rot, und Gelb,wenn Strukturen zu sehen waren, sahen sie aus wie Pappwände und Pappbäume, und plötzlich schwebten dazwischen gezeichnete Figuren, das war gut als Schluß, fing aber wieder an, es hat mich beeindruckt, wie die Wirklichkeit aussehen kann, sobald das Auge anders zusammengebaut wäre, so daß ich froh war, daß Georg das nicht zu Hause gemacht hat, um seine Frau für sich zu retten, sondern sie verlassen hatte und das als Abschluß tat, weil wir uns so kennengelernt haben, obwohl ich ihm schon damals beinahe nachgerannt wäre, wenn ich das Brot und anderes gehabt hätte, das er im Laden hatte klauen wollen, eine Liebschaft wäre es nicht geworden, weil der andere Mann lebte. Wenn ich mehr einkaufen würde, hätten wir Schulden. Der Staat geht bankrott, wenn niemand mehr Schulden macht. Wo ist der Haargummi für einen Dutt?Ich sage zwar, daß ich frei leben muß, aber ich bin treuherzig, weil es mir weh getan hätte, ihn zu verletzen, vor Einfühlung geht die Sehnsucht nach anderen Männern kaputt und die Fantasie, wie das Leben verlaufen würde, wenn man bleiben würde, sobald man das Leben mit einem anderen Mann angelebt hat, der eine Sohn von der Frau, bei der ich putze, hat bemerkt, daß ich wegsah, wenn er zu mir starrte, und gesagt: Mache die Augen zu! als er seine Arme von hinten um mich gelegt hatte und ich widerspenstig wurde, dann war ein Tuch vor meine Augen getan und fest gebunden, ich fühlte mich wie im Traum, weil ich die Augen nicht öffnen konnte und sehen, und es ist so zärtlich geworden, daß ich mich nach vornüber fallenlassen und ihm den Hintern entgegenstrecken wollte, als sei ich kein Mensch mehr, bis ich dann zur Ernüchterung um mich sehen konnte, aber weil es nun an den Bauchwurzeln zog, habe ich die Hände vor das Gesicht geschlagen, damit das Stöhnen nicht raus kann, der Junge hat sich ans glänzende Klavier gesetzt und gespielt, damit ich mich entspannt tanzen könnte, aber ich lief noch stundenlang mit einem inneren Klagen durch die Straßen und naß zwischen den Beinen, als würde ich fortlaufend pinkeln, ich ging in keinen Hausflur, um das mit ein paar Fingerbewegungen zu beenden, weil es ein seltenes Gefühl ist, wenn es so stark und anhaltend ist, obwohl man einen Mann zu Hause hat, den ich benutzen könnte, In der Arbeitsagentur lagen nur Arbeitsangebote vom Bundesnachrichtendienst. ´Wir werden alle Spitzel.´ nachdem die Zeit vorbei gewesen war, in der Georg gesagt hatte, daß er keinen Sex will, weil dann das Reden aufhören könnte, er hatte eines Tages eine Puppe auf die Kiste gesetzt, auf der ich gewöhnlich saß, ich wollte sie runtertun, um mich setzen zu können, er wollte nicht, daß sie fällt, so sind wir in eine Umarmung gekommen, am nächsten Tag griff er zum Pinsel, ich habe ihn gefragt, ob ich ihm helfen darf, damit er mit dem Bild rasch fertig wird, ich sah einer Spinne zu, um nicht vor Sehnsucht wütend zu werden, er sagte, daß nicht sein ganzes Selbstbewußtsein von meiner Abweisung gegen anderes abhängt, wie das vielleicht bei meinem Vater war, ich sagte am nächsten Tag, daß ich durch eine Tür zu einem Mann gegangen bin, weil ich ein Trommeln gehört hatte, er hat mich weiterhin gestreichelt, geküßt, als glaube er mir nicht oder es sei ihm egal, in mir war das aber auch, daß Eifersucht nicht zerstörerisch sein muß, ich tanzte bei der Hochzeit von dem jüdischen Arzt, den ich geliebt hatte, als ich noch im Rollstuhl saß und er mich deshalb nicht zur Frau nehmen wollte, weil ich ihm zu teuer werden könnte, obwohl er mich immer lieben werde, wie er sagte, und als ich aus dem Rollstuhl ging, sagte er, daß mein mangelndes Geld auch eine Verkrüppelung ist, in der er für mich sorgen müßte, ich tat es schwarz gekleidet, mit nackten Füßen auf den Steinen neben der Braut und so außer mir, daß ich mir auf den Saum trat, der Rock zerfetzte allmählich, in mir war Hohn, weil er die Frau vor mir erst verleugnet, bis er Zeit gefunden hatte, berechnend zu werden, daß sie Geld in die Ehe einbringen wird, ich habe es niemandem gesagt, er und die Braut lächelten so beständig, daß ich ihnen nicht glauben konnte, daß sie das lebend tun, und deshalb war mir, als ob ich glücklicher bin, obwohl er meinen Rollstuhl in die Oper und in die Cafés geschoben hatte, es war niemandem aufgefallen, daß ich zu verkrüppelt für diese Räume war, er bezahlte, plötzlich waren sie zu, wenn man kein Geld hat. Mein Mann will kündigen, weil sein Chef mich wegen Verbreitung von Pornografie anzeigen wollte. Ich hatte genervt reagiert, als er uns sogar im Urlaub angerufen hatte, weil er den Ausschalter vom Videogerät nicht fand. Er entschuldigte sich nie. Der Vereinsvorsitzende sagte, daß mein Mann der wichtigste Mitarbeiter ist, er versprach Veränderungen in der Machtstruktur und eine Lohnerhöhung. Ich redete ihm zu, nicht zu kündigen. Es gibt keine Jobs. Die Schwerkraft macht, daß man nach unten fallen kann, mein Mann hatte gesagt, daß er katastrophisch fahren würde, falls sich einer hinter ihn setzt, ihn bedroht, in der Hoffnung, daß der Angreifer um Gande bettelt, flieht, ich bin bei der Aussage geblieben, daß hinter ihm einer gesessen und ihn bedroht haben muß, die Polizei ist der Sache nicht nachgegangen, und ich war die, die lieber an seinem Krankenbett sein wollte, als Dedektiv werden, der nicht weiß, ab wann er bereits für einen Toten ermittelt, die Zeitung hat den Hilferuf nicht abgedruckt, weil das ein Irrtum ist, daß sie jedem hilft, weil sie es ab und zu aus Werbegründen tut, der Journalist forderte, daß ich mich mit meinem Mann am Krankenbett fotografieren lasse, ich sollte in der Hand Zwiebeln halten und vor der Kamera weinen, sie sagten, sie würden eine rührselige Geschichte über uns schreiben, ich sagte: Ich will vorher lesen, was über uns in der Zeitung geschrieben sein wird, sie sagten, daß das nicht geht, daß ich einen Journalisten kontrollieren will, ich hatte aber nur Zeugen für den Unfall oder Mord finden wollen, falls es ein Mord war, hat ihn jemand ermorden wollen, das will man auch nicht, daß jemand einen Grund hatte, ihn ermorden zu wollen, das war die Realität. Arbeitslosigkeit ist kein Durchgangsstadium mehr, in dem man Bilanzen zieht, Pläne macht, Neues beginnt. Als ich dachte, daß ich Büros saubermachen könnte, erzählten Frauen, die nichts anderes können, als putzen, daß sie arbeitslos sind. Georg hat mich mit Kunstwelten umgeben, so daß ich verunsichert geworden bin, ob das künstlich ist, wenn eine leere Bierflasche auf einem Stuhl steht, ein Ast abgeknickt hängt oder der Mann tot ist, er stellte Lampen und Lupen vor aufgebröseltes Mauerwerk, so daß ich brav in die Frage ging, was das soll, er stellte mich einer Frau gegenüber, die rückwärts ging, erst war ich besorgt, daß sie fallen wird, weil sie den Boden hinter sich nicht ansah, dann wurde ich wütend, weil sie von mir wich, auch wenn sie das nicht schaffte und sogar näher kam, er wollte mir nicht sagen, wer diese Frau ist, es muß nicht ihre Art sein, rückwärts zu gehen, denn er hatte den Film, der das zeigte, gemacht, ich ging nicht von ihr weg, denn selbst wenn sie plötzlich mit einer Pistole auf meinen Rücken gezielt hätte, wäre die Kugel nicht aus dem Film herausgekommen, anders dachte ich, als er eine Glastafel bemalte, die von unten mit einem Film angeleuchtet war, der einen Menschen zeigte, der auf und ab zwischen Filmrändern ging, aber nicht darüber rauskam, daß Georg in der Kunst mich versteht. Mein Mann brachte mir Rosen, sie stehen in Flaschen, blühen auf, verwelken, sie stehen wie eine Hecke, durch die ich nicht raus kann. Ich will nicht raus, ich habe im Bad schwarze Kacheln an den Wänden, die unscharf spiegeln, es scheinen Menschen in der Nähe, wenn ich auf ihn und die Kinder warte. Seine Arbeit mit den Fernsehern hatte Folgen, einer legte ein Gerät zwischen Metallstäbe, die so verbogen und verschweißt waren, daß es wie Ungeziefer aussah, vor dem man sich ekeln muß, in der Mülltonne lag ein anderer Fernseher, ein Film lief, ich konnte den Müll nicht draufschütten, durch den Stimmen dringen, eine ruft: Hilfe, ich habe Hoffnung, daß Georg und ich uns anpassen, ohne uns dafür zu zerbrechen, am Anfang war ich gefesselt, obwohl keine Gewalt war, das war der Scham, weil man einen Mann benutzt, am Frühstücksbrett konnte ich sagen, was schön gewesen war, später habe ich mit einer Stimme, die mir fremd klang, im Theatralischen ist keine Scham, gesagt, was ich mag, Politiker klagen, daß Arbeitslose sich weigern, ehrenamtlich zu arbeiten. Es ist keine Ehre, unbezahlt zu arbeiten, wenn man Arbeitslosengeld erhält. wenn sein Mund an meinem Hals ist, wird Gänsehaut, die Haare stehen zu Berge, so daß man die Panik vor einem Vampirbiß nicht übersehen kann, manchmal werden wir dabei so weltvergessen, daß die Mücken sich an uns satt trinken, wir schlagen erst nach ihnen, wütend über das Jucken, wenn sie schon träge an Stoff- oder Steinwänden sitzen, als Kind durfte ich sie nur auf meiner Haut erschlagen, weil ich die abwaschen kann, sie wurden schwarze Linien in einem roten Fleck, Tapeten bewahren die Blutschmierer als Dokument. Lehrer können ein Jahr Urlaub nehmen, sie arbeiten ein Jahr Vollzeit und erhalten für zwei Jahre das halbe Gehalt. Ein Arbeitsloser hat kein Anrecht auf Urlaub, wenn er ehrenamtlich gearbeitet hat. Es gibt auch jetzt Zeiten, die mir unglücklich sind, wenn Georg mich kitzelt, weil er Lachen erzwingen will, ich kratze und beiße, trete ihm erst vorsichtig, dann vor Wut sogar ins Gesicht, unsicher, ob er mich quälen oder gequält werden will, wir versöhnen uns schnell, wenn Streit war und wir wie Viehzeug nach einander gehackt hatten, er sagte mit zufriedenem Gesicht, daß ihm das sehr lebendig schien, dabei ist es ihm geschehn, daß er mitten im Streicheln atmete wie einer, der zu müde geworden ist, ich griff ihm derber dahin, wo er reagieren muß, seine Hand rutschte von mir, ich hätte das nicht verängstigt erleben müssen, denn er hatte mir die Haare gewaschen, die Kopfhaut massiert, riß mir sorgfältig die weißen Haare raus und sagte, daß es blöd sei, weil sie fest und schön wären, Die Falten machen dein Gesicht auch interessanter, das ist bei Grafiken so und irritierend, wenn die Flächen zwischen ein paar Linien nur weiß und glatt sind, Aber das macht doch auch Neugier wie bei einem Pappkarton, der Rock rutschte unter den Bauch, als ich die Bauchmuskeln straff werden ließ, ich stieg besoffen aus dem Kreis, den er warf, meine Hand griff zufällig zu einer Bierflasche, schob sie tief, Trink aus, ich brauche die andere für den Arsch, Zwei Flaschen können mich also ersetzen, In einer anderen Episode wirst du in einem Sessel sitzen, ich werde mit einem Mann hier liegen, du wirst zusehn, Fantasie reichte, mir vorzustellen, daß ich ihn hassen würde, wenn er das von mir verlangen würde, manchmal ist das Variantenreiche im Leben nur, daß ich dem Mann den Bart mit der Schere von einem Taschenmesser, deren Feder kaputt ist, jedes Haar einzeln schneiden mußte, weil seine Stoppeln am vierten Tag krumm geworden waren und ins Fleisch stachen, so daß er kratzbürstig geworden war. Geld wurde erfunden, um Fähigkeiten und Waren austauschen zu können. Fähigkeiten und Waren liegen brach, weil das Geld nicht zirkuliert. Spekulanten wirken wie Terroristen. Ein anderer Versuch, in Verschiedenem zu leben, man hat nur das eine Leben, dann ist man tot, wurde peinlich, denn als ich für eine Abwechslung hochgestochen reden wollte und mich an einen studierten Mann erinnerte, der vor einer Gedankenschärfe abgeduckt gestanden hatte, so daß ich erschrocken gewesen war, in was für eine Rolle ich gekommen war, und nun im Telefonbuch blätterte, rief ich ausversehen den Bruder an, weil der Name von ihm so ähnlich ist, der wurde merkwürdig in der Stimme, als wäre er unsicher, ob das eine ungewöhnliche Gelegenheit ist, eine Frau kennenzulernen, es ist unangenehm, wenn ich in eine andere Lebensart ausbrechen will und gleich von der falschen Telefonnummer erwischt werde, oder mich zum Essen von teurem Zeug eingeladen, bei Hitze so überfresse, daß ich danach die Welt als Kotzraum ansehen muß. Die Spiegel sind kupfern. Ich sehe gesund aus. Wenn ich den Kopf hängen lasse, hängen vor den Augen die Backen. Ich lasse den Kopf nicht hängen. Ich lächele, um angelächelt zu werden. Ich aß keinen SpagatKaulquappen, denen Füße gewachsen sind, müssen an Land, wenn sie nicht ersoffen sein wollen, wenn ich Häuser zwischen Bäumen oder am Wasser sehe, ist ein Neidgefühl, Neid ist ein wichtiges Gefühl, weil es über die Gesellschaft nachdenken läßt, es ist gefährlich, wenn es in denen ist, die Geld für Waffen haben, das Besitzrecht ist oft wegen Gewalt und Erpressung, uns bleibt ein Stück ehemalige Fabrik, in der wir kein Hausrecht haben, darüber herrscht Schweigen, während man ein Geschrei in der Gesellschaft macht, wenn sich Mutter und Sohn lieben, als sei das nicht Natur wie Schwules, Lesbisches und als gäbe es keine Möglichkeit, das Erbmaterial auf Krankheiten zu prüfen, sie machen die Menschen beinahe kaputt mit Schuldgefühlen wie damals mit dem Ariernachweis, aber die, die Land mit Geld klauen, sind Ehrenmenschen, die Reichen könnten in der Wüste leben, weil sie das Geld für die Technik haben, Brunnen zu bohren, Kondenswasser zu sammeln, aber sie nehmen sich das Land, wo es nicht viel Geld braucht, das mit der Mutter und dem Sohn hat mir der Freund von meinem Mann erzählt, als sei das eine ihm fremde Geschichte, wenn es in mir wegen Unverständnis der Welt zu zerplatzen droht, mache ich das auch, ein Kunstwerk in Fantasie, das mir gegenüber fremd scheint, bis ich dünner, fast ausgezehrt geworden bin und wieder am Leben fressen will, Georg hing an seiner Leinwand wie an einer Angel, ich hing an ihm, ein Fänger hätte mich mitgeschnappt, ich riß mich los und wollte vom Weg abweichen, was verboten war, weil das ein Naturschutzgebiet sein sollte, es hätte mich vor der Strafe nicht beschützt, daß ich denke, daß ich Natürliches bin und mich gegen die Naturzerstörung schützen muß, ich habe gedacht, daß ich ihnen erklären könnte, daß ich als Frau hingefallen und zusammengebrochen bin und deshalb nicht bis zu den vorgeschriebenen Übernachtungsplätzen gehen konnte, die Nacht war aufregend, weil ein Gewitter dahin kam, wo ich auf einem Felsvorsprung am Wasser lag, und der Regen floß immer stärker schräg unter das Schutzdach, am nächsten Tag habe ich dem Flößer geklingelt, er wußte, daß er bei mir, die allein im Nieselregen zwischen den Felswänden hindurch wollte, nichts von diesen üblichen Unterhaltungen sagen muß, am Abend kroch ich vorsorglich in eine Höhle, ich habe sie bei Tag genau studiert, damit ich nachts nicht einen Toten finden kann, ich blieb vor dem Höhlenloch, so daß mir keiner einen reinlegen konnte, die Kerze brannte, ich blinzelte, schloß die Augen, aber dann war ich hellwach, weil ein Geräusch von vermutlich einer Fledermaus war, die ich nur als Schwirrendes und ohne Einzelheiten sah, ich sagte mir, daß Angst nichts nutzt, nahm eine Schlaftablette und habe das flackernde Licht ausgepustet, ich muß lange eingeschlafen gewesen sein, denn als ich in den Ort abgestiegen war, saßen die Leute in Freiluftgaststätten beim Mittagessen, auf den Tellern Krautreste und Knochen, sie sahen nicht sonderlich auffällig zu mir, aber ein wenig Unruhe war doch, ob sie mir heimlich aus den Augwinkeln hinterherschaun und so etwa mein Blut wollen, der Vater von einer Freundin in der Schule hatte gesagt, daß solche wie ich vergast gehören, das habe ich nie vergessen können, besonders weil er nett war und mir Kuchen angeboten hat, Gewerkschafter und Kommunisten sperrten meinen Mann aus, kündigten ihm fristgerecht und entließen ihn unter bewußter Ausnutzung fehlenden Kündigungsschutzes in Kleinbetrieben. Ich hatte in einer Mitgliederversammlung den Rücktritt des Vereinsvorsitzenden gefordert. Mein Mann wollte in einer Mitgliederversammlung über die Arbeitsweise der Gewerkschafter reden. Gewerkschafter dürfen Arbeitszeit in sozial- und kulturpolitisch relevanten Vereinen als Arbeitszeit abrechnen, im Arbeitsvertrag des Gewerkschafters stand, daß er Vorsitzender eines Vereins ist, das ist aber eine Wahlfunktion. Wer seinen Job bedroht fühlt, wird eine Bestie. Der Gewerkschafter sagte mir, daß es normal ist, daß ein Arbeitgeber einen Angestellten belügt. Er sagte, daß er ausgebildet ist und mein Mann keine Chance gegen ihn hat. Ein Rechtsanwalt stimmte dem zu. Es gibt keinen Kündigungsschutz in Kleinbetrieben. als ich verkrüppelt unter dem Dach wohnte, war die Spannung, ob die Schritte, die draußen im Hausflur sind, eine Gefahr sind, weil ich eine beständige ungenehmigte Demonstration war, wie sie sagten, die Ärztin erzählte, ihr Chef habe gesagt, sie dürfe mich nicht behandeln, sie untersuchte mich bis zur Zehe, Patienten warteten, sie demonstrierte, eine der Frauen, in die man eine Mutter fast reinverwandelt glaubt, hat mir gestanden, daß sie Schmerzen hat, wenn sie sich bewegt, ich hatte das nicht bemerkt, nur in Erinnerung, daß ihr Gesicht ab und zu starr ausgesehen hatte, der Arzt hätte gesagt, daß das aufhören kann, wenn sie gelähmt sein wird, sie will deshalb lieber den Schmerz wie ich, auch wenn er Angst auslöst, weil er als Warnzeichen gilt. Ich habe keine Schmerzen. Mit dieser Art Lebenshilfe muß ich mir wünschen, daß es anderen schlechter geht als mir, damit ich Übelkeiten ins Verhältnis setzen und mich trösten kann. Ich war bei den beiden Alten, bei denen ich Trauzeuge gewesen war, und konnte mir zeigen: Noch immer Plumpsklo in einem Haus mit Miete, die höher geworden war, das Sozialamt zahlt, die Mieter bleiben brav, sie haben mich beinahe nicht erkannt, sagten sie, er sagte Madam zu mir, aber ich glaube, das war nicht wegen der Hochachtung, sondern französisch, er scheint Sehnsucht nach dem Ausland zu haben, da könnte er dasselbe haben wie hier, sagt er, nur daß man es auf die Fremde schieben kann, wenn es nicht gemütlich ist, in der Heimat will man Gemütlichkeit, weil das Heimat ist, daß es gemütlich ist, er war betrunken, sie hat fast nichts gesagt, mir zum Abschied eine Negerpuppe geschenkt, die in einen Frauenschlüpfer als Puppenkleid gewickelt war, und die ich etwas ratlos in der Hand baumeln ließ, als ich auf den Straßen den Weg zurückging, ich konnte die Negerpuppe nicht in den Mülleimer tun oder auf die kalte Straße setzen, weil sie das rassistisch sehen, ich schenkte sie den Männern für ein Kunstwerk, sie haben sie in einen Kochtopf für Arme gesteckt. Wir installierten eine Untersuchungskommission. Ihr Vorsitzender verbrannte in seiner Wohnung, bevor die erste Anhörung gewesen war. In der Zeitung stand nichts, was daran zweifeln ließ, daß es Selbstmord war. Ich hatte Angst, daß eines Tages die Bremsriemen an unsrem Auto zerschnitten sind. Es hatte wie im Film ausgesehn, wenn Henna kicherte, Stimmungslieder von der Schallplatte im Hintergrund, und der Mann schreiend und mit zehn langen Fingern mit genauen Datumsangaben aus seinem Leben erzählte, ich habe diese Art Leben mit Bier, Zigarren bezahlt, die Katze saß dazwischen und sah hin, ich mußte mir angucken, daß die beiden inzwischen Besteck, eine Brotmaschine und Kartoffeln in einem Kühlschrank haben, und denken, daß ich mich bei ihnen nicht trösten kann, aber die Tapete fiel schon wieder von den Wänden, dabei hatte er Anstreicher gelernt, der Leim muß wegen dem Geldmangel zu verdünnt gewesen sein, ich sah jede der Pflanzen an, die kümmerlich standen, obwohl er sie täglich gießt, wie er sagte, aber die Wohnung ist dunkel, oder er gießt zuviel, aus Angst zu wenig zu gießen, während es um die Fabrik und in den Ritzen grün wuchert, und die Narbe auf dem Bauch von der Frau habe ich angesehn, sie hob den Rock, zog den Schlüpfer nach unten, ihr Mann hätte gesagt, daß sie mir das zeigen soll, ich weiß nicht, ob er dachte, daß ich heimlich Sozialfürsorgerin bin, ihr Kind sei in den Kriegsjahren erfroren, man habe ihr das Gebärzeug rausoperiert, weil sie übers Land gegangen war, ihr Vater hat ihr die Wirbelsäule zerschlagen, so daß sie nun ganz verzackt sein und in den Bauch stechen soll, das hatte ich nicht gewußt, das war ein gutes Gefühl, es nicht erlebt zu haben, ich habe gegrübelt, ob ich einen Mann mit Mikrofon und Kamera suchen und zu ihnen schicken sollte, weil sie beide nicht gewöhnlich sind und voll von Dankbarkeit, weil sie eine Wohnung mit fließendem kalten Wasser und einem Kachelofen haben, aber die Wohnung am liebsten für eine Fahrkarte verschenken würden, die anderen Menschen wollen sich trösten wie ich, aber es ist so mit diesen Leuten und mir, daß sie nichts haben als ihre Lebensgeschichte, und die möchten sie teurer verkaufen, als sie den anderen wert sein muß, denn es gibt viele, die in Uniform nach Hause kamen, die Schwiegermutter läßt sie nicht rein, sie schieben sie weg und sehen einen Mann über der Frau, der das Öffnen von der Tür nicht gehört hat, weil er sich laut bewegt. Wir holten das Auto aus der Werkstatt. Als wir am Berg standen, funktionierte die Handbremse nicht, eine Mutter vom Achsschenkel fehlte. Tage später lagen Einzelteile der Bremse in der hinteren Bremstrommel, weil die automatische Nachstellung verkehrtherum eingebaut worden war. Das ist protokolliert. Es scheint aber keinen Zusammenhang zwischen Gewerkschaftern, Autowerkstatt und TÜV-Prüfer zu geben. Es waren nicht wenige, die über die Grenze vom Staat, so wie der war, rauswollten, angeschossen wurden und an der anderen Seite aus dem Fluß und dann in einem Flüchtlingslager, das wieder wie ein Arbeitslager war, aus dem man täglich raus zum Straßenputzen ging, angelangt waren, aber jeder glaubt, daß das einzigartig war, weil er es tief erlebt hat, die Einzelheiten, die es aus dem, was austauschbar ist, holen könnten, haben sie vergessen, als seien sie nur Füllstroh gewesen, ich lebe oft auch nur ungefähr wegen keiner Uhr und keinem Kalender, aber die Einzelheiten vom Leben sammele ich, während bei ihnen das, was mit der Zeit zu tun hat, dreifach rumsteht, ich habe sogar meinen Geburtstag verpaßt, weil ich nicht hatte nachrechnen wollen, ich wollte nicht an meine Mutter denken, ich mußte nichts spendieren, bekam nichts geschenkt, bei dem ich zu verklemmt bin, es wegzuschmeißen und Angst habe, daß es beim Weiterverschenken, zu dem kommt, der es mir geschenkt hat, und hoffen muß, daß das einer klaut. Der Vater der Kinder sagte, daß er einen gut bezahlten Job fand und seine Kinder zu sich nehmen will. Die Kinder schmiegten sich an mich und sagten: Nun haben wir zwei Eltern. Wir werden Geld von ihm für euch klauen. Es tröstete nicht. Ihr könntet euch andere Kinder geben lassen, Sie geben Armen keine. Wenn ich zu einen Amt gehen muß, lausche ich, bevor ich mich am Morgen hinlege, wieviel Verkehr draußen ist, es ist eine Uhr, es ist nicht nur so, daß ich keine Arbeit Kriege, weil ich keine Wohnung habe, ich könnte mir keine Anschrift ausdenken, weil sie sie mit Amtsstempel bestätigt haben wollen, und billig helfen wollte mir niemand, weil der Name am Briefkasten den Vermieter behaupten lassen würde, ich wäre ein Untermieter, er würde Geld fordern, es ist, weil sie die Arbeiten mies bezahlen, sie können uns dafür untereinander austauschen, sagen sie, es wäre für mich kein Geldgewinn, sondern ein Verlust von Zeit und Gesundheit, ich könnte in der Fabrik, wenn ich am Tag gearbeitet habe und nicht noch am Morgen nach Alkohol stinken will, nur noch mit Schlaftabletten schlafen oder der Lohn ginge für die Wohnungsmiete von der einen Hand in die andere, ich hätte in meiner Freizeit den Boten gemacht, ich könnte um Zuschüsse zur Miete bitten, aber wenn ich betteln muß, wenn ich gearbeitet habe, kann ich das Arbeiten lassen und betteln. Ich fragte ihn, ob er uns die Kinder lassen würde, falls wir kein Unterhaltsgeld von ihm fordern. Er stimmte zu. Manche müssen für das Ordnungsamt Strafzettel für die ausschreiben, die ihr Auto nicht in die vorgeschriebene Ordnung gestellt haben, ich bin aber nur gegen die, die ihre Autos so breit auf Fußwege stellen, daß Frauen mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer vor die Autos müssen, oder vor Ausfahrten, sie bestrafen aber auch die, die nichts behindern, nur weil ein Schild aufgestellt ist, ich kratze denen, die im Weg sind, den Lack ausversehen an, das straft die Reichen, weil die anderen nicht so pingelig sind, weil sie pingelig nicht überleben könnten, ich muß es mit Vorsicht tun, denn ein Richter hat aus Angst um sein teures Auto eine Frau zu mehr als zwei Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilen dürfen, ohne daß ich weiß, was das für ein Mensch ist, der falsch parkt und warum er das tut, kann ich nicht Bußgelder einforden, denn ich hätte Verständnis, wenn er zu seiner kranken Mutter mußte, und kann den Armen nicht soviel Geld abfordern wie den Reichen, so daß die Armen hart bestraft sind, aber die Reichen für ein paar Opfergroschen die große Freiheit haben, sie stecken die Kontrolleure in Uniformen, im Theatralischen ist keine Scham, damit sie das Gewissen gegenüber den Armen verlieren, meine Muskeln verkrampfen, wenn ich in eine Uniform soll, sie beschützen brutal, wenn sie mich bedroht fühlen. Wenn die Kataloge der Versandhäuser gekommen sind, sitzen die Kinder und ich zusammen. Man darf Bestelltes zurückschicken. Wenn eine Tür offen steht und ein Arbeitsraum dahinter scheint, fällt es andererseits schwer, da nicht reinzugehen, und mit dem Arbeiten anzufangen, aber ich weiß, daß Ungeziefer wie eine Blüte aussehen kann, lauert und aussaugt. Ich bekomme täglich Werbeprospekte; ich muß nichts beantworten. Die von den Jobcentern sind froh, daß wir den Widerstand versuchen, denn wenn sie Widerstand versuchen würden, sagen sie, würden sie arbeitslos gemacht, es klang wie Neid, daß wir nichts zu verlieren haben, sie haben sogar ein Bild gekauft, Georg hatte schwarz-rot-gelbe Männekieken gemalt und einer von ihnen hat gesagt, daß das brennende Streichhölzer sind, das wollten sie in ihren Sitzungssaal und haben uns Geld gegeben, daß war wie eine Bestechung, damit wir im Widerstand bleiben, damit Menschen nicht tun müssen, was Roboter tun könnten oder nicht getan werden muß, was nicht getan werden muß, ein Mann kehrte die Wege eines Parkes, der gesäubert war, seine Arbeitszeit war nicht zuende, so daß er im Theatralischen leben mußte, ob er wollte oder nicht. Der Vermieter verteilte Fragebögen. Arbeitslohn: ein Lottoschein, Wenn wir im Lotto gewinnen, sind wir weg. Ich ging ins Theater, ein Mann, der sich bei uns zur Anregung umgesehn hatte, hatte gesagt, daß er mich einlädt, ich stand vor dem Tor und war zu verklemmt, zu sagen, daß ich von einem, der sich Regisseur genannt hatte, bestellt worden bin, weil er mich sonst für ungebildet erklären wollte, ich kaufte mir eine Eintrittskarte, sie war bezahlbar, weil das nur eine Probe sein sollte, die Abreißerin guckte genau hin, ob das Papier echt ist, möglicherweise war das wegen meiner Unsicherheit, mit der ich mich im Haus neugierig verlief, ich fand einen leeren Stuhl, auf den ich mich setzen konnte, es war eigenartig, daß die Bühne in der Tiefe war, als sei das eine Kampfarena, ich konnte gar nicht anders, als herabschaun, es waren Löcher in den Arenawänden, so daß die Kostüme weglaufen konnten und nichts zwischen ihnen ernsthaft gefährlich schien, ich habe den Mann, der gesagt hatte, daß ich kommen soll, gesehn, er hat Schnitt und Nächste Szene gerufen, beim ersten Laut ist mir eine Gänsehaut geworden, wenn er das, was ich sah, veranlaßt hat, hat er mir einen halbnackten Mann gezeigt, es war wie im Fernseher, wie dieser mit tierisch verzerrtem Gesicht die Frau, die seine Schwester sein sollte und hastig atmete, in den Armen hielt, der eine von denen, die hin- und hersprangen, so daß es laut polterte und ich die Hände hochtat, ohne es zu wollen, sprach normal, ein anderer künstlich und einer künstlerisch, deshalb war mir nicht klar, ob sie sich in verschiedenen Welten drin glauben, ich habe in der Pause Wein in mich gekippt, so daß ich das, was danach geschah, bekichern konnte, Mitleid hatte ich nicht, obwohl sich Bruder und Schwester liebten und am Ende waren alle tot, weil ich das schon aus den Zeitungen und dem Fernseher kenne, der fremde Mann hat mich nicht gesucht, so daß ich mich zuklappte, weil ich für die Kantine kein Geld mehr hatte, Trost war, daß der Abend mich zum Denken getrieben hatte, weil ich nicht kapierte, was das, das ich bezahlt hatte, bedeuten sollte, es ist ein Abenteuer, wenn man im Grübeln ist, Zufriedenheit war auch, weil es in der Fabrik, in die ich zurück mußte, nicht langweiliger ist und der Regisseur nicht so war, daß ich mich hätte verlieben müssen und nun Probleme hätte, weil man ins Theater Eintritt zahlen muß, früher war das auf dem Markt und die Zuschauer warfen nach der Vorstellung Geld in den Hut, jetzt muß ich einen Karton bezahlen, bevor ich in ihn reinsehen kann und habe kein Rückgaberecht, während sie die Kunst in der Fabrik, ohne zu bezahlen ansehen, ich habe den Theatern und Museen gesagt, daß ich das Geld, das ich als Eintritt bezahlen muß, mit Arbeiten verdienen können will, sie haben gesagt, daß Praktikanten alles unbezahlt tun, was getan werden muß, ich muß also lernen, die Plakate anzusehen und mir das auszudenken, was hinter Theater- und Museumsmauern zu sehen sein könnte, aber die Fantasien arbeiten mit Versatzstücken von Erinnerungen und speichern sich nicht als Neues ein. Wenn ich geträumt habe, habe ich etwas anderes erlebt. In Träumen kann ich fliegenich merke, daß Georg sich wünscht, daß ich wie in den ersten Tagen ausgehungert bin, wir küßten uns damals soviel, daß Muskelkater den Mund steif werden ließ, er hat zugesichert, daß er mich nicht verlassen wird, falls das mit der Trägheit anhält, aber er könnte nach einiger Zeit tun, was ich angeboten hatte, daß er es erzwingen kann, Ich werde dich nicht vergewaltigen, sondern vergewohltätigen, hatte ein Mann gesagt und die Frau schlug vor Ekel und Haß um sich, ich habe Angst davor, und als ich aufwachte, war ich gierig nach ihm, so daß er mir in Fantasien durch die Haut drang, er machte die Augen auf, aber da war nur noch Zärtlichkeit in uns, mit der wir Kunstwerke zurechtlegten, es sieht eigenartig aus, wenn sein brauner Arm durch meine weiße Kniekehle gelegt ist oder sein Kopf so zwischen meinen Schenkeln liegt, daß sein Bart mit meinem Schamhaar lang erscheint, ich dachte an den Mann aus dem Theater, es durchrieselte mich, die Natur ist grausam, ich will treu sein und dachte an einen anderen Mann und daß er mich anfaßt, um mit Georg in mich ziehen zu wollen. Der Draht an den Wäscheklammern war verrostet. Ich kaufte Klammern aus weißer Plaste, weil Weiß zu jeder Farbe paßt. Ich legte heute Strümpfe über die Leine, hängte Blusen, Hemden an einem Ärmel auf, unsicher, ob ich gegen das Geordnete oder nur müde war. Die Müdigkeit wächst, wenn man im Bett bleiben kann. Über Mäusefallenich kaufte Georg im Sonderangebot einen schwarzen Anzug, der eine Nummer zu groß ist, um ihn mir fremdartig zu machen, er wollte ihn gegen einen kleineren tauschen, aber es sieht lässig aus, als könnte er es sich leisten, weder ärmlich noch korrekt zu sein, er legte einen schwarzen Mantel über die Schultern, wenn er plötzlich schnell geht, fliegt der Stoff hoch, es sieht wie auf einem Werbefoto aus, das ins Leben geholt ist, es ist kein allgemeiner Reiz mehr zwischen uns, Orgasmen voneinander zu wollen, als würde die Natur glauben, daß ich bereits schwanger geworden sein müßte und nun für eine Durchmischung vom Erbgut fremder Samen in mich sollte, gegen den Trieb sind die Geschlechtskrankheiten, wir müssen einander fremd werden lassen, wenn Georg mir frech den Mittelfinger nach oben gereckt zeigt, kann das sein, daß mich der Gedanke, mich da draufzusetzen, reizt, manchmal sage ich das und seine Fantasie beginnt, aber gewöhnlich will ich nur über Haut streicheln, die glatt ist, matt glänzt, wie ich das von edlen Stoffen kenne, und die ein Kontrast zu der Fabrik ist, ich gehöre zu denen, die Männer mag, die schön, stark und klug sind und nicht voll von Minderwertigkeitskomplexen, mit denen sie hysterisch werden, und der Frau die Freiheit verbieten, Georg sprang über einen Zaun, um Rosen zu klauen, die ich hastig unter der Jacke verbarg, damit ihre Stacheln meine Haut berühren, es ist schön, kitschig zu leben, wenn es keine Verwandlung zur Folge hat Die Nachbarin stellte Gartenzwerge in den Hof, Sie standen im Keller. Sie sagte, daß sie kein Geld hat, in den Urlaub zu fahren, Die Zwerge sehen wie Kinder mit Männergesichtern aus. In Texten bin ich die Kitschfigur. Über BeruhigungstablettenWir haben dem Regen gelauscht, diese Tonarten haben zufrieden gemacht, wir saßen im Trockenen, die Blitze wurden so grell, daß ich geblendet die Hände hochriß, und Scheinwerfer von den Grenzzäunen, Verhören und Autos, die totfahren, sah, es war heiß gewesen und beunruhigend, zur Beruhigung etwas essen zu wollen, ich hatte am Vortag Maden aus dem kriechen sehen, von dem ich abgebissen hatte, und als ich Klamotten aufhob, weil die mir gefallen könnten, hingen Larven daran, so daß ich mich wie in einen Horrorfilm reinversetzt glaubte, in dem es für die Einschaltquoten noch panischer werden könnte, Georg saß auch verkrümmt, die Donner klangen wie Explosionen, ich sagte: Stoß mir die Unruhe zwischen die Beine, bis wir entspannt sind, er sagte: Komm mit, er wollte unters Blechdach, auf das er Blechtöpfe gelegt hatte, so daß Regen Musik machen kann, ich wollte nicht in das Unwetter, ‘Aber man muß so leben, als könnte es Abschied sein’, ich kämmte die Haare, färbte die Lippen rot, tat eine Plastetüte auf den Kopf und eine andere über die Schultern und ging mit einer halbgefüllten Mülltüte hinter Georg her, bis ich einen Papierkorb sah, ich war durchnäßt, stellte den Beutel hinein, drehte mich um, einer lief hinter mir her, aus Dankbarkeit zog ich für ihn schwarze Netzstrumpfhosen und rote Absatzschuhe an, es fiel im Liegen nicht auf, daß sie zu groß waren, weil die Vorgängerin groß gewesen war, und massierte ihm den Rücken mit vorsichtigen Tritten, bis er entspannt war, sich rumdrehte, einschlief, ich flüsterte: Mein Georg, es ist die Rücksicht, die uns verbindet. Die Schaumgummimatratzen sind eingerissen. Wir kauften im Sonderangebot neue. Zwischen uns ist eine Ritze, in die wir Flaschen stellen könnten. Wir können am Morgen nachsehn, wer zu wem gekrochen ist. Erinnerungen sind eingespeichert, wenn man sieht, sieht man gleichzeitig zurück, ich kann die Savannen Afrikas beim Spaziergang im Buschland sehen, weil ich in Afrika war, und wenn jemand sagt, daß sein Vater sein Arbeitspartner ist, sehe ich ihn ungläubig an, ich lauere auf ein Zeichen, daß er lügt, mein Vater hatte behauptet, er habe seinen Schlüssel verloren, mich gebeten, ihm meinen zu borgen, ich stand ohne Schlüssel, als das noch in den Papieren meine Hauptwohnung war, vor der Tür, klingelte bei den Nachbarn: Darf ich die Tasche bei Ihnen abstellen, ich habe meinen Schlüssel verloren, behauptete ich, eine fremde Frau sagte, ich müsse nicht nur ihn, sondern auch sie fragen, wenn ich meinen Vater besuchen will, da bin ich in Hysterisches gestürzt, Tee hat sie mir nicht angeboten, obwohl sie das Geschirr benutzte, daß ich meiner Mutter geschenkt hatte, als sie traurig war, weil alles angeschlagen ist und Risse hat, wie sie sagte, Ich glaube, diese Frau mag meine Beziehung zu dir nicht, sagte ich, mein Vater sagte, sie sei ehrlich und geradezu, Ich möchte das auch sein, ich will dich treffen, aber nicht, wenn sie da ist, Du hast mich und deine Mutter auseinandergebracht, und so etwas sagt er, obwohl meine Mutter aus Liebe zu ihm tot sein wollte, um ihn nicht anders verlassen zu müssen, und sagte, daß er sie vor die Wahl gestellt hatte Deine Tochter oder ich, sie sagte: Du gehst irgendwann von mir fort, ich konnte ihr nicht widersprechen, und aus der Wohnung hat er mich geworfen und beschimpft, daß ich zu schwach bin, die Familie zu verlassen, weil meine Mutter mich angefleht hatte, es zu ertragen, daß ich ihm nicht wiedersprechen darf, meine Großmutter hatte erzählt, ich hätte weinend vor dem Fernseher gesessen, sie hätte gesagt, daß dem guten Kind nichts passieren wird, ich hätte gesagt, daß ich will, daß auch dem bösen Kind nichts passiert, meine Mutter wußte, daß ich Sehnsucht nach einer Welt habe, die keine Märchenwelt ist, in der es böse Menschen gibt, damit es gute geben kann, daß sie mich als Sprachrohr benutzen kann, damit er es weiß und es anders werden könnte, sie hat ihn Minuten vor dem Schlußstrich gefragt, ob er ihr wieder gut sein kann, er hat nicht sagen können, daß er ihr das verzeiht, daß sie geklagt hat, weil er an den Feiertagen arbeiten wollte, da hat sie den Schlußstrich gezogen, ich hätte über seine Unterstellung lachen können, mir ist zum Heulen, ich habe beschlossen, lieber Vollwaise zu sein, als so einen Vater zu haben, und mir den Abschied erträglich gemacht: ich legte mich hin und erinnerte mich an jeden Schlag, sie saßen an meinem Bett und stritten, wer mich behalten wird, weil sie sich trennen wollten, ich betete zu Gott, daß alles gut werden wird, sie ist tot, und der Vater sagt, daß ich sein Leben vergifte, jeder Besuch, jeder Zettel sind giftig, sagt er, er hört nicht, was ich sage, oder er hört das, was ich nicht sagen will, im Inneren suche ich eine Familie, wenn ich auf dem Schoß von Georg sitze, ihn auf den Mund küsse, ist das wie ein Saugen an der Mutterbrust, wenn ich die Beine um seinen Bauch geschlungen habe und einschlafen will, fühle ich mich mütterlich, weil sein Kopf auf meiner Brust liegt, als wäre er ein kleiner Junge, wir leben vom gleichen Geschirr, ‘Das ist meine Familie’. Ich kaufte im Sonderangebot Tulpen. Ich schenkte sie meiner Schwiegermutter und sah lange hin. Über Luftblasen im SuppentopfIch habe die Hauswirtschaft übernommen, weil er im Technischen stärker war, und ich in die Idiotenrolle gekommen wäre, wenn wir getauscht hätten, um nicht in einer Tradition zu sein, ich wische das Geschirr mit Zeitungspapier aus, es ist blöd, daß ich das tun muß, wenn ich mich satt zurücklehnen will, Kartoffelsuppe kann man trocknen lassen, weil sie wie eine Folie wird, die man abziehen kann, wenn ich angeschlagenes Geschirr weggeworfen habe, dachte ich, daß andere Menschen wegwerfen, aber es ist schwer von angeschlagenem Geschirr zu essen, wenn man sich angeschlagen fühlt und das wie ein Spiegel ist, man kann die Seele nicht schminken, wenn Schimmel in die Reste gekommen ist, ist Scheu, das Geschirr wieder zu benutzen, aber der, der den Ton und die Holzkohle dazu hat, damit ich neues formen und unter nassen Zeitungen brennen könnte, ist geizig, wenn ich ihm zuviel Geld dafür zahlen soll, könnte ich mir das Zeug vom Markt kaufen, von den Müllkippen nehme ich nichts oder benutze es nicht, bevor ich es stundenlang ausgekocht habe, während ich einen Schirm, den ich aus einem Container zog, gleich aufgespannt habe, Frischwasser in Flaschen ist teuer, deshalb trinke ich das aus der Wasserleitung der Fabrik, ich rede mir zähneknirschend ein, daß mich das nicht nur gefährden, sondern abhärten kann, Obst schäle ich vorsorglich, manchmal fressen die Karnickel und Meerschweinchen die Schalen nicht, es muß etwas dran gewesen sein, weil sie die Maden vergiften wollen, wir sind Fleisch wie sie Wir kauften einen Wasserfilter, weil das Becken von Wassertropfen giftgrün wurde. Es könnte radioaktive Stoffe rausfiltern, ein Arbeitsloser hatte gesagt, er wolle Zyankali ins Trinkwasser kippen, falls man ihm keine fair bezahlte Arbeit geben wird. liebes Mäusekieken, ich bin nicht dicker geworden aber schwerer, als würde ich verkalken, wenn die Kalkschale ums Hirn dick genug geworden ist, habe ich nur noch Erinnerungen, das ist wie im Knast oder Traum. Über die Schlagkraft von MückenbeinenGeorg will die Kunstwerke nah bei uns haben, damit sie keiner zerstört, so daß ich im Traum in einen Käfig gesperrt, der mit Eisenspitzen verziert war, war, die bei jedem Wort, das ich sprach, dünner und länger wurden, ich brach sie ab, die Stäbe wuchsen nach, ich bewege mich vorsichtig, ängstlich, weil ich nichts zerstören will, ‘Aber ich zerstöre mich’, Georg hängte schwere Steine an dünnen Stricken über unser Bett, eine Eisenstange fiel von der Decke, sie streifte meine Schulter, Ich ertrage es nicht, es tut weh, Du hättest nicht an den Draht kommen dürfen, der Fleck da sieht interessant aus, sagte er, auf deiner Stirn wie ein Vogelschnabel, ich stand auf, griff zum Pinsel, tauchte ihn in Farbe, klatschte Flecke auf das Bild, an dem er arbeitete, Die sehen gut aus, nicht wahr, er starrte mich an, soll ich sie übermalen?, das kommt öfters vor, daß ich vor meinem Aufschrei abgehauen bin, ich hatte als Kind ein nacktes Spatzenjunges gefunden, gefüttert, in den Haarknäuel gesetzt, es nachts auf Gras getan, es war am Morgen tot gewesen, ich hatte ihm helfen wollen und Fehler gemacht, wenn ich in den Bergen angelangt bin, sitzen Vögel in Latschenkiefern, fliegen davon, es war Lust und Angst, zu schreien, als könnte ein Echo Schutzmauern zerbrechen, die mich zusammenhalten, ich sah von der Bergspitze ins Tal, ich hatte die Sehnsucht nach Menschen, ohne zu wissen, wozu, ein Steinbrocken ist ein Tisch, ich legte Brot drauf, die Flasche wurde Windpfeife, Vögel setzten sich in Wandspalten, als der Nieselregen begann, Nebel aufkam, wurde die Welt um mich klein, ‘Du brauchst ein Felsloch’, in ihm war es feucht, als Wind den Nebel zerriß, sah ich ein Wegzeichen, bis die nächste Windbö kam und ich wieder ein Wegzeichen sah, nach einiger Zeit war vor mir Dunkles, ich bin in eine Kirchenkapelle reingegangen, weil das nichts kostet, aber es war kalt drin, deshalb ging ich in das andere Haus und mußte einen Tee bezahlen, ich hatte Hemmungen, mich an den Tisch mit Leuten zu setzen, ich hatte kein Gespräch davon, saß und dachte, daß der Gletscher im Dunst endlos ausgesehn hatte, und wartete in einem Trockenraum, den ich, als mir der Wirt die leere Teetasse weggenommen hatte, so daß ich eine neue hätte bestellen und bezahlen müssen, um Gast sein zu dürfen, fand, bis die Sonne fast wieder schien und das Holz von toten Büschen beinahe getrocknet war, lief raus und vom Weg, damit es nicht langweilig wird und ich Geschichten ausdenken muß, um die Unruhe in die Gestalten zu vertreiben, ich kletterte zum Bach, das Holz giekelte, der Wind schien aus allen Richtungen zu wehen, jedes Streichholz ging aus, ich mußte die Tütensuppe als mehlige Klümpchen in Wasser, das ich im Mund anwärmte, essen, der Gletscher leuchtete nun so hellblau, daß um mich Waschmittelwerbung schien, unter dem Eis Hohlräume, aus einem Felsloch stank es, als wären Leichen drin, ich habe das nicht genau untersucht. Ich war in den Bergen. Mit Mann, Kindern. Graue Schmetterlinge flogen von grauem Stein, umflatterten uns, ‘Wie im Märchen’, Ich sah eine Ringelnatter und wollte sie fangen, Das war eine Kreuzotter. Der HöhlenhaiMein Mann hatte mich in ein Loch reingezogen, ‘Im Felsen ist der Himmel aus Stein, das Ganggewirr ist wie das Innere eines Ungeheuers, die Wände sehen hautfarben aus’, Jacke, Hose wurden naß, die Muskeln zuckten wegen der Kälte, ich nahm die Warnung ernst, ich zog das Seil unter den Armen durch, verknotete es über der Brust, griff mit den Armen durchs Loch, zog mich nach oben, die Füße hatten keinen Halt, Ich ziehe dich, sagte er, der Brustkorb ging zusammen, ‘Das wird Ohnmacht’, Laß runter, ich laufe von schräg an der Wand, ‘Falls ich abrutsche, schlage ich wie ein Pendel in die Tiefe, der Strick könnte die Arme rauszerren, Schlimmeres nicht’, ermutigte ich mich, ich kam hoch, der Fuß von ihm schlug an meine Nase, sie schwoll, ich sah am Abend im Spiegel ein anderes Gesicht, das ist seltsam, wenn man innen nicht verändert ist, Falls wir hier oben bleiben, will ich Glühwürmchen züchten, damit ich im Eingang der Höhle Abenteuerbücher lesen kann, wir würden uns rasch daran gewöhnen, wenn das unser Zuhause wäre und Sehnsucht nach Abwechslung haben, Blick zur Mondsichel, sie schien zur Erde zu sinken, verschwand, ich kreischte leise auf, ‘Als säße ich auf einem Karussell’, drüber waren Flugzeuge, als wäre irgendwo Krieg Zwischen den Felsbrocken Löcher, wenn ich einen Stein runterwarf, schepperte es. Leere Büchsen. Nach drei Wochen war die Urlaubszeit um. ‘An deinen Mann erinnern könntest du dich bequemer im Bett’, ich sah um mich, versuchte Gesichter und Tiere im Felsstein zu sehen, mich weniger allein zu fühlen, bis ich sie sah, ich wurde unsicher, ob sie mir gefährlich werden könnten, der Weg wurde schmal, ‘Tierpfad’, endete an Fels, ich mußte klettern, springen, der Fels war feucht, ich fuhr mit der Hand über Stein, sie wurde dunkel, ich leckte nicht und stieg in ein trockenes Bachbett, ängstlich, daß ein Stein kippen könnte, den Fuß ausrenken, ein Sturzregen begann, ich vergaß Durstgefühl, weil es so goß, kauerte mich in Gebüsch, ein Astgewirr ist kein Dach, fror, lief weiter, wenn ich stehen blieb, sah ich die Sonnenbrille auf der Brust springen, das Herz klopfte, ich hätte gezackte Blitze sehen können, ich achtete auf den Weg. Das Leben ist kurz‘Vielleicht sah sie jemand, stieg ins Tal, erzählt, vielleicht sitzt eine Frau in einem Rollstuhl, hört zu’, die Frau, die mich als Erzählerin benutzt, hat mehr Sehnsucht nach Menschen als Angst vor ihnen - Sie ging auf eine Insel im Fluß, die mit dem Festland verbunden ist. Auf ihr steht eine Fabrik, in der eine ARTwelt entstehen könnte. Schneeflocken fallen. Man muß derb auftreten, Die Schlange hält bereits Winterschlaf, aber im Hirn ist, daß es hier Schlangen gibt, Wir könnten sie in heißes Wasser werfen, vielleicht schmeckt ihr Fleisch, manchmal bin ich starr vor Angst, daß ein Mann, das so redet, mich töten könnte, ich erinnere mich an den Druck von Georgs Finger um meinen Hals, als er gekommen war und mich von hinten umarmte und mit Angst dafür bestrafen wollte, daß ich zur Abwechslung von ihm in die Berge gegangen war, um die Sehnsucht nach ihm zu fühlen und ihm innerlich nah zu sein, ich sage mir dann, daß es egal ist, wann ich sterbe und manchmal ist mir, als legte ich meinen Hals zwischen seine Hände, um ihm zu beteuern, daß ich ihm vertrauen will, ich zog ihn aus, strich ihm über die Haut, trat einen Schritt zurück, er sah hilflos aus, nackt zwischen Sachen, die auf einem Boden lagen, der naß war, Wasser tropfte von der Decke, Ich habe jetzt Hunger, sagte ich, nach dem Essen liefen ich mit meinem Mann weit und in einen See, er war so kalt, daß wir nur Züge schwammen, aber es wurde Gefühl von Sauberkeit, als hätte sich die Haut in der Kälte zusammengezogen, Dreck abgestoßen, ich machte die Augen auf und war in der Fabrik. Ich mache die Augen zu und bin zwischen farbigen Klecksen, die sich zu Räumen und Figuren verdichten. Auf Sein reimt sich BeinEiner war in die Fabrik gekommen, der schüchtern, aber auch weltmännisch war, so daß wir ihn irritiert ansahen, die Zähne waren weiß, die Fingernägel dreckig, seine Haut sieht aus, als habe er Aussatz, Mückenstiche, sagte er, dort, wo er wohnt, muß die Luft so schlecht sein, daß es keine Mücken gibt, wir haben die gute Luft und müssen uns zum Schutz mit stinkendem Zeug einschmieren, er erzählte, daß er eine Arztpraxis hätte eröffnet haben müssen, um die Zinsen von Krediten bezahlen zu können, das Haus wurde aber von den Mietern nicht geräumt, Ich müßte sie vor die Tür setzen lassen, im Traum hielten mir kreischende Weiber nackte, heulende Kinder hin, er stieg in das Auto nicht ein, mit dem wir ihn nach Hause fahren wollten, Das ist ein Wrack, Arrogantes Schwein, er sagte, er hätte für den Kredit eine Lebensversicherung abschließen müssen, die so hoch ist, daß er unterschreiben mußte, daß er in kein altes Auto und in kein Segelflugzeug einsteigen wird, und drin gefangen ist, Meine Kinder würden sonst Schulden erben, Übertreibst du nicht, sie könnten die Praxis verkaufen, er sah mich an, Du hast vielleicht Recht, ich bin einen Schritt von ihm weg, weil er so nett lächelte, wir können solche Leute, die eine Wohnung haben, jederzeit rausschmeißen, deshalb gehen wir entspannt mit ihnen um, auch wenn man das durchschaut, daß man wie eine Droge oder ein Pornofilm benutzt wird, wir kRIEGen von ihnen zur Entschädigung eigenartige Begebenheiten, weil sie den Blick des Fremden haben, Diese Fabrik ist wie eine Gebärmutter, sagte er, ich setzte mich, drückte die Knie an die Brust, steckte den Daumen in den Mund, fragte quietschend: Hätte ich einen Schwanz am Arsch, könnte ich im Wasser leben, diese Episode hätte ich verpaßt, wenn er nicht gekommen wäre, anders ist das Gefühl bei denen, die erzählen, daß die Freundin von ihrer Frau die Wohnung verloren hat, seine Frau habe die Freundin in die Wohnung genommen, er könne aber nicht mit einer Frau zusammenleben, die Männer als Feinde ansieht und so redet, als könnte sie ihn heimlich vergiften, er zeigte auf Leichen in der Bildzeitung, sein Blick fragte, ob wir die Verantwortung übernehmen wollen, er hatte die Schultern nach vorn, krümmte den Rücken, so daß er bereits geschrumpft aussah, so einer hat dann nichts als eine Ecke bei uns, wir seufzen, aber es ist ein Stöhnen Josefa redete schon in der Tür. Ein Mann habe gesagt: Ich war verklemmt. Du machst mich frei. Er habe sie geküßt, sei gegangen. Sie habe ihn später jedesmal mit einer anderen Frau gesehn, ‘Das ist also seine Vorstellung von Freiheit.’ Bist du anders als er? Sie habe seine Hand berührt. Er habe gesagt, daß er darauf gewartet habe. Die Frau, mit der er zusammenlebe, habe gesagt, daß er Josefa nicht wiedersehen dürfe, ´Gut; stehst du, wenn das mit der Eifersucht aufgehört hat, mit einem Blumenstrauß vor der Tür. Aber kapieren tue ich nicht, daß sie gegen mich ist, mit anderen hast du Sex´, ´Sie macht mich zum Hampelmann´, ´Dann hätte sie das.´ Josefa habe ihm ihre Ohrringe für seine Frau gegeben. Er habe sie als sein Geschenk ausgegeben, Das enttäuschte mich wieder, es fiel mir schwer, mir das anzuhören. Die Nachtigall macht ein Geräuschein anderer Mann hat mit Fremdwörtern geredet, ich habe ihn nicht leiden können, weil ich mir das übersetzen muß, diese Verzögerung im Hinhören ist wie eine Mauer, zur Unterbrechung wollte er tierisch sein, er lief eine Weile halbnackt, andere haben das nachgeahmt, ich war zwischen ihnen und fand nun andere Männer schöner als früher, wo das Urteil nach den Gesichtern, Klamotten und Reden gegangen war, seine Beziehungen zu mir habe ich gemerkt, weil er das mit dem Nacktsein tat, nachdem ich mich über seine verklemmte Redensart beschwert hatte, und weil er ein Foto von mir, ich hatte im Regen geduscht und er das geknipst, mit seiner Sicht verändert hat, mal malte er Stahlspitzen auf meine Brüste, auf einem anderen Bild steckten meine Füße in einer tönernen Stadt, ich hätte demnach eine Stadt zerstört, wenn ich mich bewegt hätte, seine Hauptarbeit aber war, daß er vergoldete Rahmen gefertigt hat, die geschnitzt und schwer waren, wenn er etwas dazwischenhing, sah das bedeutsam aus, einmal las ich eine Zeitungsseite über Froschsterben, nur weil sie im Goldrahmen hing, gekauft wurde diese Art Kunst nicht, weil man sie nachahmen darf, das war verrückt, daß er fast immer zwischen uns war und nie Geld hatte, aber ich sah ihn in einem Café und als ich ab und zu nachguckte, war er oft dort, es hatte rote Plüschsessel und weiße Spitzendeckchen, das Teure auf der Preisliste hätte mich draußen gehalten, ´Vielleicht spart er sich das ab, daß das manchmal um ihn sein kann wie bei seiner Großmutter in der Stube´, ich habe deshalb nichts geklagt, wenn er sich wieder ein Stück Brot borgen kam, obwohl er Kuchen gegessen hatte, ich habe für solche wie ihn mit Möbeln vom Grobmüll Ecken in der Fabrik eingerichtet, in denen man sitzen und seine Flasche Bier wie in einer Kneipe oder einem Café trinken kann und keinen Aufschlag zahlen muß, in der anderen Ecke sind Küchenmöbel, in einer anderen ein Schlafzimmer, der Mann mit den Fremdwörtern legte sich zwar mit einer Bierflasche in eins der Betten, aber er hielt einen Vortrag über die Sprache, als sei er in der Universität, ich hörte mir das ratlos an, wie man dem Vater zugehört hat, ich denke fast täglich an ihn, der mein Vater ist, als hätte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich ihn hasse, weil er kein Vater sein will, ich will ein gutes Verhältnis zu ihm und suche deshalb die Schuld bei mir, weil ich mich verändern könnte, die Leute reden so, daß man verklemmt wird, den Kindern zu sagen, daß sie, auch wenn sie nackt sind, schön aussehen und daß sie nicht böse sind, wenn sie nicht völlig gehorsam sind, mein Vater war selten zärtlich zu mir, ich weiß nicht, ob das trauriger ist, wenn man zuviel begehrt ist oder nicht. Ich hatte während dem Gespräch mit Josefa zuviel getrunken, und da war das Bett wieder ein Piratenschiff und schwankte. Aber mir war dabei so übel, daß ich nicht ausdenken konnte, wie das weitergehen könnte, frei sein zu wollen, gejagt zu werden. Über geplatzte SchornsteineEr hatte meine Mutter auch vor Fremden zurecht gewiesen, wenn sie keine Wunschvorstellung war, ich war unterwegs nach Brötchen auf eine Beerdigung getroffen, sie strahlte Gemeinschaft aus, ich lief in sie und mußte Grinsen, als ich dachte, daß sie sich Geschichten ausdenken werden, was ich mit dem Toten zu tun gehabt haben könnte, über den Toten erfuhr ich nichts, die Totenrede war auswendig gelernt, sie hätte auch für mich oder den Totengräber sein können, falls wir in die Holzkiste gesteckt worden wären, ich dachte an meinen Mann und meine Mutter und daran, daß es anders ist, wenn Erinnerungen sind, ich war nicht zu den Beerdigungen meiner Mutter und von meinem Mann, weil ich nicht hatte glauben wollen, daß sie tot sind, ich bin zu den Gräbern hingegegangen, während ich spazieren ging, und habe gefühlt, daß Friedhöfe Grünflächen sind, aber der Nieselregen hörte auf, als ich ins Grab der Mutter stocherte, um Blumenwurzeln hineinzustoßen, die Sonne brach durch die Wolken, und als ich wegging, fing der Regen wieder an, da habe ich gegrübelt, ob ich ein gutes Gewissen ihr gegenüber haben kann, so wie ich lebe, denn ich lebe so, weil sie sich ermordet hat, Vater nahm eine Ersatzfrau, ich lernte eine Frau, die an der Bushaltestelle stand, kennen, weil sie meiner Mutter ähnlich sah, sie hatte die gleiche Kette um den Hals, so daß ich geschwätzig wurde, ich erkannte, daß sie Schauspielerin sein muß, denn plötzlich war ihre Stimme in der einen Ecke von der Fabrikhalle, ich zuckte zusammen, merkte, daß das aus einem Fernseher kam, sie war nicht zu sehen, sondern eine Fremde, die für Geld die Beine spreizte, ich war verblüfft, daß die Frau so sprechen kann, Mißtrauen ist, ob man nur so genau reden kann, wenn man das durchlebt hat, aber sie ist vermutlich sehr empfindsam, denn als sie mir eine Lederjacke gab, sagte sie, daß man Pflegetöchtern Geschenke machen will, sie nannte mich Pflegetochter, damit ich von den Geschenken nicht gedemütigt bin, sie hat erzählt, daß man sich nach dem Krieg Schauspielrollen mit Schnapspackungen erkaufen konnte, Aber ich mußte sie aussaufen, bevor ich Mut hatte, mich anzubieten, sie habe Texte gelernt, vor dem Theater gesessen, gehofft, daß ein Schauspieler nicht kommt, sie seine Rolle übernehmen kann, sie hatte keinen Schauspieler kidnappen lassen, sondern geduldig gewartet, vielleicht wurde sie Schauspielerin, weil sie streng erzogen war, wenn sie spielt, darf sie kichern oder vor Wut kreischen, ein Schauspieler, der zu uns abgestiegen ist, erzählte andererseits, daß der Mann, der ihm befohlen hatte, wie er zu spielen hat, ihn in Verhältnisse gezwungen hat, denen er normal im Kopf ausgewichen wäre, Das ist ein Abenteuer, später habe er in ähnliche Rollen gemußt, Das ist langweilig, sagte er, es sei nur noch die Abwechslung, wie lange die Zuschauer klatschen, wenn er auf der Bühne steht, wie das sonst im Leben nie ist, daß man etwas tut und alle sehen hin und klatschen, ich dachte dann, daß es die Kunst möglicherweise nur gibt, weil es die Sehnsucht gibt, anders zu leben. Ich ging in eine Galerie, die Bilder wirkten schrill. Als ich auf Bilder sah, die weniger grell gemalt waren, empfand ich nichts mehr. Ich bin sein Zuschauer und gewöhnlich zu allen nett, weil sie Familie suchen, ich hatte kein Kleingeld, aber die Klofrau war nett, weil ich sie bat, kostenlos pinkeln zu dürfen, ich war dankbar, daß ich pinkeln durfte, und sie war dankbar, weil ich dankbar war, ich gehe durch Kaufhäuser und in Beratungsbüros, weil es drin warm ist wie in der Küche meiner Eltern war und ich die Abwechslung brauche, weil sonst in der Erinnerung die Zeit verloren scheint, weil sich das Ähnliche übereinander ins Hirn speichert, eine Frau vom Einlaß ins Museum ließ mich ohne Eintrittszahlung rein, nachdem ich stundenlang neben ihr gestanden, Familienangelegenheiten angehört und in den Raum gesehn hatte, so daß wir in ein Dienstleistungsverhältnis gekommen waren, ich habe das drin wie eine Kirche genossen, die Bilder schienen Fenster mit bunten Scheiben, ich wollte mich entspannt machen, um rauszuKrIEGen, ob sie mir gefallen, wenn sie mit unbekanntem Namen über dem Sofa von einem Wohnzimmer hängen würden, und ich nicht nur wegen dem Berühmtgemachten um mich glücklich bin, es gelang nicht, ich war auch in einem anderen Museum, dort mußte ich Eintritt bezahlen, so daß ich das Geld nur ableben konnte, in dem ich den Ausstellungsraum vom Fußboden aus ansah, auf das Geräusch vom Lüfter und ein Ticken lauschte, in einem anderen Raumteil war eigenartige Musik, wie man sie aus dem Bauch singen kann, Bilder wurden mit Projektoren an die Wand geworfen, die Töne reizten zum Tanzen, mein Schatten machte Bildteile unsichtbar, Angst war, jemand könnte mir zusehen und alles würde theatralisch, wenn das nicht im Vertrag ist, ist man im Verrückten, Kaufhäuser haben keine Eingangsbarrieren, auch wenn man dort die Interpretation von Dedektiven im Hinterkopf haben muß, ich halte das wegen der unnatürlichen Belüftung und Beleuchtung zwar nur eine Stunde aus, aber ich lerne dabei, wie das ist, auf den Zehenspitzen eines Fußes Rolltreppe zu fahren, was ein Einfamilienhaus kostet, wie man das finanzieren könnte oder wie es am besten ist, in den Urlaub zu fahren, oft sind die Leute so, daß ich nicht sagen will, daß ich nun gehen und mir das überlegen muß, bevor ich den Vertrag, den sie mir vorlegen, unterschreiben kann, in der Fabrik ist die eine Wand von unserer Wohnung aus bunten Katalogen geworden, sie schützen vor Kälte, wir stellten Fensterrahmen aus Abrißhäusern dazwischen, in mir sind jedesmal andere Kauf- und Reisepläne, das ist kostenlos, daß man sich den Strand mit Prospekten und Erinnerungen vorstellt, Georg kauft und bucht auch nichts, weil er glaubt, daß er berühmt und überallhin eingeladen werden wird, ich soll geduldig warten, sagt er, sein Onkel sei ein Maler gewesen, Er erhielt immer irgendwo Essen, Quartier, wenn man ihn habe wegschicken wollen, habe eine Andeutung genügt, daß er berühmt werden könnte, er genießt das andererseits, glaube ich, noch nicht so berühmt zu sein, denn er will seine Kunstwerke gar nicht verkaufen, auch wenn er ohne Unterlaß davon redet, er sagte einmal, daß sie für ihn Kinder sind, das war mir pathetisch und hat mich als Frau gekränkt, Die Gartenzwerge liegen erschlagen, ein Junge: Sie standen im Weg. er hatte, um Geld zu verdienen, den Auftrag angenommen, ein Bild zu restaurieren, er hockte vor ihm, schabte, rührte Farben an, strich sie auf, in der Nacht weckte er mich, sagte, daß er das Bild zurückbringen wird, weil er kein Fälscher sei, er könne nichts nachahmen, Morgen, Ich kann sonst nicht schlafen, wir trotteten durch die dunklen, eisigen Straßen, ein Auto quietschte, Ausweiskontrolle, Einsteigen, Polizeirevier, Soviel ist das Bild nicht wert, wie ich Schadenersatz von Ihnen für die Freiheitsberaubung fordern werde, der Besitzer vom Bild war telefonisch nicht zu erreichen, Georg ließ das Bild auf dem Revier stehen, er kann also keine Auftragsarbeiten machen, er grübelt, wie er Geld verdienen könnte, weil es für ihn grotesk ist, hart zu arbeiten, die Leute tanken an seinen Bildern Energie, aber weil sie durchs Hinsehen aufgetankt sind, kaufen sie nichts, und er muß um Sozialfürsorge betteln, er zeigte mir Steine, die nach dem Regnen glänzten, Sie werden trocknen, grau. Man müßte Glas zwischen sie gießen, Glanz erhalten können, es würde Leuten wie meiner Mutter gefallen, immer dasselbe, ich sah Gänsehaut auf seinem Arm, der Stein auf dem Grab meiner Mutter aber ist so, daß die Schrift im Regen verschwindet, im Trocknen sichtbar wird, das scheint mir lebendig, ich sagte, daß er Spucksteine verkaufen könnte, sie glänzen, wenn man draufgespuckt hat, drin ist das Erbmaterial, das registriert werden könnte, manchmal bin ich gegen die Kälte, die oft nicht nur aus fremden Sehnsüchten dringt, sondern in der Luft ist wie Regen, in einen Imbiß gegangen, um einen heißen Kaffee neben einer Heizung zu schlürfen, eine Frau mir gegenüber war schön, wenn sie den Mund aufmachte, sah ich braune, verfaulte Zähne, ich fragte nichts, sie verstand mich und sagte, daß die Krankenkassen einem Blinden einen Blindenhund verweigert haben, weil ein Mensch nicht weit gehen müsse, um sich etwas zu essen kaufen und überleben zu können, Sie könnten sie gleich ins Lager Stecken, sie sagte, daß eine Ministerin gesagt habe, daß die Mütter, die arm sind, ihren Kindern gesunden Eintopf kochen sollen, ´Die Zähne verkümmern, wenn man nichts zu beißen hat, das war im Krieg so, daß jeder ab und zu Eintopf essen mußte, damit genug Essen für die Soldaten an der Front bleiben kann, sie hat dann auf die Titelseite einer Bildzeitung am Kiosk gezeigt, die ein zerschlagenes Kind zeigte, Die, die keine Arbeit haben, kriegen keinen Kindergartenplatz, das hält man nicht aus, wenn man keine Großmutter hat, Und du? fragte ich, Ach, leck mich! sagte sie und drehte mir den Rücken zu. Früher war Konjunktiv in mir wegen der Angst, daß ich Lust zum Leben KRIEGen könnte, aus der Verkrüppelung wollen und politisch erpreßbar sein. Ich sage nicht: der Hocker stützt meine Füße. Sondern: Ich lege die Füße auf den Hocker. Der Wein fließt in mich, ich trinke Wein. Der Bus fährt mich, ich fahre mit dem Bus. Ich mag die Sprache, in der ich tätig scheine. Ich weiß nicht, warum fremde Menschen zu mir reden, ich hatte die Auskunft anrufen wollen, ich wählte die ersten zwei Zahlen, da hörte ich aus dem Telefonhörer, wie eine Frau sagt, daß das Leben zur Zeit für sie fast ein Roman ist, sie habe in die Akten von Architekten geguckt, als die zum Frühstück waren, sie habe bemerkt, daß nach der Renovierung kein Kindergarten mehr geplant ist, doch bevor sie einen Skandal hätte ausrufen können, wäre eine Räumungsanordnung gekommen, Sonst muß das alles hier auf den Müll, sie hätten Spielzeug und Möbel in den Schuppen tragen, mit den Kindern in einen Raum von einem anderen Haus ziehn müssen, während das Gespräch verlief, sagte sie: Das kann ich dir am Telefon nicht erzählen, und die andere Frau fragte, als sie sagte: Bei meinem Mann im Betrieb lügen die Chefs auch alle, ob sie allein im Zimmer ist, daran habe ich gemerkt, daß sie Angst haben und war gerührt, wie sie sich trösteten, Mir ist übel, ich kann nichts mehr essen, Du mußt für uns stark sein, ich wollte ihnen Tröstendes sagen, aber ich kriEGte kein Wort über die Lippen, weil ich dachte, daß sie dann einen Schreck kRIEGen und unruhiger schlafen, ob das schon wieder Anfang von Schrecklichem in ihrem Leben ist, ich fragte die Frau, die ich beim nächsten Anrufen erreichte, ob sie Leute von der Zeitung für solche Notfälle, daß die Kinder vertrieben werden, weil Eigentumsverhältnisse herrschen, kennt, sie sagte, daß ich mich strafbar gemacht hätte, weil ich den Hörer nicht sofort wieder hingehangen, sondern in fremde Geschichten gelauscht habe, bevor die Mauer gefallen war, habe ich alles von dem, was mir erzählt worden war, so erzählt, als hätte ich es mit dem Rücken zu den Menschen gehört, damit ich glaubhaft sagen konnte, daß ich nicht weiß, wer den Polizeiübergriff erzählt hat. Es stand in der Zeitung: Sie zwangen eine Bürokauffrau, in einer Fischfabrik zu arbeiten, obwohl Fischverarbeiterinnen arbeitslos sind. Zikaden lärmenIch darf Hinhören, Hinsehen nicht lassen, solange ich mich nicht in die Innenwelt zurückziehen will, sie erscheint mir zu leer, ich will mehr Episoden vom Leben, die ich als Material für Fantasien ablagern kann, aber wenn man kein Geld hat, ist man in den Orten, die nichts kosten, gefangen, sie haben die Legende zerstört, daß der, der bereit ist, mit wenig Geld zu leben, sich zur Entschädigung in der Welt rumtreiben darf, denn, wenn man wenig Geld kriegt, kann man nichts sparen und wenn sie Sozialhilfe geben, machen sie die Welt zu einem Konzentrationslager, du darfst es ohne Erlaubnis nicht verlassen, das ist der Neid der Reichen, wegen dem sie den Armen Chipkarten ins Fleisch stecken wollen und sie mundtot machen lassen, denn wer protestiert, will nicht freiwillig im Gesetz sein und ist eine kriminelle Gefahr, sie brauchen den Kontrast für ihr Selbstwertgefühl und schachteln nach unten, der eine wollte eine Programmiersprache lernen und die Staatsdiener haben ihn gezwungen wochenlang Kreuzworträtsel zu lösen, Beschwerden nutzten nichts, sie haben wie Puppen, die eine Schallplatte in sich haben, gesagt, daß er ihnen glauben soll, daß diese Zwangsmaßnahme gut für ihn ist, Mein Mann beschloß, eine Programmiersprache zu lernen. Die Arbeitsagentur zwang ihn, Kreuzworträtsel zu lösen und als Medientechniker Einführungskurse in die Computertechnik zu besuchen. Sie sagten zu jedem Argument: Glauben Sie uns, das ist gut für sie. Er kann beeiden, daß das die Wirklichkeit war. er ist in die Obdachlosigkeit geflohen, um aus der Mechanik kommen zu können, Wenn ich Kinder hätte, könnte ich nicht abhauen, das war vor dem Mauerfall, daß sie wollten, daß jeder Kinder hat und erpreßbar ist, ich konnte denken, daß mein Vater mit mir verkracht sein wollte, damit niemand auf die Idee kommen könnte, ihn wegen mir für erpreßbar zu halten, aber nach dem Mauerfall war das nicht zu ende, Spargel ist billig. Ich konnte ihn nicht kaufen, weil mir einfiel, daß sie Arbeitssuchende zwingen könnten, Spargel zu stechen, damit er billig verkauft werden kann. mein Bruder war zu Besuch, Ich will hier bleiben, er zerriß die Rückfahrkarte, er sagte, daß er täglich Fernsehserien ansieht und entsetzt war und zu mir wollte, weil er mehr über Fremde weiß als über mich und sich, die Fabrik hat etwas Klammerndes, einer war im grauen Anzug gekommen, soff, blieb über Nacht und malt seitdem Kreuze, Punkte, Klammern, Kreise auf Papier, hintereinander, so daß das wie eine Schrift aussieht, er sagt, daß er sich die entziffern wird, weil darin etwas über sein Inneres stehen muß, deswegen durfte ich ihm nicht helfen, obwohl ich Lust bekam, auch Kreuze, Punkte, Klammern, Kreise zu zeichnen, die Männer soffen, mein Bruder umarmte mich, lallte, daß er die Tochter, die ich irgendwann haben könnte, heiraten wird und sagte, daß er sein Kind von meinem Vater und meiner Mutter, ‘Aber die ist doch tot’, nicht anfassen lassen wird, ich verstand den Haß nicht, er ist arbeitslos, ohne sich als Märtyrer fühlen zu können, wie das früher wegen dem Politischen war, als er auch arbeitslos war, Wenn Bettler um Geld betteln, sage ich, daß ich wie sie betteln muß. Ich bettele um Jobs, in die ich Fähigkeiten einbringen kann. ich wollte mit ihm am dritten Tag raus aus der Fabrik zwischen Fremdes, man schaut hin und redet nicht ohne Unterlaß und am Ende fühlt man sich wie ausgeleert, weil es nicht durchlebt, sondern nur gesagt und gehört worden ist und es keine Zeitlang still genug war, daß ich mich mit Fantasien einleben konnte, meine Geschichte ist beständig dieselbe, er trottete hinter mir her, Georg kam nicht mit, weil er malen müsse, wie er sagte, die Blätter waren am Flußrand vereist, unter dem Eis trieben Blätter, es sah malerisch aus, mein Bruder schleuderte Eisstücke über das gefrorene Wasser, es klang wie Vogelzwitschern, ‘Oder eine Sirene’, Hast du Geld, der Zirkus ist in der Stadt, fragte er. Ich wachte auf und lag wach, ich zog den Kühlschrankstecker raus, nahm eine Schlaftablette, schlief bis zum Mittag. Es begann von vorn. Ich öffnete den Mund, aus dem Flaschenhals flogen Gärfliegen in den Mund, ich hängte Fliegenfänger auf und gucke zu, wie sie anfliegen, klebenbleiben. Im Zelt machte einer Akrobatik, ich kam in die Angst, er würde fallen, ein Kind aber fragte seine Mutter, ob der Mann da oben nicht friert, er war fast nackt, als ich das Kind war, schien mir das, was im Zirkus geschah, leicht, das, was ich in Filmen sah, ‘kann man tun’, ich sprang mit dem Regenschirm aus dem Fenster im Hochparterre und verstauchte mir den Fuß, Ich bin nicht gesprungen. Ich sah gestern im offenen Fenster das Fernsehbild von Filmen an, in denen der Gute Sprengsätze warf, in einen Hinterhof hineingespiegelt, in dem von den Mauern Putz fledderte. als Kind wollte ich die Zeit, in der ich vom Leben nichts verstand, verschlafen, ich nahm die Tabletten meiner Mutter, Mutter schüttelte mich wach, sie streifte ihren Ring vom Finger, zog ihn mir über, ich machte die Hand zur Faust, um ihn nicht zu verlieren, am nächsten Tag hat sie mir die Hand gestreichelt, ihn abgezogen, ich weiß nicht, ob er mich verändert hätte, wenn sie nicht plötzlich Sorge gehabt hätte, daß der Vater, den Ring, den er ihr geschenkt hatte, an meiner Hand, sieht, ich beschloß noch im Traum, zu meinem Bruder sehr nett zu sein, weil er doch meine Familie ist, aber er war im Morgengrauen aus der Fabrik gegangen. Sie sagten, ich solle mit Senioren Weihnachtslieder singen. Ich kann nicht nach Melodien singen. Ich mußte sagen, daß ich den Job will. Ein Ohrenknieper lief über ein Blatt PapierIch dachte, er hätte mich beim Abschiedskuß bespuckt, weil es feucht am Hals war, aber das Ohr näßte, und ich hatte wieder Angst, in einer Krankheit abgelagert zu werden, der Mund ging nur so weit auf, daß ich Suppe schlürfen konnte, von der Medizin kam der Brechreiz, der den Mund aufreißt, ´ich kann nun dünner werden´, wenn ich einen Wunderheiler gekannt hätte, wäre ich zu ihm hingekrochen, ich sagte mir, daß ich mich selbst beeinflussen kann und dachte aufmerksam an das Ohr, aber die Bakterien haben die bessere Durchblutung angenehm gefunden, das Ohr wurde doppelt so groß, das Loch für das Hören aber war geschrumpft, ich hätte das als ein Kunstwerk, also mit Bedeutung drin, verstehen können, aber das Jucken war so, daß Geschirr kaputtging, ich bin zum Sozialamt gegangen, damit ich zum Arzt gehen kann, das Ohr tat danach immer noch weh, so daß ich Schmerztabletten nahm und noch eine Schlaftablette und eine Beruhigungstablette, ich wachte auf, das Herz war fast nicht zu fühlen, ich drehte mich auf die Seite, das half nicht, so daß ich loslief, um in der Nähe von einem Telefon oder Arzt zu sein, ich fuhr sogar mit der Taxe, in der ich litt, weil an einer Kreuzung Rot war, die Krankenschwestern fanden den Puls auch nicht und suchten einen Arzt, ‘Wenn du jetzt krepierst, nutzt das nichts, daß du so weit mit der Taxe gefahren bist’, aber dann war das weg und der Herzschlag wieder normal, die Ärztin sagte, daß ich das nächste Mal mit jemanden reden und einen Tee trinken soll, aber das wäre mit Georg nicht wegzureden, weil es ein Gefühl war, als kippt man gleich in den Tod und hat noch gar nichts dafür erledigt. Der Chef der Arbeitsagentur sagte, daß die Arbeitsagentur nicht die Aufgabe habe, zu beweisen, daß Arbeitslose unfähig sind; er könnte keine zwölf Stunden Spargel stechen. Ich will in solchen Momenten niederknien und Menschen wie ihm die Hand küssen, als wären sie Stellvertreter Gottes auf Erden. Über SchonbezügeDie Ecke in der Fabrik war so, daß ich freiwillig keinen Arzt und keinen Leichenträger reingelassen hätte, ihnen folgen die Journalisten und benutzen das Elend, um Geld zu verdienen, der Arzt ließ meinen Rücken mit Pflastern bekleben, ich wurde mit Plastehuckeln so bedeckt, daß Georg irritiert war und sagte, daß das aussieht, als habe man mich gegen Elektronisches ausgetauscht, er packte ein Funkgerät, das er am Rand einer Müllhalde gefunden hatte, aus, ‘Er ist meinetwegen besorgt’, weil es sein kann, daß die Allergie mich aufschwemmt, bis ich zerplatze, und der Hilfeschrei bis in die Notzentralen gelangen muß, aber als ich aufwachte, saß eine Fliege auf dem Bett, eine andere auf Georgs Hand, sein Mund stand offen, er sah bläulich aus, mir wurde zum Kotzen, ich berührte ihn, er schrak auf, ich war glücklich, denn ich könnte mit ihm gefangen an einer Kette liegen, wenn ich meinen Kopf an seinem haben und ihn streicheln kann, weil ich dann gewöhnlich entspannt und ohne Angst bin, und wenn ich so in den Tod gekommen wäre, wäre nichts Unangenehmes darin, dachte ich, als ich dem Tod entronnen war. Ich fühle beim Streicheln Pickel auf der Brust, ‘Das ist wie Pubertät.’ Das ist keine Asche im HaarWillst du mich heiraten, Ja, ich fragte es immer wieder, ohne zu verstehen, warum, Georg tat das auch, ein Mann hatte gesagt, daß die Fabrik sein Eigentum ist, er konnte das Erbgut in seinem Blut beweisen und die, die in der Fabrik hausten, mußten einen Verein gründen, weil er eine Ansprechperson will, deren Entscheidungen jeder gesetzlich befolgen muß, er will den Standort als Reserve, die Fabrik heißt nun Künstlerhaus, sie bauen Stahltüren ein, die Wohnfläche haben sie zum Atelierraum erklärt und Leben und Arbeiten für Getrenntes erklärt, die Gesetze sind so, daß man im Arbeiten nicht hausen darf und dauerhaft in den Sozialhilfestatus muß, um eine Miete bezahlen zu können, die Gesetze sollten die Arbeiter schützen, damit eine Fabrik nicht mehr ein Arbeitslager mit Betten drin sein kann, aber die Gesetze sind gegen die, die selbständig arbeiten und den Arbeitsraum mit einem Klappbett ausstatten müßten, damit sie geldlich eine Chance haben können, die Nebenkosten in der Fabrik hatte jeder bezahlt, der Geld hatte und geben konnte, wir hatten das Wasser aus der Erde, es floß in die Erde zurück, und den Strom von der Kirche, jetzt sollten wir jeden Monat gleichviel Geld geben, egal, ob wir es erarbeiten konnten, sogar die Vereinsvorsitzende und seine Büroangestellten sollen wir als Nebenkosten bezahlen, es sind die die Vereinsvorsitzenden geworden, die so lange haben diskutieren lassen, bis alle außer ihnen aus der Versammlung gegangen waren, dann haben sie sich einen Verein gegründet und gewählt, sie haben den Krieg ins Haus gebracht, weil niemand akzeptieren wollte, daß der eine bestimmen kann, was der andere tun soll, und alle wollten die Abrechnungen sehen, aber der Vorsitzende sagte, wer nicht einverstanden ist, kann aus dem Haus gehen, wie das in den Fabriken ist, daß sie gehorsam oder joblos machen, und weil der Druck größer war, Geld zu verdienen, wurde mehr Kokain für die Energie und mehr Hasch für die Beruhigung gebraucht und weil das Geld kostet, war noch mehr Druck, mit der Kunst Geld zu verdienen, einer nahm im Fluchtversuch LSD und sagte nach dem Trip, daß das Kind in ihm nun tot ist, er griff fremde Menschen an, in der Hoffnung, daß sie ihn totschlagen, er wurde nach einer Weile abgestochen und hatte einen Mörder gemacht/p> Die Arbeitsvermittlerin hörte zu, bis die Sprechzeit zuende war. Der Magen wurde so, daß es mich in eine Kneipe trieb, weil sie billig eine Kohlsuppe anbot, sie erinnerte an Kindheiten. Ich wollte nur die Suppe essen, aber das Herz war so unruhig, daß ich ein Bier bestellte. Die Kellnerin sagte Meine Dame, ich sagte, daß ich seit fünfzehn Jahren keine Krautsuppe gegessen habe und sie deshalb probieren will. Ich bezahlte den Preis aufgerundet. Ich wollte die Armut nicht zeigen. Stromkabel liegen zerschnitten, das Klo wurde verstopft, der Wasserhahn abgeschraubt, Wasser schwemmte bis zur Matratze, der Vereinsvorsitzende behauptet, daß man ihn ermorden will, weil ein Vereinsmitglied, das er aus dem Raum verwiesen, die Tür zugeschlagen hatte und er dazwischen gekommen war, andere ließen sich eine Konzession geben und bedrohen die mit Brandstiftung, die einem Gast ein Bier aus der Kiste verkaufen, ich habe gesehen, wie sie einen Fotografen umstellten und Geld für eine Fotoerlaubnis einforderten, sie fragten nicht, ob er mit den Bildern Geld verdienen kann, die Künstler färben schwarzweiße Fotos von der Fabrikruine und Stücke vom Wandputz grellbunt, damit eine touristentaugliche Legende verkauft und Geld verdient werden kann, wir waren in die ehemalige Fabrik gegangen, weil wir ehrlich leben wollten, wir wollen ehrlich reden können, sie reden von schußsicheren Westen, und ich dachte ´Wenn sie aufeinander schießen, trifft es mich von beiden Seiten´, eine Frau war kritisch, sie kam in die Hetzjagd, als ein Selbstmord war, haben die Leute auf das Mädchen geguckt, was aus dem Fenster flog und gedacht, daß das eine Performance sein muß, wenn man als aufgeplatzte Leiche auf dem Boden vor einem Künstlerhaus zum Liegen kommt, ich hatte das aber auch geglaubt, als jemand sagte, daß das eine Werbegag für einen Laden ist, als vor der Tür die Umrisse eines Mannes gezeichnet waren, weil ich eher glauben würde im Zentrum einer Stadt von einem runterstürzenden Menschen als von abstürzendem Putz erschlagen werden zu können, der Mann war vom Hausputz erschlagen worden. Ich will in den Wald, auf eine Wiese, aber ich will nicht durch die Stadt, in der Menschen wohnen, die mir keine bezahlte Arbeit geben. Ich stieg in die Wanne, schüttete Oel hinein und spielte mit den Fettaugen, die sich verformen, teilen, zusammenfließen. Ich ging mit fettigen Füßen durch die Wohnung in das Zimmer meiner Tochter, legte mich zwischen die Puppen, ‘Ich bin ein Kind. Erwachsene arbeiten.’ Ich zog ihren Schlafanzug an, der gestreift und mir zu klein ist, trat mit einer Wasserspistole vorsichtig ans offene Fenster und schoß Nieselregen nach draußen. Kreischen. Ich kicherte, es geht mir besser, wenn ich kindisch bin. Ich streunte durchs Haus, griff in ein Loch und fand Geld, es lag ein vergilbter Zettel dazwischen, daß nur einer wissen wird, daß ich Geld gefunden habe, ich dachte, daß das jemand hingetan hat, der heimlich helfen will, weil nur die Armen in die Löcher von Wänden greifen, in denen Spinnen und Maden sitzen können, um einen Ausweg für sich finden zu können, die Reichen schleppen Bodygards wie goldene Armreifen mit sich rum, ich habe an den Blicken der Männer gesehen, daß sie im Innern gedemütigt und auf der Seite der Armen sind, auch wenn sie Anzüge und einen Schlips trugen, der Mann sagte, daß das Werbung für uns wäre, wenn wir ihm kostenlos Bilder geben und sie in seinen Reichtum gehenkt sind, die Männer standen schräg hinter ihm und haben genickt, als ich sagte, daß das ein schlechtes Geschäft für uns wäre, ein anderer wollte uns helfen, sagte er, wir könnten kostenlos in seinem Haus arbeiten, aber wir müßten uns beim Arbeiten von jedem, den er einläßt, zusehen lassen wie Zootiere, für jeden Quadratmeter den wir nutzen würden, sollten wir zwei Stunden in der Woche öffentlich arbeiten, für zwanzig Quadratmeter sollten wir vierzig Stunden Schauobjekt sein, aber nicht übernachten dürfen, in der Fabrik sah man uns auch zu, aber niemand konnte sagen, daß wir nett zu ihm sein müssen, weil er Eintrittsgeld bezahlt hat, der Mann hat sich Erfinder genannt und gesagt, daß er für seine Idee, Menschen zu Zootieren zu machen und sich damit den Lebensunterhalt zu verdienen, einen Innovationspreis erhielt, ich sah ihn ungläubig an, Georg sagte: Das kommt vor, mir machte es Angst, daß sie die Stationen von Psychiatrien für zahlende Zuschauer öffnen, um Geld verdienen zu können, es gibt keine Moral, wenn das Geld regiert, weil das Geld kein Herz hat und keinen Verstand. Aus dem Ausguß stank es. Ich ließ Wasser laufen, tropfte Mundwasser hinein. Der Fluß um die Fabrik stinkt, wenn er im Sommer fast ohne Wasser ist, Oelflecke lassen ihn schimmern, Ameisen laufen über das Kabel, das Strom in der Fabrik transportiert, hin, her, unfähig, einander auszuweichen, bevor sie zusammenstoßen, es macht traurig, wir brauchen für eine Wohnungsmiete eine Verdienstbescheinigung, sie wollen keine Arbeitslosen, weil die von früh bis abends in der Wohnung sind und sie abnutzen, Georg bekam einen Wohnberechtigungsschein, einer hatte gesagt, daß die Vermieter Verheiratete wollen, einer hielt mir, als ich vorbeiging, einen Telefonhörer hin, es war Geld nach seinem Gespräch übrig, ich habe gegrübelt und angerufen, wie das mit dem Heiraten sein kann, die Beamtin sagte, daß ich Abstammungsurkunden besorgen muß, weil die Geburtsurkunde, die ich in einer Brusttasche bei mir habe, so daß ich beweisen könnte, daß es mich gibt, nicht ausreicht, Einen Arierausweis brauche ich nicht?, sie hat das nicht beantwortet, nur mühsam rausKRIEGen konnte ich, daß wir einen Aushang in einem Rathaus machen müssen, dort, wo wir leben, auch wenn ich zum Heiraten Abwechslung haben und nicht in der Gegend sein will, sie hat mir zuerst gar nichts sagen wollen, weil die Ehe ungültig werden könnte, falls ich etwas vergesse, begänne alles von vorn, sie hängen den Entschluß, daß man amtlich zusammen sein will, zwei Wochen in einem Schaukasten, da ist kein Datenschutz, sie sagt, es muß jeder Bürger darüber nachdenken können, ob ich nicht schon verheiratet bin und danach zwei rechtliche Männer hätte, ich glaube aber nicht, daß jemand, der mich oder Georg kennt, im Rathaus vorbeigeht und das liest, ich mußte es lustig finden, um nicht verärgert zu sein, Georg wollte nicht glauben, daß ich das nur aus Neugier getan hatte, Ich weiß doch gar nicht, ob ich, verheiratet, unaufmerksam werde und alles ist davon, er hat gesagt, daß, wenn wir Gäste einladen, es zuviel an Kosten wäre und daß wir am liebsten auch unsere Zeugen sein sollten, ich kaufte Katzennahrung, weil in einem Fernseher gesagt worden war, daß es wie ein Gourmetessen schmecken kann, niemand wollte das mit mir teilen, Umstehende haben mir den Appetit verdorben, weil sie von verseuchten Hirnen redeten, die ins Katzenfleisch reingeleiert würden, ich hatte die Geldausgabe und keinen Bissen davon. Ich stieg in die Wanne, um mich leichter zu fühlen. Hände und Füße schwebten, der Hintern blieb am Boden. Irgendwie bin ich krank. Wenn ich die Lippen schwarz ummale, kann man sehen, was ich rede, jede Mimik scheint gespielt. Die Nachrichten erzählen von einer Theaterwelt, in der Bomben fallen und Arbeitslose verhört werden. Ich weiß nicht, warum das mit dem Heiraten ist, daß man da reingekommen ist in den Sog und das durchhält, weil Neugier ist und man für jede Erfahrung Geld bezahlen mußte, so daß man soviel gegeben hat, daß man nichts rückgängig machen will, es gibt Momente, die ich nicht glauben würde, wenn ich nicht Zeuge gewesen wäre, zum Beispiel, wenn man heiratet, wo man will, muß man das zusätzlich bezahlen, sie wollen auch wissen, wo die Eltern wohnen, sie haben auch gesagt, daß ich keine Ehe und keine Kinder verschweigen darf, weil ich sonst kriminell würde und daß das kriminell ist, wenn der Mann, den ich liebe, mein Schwager wäre, auch wenn der gar nicht blutsverwandt ist, Georg wollte zu seiner Mutter, es ihr erzählen, sie sagte uns, daß sie Halsschmerzen habe, die Lymphknoten wären geschwollen, sie hat zwar genickt, als würde sie uns zuhören, sie schien aber nichts glauben zu können, so erschöpft war sie, ich fuhr zurück, Georg blieb nicht bei ihr, denn er rief mich an und sagte, daß er einen Künstlerausweis braucht, ‘Das ist albern’, sie hätten ihn an der Grenze doch auch durchsucht, wenn er ihn zur Verteidigung hätte vorzeigen können, weil die Legende von der Freiheit des Künstlers auch die Künstler belügt und sie nicht unterwürfig sein wollen, weil sie Künstler sind, ‘Er ist nun im Ausland’, dachte ich trübsinnig, ‘Sogar die Mutter hat er verraten’, der Fernseher war so, daß das Bild mit der Nachrichtenankündigung und die Zeitanzeige war, auf der ging der Zeiger drei Sekunden vor und zurück, so daß er nie auf die zwölf kam, ich humpelte weg und durch die fremden Straßen, wenn dann ein Licht zu sehen ist, will ich hingehn, klingeln, weil es dort warm sein könnte, es war solche Sehnsucht nach Georg, daß ich die Augen schließen, mich fallen lassen wollte, einem Auto winken, wegfahren, um diesem Gefühl zu entfliehn, ich hätte mich von irgendeinem Mann in die Arme nehmen lassen, an Georg gedacht, im Traum war es ein Bildhauer, er hat mich zum Abschied umarmt und so geatmet, daß ich nervös wurde, er schlug meinen Rock hoch, ich hatte Wollstrümpfe darunter mit Löchern und eine ziemlich lange Unterhose an, ich dachte, daß es ihn ernüchtern muß, aber er schlug mir die Beine vom Boden, ich bin aufgewacht, weil mein Körper zu heiß geworden war, und lag verunsichert wegen dem Heiraten, und war mit der Frage beschäftigt, ob ich Georg als Krüppel oder tot wollen würde, wenn er in einen Unfall hgekommen und verkrüppelt wäre, ich will ihn lebend, daran habe ich gemerkt, daß er mir wichtiger als meine Freiheit ist, und daß das mit dem Heiraten seine Richtigkeit haben könnte, auch wenn es kompliziert ist, weil unsere Tagespläne oft nicht in einen gehen. Blut lief zwischen die Beine. Ich versuchte, es mit der Hand aufzufangen, erreichte mit Mühe das Klo, in das ich es fließen lassen, wegspülen konnte. Ich sah das Liniengewirr auf der Hand deutlicher als sonst, das auf allem, was ich anfaßte, wie einen Stempelabdruck zurückblieb. Meine Tochter sagte: Ich will, daß du Weihnachten ein Baby hast, Ich habe Kinder, Du lügst, Während der Schwangerschaft war kein Sex. Mein Mann hatte Angst, daß er euch wehtut, Ihr kanntet euch gar nicht, Ich hatte Angst, dich als Säugling rumzutragen, weil die Wohnung so klein war, daß ich hätte anstoßen müssen. - Hast du mich auch geboren? fragte der Junge. ‘Pressen Sie!´ Ich sagte: ‘Ich reiße,’ ’Das können sie gar nicht wissen!’ Der Arzt gab mir keinen Dammschutz, dein Kopf war groß, ich riß. Ich kann dir die Narbe zeigen. Vormittags genieße ich es, daß ich allein bin, ab Mittag warte ich. Wenn man lauscht, hört man das Knacken von den Heizungsrohren und Bremsen von jedem Auto. Manchmal sehne ich mich nach euch so, daß ich mich vor einem Laden umdrehe, nach Hause gehe. Wenn ich euch streiten höre, frage ich mich, warum ich das tat. Ich weiß es nicht, aber ich will immer für euch da sein. Meine Sandalen sind über Brüchenich will mich nicht in Rollenspielen verlieren, wie es meine Mutter tat, und weil niemand klatscht, zum Zeichen, daß es ein Ende hat, kommt man nicht raus, wenn ich Clown in der Schule spielte, habe ich das gegen die Müdigkeit getan, weil man die Hand nur schütteln durfte, wenn man sich meldete, danach mußte ich etwas sagen oder fragen, und das hat die anderen zum Lachen gebracht, der eine sagte mir, daß es ihn dankbar gestimmt hat, er hat mir Bier spendiert, bis ich wehmütig wurde: Damals freuten wir uns über Zahnlücken, weil es schön war, älter zu werden, obwohl ich nicht jammern darf, weil es nicht geht, Erfahrungen zu wollen und jung zu bleiben. Als ich das erste Mal zwischen den Beinen geblutet hatte, als wäre ich verwundet und erwachsen geworden, ärgerte ich mich, daß es meine Mutter andern erzählte, als dürfte ich noch immer kein Geheimnis haben, Was ist dein Geheimnis, Ich habe keins mehr, ich habe den Scham zerstört, weil Scham eine Verkrüppelung ist, Zieh dich aus!, Ich will nicht nackt vor dir stehn. Die Arbeitsagentur hat die Disziplinierungsfunktion von Kirchen übernommen. Die Arbeitslosen müssen nachweisen, daß sie Jobs suchen, auch wenn sie wissen, daß es keine gibt. Ich soll am Bratwurststand nach Arbeit fragen. Ich stelle mir vor, daß ich auch am Bratwurtstand sage: Ich will keine Wurst, ich will einen Job. Am Freitag ist das Bein von der Frau geschwollen gewesen, sagte ihr Mann, dann kam der Notarzt, er hat sie zur Klinik gebracht, es wurde operiert, sie soll nicht wieder aufgewacht sein, und dann war sie tot, sie hat, weil sie Karriere hatte und keine Zeit, Arztbesuche zu machen, gesagt, daß die Bauchschmerzen von der Grippe sein müssen, sie soll an einem Blutgerinnsel, das vom Bein kam und im Herzen stecken geblieben ist, gestorben sein, als würde sie von der Natur ausgerottet, sie ist tot, obwohl sie auf einer Station war, wo Überwachung ist und die Ärzte gleich hätten helfen können, Aber der Brustraum war voll von Metastasen, ich habe an diesem Tag nichts sauber gemacht, Georg abgeholt und mit ihm seine Mutter gesucht, wir haben die Nacht in ihrem Wohnzimmer gewartet, eine Frau hat in der Nachbarwohnung so verzweifelt geweint, daß ich dachte, daß jemand gestorben sein muß, ich lauschte an der Tür, aber weil ich die ruhige Stimme eines Mannes hörte, ging ich ins Bett zurück, das Geschrei war wegen einem kaputten Auto, sie mußten das Wochenende zu Hause bleiben, das Gesicht habe sie ihm zerkratzt, erzählte Georgs Mutter, als sie am Nachmittag aus einem Ballhaus gekommen war, sie hat gesagt, daß sie auch geweint hat, als der Haken für die Gardinenstange nicht gehalten hat, sie habe sich lächerlich gefühlt, verzweifelt zu sein, aber es sei wie ein Schmerz wegen der Welt gewesen, der Mann von der toten Frau hatte gesagt, als ich weglief, ich soll die Wohnung weiter saubermachen, aber es tat mir alles weh, wenn ich das sah und berührte, ich weiß nicht, ob das wegen ihr oder mir ist, als ich aus dem Ohr, weil das mir schon wieder verstopft schien, Zeug rausgepuhlt hatte, und das blaugrün war, dachte ich, daß es bei mir mit dem Tod auch schnell sein kann, und das machte mich gar nicht so entspannt, wie ich das bisher geglaubt hatte, weil manchmal Sehnsucht ist, ins Ende vom Text zu kommen. Es scheint Wahnsinn um mich, wenn die Arbeitszeit verlängert wird und andere arbeitslos oder unbezahlt leben müssen. Über die SehnsuchtDas mit dem Heiraten hat mir noch mehr Frust gemacht, wenn man etwas in einem Koffer transportiert, der ans Handgelenk gekettet ist, ist das kein Schutz dagegen, daß der, der das trägt, getötet und die Hand abgesägt wird, ich trug die Heiratsurkunde an der Haut, um nicht noch einmal durch den bürokratischen Sumpf zu müssen, ein wenig Entschädigung war die Episode, die ich bei dem Warten von der Frau neben mir kriegte, daß sie einen Ausländer heiratet und Geld dafür von einer Mafia geKRIEGt hat, ich habe überlegt, ob ich nachfragen und journalistisch werden sollte, aber dann war die Angst, daß ich der Frau schaden könnte, ‘Ich bin auch dazu nicht tauglich’, obwohl es faszinierend sein könnte, für die Zeitungen zu arbeiten, sie sehen nach ein paar Tagen so verrottet aus, als hätte man sie vor Zeiten beschrieben, aber das Datum zeigt, daß es jetzt geschehen ist, wenn ich lese, daß ein Mensch einem Menschen ins Fleisch geschnitten und ihn aufgefressen hat, grübele ich, warum er das getan haben könnte, deswegen wird die Nachricht in mir verwurzelt, die für andere nur Schwarzes auf Weißem ist, daß, wenn man unscharf hinsieht, grau aussieht und wir Staub weggewischt wird, Unterdrückte nehmen Realität schärfer war. eine Frau lag im Koma, zwangsernährt, sie haben die Magensonde nach fünfzehn Jahren rausgezogen, und ich grübelte, ob das ein Reiz sein könnte, der sie zum Leben aufweckt, aber wenn sie aufgewacht wäre, hätte sie nach Jobs suchen müssen, um sich ernähren zu können und wäre in einer Ohnmacht wie in einem Wachkoma, weil es keine Jobs gibt, ich suche einen Job als Hofnarr, in dem ich reden kann, was ich denke und das bezahlt ist, aber das erledigen die Journalisten, die wegen dem niedrigen Zeilenhonorar oft schreiben müssen, bevor sie nachdenken und recherchieren konnten, sie geben einen Gesprächsbeitrag, wie das am Kneipentisch ist, es war der Verdacht, daß die Politiker von den Wirtschaftsbossen bestochen waren, als sie die Arbeitslosen chancenlos machten, damit die Wirtschaftsbosse sie billig haben können, die Jornalisten haben es in Zufällen bewiesen, die Politiker predigen so, als sei das diskussionlos, daß der technischer Fortschritt die Menschen verarmen muß, eine Frau bettelte, daß ich den technischen Fortschritt bei der Post sabotiere, damit sie der Arbeitslosigkeit, auf die sich jeder in den Ferien freut, entgehen kann, sie zeigte auf ihren schwangeren Bauch, ich hatte das schlechte Gewissen, weil ich den technischen Fortschritt nicht sabotieren will, weil er Freiheit vom Arbeitszwang ermöglichen könnte, das ist keine freiheitlich-demokratische Ordnung, wenn keine Wahl mehr ist, weil es für die Politiker den Fraktionszwang gibt und sie mit Steuergeldern bestochen sind, brav zu sein und die Menschen verarmen, um nicht in die Armut stürzen zu müssen, wenn man wenig Geld und Raum hat, kann man andererseits wenig experimentieren, um sich einen Job aufzubauen, auch die Klamotten zerfallen und die Türsteher lassen einen nicht mehr dorthin, wo die sind, die Arbeit fair bezahlen könnten, falls man sie verführen könnte, Notsituationen nicht auszunutzen, ich atmete vor Selbstmitleid stoßweise, Polizei stand mit Schlagstöcken vor der Tür. Schäferhunde hatten keinen Maulschutz. Niemand durfte in die Arbeitsagentur, weil Jugendliche auf der Straße trommelten. im Traum war das dann so, daß ich auf einem öffentlichen Klo Geld in einen Automaten warf, Ich hatte Vertrauen, warf Geld in einen Automaten und erhielt nichts. ich suchte kurz später das Hochzeitskleid, für das ich Geld in den Metallkasten gesteckt hatte, ich hatte gedacht, daß es einfach geworden ist, einzukaufen, aber ich mußte vor einem Laden eine Stunde warten, weil er mittags geschlossen war und ich den Weg nicht zweimal gehen wollte, ich wollte nichts Weißes, weil es in der Fabrik sogar eingepackt grau werden würde, zwei Kleider gefielen mir, das eine war so eng, daß ich mich in ihm nicht hätte bewegen können, das andere war auch so, so daß mir alle Aufmerksamkeit aus dem Kopf gerutscht ist, ein billiges Kleid hätte ich aufgeschlitzt und mit Schnüren geändert, aber es war so teuer, daß ich es nicht ohne Schulden hätte bezahlen können und froh sein mußte, daß es mir nicht paßte, sonst hätte ich es gekauft, weil ich die Hochzeitsfeier benutzen will, mir etwas Schönes zu leisten, ich ging ohne Hoffnung in ein Warenhaus, verblüfft, weil dort das hing, das zwischen blau und schwarz schimmerte und der Spiegel mich tänzerisch zeigte, so daß ich es annahm, obwohl es ein Partykleid war, am Abend vor der Hochzeit wurde Porzellan zerschlagen, ich kniete mich hin, weil es bunte Stücke waren, ich wollte eine Figur daraus kitten und habe noch am Abend mit eingipsen angefangen, aber dann grübelte ich, ob ich eine Frau oder einen Mann fertigen sollte, das hat mich so gestimmt, daß ich zu Georg ging, inzwischen hat mir jemand die schönsten Scherben zerdeppert, für die Hochzeit hatte Georg anderen Kitsch gemacht, in dem zwei Herzen, die im Staub sind, so umeinander kreisen, daß sie sich jederzeit an einem Punkt berühren und diese Stelle für Momente klar und rot ist, ein Herzschlag war laut im Raum, ich hatte mich beständig in die Ecke fallen lassen sollen, sobald das Herz wummerte, ich durfte mich nicht mit den Händen auffangen und war bald erschöpft gewesen, er hat die Erschöpfung aus dem Filmmaterial rausgeschnitten, das andere aneinander geklebt und wiederholt, ich klatsche an der einen Filmwand ohne Unterlaß in die Ecke, und man muß denken, daß Schluß sein muß, aber es geht immer weiter. Mein Sohn sagte, daß er bei einer Schlägerei dabeigewesen sein will, bei der Blut floß. Als in einem Märchenfilm Blut floß, weinte er. ‘Das brutale Gerede ist Angst vor der Gewalt, die Alpträume macht, so daß man sie durchlebt und überstanden haben will.’ Ein Mädchen im Rollstuhl schnitt sich ein Hakenkreuz ins Gesicht aus Angst, daß es ein Nazi tut. Meine Tochter schnitt Löcher in ihre Hose, Angst vor der Armut. Die Sonne scheint im Nebel MondIch ging vor der Wand, auf die die Bilder geworfen waren, hin und her, das Kleid glitzerte, weil das der Fortgang von einem Text sein sollte, in dem Hoffnung und Märchen sind, ich hatte das kitschigste Rathaus von der Stadt ausgesucht, als meine Füße dort angekommen waren, waren sie wund gewesen, das Vermählen war wie am Fließband, zu der einen Tür ging ein Paar raus, zu der anderen kam eins rein, die Frau hinter dem Tisch war keine Schauspielerin, so daß sie nicht darüber hinwegblöffen konnte, daß wir ihr gleichgültig waren, mit den Zeugen war das so, daß die Freundin, nicht kommen durfte, der Chef ließ sie nicht weg, weil das Kopieren in seinem Job wichtiger als die Menschlichkeit ist, wir haben den Fotografen als Trauzeugen nehmen wollen, aber ein Zeuge muß still auf einem Stuhl sitzen, es war Aufregung, bis ein Fremder, der in der Nähe stand und einen Personalausweis bei sich hatte, sagte, daß er Zeuge sein würde, und der Fotograf mußte unterschreiben, daß er die Bilder nicht an Zeitungen verkaufen wird, danach war die Hälfte der Zeit um, ich habe auf die Tauben vor dem Fenster gestarrt, damit ein bißchen Gefühl in mich kommt und der Frau, die mir fremd war, und uns sagte, was gesetzlich ist, wollte ich Blumen vom Hochzeitsstrauß schenken, damit ein bißchen Rührung ist, aber die waren fest miteinander verbunden, zwei Männer haben vor der Haustür für Geld wie ein Automat, der nach ein paar Minuten abgelaufen ist, Zigeunermusik gespielt und sich wieder zum Frieren aufgestellt, statt weiterzuspielen, damit die Musik durch die Fensterscheiben in die Räume dringt und das Staatliche zerstören kann, Georg hat mit mir getanzt, es war eine Umarmung mit Küssen, während der wir uns eine Weile drehten, der Fotograf hat geflüstert, daß er gehn muß, weiß ein Arbeitsauftrag auf ihn wartet, zum Abschied sein Gesicht an meins gedrückt, ich war überrascht, daß man das noch als warm und angenehm empfindet, obwohl man sich in eine Traumwelt von Liebe, Treue verführen lassen hat. Mein Mann fragte, wo ich gewesen bin, Ich mußte nach Billigem suchen, es ist keine Wahl mehr, ´Ich könnte keine Liebschaft zur Abwechslung haben. Haben Sie alle Rechnungen bezahltdie Hochzeitsreise begann, wir hatten den Deckel vom Schnellkochtopf vergessen und haben deshalb fürs Essen viel Gas aus der Kartusche verbraucht, wir hatten in eine Gaststätte gehen wollen, aber wir konnten uns nicht entscheiden, in welche und gingen deshalb zwischen Farnkraut, obwohl ich das nicht mag, weil die Punkte an den Blättern wie Ungeziefer aussehn, aber der Förster hatte uns von einer Lichtung geschickt, obwohl ein Kocher kein gefährliches Feuer in einem Wald sein kann, der naß vom Regen war, es wurde schön, am Feldrand im Nieselregen zu kochen und zu essen, wir fuhren mit Kähnen weiter, das endete an Verbotsschildern und einem Zeltplatz, wir mußten das bezahlen, daß uns Leute anglotzten, als wir das Schlauchboot ins Wasser schoben, von der Erde abstießen, um zwischen den Wolken hin- und herzukreisen, in der Tiefe war ein überschwemmtes Dorf, Leute fuhren mit Booten dicht an uns vorüber, wir haben uns im halshohen Wasser geliebt, um nicht pornografisch sein zu müssen, ich verlor den Ring, den Georg an meine Hand gesteckt hatte, als ich mich zurück ins Boot zurückstemmen wollte, tastete ängstlich den Boden mit den Füßen Schritt um Schritt ab, bis ich ihn mit den Zehen fühlte und aufheben konnte, so daß die Episode nur eine Warnung war, in der nächsten Nacht gingen wir doch in eine Gaststätte, das rötliche Haar einer Frau hing über einer Rückenlehne, ich wollte es kraulen, ‘Das ist kein Hund, das gehört sich nicht’, Georg und ich hatten über vieles oft geredet, und haben vor Langeweile Pläne gemacht, und wurden dabei so eifrig, daß ich sagte, Kellner sollten sich nicht in Gespräche mischen, sondern herantreten, wenn sie ein Blick trifft und ein Nicken dabei ist, und wir haben uns am nächsten Tag ein Auto geborgt und fuhren auf einer Nebenstraße über die Grenze, es war heiß, wurde dunkel, Nebel kam auf, ‘Die Fladen könnten sich verdichten, Figuren werden, Geschichten beginnen’, aber der Nebel hörte nicht auf mich und wurde gleichmäßig, er berührte die Straße nicht, Ruinen, Bäume tauchten auf, verschwanden, sie entschädigten mit Gefühlen, wir schliefen im Auto, ich schreckte auf, geblendet, sah den Vollmond neben Wolken, gegen Morgen begann der Rücken wehzutun, als wir am Mittag unter einem Baum am Straßenrand rasteten, fuhr ein Auto mit Funkantenne an uns vorüber, der Fahrer bremste, stieg aus, ging in ein Haus, das verfallen aussah, andere Autos folgten, Die sehen wie Mafiosi aus, der Anlasser von unserem Auto blockierte, Mache die Fenster zu, als Männer das Haus verließen, gab Georg Gas, es folgte uns niemand, Wenn sie uns gemeint hätten, hätten sie uns mit Autos eingeparkt, sagte ich, wir fuhren im Dunkeln durch eine Allee, die Bäume tauchten auf, wenn der Scheinwerfer sie streifte, verschwanden, zwei Autos fuhren hinter uns her, eins versuchte, zu überholen, Angst, eingekreist zu werden, Georg raste, bog ab, Folgen sie uns ohne Licht?, ich fühlte uns albern, aber ich hatte Mücken für einen Fliegenschwarm gehalten, weil ich nicht genau hingesehn hatte, ich habe sie am Morgen geduldig gejagt, Laß das Fenster zu, sie sollen zur Strafe sterben, und mußte ihn deshalb verstehn, daß er zu vorsichtig war, weil das Ausland war und die Ausländer Angst bei uns haben müssen, es kamen Schlammwege auf uns zu, und es war mühselig darüber zu kommen, auf den Wiesen Tümpel, in denen Salamander mit roten Bäuchen trieben, ich mußte die Füße naß werden lassen, um eine Berühung mit dem Fremden haben zu können, jeder Schritt wirbelte Dreck auf und Gestank, wir suchten den Schlafplatz erst, wenn es dunkel war, weil wir uns im Hellen nicht entscheiden konnten, ob das die schönste Möglichkeit ist, und weil es aufregend ist, am Morgen an einer Stelle aufzuwachen, die im Dunkeln verborgen war, einmal war es eine Wiese, der Bauer hatte die Kühe auf die Weide getrieben, sie sahen uns an, er hatte den Zaun nicht verschlossen, so daß wir fliehen konnten, er winkte zurück, es war für ihn vermutlich eine Episode, die er am Abendbrottisch vom Leben erzählen kann, es wurde heiß, Bäume standen umzäunt, Ich brauche Schatten, fahr schneller, Georg sagte, wir hätten kein Geld, Strafe bezahlen zu können, Sie dürfen das Auto aber nicht pfänden, wenn das unser Wohnraum ist, ich wußte nicht, ob ich mich wegen der Unordnung, die drin war, schämen sollte oder mich trösten, daß es deshalb vermutlich niemand klauen will, wenn wir das Auto verließen, befestigten wir die Lenkradsperre, prüften Türen, Fenster, Mir wird übel, wenn mein Mann nicht pünktlich nach Hause kommt. Ich wäre arm und allein. Er sagte, daß er mit mir zusammenwachsen will. "Dann lassen sie uns noch weniger Platz und noch weniger Geld." ich sah Autos von Einheimischen offen, sogar der Zündschlüssel steckte, aber man ist Gast, ohne eingeladen worden zu sein, und furchtsam wie ein kleines Kind, bestraft zu werden, wenn man neugierig in fremde Räume getreten ist, es war nicht angenehm, auf der Sonnenseite des Lebens zu sein, die Haut bildete Wasserblasen, um den Körper zu schützen, als wir Bäume gefunden hatten, gingen wir ins Meer, um die Ablagerungen vom Schweiß verlieren zu können, das Salzwasser machte weiße Krusten auf der Haut, Georg bläkte Zikaden an, warf Steine gegen Äste, das Unsichtbare schwieg für einen Moment, wir warfen Sand in das Stahlgeschirr, bewegten ihn drin, bis er das Fett aufgesaugt hatte, danach warteten wir weiter, daß es kühl wird, ich drehte einen Käfer auf den Rücken, er strampelte, als er sich nicht mehr rührte, drehte ich ihn um, er lief davon, in einem Schneckenhaus war Perlmutt, ich zog an dem Tier, damit es nicht mit dem Haus aus meiner Sammlung von Erdteilen weglaufen kann oder drinnen verfaulen muß, es riß, das tat wegen dem Mitleid weh, Georg setzte eine Krabbe auf den Sand, trieb sie mit Händen und Füßen, legte Finger zwischen ihre Scheren, ich wich dem aus, holte einen Topf, füllte ihn mit Wasser, Lege sie rein, tat den Deckel drauf, ich habe auch Muscheln vom Felsstein gebrochen, sie saugten sich fest, ich konnte sie nur abbekommen, weil ich keine Angst in mich ließ, daß das Messer abbrechen könnte, als wir losfuhren, hielt ich den Topf mit den Füßen, bevor es drin leblos geworden war, hielten wir am Straßenrand und kochten es im Schatten des Autos, Georg aß, was davon eßbar und nicht zäh wie Leder war, ich fragte, wie das schmeckt, der Topf stank, aber wenn man nicht zu Hause ist, muß man essen können, was es gibt, wie ein Kind, Ich fing als Kind eine Eidechse, sie schlüpfte unter Steine, der Schwanz wandt sich in meiner Hand, als wäre er ein Wurm, ich sah auf die Uhr, er schien nach fünfzehn Minuten nicht tot. Ich wollte Ärztin werden. Ich mußte mir vorstellen, Beine absägen zu können, hielt es aus, in die Haut zu schneiden, sie hochzuklappen, Gefäße abzubinden, Fleisch zu zerteilen und Knochen zu zersägen, die Haut herunter zu klappen und zu vernähen. Ich mußte einem lebenden Frosch den Kopf abschneiden, um zu zeigen, daß er noch springen kann, einem Meerschweinchen den Brustkorb öffnen, ihm das Herz entnehmen und mit Strom versorgen, der es auf einem Teller klopfen ließ. Der Professor wollte wissen, ob ich ein Forscher werden kann. wir suchten menschenleere Gegenden, weil wir in der Fabrik zuviele Menschen sind, wo Landschaften faszinierend sind, sind Menschen, Georg fluchte, ich tröstete uns, daß es beunruhigender wäre, wenn alle anderen zu Hause hocken und uns zu Untermenschen, Tieren, erklären würden, als wir zur Höhle in der Fabrik zurückkehrten, stand eine fremde Frau, Georg sah sie an, sagte: Später, legte sich hin, sie fragte, ob ich schwanger bin, und sagte, daß Georg immer die seine besten Freunde genannt habe, die er neu kennengelernt habe, und unvermittelt, der Arzt habe die Geburt von ihrem Sohn einleiten wollen, aber sie sei bis zum Termin nicht hingegangen, weil sie gewollt habe, daß das zwischen ihr und dem Kind natürlich ist, ich mußte Fotos ansehn, Das sind deine Neffen, das ist dein Schwager, ich hatte gedacht, sie wäre Georgs Geliebte, Wenn ich im Fernsehen sehe, daß sie Menschen die Haut vom Fleisch ziehen, um sie zu straffen, kreische ich angeekelt auf. Die Kinder sagen: Du wolltest Arzt werden, Ich würde dir sofort den Bauch aufschneiden, sobald es notwendig ist. sie sagte, Georgs Vater habe geprahlt, er würde mit Menschen, die ihren Partnern untreu wurden, nie wieder sprechen, eines Tages sei es ihm geschehn, daß er in einen Sex mit einer fremden Frau gekommen war, er mußte ein anderer werden, damit er wieder mit sich reden konnte, er wurde so, daß Georgs Mutter das Gefühl bekommen habe, sie könnte von nun ab mit ihm tun, was sie will, Das ist keine Liebe mehr, wenn alles berechenbar ist, sie habe sich einen Hampelmann ins Bett gelegt, Georgs Vater habe noch vor dem Scheidungstermin annonciert, nach einer anderen Frau gesucht, Georg hatte erzählt, daß seine Mutter das auch getan hat, daß sie nach der Scheidung einen Mann, der sie gefragt hat, wo der Bahnhof ist, mit zu sich nahm, um nicht allein zu sein, ich dachte, daß die fremde Frau nicht mehr aufhört zu reden und starrte zu meinem Bett, die Frau sah es, stellte uns einen Freßkorb als Hochzeitsgeschenk hin und ging, obendrauf lag ein Stein, an den ein Zettel geklebt war, daß das ein Mutstein sein soll, ich wollte daraufhin, daß die Frau zurückkommt und war bereit, mir das Gerede weiterhin anzuhören, ich dachte an die Kastanien, die Mutter in ihren Jackentaschen gehabt hatte, die im Herbst und Winter glatt und hart sind, im Frühling verschrumpelt, ich habe das später wie sie getan, mich gebückt, als würde ich Geldstücke finden, und war traurig, wenn Monate später die Vergänglichkeit zwischen den Fingern zu fühlen war, ‘Der Stein verwittert nicht’, ich denke, daß er eine Handgranatendrohung für die sein kann, die mich vielleicht überfallen und in Opferrollen zwingen wollen. Sie ließen mich nicht Arzt werden, weil Ärzte Parteisekretäre auf dem OP-Tisch ermorden könnten. Ich ärgerte mich, daß sie mir unterstellten, ich könnte so dumm sein, zu glauben, der Tod eines Parteisekretärs könnte die Gesellschaft verändern. Sie erlaubten, daß ich Kulturwissenschaften studiere. Ich tröstete mich, daß die Gesellschaft auch ein Patient ist. Die Gesellschaft geht nicht zum Arzt. Über Glitzern im HaarSie zwangen uns, die Hochzeitsdokumente stehlen zu lassen, obwohl es in der Seele weh tat, die Hochzeit für beendet zu erklären, weil die Gesetze so geworden sind, daß wir unverheiratet in einer Wohngemeinschaft leben müssen, ich küßte eine Frau und ließ das fotografieren, er küßte einen Mann und ließ das fotografieren, so daß die Liebe zwischen uns heimlich geworden ist, um eine Chance auf Geld und Raum, mit dem man arbeiten kann, zu haben, wir werden in einer Wohnung keine Menschen mehr haben, die in der Fabrik ab und zu Geld in einen Sammeltopf werfen und eine Chance auf einen Job sein könnten, der, der einen Job hat, kann in der Armut versenkt werden und sollte nicht heiraten, damit er den Geliebten nicht mitreißen muß, wir haben einem, der früher ein Einbrecher war, gebettelt, er hat es getan, weil wir sagten, daß er jederzeit ein Notquartier bei uns haben könnte, wir wußten, er ist stolz und mißbraucht das nicht, aber der Deal hat ihn beruhigt, weil er lieber obdachlos bleiben will, wenn er sonst mit der Pflicht zur Ortsanwesenheit leben müßte, aber es gibt Tage, an denen der Atem vereist, und er wußte, daß wenn er erwischt würde, das eine politische Aktion gewesen ist, wie sie Künstler tun, um Nachdenken in die Gesellschaft anzuregen, das Kriminelle ist wie ein Kunstwerk, wenn es in die Presse kommt und provoziert. Im Auto gefrorenes Wasser. Es steht seit drei Tagen im Arbeitszimmer, noch immer schwimmen Eisstückchen drin. Die Kälte vernichtet Ungeziefer, Obdachlose. Ohne Fantasien gibt es kein Mitleid. Die Frau aus der Fabrik hockt nachts vermutlich in einer Bahnunterführung, durch die Heizungsrohre gezogen sind. Die Gatter werden abends verschlossen. Ich stellte eine Schaufel an den Busch neben dem Eingang, damit sie sich ein Loch in den Gang graben kann, ich legte einen Wecker daneben, den ich bekleckst hatte, damit niemand anderes als ein Verzweifelter ihn aufheben will. Sie muß den Gang am Morgen verlassen haben, damit sie nicht entdeckt und der Gang verschlossen wird. Kurz vor dem Erfrieren sind TräumeIch muß trotzig sein, sonst geht man in Regeln und ist kein Mensch mehr, ich borgte mir eine Videokamera und bewegte mich vor ihr - die Frau im Film an der Wand zog Mantel und Jacke von der Schulter, dem Rücken, den Armen, die Hände blieben in den schwarzen Ärmeln hängen, sie sah ihre Arme, Hände nicht mehr, fühlte sich verstümmelt, sie kroch mit der Hand in den Ärmel, blieb hängen, kam ein Stück vorwärts, blieb mit den Fingern hängen, sie starrte auf ihn, der verbeult schien, die Huckel bewegten sich hin und her, die Fingerspitzen krochen aus dem Schwarz, giekelten in die Luft, als wollten sie sich festkrallen, die Hand folgte, nein, ich war das nicht, ich stellte mir Bier hin, trank, bis ich entspannt genug war, daß Musik meinen Körper berühren durfte, ‘Aber das ist wie eine Hure, wenn ich tue, was die Musik will’, eine Fiedel im Radio spielte auf, die Frau stampfte immer schneller mit den Füßen, sie fühlte die Arschbacken wackeln, der Mann sah zu, Ich schaffe das nicht, Egal, sagte der Mann, Tanze für mich, sagte sie, Wenn ich still sitze, ist es in mir so, als schwebe ich über dem Boden, Du willst nicht tun, was ich für dich tun soll, Du tanzt gern, Ich sehe auch gern zu, das ist alles schon tausendmal gewesen, wie wir das tun, daß ich tanze, du siehst hin, ich weiß nicht, was mich zu diesem Mann hinzog. Es ist oft so kalt, daß ich am Morgen nicht aus dem Bett will, aber die Nieren tun weh, wenn man nicht pinkeln geht; ich trinke wenig und selten Alkohol, damit ich nicht oft aufstehen muß. Wenn ich im Bett bleibe, mich warm anziehe oder die Sonne durch die Fenster scheint, wärmt, muß ich erst heizen, wenn mein Sohn aus der Schule kommt, es ist meine Arbeit für die Familie, sowenig wie möglich Geld auszugeben. Ich ließ nach dem Aufstehen kurz warmes Wasser über die Hände laufen, es entspannte. Ich tat vor sein Bett einen Sandhaufen, in den ich Kabel steckte, als Georg aufstand, sagte er, Ich hätte sterben können, ich zeigte auf einen Kasten, Schwachstrom, es ist nicht warm draußen, kein Schweiß an den Füßen, Es tat weh, Es setzt Weckreize, man sieht dann aufmerksamer um sich, grübelt und kann Ideen haben, ich trat in den Sand, Georg sah mich besorgt an, Warum willst du uns weh tun?, Der Fußboden vor der Post war ein Gitterrost, erzählte ich, ich hockte mich hin, kniete, um hindurchzusehn, als ich aufsah, merkte ich, daß mich Leute ansahen, ‘Suchen Sie etwas, haben Sie etwas verloren?’, ‘Nichts Besonderes’, Georg, das mit der Kunst hat mich verdorben. Ich sagte, daß die Arbeitsagentur wie ein Kafkasches Schloß ist, der Jobvermittler nickte. Ein Hut schwebt über EigelbEr hatte zuvor um den Essenschrank Glasscheiben am Boden einzementiert, und ich hatte die Wahl, sie zu zerstören oder hungrig zu bleiben, ich bin von ihm weggegangen, weil ich nachdenken wollte, wie der Text zwischen mir und ihm weitergehn könnte, wegen dem Baulärm am Ufer des Flusses, waren keine Vögel zu hören, ich fühlte mich trostlos, ich wurde abgelenkt, weil Mädchen um mich herum mit Bindfadenknäueln Ball spielten, es wurde ein Netz um mich, riß nicht, ich mußte Georg um Hilfe rufen, er sagte, daß es ihn besorgt macht, daß ich oft unverständlich rede, er denkt, daß ich bald verrückt geworden sein werde, weil er häufig nichts versteht, aber, wenn ich tanze, kann er das auch nicht übersetzen und wird nicht besorgt, er ist auch nicht besorgt, wenn er Leinwände bekleckst, nur mit der Sprache soll es immer verständlich sein, ich liebe es, Vokale, Zischlaute, Knacklaute aus mir zu lassen, Textfetzen zu reden, Von einem Hund verlangst du nicht, daß er so bellt, daß du ihn sicher verstehst, Das ist ein Tier, ich legte Schaumkrautsamen unter Stoff, der grobe Maschen hat, begoß ihn, es wuchs Grünes durch, er begann zu sprießen, ich heftete ihn zu einem Kleid, zog es an, fühlte die weißen Wurzeln auf der Haut, lief auf die Straße, Leute guckten neugierig, andere nicht, einige lachten, ein alter Mann beschimpfte mich, eine junge Frau tat das auch, ich ging in Gedanken weg in ein Dorf, Ich mache euch einen Teppich, den wir zu Ostern auf die Kirchentreppen legen können, ich habe Stoff und Schaumkraut, sie halfen mir, als das Fest vorbei war, legten wir den grünen Teppich in den Fluß, Ich habe den Grasteppich als Kleid auf der nackten Haut getragen, sagte ich, Erzähle nicht, du bist nicht verrückt, ´Wo sind die Grenzen?´ Sie sagen, die Pisastudie zeige, daß Arme keine leistungsstarken Kinder zeugen. Es ist die Chancenlosigkeit, die die Kinder verdirbt. Sie nannten mich Beststudentin, er galt als fachkompetentester Mitarbeiter, er konnte entlassen werden. Ich fragte die Arbeitsagentur, ob ich das Zahngold im Mund als Besitz angeben muß, sie antworteten, sie glauben nicht, weil es doch eigentlich nicht verwertbar sei. Als ich die Fragen nach dem Besitz sah, mußte ich an Juden denken. Paß auf, zwischen uns ist eine Mauer, ich sah Georg verständnislos an, aber dann habe ich es erkannt, er hatte Kunsthaarfäden zwischen uns gespannt, an einigen Stellen, wo Licht drauffiel, sah ich sie, sonst nicht, Dann muß ich das zerreißen, ich habe es getan, er hat das nicht übel genommen, sondern erregend und mich in ein Erlebnis reingerissen, als er entspannt geworden war, hat er geseufzt, weil die Arbeit umsonst gewesen sei, das hat mich gekränkt, denn ohne die zerrissenen Leimfäden wäre es nicht wild zwischen uns geworden, als Entschuldigung machte ich aus mir das Ungewohnte, schnitt das Schamhaar kurz, Die kahle Stelle sieht aus wie ein Luchs, ich griff mir tastend zwischen die Beine, Das ist jetzt stachelig wie der Mund eines Mannes, der nicht aus dem Dschungel findet. Die Grundrechte sind verletzt, wenn man ausgerottet ist. Arbeitslose haben kein Anrecht auf Ortsabwesenheit. Sie können in Arbeiten gezwungen werden. Fremde dürfen in ihre Wohnung. Arbeit macht frei. Sie leben im Offenen Strafvollzug. Ohne dem entgehen zu können, es hibt keine Jobs, die die Existenz absichern können. Er fragte nebenher in immer gleicher Art, ob ich ihn liebe, bis ich zur Drohung Nein gesagt habe und schlafengegangen bin, er hat geschrien und mir zur Strafe gemacht, daß Leute ein Hörspiel in den Raum gebracht haben, der Strom muß in den Boxen gewesen sein, denn ich fand keine Kabel, die ich hätte zerschneiden können, ich mußte mir das anhören, bis meine Leiter aus Tischen und Stühlen hoch genug war, das Gespräch zu beenden, das zwischen einem Mann und einer Frau war, Georg sagte, daß die Textfetzen mit Technik beständig neu kombiniert werden, und wir würden das mit unserem Bewegen und Schreien beeinflussen, die Kisten redeten weiter, als wir sie schon auf den Boden gebracht hatten, zum Schweigen konnten wir sie nur bringen, indem wir sie aufrissen, sie haben sich mit elektrischem Strom gewehrt, wir haben sie vorsichtig auseinandergenommen, die Ruhe danach war ungewohnt, ich bekam Gänsehaut, weil der Gedanke war, daß jemand über Drahtverbindungen sich unser Gerede anhören muß, zuschlägt. Ich kletterte an Stricken, sie schabten Hände, Arme wund, ‘Du warst Seeräuberin’ - ‘In Fantasien.’ Die Armen sind unterwürfig, so lange der Knast im Gefängnis härter erscheint. Ich ging fröstelnd durch die Hallen der Fabrik, sah auf eine Pappfigur, ein Gesicht zeigte nach vorn, das andere nach hinten, dort, wo das Herz gewöhnlich ist, war ein Fernseher, aber wenn ich reingucken wollte, ging eine Lampe, an und blendete mich. Ich suchte die stillgelegte Fabrik, in der ich den Beweis will, daß Armut nicht das Ende des Lebens sein muß. In einem Hinterhof standen fremde Männer, ich blieb stehen, weil sie in ein Feuer stocherten, das in einem Faß brannte. Sie sagten, daß in den Ländern, wo sie herkamen, mehr Gewalt ist als hier, aber daß die Angst vor Gewalt hier größer ist. Wir haben Kunstwirkungen, wenn der Neureiz für uns weg ist, steht es rum und ist Dienstleistung für andere, die niemand bezahlt, ich bemalte Holz und Kohlen, erklärte sie zur Kunst, damit Georg lernen kann, sie zu vernichten, denn als es kalt war, hatten wir nur das und mußten es in die Blechschüsseln und kahlen Badewannen werfen, er hat mir vorgeworfen, daß durch die Farben nun Gift in der Luft ist, Kunst und Moral sind selten zusammen, weil das eine mehr im Gefühl und das andere in der Vernunft ist, der Bankchef ist auch ein Provokateur, wenn er sich Millionen an Lohn gibt und andere arbeitslos macht. Ich wollte einen Schnaps. Er schmeckte nach Leitungswasser. Mein Mann sagte, daß der Alkohol verdunstet sein muß. Er hatte ihn heimlich getrunken. Die Flammen züngelten bunt, ich grübelte, ob es meine Hoffnung sein könnte, eine Wiederverwertungsfirma für Kunst zu gründen, aber dafür würde ich so wenig Geld KRIEGen wie Georg in der Kunst, man denkt beständig, was man für andere tun könnte, weil man Geld braucht. Er mag es, wenn ich mich, auf sein Gesicht setze und die Welt nur noch ein Geschlechtsteil scheint. Er kann es zucken und erschlaffen lassen. Der Schlaf fiel aus den WolkenIch ging ins Jobzentrum, in dem es keine Jobs gibt, sie tun, keiner würde einen Gemüseladen täglich öffnen, in dem es kein Gemüse zu kaufen gibt, er müßte es zur Kunstaktion erklären, um nicht verrückt erklärt zu werden, es drückte im Schuh, ich bückte mich, fingerte, da war ein Kaugummi drin, der durch ein Loch meiner Hosentasche gefallen sein muß, ich legte ihn auf den Tisch vom Warteraum, ein Mann nahm ihn, wickelte das Papier auf, brach ihn durch, steckte die eine Hälfte in den Mund, die andere in die Jackentasche, Den lege ich mir auf den Schreibtisch, vielleicht inspiriert mich das, Wird das ein Gedicht? fragte ich, ich dachte daran, daß einer von denen, die sich Lyriker nennen, gesagt hatte, daß ich mit ihm ins Ausland gehen soll, ich hatte geantwortet, daß ich mit Georg lebe, sie beschimpfen mich dann und sagen, daß ich ohne Poesie bin, Trost war, daß sie abends saufen, um sich leicht und am Morgen abgestürzt fühlen zu können, damit wegen den Wunden Verse wie Grinder entstehn, dieser Mann mußte Husten, es war, als reiße der Körper auf, er drückte mit den Händen auf den Brustkorb, um das zu beenden, ich schob ihm einen Pfannkuchen zu, den ich zuviel gekauft hatte, weil drei so teuer wie einer waren, er biß hinein, Marmelade tropfte ihm auf die Hose, als er nicht mehr hustete, nahm er einen Zettel, notierte, daß er in einen Pfannkuchen gebissen hatte, Marmelade rausgetropft war, er saß im Jobcenter und arbeitete, damit er eine Schutzhaut hat. Der Spiegel in der Sauna zeigte mich dicker als ich bin, die Waage drei Kilo schwerer. Ich mußte bei der Augenärztin unterschreiben, daß ich auf Untersuchungen verzichten will, die die Krankenkasse nicht bezahle. Wenn ich sage, gebt mir einen Job, damit ich Rechnungen bezahlen kann, antwortet niemand. Ich fragte den Vermittler, ob er glaube, daß er einen Job für mich finden könne, er sagte, wenn er es nicht glauben könnte, säße er nicht dort und zeigte auf einen Zettel, das ist mein Glaubenssatz, sagte er, er war zwischen ihm und der Wand, so daß ich ihn nicht lesen konnte, als ich zurückfuhr, saß mir im Bus gegenüber ein Mann, der blaue Haare hatte, unter dem Sitz war ein Spatz, wegen dem Vogel wurden die Menschen im Abteil gemeinsam, wir wollten ihn retten und ins Freie treiben, der Mann mit den blauen Haaren sagte, daß es schäbig ist, daß wir Hektik wegen dem Spatzen machen, tausende Menschen gehen kaputt, ich habe gekichert, der Mann mit den blauen Haaren sagte, daß er zum Bahnhof muß und deshalb diese Geschichte schon für ihn zu Ende ist, er sagte das ziemlich traurig und sah mich sehnsüchtig an, ich fand noch merkwürdiger, daß er sagte, daß er gern Musik in den Text reingebracht hätte, die er gewöhnlich auf dem Instrument spiele, er hob es aus dem Gepäckfach. Ich trank, weil das Herz so stach, da drehten sich die Bilder und Möbel linksherum. Ich war erst erschrocken, aber dann habe ich heimlich noch ein Schlückchen genommen und das genossen. Ich mußte kotzen, das war rot, im Hals hat es gebrannt. In Fantasien ist das komisch, Georg ist Zeuge, daß ich nichts ausgedacht habe, wo er zugegen war und der Mann mit blauen Haare wäre Zeuge, daß das die Wahrheit war, auch wenn es ausgedacht klingt, sie erzählen über die Rechtsanwälte, daß sie für die gleiche Arbeit mehr Geld erhalten, wenn der Schaden hoch war, das klingt unwahr, es ist aber wahr, sie treiben den Streitwert in die Höhe, statt ihn zu verhindern, und einer sagte, daß ein Mann einem Finanzamt erst zehntausend und dann noch sechstausend Gewinn gemeldet hat, sie schrieben die Ziffern hintereinander und ein Gewinn von hunderten Millionen wurde versteuert, der Mann mußte klagen, und der Steuerzahler mußte dem Rechtsanwalt Millionen an Honorar geben, weil der Streitwert hoch war, es ist eine Ordnung installiert, die nicht glaubhaft wirkt, ich muß nichts ausdenken, wenn ich ins Reden komme. Es war gut, daß Sie gestern nicht geblieben sind, kurz später war das Wasser abgestellt, sagte die Arzthelferin, ich wurde auf einen Zahnarztstuhl gesetzt, wartete, die Ärztin gab mir eine Spritze, ging ins Nebenzimmer, als sie wiederkam, hatte die Betäubungswirkung bereits nachgelassen, die Ärztin spritzte erneut, ging, kam, schnitt, bohrte, schickte mich zum Röntgen, ging ins Nebenzimmer, der Arm vom Röntgengerät hielt nicht, er wurde fixiert, ich ging ins Behandlungszimmer zurück, ins Nebenzimmer wurde der nächste Patient gerufen, als die Ärztin kam, weiterbohrte, tat es weh, ich sagte nichts, damit sie nicht wieder weggeht, zwischendurch war Schichtwechsel, die Ärztin ist schwerhörig, die Schülerin hat einen Sprachfehler, die Krankenschwester hat ein pickliges, gepudertes Gesicht, sie drückte das Röntgenbild, das sie da und dort abgelegt hatte, mit bloßen Händen in meinen blutigen Mund, sie ließen mich immer wieder allein, um andere zu behandeln. Geldgier. Ich könnte mich klonen und auf mich selbst treffen lassen, mit den Fragen, was bei anderen Entscheidungen im Leben geworden wäre, es könnte mir die Zeit bis zum Sterben vertreiben, aber da ist, daß sie nur das ins Leben lassen, was der Markt oder die Regierung oder eine Mafia braucht, und ich müßte so tun, als ob ich ein Clown bin, den sie für die Erheiterung benutzen können und müßte mich soviel produzieren lassen, bis ich den Krieg gegen sie wagen könnte, ich müßte mit meinen Klonen siegen, und ein anderer wäre der, der sich verbergen und heimlich vermehren würde, bis er an der Zahl ist, die mich bekämpfen kann, Sex entspannt. Wenn ich eine sozial faire Gesellschaft mit Zwang einrichten würde, hätte ich eine Gewaltgesellschaft, wenn ich nichts zwingen würde, nehmen sich die Gewalt andere und regieren, ich frage: Was tun? Nebel. Die Lampen schienen größer, dunkler. Plötzlich war Kälte. Der Nebel fiel als Schnee zur Erde. Ich sah Menschen auf der Straße. Der einzige Seitenweg, der wegführte, waren Schienen. Es lag Schnee, als wäre kein Zug gefahren. Die Schwellen vereist, glatt. Der Schotter zwischen ihnen auch. Ich hoffte, daß er verkantet genug liegt, daß ich nicht stürzen muß. Da und dort ragte ein Stück Eisen heraus. Ich fiel immer wieder auf die Hände. Sie taten nach einer Weile so weh, daß ich auf andere Stellen fallen wollte, aber es ging so weiter. Vertrocknete Blüten, Blätter standen vereist. Der Regen fror, an der Jacke wurde eine Schicht. Sie glänzte, gebrochen; ein Teil der Haare war angefroren. Der Weg führte nicht zur Fabrik. Ich suche Weihnachtslieder im Radio, wir suchten Schnee, wir fragten auf dem Parkplatz vor der Kaufhalle jeden, ob er Lust hätte, mit uns Schnee fahren zu suchen, ein Mann sah uns an, als wäre er in seine Jugend versetzt und öffnete uns die Autotür, die Spitzen von den Bergen schienen weiß, aber das bewegte sich, es war Nebel, ich wurde fast hoffnungslos, aber dann lag es wie graue Steine am Straßenrand, dann war lange nichts, dann weiße Flecken, die so groß wurden, daß sie zusammenstießen, und man die Erde als dunkle Flecken sah, der Schnee lag zwischen Tannenbäumen und war so hart, daß man keine Bälle aus ihm machen konnte, wir konnten auf ihm hin- und herrutschen, als ich müde wurde, wurde mir kalt, Ich möchte ein Auto mit Heizung, so daß wir zwischen den Bäumen und im Schnee einschlafen können, am Morgen dort aufwachen, eine Schneefläche ist wie weißes Papier. Am Heiligen Abend Post. Zahlen vom Kontoauszug. Ich bin danach beruhigt oder hektisch, wie das bei einem Brief von einem Menschen sein kann. Ich kaufte viel für die Kinder, weil ich will, daß ich ihnen mehr geschenkt habe, als ihre leiblichen Eltern, auch wenn wir ärmer sind. Ich warf ihnen ein Päckchen zu, sobald sie eins ausgewickelt hatten. Sekt! Wir tranken aus blauen Gläsern, es wurde mir schwermütig ums Herz, weil ich für den Kontrast an die denken mußte, die hungern und im Krieg sind. Ich wollte mit den Ausländern vom Nebenhaus anstoßen, aber das Licht war aus, ich rief die Polizei an, wünschte Frohe Weihnacht! Die Frau fragte scharf nach meinen Namen, Wir fühlen Mitleid und sind nicht sicher, mit wem. Wir borgten uns ein altersschwaches Ultraschallgerät, zogen uns unter den Decken aus, strichen mit ihm über die Haut, um in uns zu sehen, es hat die Weihnachtszeit verbraucht, ich legte meine Hand zwischen die Schulterblätter von Georg, wenn er einatmete, spreizten sich meine Finger und mein Arm glitt ein Stück zurück, ich würde etwas in mir kaputtmachen, wenn ich das als Zeichen für anderes deuten würde, es war Haut auf Haut. Ich fuhr am Morgen mit dem Bus, einer stieg ein, sagte, daß er obdachlos ist, sang, die Leute legten ihm Geld in den Hut. Ich fragte ihn, ob sich das lohnen kann. Er sagte leise, daß er krank ist, sterben muß und daß er das Geld für Drogen braucht, die Angst zerstören. Deine Stimme ist schön, sagte ich. Er sah jung aus. Es weckte Mitleid mit seiner Mutter, mir wurde zum Heulen, gleichzeitig hatte ich Angst, daß er mich anstecken könnte. Ich weiß nicht, ob ich die Frau aus der Fabrik treffen will. Ich ging durch die Stadt, ein Teil der Fabrikruinen war verschwunden. Ich sah leere Bürohäuser, keine Insel im Fluß. Poch durchs LochIch schreckte auf, Musiker saßen am Rand der Bühne, und auf den Holzbrettern standen Metallgerüste, an denen sich nach da und dort etwas drehte, schabte, anschlug, es machte Geräusche, wurde Musik, aber ich mochte mir das nicht anschauen, weil es aussah, als hätten sich Krücken und Prothesen von Menschen verselbständigt, manchmal werde ich bewegungslos wegen dem Lauschen, und manchmal ist es zu heftig und weit getanzt, und man ist wie in etwas eignem in der Beziehung zur Musik, die Menschen um mich gingen nur vor- und rückwärts, ich wollte sie nicht stören, und lernte deshalb, daß man entlang eines Striches eine Vielzahl Bewegungen machen kann, ich hatte mich eine Zeitlang hinter die Lautsprecher gestellt und gelauscht, weil ich die Melodien unter dem Krach hören wollte, sie waren kitschig, so daß sie ohne den Krawall von den Schlagzeugen und quietschenden Gitarren mir nicht erträglich gewesen wären, ich gebe meinen Körper dem hin und habe gemerkt, daß ich Lust bekam, die Flasche, die ich wegen dem Bier in der Hand hielt, mit einem Schlag aufzubrechen und mit dem Glasmesser wild zu tanzen, und das sammele ich dann als Episoden wie Weggeworfenes in einen Lumpensack. Der Mantel ist verschlissen, ich kleckste rote Farbe auf die Löcher und wurde unfreiwillig Künstlerin. Ein Mann sah mir zu und sagte, daß es ihm zu gut gehe, und er deshalb keine faszinierende Musik schaffen könne, er sagte, daß er mich beneide, das war kein Neid, in dem er mir einen hoch dotierten Job anbot, damit ich ihm ähnlicher werden müßte, er wollte, daß ich poetisch leben muß und er den Neid fühlen kann, Ich lese im Internet Pressemeldungen, wie andere nach Lottozahlen sehen. Ich suche nach Meldungen, die Widerstand zeigen. wenn auf den Zeitungsrändern, Notizzetteln, ein Stück vom Zeitungstext eingerissen ist, ergibt sich, daß ich damit beschäftigt bin, daß das Theater geschlossen werden soll, die Schauspieler müssen arbeitslos werden, ich gönne es ihnen, daß sie das durchleben müssen, weil sie Geld von den Steuergeldern kriegen und sogar Künstlern keine Freikarten abgeben, aber sie werden von der Stadt weggehen und zurück bleiben die, die Kaugummis übers Brückengeländer werfen, das zähe Zeug treibt als Zeichen im Fluß auf uns zu, ich bin zu einer Veranstaltung, die in einem fensterlosen Raum stattfand, hingegangen, obwohl draußen die Sonne schien, ich wollte, daß sie in der Stadt bleiben, als das zu Ende war, habe ich saufen müssen, weil mir das Herz davonrasen wollte, und in der Nacht wurde ich schweißgebadet wach und habe mich krank gefühlt, sogar zum Arzt bin ich gegangen, weil ich glaubte, daß das etwas anderes als Ursache haben muß als die Verzweiflung, Mein Mann geht nicht fremd, Essen haben wir auch, sagte ich, aber der Arzt hat nichts als Ursache gefunden, so daß ich mir sagen muß, daß ich mich vor den Machthabern so ekele und nichts tun kann, weil sie die Macht haben: sie wollen die Schauspieler loswerden, weil sie nicht unterwürfig gewesen sind, wie der Bürgermeister sagte, und der Regisseur war unterwürfig, und hat gesagt, daß er dem Bürgermeister vertraut, so daß mir die Achtung vor ihm vergangen ist und ich mich fast geschändet fühle, weil er in meinen Fantasien in mich gedrungen war, ich habe nur den Trost, daß die Leute, die so brav scheinen, wieder Revolution machen würden, wenn sie sicher sind, daß sie weniger zu verlieren haben als zu gewinnen und daß das irgendwann wieder sein kann, weil sie mir so unauffällig wie möglich zuflüsterten, daß ich ihnen aus dem Herzen geredet hätte, als ich gesagt hatte, daß diese Episode unerträglich ist, und der Bürgermeister deswegen gegangen war. Die Trinker saßen nicht im Stadtpark, sondern auf dem Rathausplatz, als sei es eine politische Demonstration. Ich setzte mich zwischen sie, ich fühlte mich wie ein Tourist. ´Man muß die Armut wie einen Hund spazieren führen. Sie braucht Auslauf, sonst dreht sie durch.´ Der Raum wird klein, den man betreten darf, wenn man arm geworden ist. Wir gingen im Stadtwald spazieren. Man braucht gute Schuhe, wenn man weit läuft. Georgs Mutter war gestürzt, hatte sich Knochen gebrochen, sie mußte im Bett liegen, wurde verwirrt, begann zu röcheln, starb, ich war im Treppenhaus der Fabrik, als Georg es sagte, rannte, stürzte, ein Schuh lag hinter mir, ich hörte Lachen, stand auf, zog ihn zu mir, und ging mit verkrampftem Gesicht weiter, als wäre nichts geschehn. Ich brauche einen Fluchtort. Bäume standen im Wasser. Feuchtigkeit hatte die Stämme grün gefärbt. Am Flußrand lagen hellblaue Steinchen, löchrig, verwittert. Kleine, dünne Stangen krochen. Ich giekelte nach ihnen, sie waren hohl, drinnen Viehzeug. Ich fühlte Schauer auf der Haut, unsicher, ob mir kalt oder ob ich beeindruckt war. Ich watete durch Wasser, stand auf einer Sandbank, ich sah auf die Wolken wie in einen Film. Knickte Holzstäbchen von den Büschen, warf sie in die Luft, sie fielen zur Erde. Ich streute sie ins Wasser, sie schaukelten, drängten sich aneinander, schwammen fort, trieben gegen das Ufer, ‘Immer im Kreis.’ Ich warf Steinchen. Ich schlug mit einem Stock ins Wasser und sah einen Regenbogen. Ein Mann ruderte in einem Motorboot vorbei. Zwischen bräunlichen Grashalmen saßen Vögel mit schwarzen Federn, gelben Schnäbeln. Ich hielt ihnen Kirschen hin, sie pickten sie aus der Hand. Ich sah meine Finger in einem Bild, das sich bewegte. Ein Kater saß auf einer halbhohen Mauer, schlug mit den Pfoten gegen Schneeflocken, als sähe er sie das erste Mal. Die Fabrikruine tauchte auf, in ihr standen Wachspuppen, in den Nasenlöchern waren Härchen. Es ekelte mich an. Ich lief durch Straßen davon. Ich starrte Leute, die starr schienen, an, bis sie sich bewegten. Das Gehirn nahm in Zeitlupe war. Als ich Zuhause war, ist die Frau, die ich suche, von mir weg und durch den Raum gegangen, sie tat es langsam und hob die Hände, als würde jemand auf sie zielen. Sie hat mir nicht gesagt, ob das sagen soll, daß sie sich von mir bedroht fühlt. Ich sagte ihr, daß ich das brauche, daß wieder das Gefühl ist, fähig zu sein, alles verschenken zu können, auch wenn Abschied weh tut. Auf der Insel raschelt es im Gebüsch, ich will wissen, ob das Ratten sind, die im Schlaf Adern durchbeißen könnten, als Kind wollte ich sie ansehen, ich will, daß sie tot sind. Wenn ich zwischen die Menschen laufe, ist der Hals ungeschützt. Gestern habe ich mit Georg geredet, weil er an einer Holzplastik schabte und sagte, daß sie ihn mehr berührt, wenn nur ein Auge drin ist, das andere ist ein schwarzes Loch nach innen, aber er konnte sich nicht entschließen, es so halbfertig zu lassen, obwohl ich das auch ehrlicher fand, wenn das zweite Auge nicht war, er hat das andere Glasauge reingesteckt und gesagt, daß er hofft, daß ein Unfall und das Gesicht echter wird, aber daß er das nicht tun kann, und ich habe schlaflos gelegen, ob ich das für ihn erledigen soll, ich habe sogar ein Messer in die Hand genommen, aber ich habe nicht in das Auge zustechen können, obwohl ich mich nach dem Loch und Splittern, Wahrheit, herzlich sehne. Ich weiß nicht, ob ich Angst vor diesen Leben habe. Oder die Sehnsucht. Und über allem war das Jaulen von einem Hund. II. TeilIch greife ein Stück Wirklichkeit heraus und führe es mir vor wie ein Zootier. Wenn wir Filme im Fernsehen sehen, starren wir auf Räume und Landschaften. Man muß in den Zwischenräumen leben, die sie lassen. Es gibt ohne Geld keine Freiheit außerhalb der Fantasie. Ich stehe mit einem riesigen Bündel Klamotten auf einem Bahnsteig, der an einem Brunnen steht, ringsum Wüste, im Hintergrund ein Turm, auf dem ein Mann steht, der Wolken in Wolken schießt, ´Sie sind das, was sich beständig ändert´, ein Fahrradfahrer hat ein Krokodil an der Leine, die Straße wird Wasser, aus dem Wasser tauchen Spitzen, Flossen von Fischen, eine Stange treibt von einem Segelschiff getrieben von rechts oben ins Bild, von links unten laufen Menschen mit Säcken über den Schultern zum Meer, sie gehen am Schiff vorüber ins Wasser, das Schiff zerfällt, es bleibt nur eine Ballerina, die auf Spieldosen tanzen, wenn sie aufgezogen sind, es kotzt mich an, wieder ein Boot sehen zu müssen, sobald das Bild fleckenweise Schwarz verliert, ´Wasser am Hals´, die Strichmännchen scheinen Soldaten, sie sind Reisende, die über Holzstege zum Land streben, als das Bild schwarz wird, sind Spinnenbeine erkennbar, so groß, als wären sie kurz vor den Augen, Angst, daß ein Schiff auftaucht, ´deshalb kommt ein Schiff´, zwischen mir und ihm Küchengardinen, ich dachte, ich sei im Haus, es ist ein Boot, aus den Köpfen der Menschen dringt Rauch, er wird Wasserpflanzen, die Boote liegen auf Grund, Angst, ein Boot zu sehen, ´Es ist das Lied von Jenny, der Seeräuberbraut, das mich durchdringt und -alle- sagen läßt, wenn sie fragen -welchen sollen wir töten?-´, ich will kein Boot sehen, sehe Räder, Gummireifen, die ein Segelschiff beim Anlegen vor dem Aufreiben schützen, im Teich sitzen Frösche auf Blättern, trommeln, am Grund des Teiches liegt ein Toter, in Landschaften aus grünlich-rötlichem Haar, da und dort blinkt ein Auge, eins ist eine Nußschale, die aufspringt, Rachen eines fischförmigen Holzbootes, auf dessen Deck eine Kerze brennt, ein Piratenschiff taucht auf, es ist ein Faschingskahn, Kanonen sind Lautsprecher, die Gewehre Papierrohre, die sich zusammenrollen, sobald die hinein gepustete Luft entweicht, ein Lastkahn trägt Schattenrisse von Fabriken, Wohnhäusern vorüber, in der Dämmerung steht eine hölzerne Schneiderpuppe, deren Hals ein Gewinde ist, in einer Metallwerkstatt, die schlingert, als sei sie auf einem Schiff, sie steckt in einem Batzen Kunststoff, den eine Maschine bewegt, vom Bildrand dringt ein Schiff, kippt um und ist Hut, unter dem ich einen Elefanten vermute, doch durch den Stoff bricht, ´das ist Kitsch´, eine Rose, das Ich hängt über einem angespitzten Mast, ich sehe in ein Schwarz mit hellem Viereck, es scheint ein Fenster, es ist ein Boot, in dem Fischer staken, der Kahn wird klein, kleiner und verwandelt sich in eine Gabel, die ein Stift wird, ´das ist mir zu aufdringlich´, zwischen mir und einem Haus bewegt sich ein Boot auf Rollen, zwischen uns ein Graben, der sich weitet, zwischen seinen Ufern ist Stoff gespannt, ich könnte über ihn zum Schiff laufen, seine Ränder schnappen wie Zähne, Querlinien, darüber Schräglinien, sie falten sich zu einem Vogelkopf, der sich in einen Vogelkopf wandelt, sein Schnabel ist ein Haken, der an einem Krüppelarm hängt, das ist mein Arm, er verhakt sich in meinem Fuß,´mit Kindern unter den Fußsohlen kann man nicht laufen´, Schiffe brechen durch Eis, Kähne, deren Kapitäne Lämpchen brennen ließen, glitzern im Dunkel, sie stehen auf Schienen, in der Wüste sind Boote Bratpfannen, die eine Hand schwingt, mich in die Luft zu werfen, zu wenden, Blumensilhouetten aus Blech marschieren auf Strichbeinen vorüber, eine hält einen Stecker mit einem Kabel, Kupferfasern sind Krallen, das Schiff, das ins Bild fährt, ist hoch, schmal, eine Kreissäge, die in eine Landschaft schneidet, der Boden ist eine Echse, die Gedärme heben sich, werden weiße Nelken, Greifer aus Eisen, im Hintergrund steht ein Ofen, aus dessen Tür eine Zunge quillt, er ist eine Schildkröte, deren Zunge Teil eines Mannes ist, der Walfisch, auf dem ich reite, ist eine Sohle, an der ein zerfledderter Schuh hängt, in ihm eine Luftpumpe, die spritzt, spritzt, spritzt, das Wasser fliegt als Kronleuchter auf, steigt in den Himmel, ich kann nicht unter den Wasserspiegel sehen, unter dem möglicherweise anderes ist als eine Kaufhauswelt, heraus krabbeln Hornissen, Fensterglas schützt, bis sie sich in Nachtfalter mit Eierkörben auf den Rücken verwandeln, der Schattenriß einer Flasche mit Mäuseohren zeigt einen Teddybär, der sich auf die Vorderbeine fallen läßt, Bett wird, dessen Matratze Männer sind, von denen Teile nach oben stehen, eine Frau wälzt sich auf ihnen, am Bett ist ein Haken, die Bettszene wird Bild, an die Wand gehängt, die Frau stürzt ab, die Männer werden von Nägeln unter den Achselhöhlen gestützt, ´sie leiden nicht, es sind Lebkuchen´, ich folge einem Krokodil, wir dringen in ein Labor, dessen Chemikalien so dicht stehen, daß wir uns langsam bewegen müssen, die Tische nähern sich, ich trete zum Fenster, sehe von einem Turm auf Straßen, Häuser, seine Wände sind doppelt, die Innenwand kreist, ´sie würde den Kopf abschneiden, der sich aus einem der Fenster beugt´, die Burg ist ein Brautschleier, unter dem Männer hocken, Männer ziehen das puppenähnliche Gebäude an den Haaren, unter ihm ein beleuchteter Kuchen, in seinem Schatten kriechen Männer mit Maschinengewehren davon, sie tragen Rüssel im Gesicht, die Rüssel sind Puppen, die sie ausspucken, die nackt sind, sich Blätter ums Haupt winden, wenn sie den Kopf beugen, zeigen sie das Loch einer Kanonenmündung, ich kann Schreibfedern hineinstecken, die Schreibgeräte werden größer, platt, Schlipse, ´die ansagen, welche Haltung der hat, der sie trägt´. Es ist ein Ziehen zwischen den Beinen. Eine Frau mit gespreizten Beinen treibt auf mich zu, mir aber wächst ein Glied, das sich zum Loch krümmt, eine Frau im Pelzmantel ohne Kopf trägt mich am Henkel, Kopf nach unten davon, zu einem Kamin, aus dem gebratene Vögel fallen, ein Bohrer bohrt schräg, der Boden wird Brücke, die sich aufbäumt, zerbricht. Wir hätten Zeit für ein Baby, kein Geld. Aus dem Löffel eines Wasserrades steigt ein Mann, ihm folgt einer, noch einer, sie werden Teile eines Förderbandes, auf dem Fische kleben, die, umgeben von Luft, nach Luft japsen, sterben, sich in Ungeziefer verwandeln, das eine Schleimspur hinter sich herzieht, Markierung für Kinder in Spielautos, sie stürzen über den Tischrand, ich schneide Fischen den Kopf ab, die Flammen im Herd sind Kerzenlichter, die den Fisch bräunen, ihn in Zuckerzeug verwandeln, es verschießt hauchdünne Nadeln, die sich auf Stoff legen, Marderpelz werden, der sich in den Hals einer Frau drückt, Telefonklingeln, Augen auf. ´er hat nicht mehr zuziehen können´, der Kochlöffel ist Zeiger einer Uhr, wird Quirl, der sich losreißt, Bohrer aus Stahl, der sich durch einen Pappkarton in eine Puppenwelt drückt, die Puppen gehen steif durch die Risse, eine liegt verletzt, sie ist meine, Schuhspanner stehen als Tulpen, die zum Licht wachsen, Glühbirnen umhüllen, rausdrehen, Lampen abreißen, bis ein Dunkel ist, in dem ein Mensch schimmert, als wäre er fast verhungert, er ist mit Bleistift silbrig gezeichnet, er klappt seinen Brustkorb auf, dahinter Lunge, Herz starr, ein Hase ist eine Apparatur, die eine Möhre durch den Kopf hin- und herzieht. Ein Fremder wollte Waren verkaufen, ich fragte nach einem Job. Frauen stehen in Abendkleidern zwischen Schulbänken, aus einer Dusche rieselt Mehl, verfasert, wird Bein mit Spitzen statt Füßen, es gehört einem Bauer, er läuft mit Krücken über ein Feld, ängstlich, weil ein Double kopfüber an seinen Fußsohlen klebt, der Berg, auf den er steigt, ist ein Mantel, die Burg auf dem Berg ist ein Kopf, der vom Hals gleitet, im offenen Rumpf dreht sich eine Roulettscheibe, auf die Männer Samenkörner werfen, die weiße Vögel aufpicken, bis sie ins Netz eines Mannes steigen, der sie in einen Kochtopf wirft, bevor sie sich vollständig in einen Menschen verwandeln konnten. Als ich Kind war, hingen an Türen Schilder Betteln und Hausieren verboten. Die Menschen betteln um Jobs. Ich sagte meiner Schwiegermutter: Man redet fast nicht mehr von anderem, sie sagte, Ja, man hört nicht mehr hin. Ein gelber Schlauch hängt an einem verrosteten Garderobenhaken, in ihm ein Mann mit Sauerstoffgerät, der abwärts in ein Büro rutscht, eine Frau mit Metallplatten auf der Brust verschießt Pfeile, Kugelschreiber, die sich in Zuschauer verwandeln, die steif auf großflächigen Stoff starren, unter dem sich etwas bewegt, ´es könnte ein Monster sein´, es ist ein Hemdengeschäft, eine Leiche liegt auf einer Bahre vor einem Christuskreuz, ein Junge spielt Orgel oder Klavier, das tote Mädchen erhebt sich, beugt sich zu einer Puppe in seinem Arm. Wenn jemand sagt, daß Arbeitslose Jobs finden können, bitte ich ihn, seinen Job zu teilen oder einen Job zu vermitteln. Ich bat Politiker, den Bundespräsidenten. Keine Antwort. Die Arbeitsagentur vergab Arbeitsaufträge im Analyse-, Informations- und Werbebereich nicht an die, die arbeitslos sind, Jobs suchen. Ich hatte Zusammenarbeit angeboten. Das Spielzeug meines Sohns wird ein Gewehr, ich verschieße mit ihm gerupfte Hähnchen, die sich zu Gipsfiguren verhärten, an Fallschirmen zur Erde segeln, Menschen schneiden mir den Bauch auf, um Brote herauszuholen, ich will in die, die das tun, stoßen, der Bohrer gelangt nur in Öffnungen von Metallhülsen, ´Bin verbittert´, fletsche Zähne, knurre, es hilft nicht. eine Kanonenmündung zeigt auf meinen Kopf, vor ihr ein Schiebefenster, verschlossen, ´Glas bricht´, Frösche tappen aufrecht in kurzen roten Hosen durch dunkle Gänge, Froschkinder gehen zur Schule, ich gehe dem ersten Menschen, der ins Bild tritt, entgegen, ´als sei ich in ihn verliebt´, ein Mann trägt in einem durchsichtigen Koffer blauweißrote Puppenbilder, reicht ihn einem Mann, der gibt ihn weiter. ´Kapiere das nicht.´ Ein Mann steigt auf die Schulter eines Mannes, auf dessen Schulter ein anderer steigt, ´um weit sehen zu können´, der untere zerbricht, die anderen fallen, sie werden weiße Steine, aus denen Skulpturen fallen. In der Wohnung ist Waschmaschinen-, draußen Sägegeräusch; ´Ich will vor ein Auto, um fliegen zu können.´ Ein Auto fährt vorbei, ich schrumpfe zu dem, der nach oben in die Gesichter von Erwachsenen sieht, Rostteile, Baumkronen, Wolken, Rauch, die Menschen gehen auf Stelzen, Wind treibt mich hin, her, setzt mich auf das Pendel einer Wanduhr, hinter den Fersen Abgrund, Fußangeln halten fest. Insekt, das Angst hat, erschlagen zu werden. Ich bin Mutter, ich will nur in einen Urlaub sterben. Ein Klo wächst vor mir zu, ein Waschbecken wächst zu, ´ich könnte nicht pinkeln, kotzen´. Ich kaufte Meisenringe, als könnte es helfen, in Fantasien fern von den Menschen in einer Waldhütte zu leben. Ein Auto bremste, ich erschrak, weil es ohne Hauswand bedrohlich nah gewesen wäre. Eine Gestalt ist ein Holzkreuz, dessen Querhölzer wachsen, bis das Bedrohliche weg ist, ´Lust auf ihm zu balancieren´, die Menschen halten Streichhölzer in den Händen, mit denen sie klopfen, schaben, ´Musik´. Ich will glücklich sein, die Mutter geht. Ein Huhn zerhackt Eier, eine Frau kriecht in eine Wand, nur eine Hand mit einem Tablett läßt sie draußen. Ich mag Rost, ´Hartes zerfällt.´ Kinder lassen Steine von oben rieseln, Beschießen sie dich? Sie haben das schon getan, als ich kam, Es war ein Schießplatz. Ich müßte täglich kehren, wenn ich das Harte zerbröseln sehen will. Eine Vorrichtung drückt einen Bleistift in eine Frau, er dringt bis ins Hirn, macht sie zur Stabpuppe, deren Arme, Beine baumeln, ihre Hände beginnen, Klavier zu spielen, Fingernägel stechen in Tasten, kommen nicht raus, ´immer die gleiche Tonfolge´, Schweine laufen vorbei, in ihnen Schnapsflaschen, Fabrikschlote, aus denen es dünn raucht, das Klavier zerbricht, heraus krabbeln Kinder, deren Köpfe so schwarz wie die umgebende Brühe sind, ´sie scheinen kopflos´, marschieren im Gleichschritt auf der Stelle auf einem Brett, das sinkt, Glas fließt ihnen nach, formt einen Schutzraum, die Kinder können Messer, Greifer sehen, die im Wasser um sich schlagen, das Glas wird Spiegel, sie sehen sich, ein Schiff dringt von oben ins Bild, sein Mast ist hoch, ein Windhauch läßt es kippen, das Boot wird Schlittschuh, der durch das Wasser zum Seegrund in eine Industrielandschaft sinkt, zwei alte Menschen gehen vorbei. Sie lassen uns den Fernseher als Theater-, Buch-, Museums- und Reiseersatz. Auf der Straße gehen zwei alte Menschen mit weißgetünchten Stöcken an mir vorüber, aus einem Plumpsklo drängen Kröten, die sich zu Krokodilen dehnen, die einander in die Schwänze beißen, einsaugen, fressen, gefressen haben, das letzte ist ein rundgefresser Ball in einem Netz, an dem Elefanten, Mäuse klettern, die Mäuse springen an den Griff eines Regenschirms, den eine Windbö hebt. Ich stehe lange in Buchläden. Finger drücken Blütenstengel auseinander, ´Das ist wie Beine einer Frau´, eine Säge senkt sich, schneidet in einen Strick, die Blumen fliegen auf, bilden eine Allee über Glas, schütten Wasser aus ihren Kelchen, der Glasboden ist löchrig, unter ihm Regen. Ich ging in einen Postkartenladen, sah Postkarten an und grübelte, wem ich sie schicken würde. Ein Bett, hochkant, Mann und Frau baumeln als Leichen, der Henkersstrick ist ein Hundehalsband. Ich trete in Blumenläden und atme tief ein. In der Puppenwelt ist der Mond eine Lampe, Teddybären stehen in Kleidern, nuckeln brav an Flaschen, ein Panzer fährt vorrüber, das Plüschzeug krallt sich fest, bis eine Krallenhand es ins Innere zieht, drin steigt Wasser, der Stoff schwimmt, ´durch die Öffnung nach draußen´, die Öffnung verschließt ein Luftballon, der nicht zerplatzt. Geldmangel ist eine Verkrüppelung, mit der man lernen muß, umzugehen. Ich koche in einem Topf, um Gas zu sparen. Ich riß einen Baumpilz ab, weil er weich und eßbar schien, ich biß auf Gummiähnliches. Menschen aus Holz mit Scharnieren, aus den Köpfen quillt Spielzeug. Ich wollte mit meinem Mann in eine Suppenküche gehen, aber ich reagierte mit Bauchschmerzen, Durchfall, Wir können uns den Luxus leisten, selbst zu kochen. Bis wir verschuldet sind. ´Das alles ist Pappe, dahinter nichts anders´. Im Kasten vor dem Fenster wuchert das Grün von Kartoffeln. In der Arbeitsagentur hing im Büro ein Zettel, ´Es kann nicht schlimmer werden!´ Und es wurde schlimmer. In einem Echsenmaul eine Hand, in einem Fischmaul eine andere, eine Frau hängt zwischen ihnen,auf einem Fenstersims Tatzen, Angst, mich herauszubeugen, Scheu, zuzustoßen, es abrutschen zu lassen, Kanonen schießen Flaschen in den Himmel, ´Schnaps, Nagellack, Schnaps´, aus ihnen fließt blaue Tinte. Der Mann im Fernsehen las den Text wie einer, der einen Bundeskanzler karikiert. Das neue Jahr begann. Meine Tochter zog Joshua in den Schaukelstuhl. Als sie aufstand, muß sie auf einen der Papierfäden getreten sein, mit denen ich beworfen, umschlungen worden war, um den Hals zog sich etwas zusammen, riß. Männer reiten auf größer werdenden Tieren auf eine Brücke, sie zerbricht, doch die Pferde treten auf Pfeiler, ´ich will nicht auf solchen Stege´. Ich bin Schnappi, das kleine Krokodil, ich komme aus Ägypten, das liegt direkt am Nil, zuerst steckte ich in einem Ei, doch dann schni-schna-schnappte ich mich frei. Autos sind Schildkröten, auf denen Gartenzwerge sitzen, die Straße ist eine Frau, sie bäumt sich auf, schlangenähnliche Tiere treiben in einem milchigen Bach unter die Stadt. ´Und über allem war das Jaulen von einem Hund.´ Die Brücke ist der Schlips eines Mannes, der Schlips wird Kanonenrohr, der Mann Panzer, aus seiner Luke schaut eine Mickimaus, Fabrikhallen stehen auf Rädern, sie lassen sich ´wie Kinderwagen´ wegschieben, Bagger fallen auf einen Wohnzimmertisch, von dem Kinder zum Fenster laufen, sie greifen nach einem Efeustrang, klettern zum Kopf einer steinernen Frau und sitzen als Schoßhunde, Fische schlüpfen durch ihre Hände, ihre Rücken berühren den Grund, er schleift Flossen zu Messern, eine der Frauen hat einen Stöpsel am Fuß, die Luft, die entweicht, stößt sie nach oben, sie sackt zusammen, ist Pistole in der Hand eines Mannes, der aus einem Planwagen in einen Eisenbahntunnel schießt Mein Mann singt Kinderlieder. Er erhielt Absagen, er sei zu alt. Er ist sechsunddreißig Jahre alt. Der Körper eines Schmetterlings löst sich von den Flügeln, er ist eine Bombe, die in den Ärmel eines Mannes dringt und ihn am Halsausschnitt verläßt, explodiert, Hirn wird sichtbar, ´Bildtäuschung´, das Hirn ist ein Schaf mit Felllocken, ein Schrank steht schräg im Raum, der Fußboden ist schief, ich rutsche zum Fenster, durch das Steinbüsten und Gipszwerge fallen, ein Wandstück hält mich, bis sich das Haus dreht, ich stehe in Stöckelschuhen, springe, um keine Puppe zertreten zu müssen, über die Wand in einen Zuber, in ihm ist Müll, ´Das ist eklig´, ´Ich muß nicht ertrinken´. Ich spielte mit ihm Karten, er drohte, daß er, falls er verlieren würde, von einem Turm springen wird. Ein Auto hängt an Kaugummifäden über einem Spielplatz, Kinder breiten ein Sprungtuch aus, es fällt auf den Rücken, strampelt, seine Räder sind Arme, Beine, drüber fliegen Gänse, sie verlieren weiße Hemdchen, sind nackt gelblichgrau, ´Wie das andere auch´, aus Schulspinden fliegen Jacken auf Kleiderbügeln, ein Mann hält einen Plastebeutel, in dem Jungen mit Bommelmützen und Handschuhen im Wasser sitzen, das langsam abtropft, vor sein Gesicht, hinter der Tüte ist ein Rohr, aus dem Flammen schlagen, die die Plaste schmelzen läßt, die Kinder verkohlen, Pferde ziehen eine Kutsche durch die Luft, die Straße ist Glas. Es ist wahrscheinlicher geworden, von einem herabstürzenden Menschen erschlagen zu werden, als im Lotto zu gewinnen. Ein Bus fuhr bei Rot über die Straße. Ein Busfahrer öffnete während der Fahrt die Tür. Der Wetterhahn auf dem Turmdach wird ein Huhn, das sich in einen Fuchs verwandelt, ´als habe ein Fuchs das Blech gefressen´, durch die Straßen traben Kühe. ´Ich will Medizin, die heiter stimmt´, ´Sie nimmt Angst´, ich könnte ungehemmt tun, wozu ich Lust habe, auch schießen. Eine Faust durchschlägt einen Wohnzimmerschrank, zieht sich zurück, hinterläßt ein Loch, im Nachbarraum stehen Männer in schwarzen Anzügen, ´ich kann nicht verstehen, was sie sagen,´ sie verschmelzen zu einer Girlande, die sich windet, wendet, einen Affen ausstößt, der mit Hilfe einer Leiter auf den Rücken eines Elefanten steigt, sein Kopf ist ein Schuh, den sich eine alte Frau über den Fuß zieht und in einem Spielkasino an die Theke tritt, ihre Hände sind knochig, über ihrem Hals schwebt der Kopf eines Jungen, ´Magneten im Hals und Kopf´, sie stoßen einander ab. Die Federbetten waren, als ich als Kind Kriegspläne studierte, um Kriege führen zu können, ´wenn man ihnen nicht ausweichen kann´, rot wie Blut, die Bezüge weiß.´ Ich studierte Revolutionsversuche und Folgen. Züge fahren als Würmer durch die Wohnung, sinken in den Holzfußboden, Menschen starren zur Decke, sie sehen nicht, daß aus dem Kamin Feuer steigt, es ist ein Mädchen in einem bauschig fallenden Kleid, es legt sich verkrümmt in eine Puppenwiege. Spiele trainieren, daß man es aushält, keine Chance zu haben. Eine Frau sieht mit einem Feldstecher nach einer Katze, ein nackter Mann liegt auf dem Sofa, sein Unterleib ist eine Wunde, sein Kopf ist eine Fräßmaschine, der Ausgang ist ein Spiegel. Ich hatte gedacht, daß nur wir eine verlorene Generation sind. Ich sage den Kindern, daß sie lernen müssen, in Armut leben zu können. Eine Katze spielt mit einer Spinne, die Spinne liegt steif, die Katze schnippt sie weg, der Spielleiter am Rouletttisch ist ein Kater, sein Stab eine Sichel, hinter ihm steht eine Frau, deren Hals wächst, nach links und rechts ausschlägt, der Kopf berührt eine Trommel, die Katze wirft eine tote Maus in die Luft und fängt sie auf. Sie erhöhen die Stromgebühren. Wir können nichts tun, als öfters im Straßenlicht zu sitzen. Wenn alle sparen, erhöhen sie die Gebühren. Aus den Wolken beugt sich ein Mann, um sie mit einer Trompete ins Haus zu angeln, er wird ein Raucher, der am Fenster ehnt, pafft und zusieht, wie Bänder an ihm vorbeiziehn, die, mit Klebstoff beschichtet, Vögel fangen. Ich schrieb an die, die Praktikantenstellen ohne Honorar anbieten, daß ich für sie, fair bezahlt, arbeiten würde. Keine Antwort. Enten lassen sich die Köpfe abschlagen, aus denen Pfennige rollen, die Bäuche werden Schuhe, die mit schwarzem Morast gefüllt sind, Gardinen mit Brokat werden vor ein Fenster gezogen, im Zimmer spielen Kinder mit Kronen auf den Köpfen Brettspiele, der Tisch kippt, die Kinder sind Fotos, in der Küchenecke kocht ein Nilpferd mit weißem Bart, der Postbote reicht ihm Rechnungen, sie kommen an die Flammen des Herdes. Als ich mich um Arbeitsmöglichkeiten in China bewarb, stellte ich mir das Leben dort vor. Ich bewarb mich in Afrika. Sie wollten für den Aufbau eines Informations- und Kulturzentrums nur das Existenzminimum bezahlen, obwohl die Stelle vom Außenministerium ausgeschrieben war. Ich wollte meinen Mann und das Auto mitnehmen, einmal im halben Jahr nach Hause fliegen können. Das war zuviel. Ein Ohrring zieht den Kopf einer Frau in die Tiefe, eine Katze springt auf ihren gekrümmten Rücken, ins Zimmer wird ein Fernseher geschoben, die Katze springt aus dem Fenster, läuft als Wolf in die Berge, die Frau sieht ihr nach, der Fernseher schiebt sich zwischen sie und Fenster, er zeigt einen Wolf zwischen Katzen, aus einem Ofenrohr schiebt sich ein Rohr, noch eins, bis sie das Fenster durchstoßen, ein Rohr fällt senkrecht, schneidet einem Mann Arme und Beine ab, Blut fließt, gerinnt, bröckelt wie trockene Rosenblätter zur Erde, neben ihm eine Frau mit einem Kranz aus Haaren, ihr Kinn hat ein Loch, aus dem sich ein Feuerlochschlauch schiebt, andere Menschen stehen so eng, ´als wollten sie ein Becken sein´, sie stehen auf dem Kopf eines Mannes, der Manuskripte in Briefumschläge schiebt, das Wasser läuft über. Ich kaue einen Kaugummi mehrmals. ´Die Sparsamkeit dringt nach innen.´ Ich würde mich lieber damit beschäftigen, wie Trinkwasserfilter in Gegenden gebracht werden könnten, in denen das Wasser verseucht ist, wie ausgedörrte Gegenden bewässert werden könnten,... wie verhindert werden könnte, daß Mädchen beschnitten, Frauen zugenäht werden, ich muß in einer der reichsten Gegenden der Welt darum kämpfen, das Existenzminimum verdienen - zu können. Der Abgrund schrumpft, bis er eine Papiertüte ist, die auf einem Förderband in eine Kaufhalle rutscht, aus Fässern ragen Fuchsschwänze und Katzenfüße, das Metall ist löchrig, die Tiere zwängen sich heraus, setzen sich in ein Regal, das sich zu den Menschen mit Einkaufskörben beugt, bricht, die Menschen werden Plüschtiere, ´Vielleicht tut dann nichts mehr so weh´. Wir müssen eine Gegenkultur entwickeln. Ein Mann kommt so langsam vorwärts, daß die Kante eines Hauses in sein Gesicht gerammt wird, während Kräne es bauen. Sex kann Fitneßstudios ersetzen, jede Stellung trainiert eine andere Muskulatur. Vermummte fahren Schubkarren in einen Bergwerksschacht, sie verlassen ihn als Autos, die an Steilküsten entlang zwischen Hochhäuser fahren, sie schlängeln sich an ihnen hoch, belecken sie mit roten Zungen. Menschen können einander besuchen, Bier und Wein in wechselnden Wohnräumen trinken, wenn kein Geld für Gaststätten mehr ist. Aber auf der Straße könnten sie von einander weggehen, ohne einanander rauswerfen zu müssen. Künstler mieteten einen heruntergekommenen Laden an und bieten eine Klubatmosphäre, die mit ausrangierten Polstermöbeln, Bier in Flaschen an Jugendzeiten erinnern kann. Ein Bügel am Strick kreist, Ärmel blähen sich auf, Rosen schieben sich heraus, eine Schuhcremedose malt Wolken, eine Bürste erzeugt Wind, eine schwarze Frau verkauft Mehl, es verklebt zu Flugzeugen, die Nacht ist schwarz, sie ist aus Papier, in dem kleine Löcher sind, ein Karussel läßt einen Esel fliegen, auf dem ein Mann reitet, er hält statt dem Zügel einen Ofenhaken. Der Nachbar hört laut Musik, um sich zu betäuben. Wir wollen Stille. Das Loch eines Hauses nähert sich, es ist ein Auge, aus dessen Pupille ein Saugrohr dringt, es zwingt Tücher und Schlipse zu schweben, eine Stahlhand greift nach Hosenträgern, zerrt einen Jungen durch ein Fenster über die Straße, in deren Tiefe ein Kessel dampft, das Kind wippt auf und ab, bis ein Baum nach ihm greift, es auf die Müllhalde wirft. Unter dem Dielenboden hausen Mäuse, wir wollen nicht töten. In dem Panzer eines Motschekiepchens liegt etwas, das sich hinausstrampelt und um sich schlägt, ´Ist das nun albern oder gefährlich?´, ´Die Haare sträuben sich, damit ich größer scheine´, Flugzeuge fliegen über Flugzeugen, drüber Flugzeuge, ‘Nur die unteren könnten landen’ Ich versprach einer Frau, daß ich zu ihr kommen werde, wenn tagsüber das Rollo von ihrem Fenster geschlossen ist. Sie hat Angst gestorben zu liegen, niemand bemerkt es; Maden kriechen ins Fleisch. In einer Fabrik Betten, die ein Endloslaken verbindet, in der Küche steht eine Frau mit Löffelhänden, einem Hühnerkopf, die ein gemaltes Gesicht auf der Brust trägt, eine andere trägt ein Kleinkind in einem Hut auf dem Kopf, aus den Löchern eines Gasrohres wachsen Blumen, Löwen laufen auf mich zu, ich kann sie mit dem Taschenmesser zerschneiden, heraus quillt Pilzsamen, er keimt, die Pilze sind lila, Hunde gehen mit Zeitungen im Maul, ´So sehen sie ungefährlich aus´. Satz im Kopf: ´Ich brauche einen festlichen Tag.´ Ein Mann bringt Gummibärchen, eine Frau zerdrückt Motten zu gelbem Pulver, ein Vogel pickt nach roten Beeren, in seinem Auge ist ein Tanzsaal, ein Hochzeitspaar dreht sich, ihm wachsen Flügel, eine schwarze Hand schiebt eine Pistole ins Bild, sie ist ein Pinsel, der auf eine Glaswand Schwarz und Rot malt, ein Zug aus Engeln wird ein Zug aus Menschen mit Rucksäcken, ´die auf der Flucht sind´. Ich kaufte auf dem Flohmarkt einen Klobürstenhalter, einen weißen Keramikhund, der schwarze Punkte hat, sein eines Auge scheint zu tränen, ´Kitsch tut not.´ Ein Fließband zwingt Menschen in eine Richtung, die Landschaft dahinter fließt in eine andere. ´Die Haare der Mädchen oder Puppen sehen schön aus, wenn sie im Wasser treiben.´ Kitsch tut gut. Ein uraltes Auto fährt durch eine Flußlandschaft, das Wasser ist Rauch in einem Plasteschlauch, der sich aufblasen läßt, zwischen Kakteen, einstürzenden Neubauten, ein Mann hält eine Landschaft in der Hand, sie ist mit Blau, Rot, Grün, Gold bemalt, im Hintergrund steht ein Nadelbaum in einem Kirchenschiff, in dem Menschen Zwerge und Hühner an Spießen braten, auf den Bänken vor dem Altar sitzen Kleiderpuppen, die Kuppel öffnet sich, Spielzeug fällt und zerschlägt, eine Prinzessin und ein Mann in Ritterrüstung schreiten über Leichen hinweg, werden Holzengel und fliegen an Fäden. Ich wollte so wohnen, daß ich Himmel sehen kann. Ein Kind drückt auf Tasten, es macht Töne, Sie lassen uns das Recht auf ein Auto, aber keinen Job, es finanzieren zu können. im Raum steht ein eiserner, mit Kacheln verkleideter Ofen, heraus dringt Ruß, ihm folgen Krokodile, die sich in Hunde verwandeln, die brav den Hut eines Herrn tragen, um zu betteln, Klatschmohn liegt auf dem Deckel einer Kiste, sie klappt auf, Spaziergänger fallen vor die Messer eines Mähdreschers, eine Frau klappt die Beine auf und zu, ´Hampelmann´, jemand stößt ihr eine Lanze in den Unterleib, aus dem eine Metallschlange dringt, die die Lanze verschluckt und zurückschießt, die Spitze landet in einer Werkstatt, in der Fernseher repariert werden, Männer, Frauen halten die Handflächen aneinandergelegt, sie wiegen den Oberkörper, der Boden unter ihnen ist eine Insel im Himmel, das heißt in einem Reagenzglas, in dem Wasser steigt. Der Staat verlangt Steuern. Ein Mann öffnet seinen Mantel, eine Maschine fährt heraus, schlittert, ´als wolle sie zeigen, daß sie auch das besser kann´. Wege endeten auf Feld, sie waren zerfahren, der Boden gefroren. Eine Glocke läutet, zerfällt in kleine, sie werden tonlos, Gummi, Gummihandschuhe, die an einer Leine hängen, auf der weiße Mäuse balancieren, ein Mann entfernt Borsten einer Zahnbürste, bis sie ein Pinsel scheint, ein anderer schießt Farbpatronen, sie durchschlagen Papier, Hunde sitzen in Schulbänken, sie haben Papierrollen in ihren Mäulern und können nichts sagen. Die Sonne schien, wir sanken in Schlamm. Hunde stehen in einer Fabrik, in der sie mit Maul und Pfoten Waffen schmieden, ein Schwert ist eine Leuchtstofflampe, die ein Mann wie ein Gewehr an einen Hals drückt, abdrückt. Wir bräuchten einen stärkeren Motor, größere Reifen, um in die Wildnis abhauen zu können. Kinder verkleiden sich als Katzen, ´um streunen zu dürfen´, Wir bräuchten einen Motor mit Holzvergaser, einen Jagd- und Fischereischein. Holzbausteine, die mit Gummibändern verbunden sind, schlagen nach Kindern, sie werden Puppen, ´um keinen Schmerz mehr zu fühlen´, ´Du wiederholst dich´, ein Mädchen klettert an einem Lichtstrahl nach oben, bis sie eine Glühbirne erreicht, ausdreht, Polizisten in schwarzen Uniformen heben die Arme und schießen. Vorladung der Polizei. Beschuldigung ´schwerer Diebstahl. Nach zwei Stunden nahm ein Polizist den Hörer ab, meine Tochter sei in einer Hausruine, aufgegriffen worden, der Besitzer habe Anzeige erstattet, ihm fehle ein Schlüsselbund. Die Tür stand offen! ´Ich brauche für alle Fälle einen Rechtsanwalt.´ Ein Loch, in dem Leichen liegen, das Bild dreht sich, das Loch ist Schacht eines Fahrstuhls, der auffährt, aus dem Menschen durch Gänge in eine Kantine eilen, ein Mann frißt, wird wird fett, bricht durch den Boden, ein Mann aus Schnee springt aus dem Fenster in eine Winterlandschaft. Wir waren durch ein zerschlagenes Fenster in ein kleines Haus geklettert, das Telefon war tot, das Wasser abgestellt, wir fanden eine explosionssichere Grubenlampe, ein Giftgasmeßgerät. Die Gegend wirkte aufgegeben, aber sie war Besitz. ´Man muß mit Anzeigen rechnen.´ Echsen steigen aus einem Fluß, zerstören ein Labor, aus dessen Gläsern Bakterien entweichen, die Menschen in Pappfiguren verwandeln, die bei Wind umfallen, sich wieder aufrichten, auf dem Arztstuhl sitzt ein Reptil und strampelt vergnügt ´oder hysterisch´ mit den Beinen, ein Motorrad überrollt eine Frau, drückt sie in Papier, sie wird ein Bild, durch das sich der Stecker eines Heizgerätes schiebt, eine andere Frau hält eine leuchtende Röhre im Mund, zerbeißt sie, die Lippen sind Arme und Beine eines Bären, der ein Waschbrett schwenkt, ´um Wind zu machen, um Wäsche zu trocknen,´ auf einem Küchentisch, an dem ein Mann ein Messer wetzt. Wir übersahen ein Verbotsschild, fuhren auf eine Waldstraße, Lampe stand neben Lampe, Militärgebiet, Baracke neben Baracke, es war eine Hühnerfarm, Sie sieht wie ein Konzentrationslager aus, Man hätte sie dazu umbauen können, Könnte es. Löwen, Straußenvögel laufen über einen schwarzpolierten Konzertflügel, Pfaue zerhacken einer Frau das Gesicht, ´Das Geschrei soll Musik sein´, die Stühle im Raum sind leer, ein Kind fegt die Straße, wird auf eine Schaukel gesetzt, die es in die Luft fliegen läßt, es hält den Besen zwischen den Beinen, ein Bierglas in der Hand, fliegt auf und landet auf dem Kopf einer Giraffe, es wird ein Lautsprecher, der das Tier veranlaßt, sich auf den Rücken zu legen, von Pferden zertrampeln zu lassen, die einen Planwagen fahren, durch dessen Laderaum Planwagen fahren, sie wachsen, ´weil die Landschaft um sie schrumpft,´ Krebsfinger streicheln über Tasten einer alten Schreibmaschine, ein Tier trägt sie wie eine Trommel vor dem Bauch es wedelt mit den Armen, fliegt auf, wenn es schreiben will, verliert es Balance. Ein Politiker sagte, daß Langszeitarbeitslose elektronische Fußfesseln tragen sollten. Die Menschen marschieren weiter, ´als sei nichts geschehn´, sie tragen Kinder in ihren Bäuchen, sie wachsen ihnen ins Fleisch, ein Mann hat eine Maske vor dem Gesicht oder sein Gesicht hinten, ´oder das ist die Maske´, er wird ein Hund, der ein Gespann um den Wohnzimmertisch kreisen läßt, eine Frau rollt mit einem Nudelholz auf einem Waschbrett Teig aus, formt Häuser, ein Mann schießt in die Luft, Asche fällt zur Erde, wird Maus, ein kleiner Junge verletzt sie mit einer Zange, Katzen jagen Enten, doch bevor sie sie erreicht haben, sind sie Schweine, die Männer zum Schlachtplatz treiben. Mein Mann hielt mich fest, Du kannst nicht los, wenn ich es nicht will, ich schloß die Augen, sah, daß ein Hammer seinen Kopf zerschlug, ´Ich will das nicht.´ Weiße Pudel nähern sich Menschen, die in gelben Regenjacken stehen, aus ihren Gesichtern tropft Metall, das sich zu Löffeln formt, die in Boote fallen, in denen Männer Ruder mit Geigenbögen streicheln, ´ich höre nichts´, eine Schere schneidet in Papier, sie ist Boot und Spiegelbild, durch die Schnitte dringen Dampfschwaden, sie verfestigen sich zu Straßenlaternen, die Fabrikhalle zwischen ihnen ist leer, Männer und Frauen schieben Stahlwände hinein, sie klettern über Leitern in höhere Stockwerke, Mickimäuse stelzen ins Bild und machen es bunt. Ich will nicht in einer Welt leben müssen, die mir wahnsinnig scheint. Ich kaufte eine Maske mit Pfauenfedern, setzte sie auf. Ich setzte sie auf dem Heimweg nicht ab. Ein Freund ging vorüber, ohne zu grüßen. Durch das Loch eines Schattens dringt eine Hand mit Krückstock, darüber ist ein zerfurchtes Gesicht, eine schwarze Binde legt sich vor meine Augen, sie ist ein Fahne, wenn sie wegweht, sehe ich eine Frau, die durch ein Fernrohr Menschen in einem Flughafen beobachtet, ein Mann schiebt drei Koffer auf ein Fließband, sie kleben aneinander, sind Kiste, drin ist eine schwarz verschleierte Frau, sie steigt raus, ist unter dem Kleid ein Mann in Metall, an der Rüstung hängt Klimperzeug, ´nichts Bedrohliches´. Meine Tochter kämmt sich nicht, es macht das Haar verfitzt, den Kopf groß. Wenn Licht durchfällt, scheint ein Heiligenschein. Kinder spielen mit Mülltüten Sackhüpfen, die Beutel wachsen, die Kinder werden Katzen, ´um sich mit Krallen herausreißen zu können´, die Plastereste verschmelzen zu Litfaßsäulen, ´Nachrichten schimmern durch die Folie´, aus einem Ofenloch schlagen Flammen, zwischen ihnen kriechen Grubenarbeiter, sie fallen ins Wasser, durchstoßen die Oberfläche als Gabeln und Messer, sie werden Füllfederhalter, die Kinder schreiben so, ´daß der Text sagt, daß er nicht lesbar sein soll´, eine Schnecke kriecht auf einem Fensterbrett, ein Mann zerschlägt die Scheibe, zertritt das Haus von innen, die Schnecke kriecht unter den Ofen, sie trocknet aus, der Mann steckt sie als Stöpsel auf eine Flasche. Ich putze die Spiegel, kurz später sind sie verschliert. Wer ist so verliebt in sich? Mein Sohn hat eine Schutzmauer gegen Liebesenttäuschungen: er liebt ein Mädchen, das er nicht treffen kann. Aus einer Kiste rollt ein Kinderkopf, die Haare lösen sich von einem Ball, werden ein Pferd, auf dem ein Mann davonreitet, Mäner und Frauen höhlen Kakteen aus, kriechen hinein, Lanzen durchbohren sie, am Himmel schwingt eine rote Scheibe hin und her, sie hängt am Pendel einer Uhr, aus der ein Frosch kriecht, eine grün gekleidete Frau, die mit grünen Frauen und einem General zu speisen beginnt, der General ist der Kellner, der, während er Geschirr abräumt, mit dem Besteck tötet, ein Sack ist ein Kind, das sich an einen Sessel klammmert, sein Bein ist ein Bleistift, das Zimmer ein Büro, in dem ein Schäferhund an einer Schreibmaschine sitzt, Windhunde stürzen durch den Kamin, sie hängen an rosa Leinen, ziehen eine Kutsche, in der Barbiepuppen sitzen, deren Nasen Luftballons sind, die sich aufblähen, zusammenziehen, sie rasen durch eine Bibliothek, in der Pappmarionetten in Büchern blättern. Das Kleid meiner Tochter war geöffnet. Du hättest jeden genommen, Nein , Du weißt von ihm nichts. Plötzlich bist du gebunden, weil Zärtlichkeit süchtig machen kann. Ein Mann im Soldatenmantel ohne Kopf trinkt Bier auf einem Stuhl, der eine Abführeinrichtung hat, über die er auf die Felder von Bauern pinkelt, kackt, neben ihm ein Ei, aus dem sich ein Mann mit Hörnern zu zwängen versucht, es gelingt, als er sich in Störche zerteilt, die zum Himmel streben, der Himmel ist Glas mit kleinen Löchern und magnetisch, man kann mit Stahlschuhen Kopf nach unten an ihm laufen, drüber ist eine Seen- und Sumpflandschaft mit Stegen. Ein rumliegender Schlüpfer. Ich dachte, er gehört meiner Tochter, er war meinem Sohn, ´Vielleicht wollte er den Samenerguß zeigen.´ Das ist, wenn wilde Träume sind, Ich werde mir mit Nadeln die Augenlider feststechen, damit ich nicht einschlafen und träumen kann,Träumen ist schön, Das ist Mord an dem Samen, Von was hast du geträumt? Ich habe Dornröschen gesucht, Davon ist das, Ich hatte es nicht gefunden. Eine Maschine aus Maschinen bewegt sich, ´und das Hirn ist nur noch damit beschäftigt, wo es meinen Körper hinspringen lassen muß, damit er nicht zerquetscht wird´, sie wird dünner, eine Frau benutzt sie als Zudecke, an der Wand hängen Briefkästen, sie spucken Zeitungen aus, die Seiten wälzen sich am Boden, werden Drachen, die im Luftzug auffliegen, Kerzen fliegen durch die Luft, ihre Flammen sind Finger mit langen Fingernägeln. Mein Mann und ich küssen einander seltener, ´Die Kinder wären sonst neidisch.´ Hähne stolzieren auf Dächern, eine Frau zieht dunklen Stoff über einen Lampenschirm, den sie als Petikot trägt, eine Glühbirne leuchtet unter dem Rock und zeigt im Stoffmuster Pfaue, ´Pfaue kreischen´. Meine Tochter hat ihrem Vater nicht verziehn. Es bringt ihn wieder dazu, zu sagen, daß sie ihn mit ihrem Gekreische provoziert hätte, zuzuschlagen und daß sie gekreischt habe, weil er ihr Wahrheiten gesagt habe. Er glaubt, daß ihre Freunde nicht gut für sie sind, es sind Menschen. Einer erhängte sich. Münzen blinken im Licht, werden zu einem kleinen Schaf, das auflodert, zu einem Kieselstein verbrennt, eine Frau läßt die Hand abkippen, er rollt in einen Blumentopf, aus ihm steigen Käfer, die an der Krawatte eines Mannes zu seinem Gesicht klettern, sein Kopf wird eine Fahne, aus der sich eine Zunge streckt, ´Schlange im Mund´, an der Decke hängt ein Tiger, der sich nicht aus einer klebrigen Masse befreien kann, sich vor Wut in die Schenkel beißt, ´er will mehr Wut, um Kraft zu haben. Doch dann fällt er´, zwischen Bücherregale, die bis zur Decke reichen, durch deren Risse Körner rieseln, Menschen steigen an den Regalen, bis sie kippen, ´im Getreide ersticken´. Ich trank vier Bier, rauchte, lag im Morgengrauen vergiftet, im Hals würgte es, Kopfschmerz, ´Wozu?´ Kinder marschieren, hinter ihnen Vögel mit spitzen Schnäbeln, dahinter Elefanten, ´Man darf nicht vor sie´, eiserne Baumsilhouetten stehen an einem Tischrand, der sich dreht, ein Kind schiebt die Arme auf den Tisch, die Arme brechen, ihre Spitzen werden Haken, ein dicker Mann schiebt einen Servierwagen vorbei, ´Feines Restaurant. Darf das Kind hier essen?´ ´Ich brauche Zeit für die Kinder´, ´Auch Geld.´ Auf den Bäumen Raubvögel, ´Raubvögel sehen schön aus´, ´Du denkst so, weil du keine Maus bist´, Fenster und Gitter sind auf die Folie eines Luftballons gezeichnet, an dessen Boden Kinder im Wasser plätschern, um den eine Industrielandschaft kreist, in ihr Enten, ein Faden zieht sich durch ihre Schnäbel und Gedärme, sie fliegen in einer Linie, ich zerschneide das, sie fliegen auf, der Wetterhahn eines Hauses dreht sich, rast, wird Löwin, springt, trabt, das Tier schrumpft, als eine Frau ihm entgegengeht, zur Katze, es zieht den Kopf zurück, ´Angst, weil es geschrumpft ist´, Männer, tragen eine Bahre, der Kranke steht auf, unter ihm lag ein Mann mit Narrenkappe, er drückt sich Dornenkränze ins Gesicht, bis der Kopf zerspellt, ein Gullideckel hebt sich, ein schwarzer Mann verfolgt eine weiße Gans, sie verholzt, Frauen nehmen sie in den Arm und wiegen sie wie ein Kind, Pferde galoppieren zwischen Hunde, die Hunde zerfetzen ein Pferd, es hat unter der Haut Stoffetzen, einen Vogelkäfig, in dem ein Papagei sitzt. Ich kann mich von dem verstimmten, fast nie benutzten Klavier nicht trennen, weil in meinem Kinderzimmer eins stand, hinter der unteren Platte war das Geheimfach, ich wollte die Platte nachts rausklappen, auf ihr schlafen, auf dem Deckel über den Tasten konnte ich schreiben, ´könnte ich essen´, oben lagen Bücher, standen Vasen, ´Mehr Möbel brauche ich nicht´, sagte ich damals, ´Nur ein Klavier.´ Mein Sohn will ein Wohnzimmer mit einer Sitzecke. In einem Felsschatten dunkle Gestalten, Soldaten reiten hinaus, der Weg sind Leichen und Granaten, eine Explosion zeigt eine Blüte, deren Stempel sich zum Himmel schiebt, sein Kopf löst sich, ´Mond´, im Dorf bleibt ein zerfetzter Knallkörper, ´Was soll das?´. Meine Tochter will ihr Zimmer abgedunkelt, der Tisch ist ein leerer Flaschenkasten, der Papierkorb ein Karton, sie will einen Kronleuchter, sie bügelte ein Kopftuch, legte es in der Küche unter die Teller und sagte: Wenn ich spießig geworden bin, erschieß mich. Ich habe nur noch viereinhalb Monate zu leben, dann bin ich fünfzehn, Ich werde dich im Haushalt nicht mehr arbeiten lassen, vor was hast du Angst? Auf einem Stuhl ein Eierbecher, er ist ein Hühnerkörper, sein Kopf ist ein Ei, das ein Löffel zerschlägt, die Töpfe auf dem Herd sind blecherne Schattenrisse, die ein Faden durch Zimmer, Flur, in einen Keller zieht, ´Das ist doch Kunst´, auf dem Tisch liegen aufgeschlagene Eier, Hühner und Hähne setzen sich, um zu fressen, eine Frau reißt einer Ente die Flügel aus, steckt sie sich an den Rücken, sie sieht aus wie ein Engel, sie kann nicht fliegen, sie setzt sich auf einen Balken, reitet, Wind reißt an den Federn, sie läßt ein Gewehr fallen, um sich festzuhalten, die eine Hand wird Quirl, die andere Löffel, sie stürzt ab. Meine Tochter sah einen Schulhefter von mir, die Schrift ist ihrer ähnlich. Du hast trotzdem ein eigenes Leben, Ich bin schlecht in der Schule, du warst gut, Die Lehrer wollten, daß ich gute Zensuren habe, Manchmal kann ich nichts sagen, es ist sofort Hitze im Kopf, Ich habe auch gestottert, ich konnte eine Zeitlang keine Suppe essen, ohne zu schwappern, ich weiß nicht, warum das war, dann war es weg. Der Bauch einer Flasche bläht sich auf, bricht, heraus fallen Münzen und Briefe, sie klimpern und rascheln, eine Apparatur überträgt die Musik in ein Zirkuszelt, Strich legt sich an Strich, ´Körper, Arme, Beine´, der Kopf wird eine Glühbirne, explodiert, der Druck schleudert Kinder zur Schule, das Schulhaus saugt den Besen einer Frau durch die Tür. Im Korridor zwei Spiegelscherben. Meine Tochter hatte Spiegelscherben auf schwarzes Papier geklebt, Punks genannt, ich ging in ihr Zimmer, das Meerschwein lag tot. ´Sie müßte wissen, daß es ersetzbar ist.´ Streichhölzer hängen an einer Kette, sie hängt um den Hals eines Kindes, Flammen umgeben seinen Kopf wie Blütenblätter, das Kind schreit, ein Vogel setzt sich zwischen Fahradspeichen, das Rad dreht sich, als er auffliegen will, werden seine Flügel zerbrochen, Puppen hängen an Fäden, ´sie könnten auf Telefondrähten laufen, ohne in die Tiefe zu stürzen´. Ich sah eine Fahrkarte, meine Tochter hatte mich belogen, bestritt es, wurde blaß, wütend, ich hätte sie zum Lügen gezwungen, ich solle ihr einen Grund sagen, warum sie in der Stadt, aber nicht in einer anderen Stadt übernachten dürfe, ich wußte keinen, außer die Angst, daß sie immer weiter wegfahren und eines Tages nicht zurückkommen wird. Ich zerteilte ihren grünen Haarfitz in Bündel, flocht Zöpfe, sie saß still. Eine Tänzerin hängt an Stricken, die sie zerreißen, aus dem Loch in ihrem Körper guckt eine Maus, über die eine Maus läuft, sie schnappt nach dem Schwanz, die andere läßt sich fallen, eine Maus klettert, sie bilden einen Strick, der zur Erde plumpst, der Mäusebrei verhärtet zu einem Stahlhelm, der Pickel ist ein Mäuseschwanz, Maschinen spucken Lametta aus, es steigt in den Straßen, Menschen fliehen auf Dächer, das Lametta glänzt, ein Mann schiebt eine kleine Pistole in eine große, ´Man muß noch eine kleine Waffe bei sich haben, falls man eine große ablegen muß, -´, der Mann wird dünn, sein Hals ein Faden, an dem sein Kopf steigt, auf den sich ein Vogel setzt und auf die Menschen, die dicht gedrängt laufen, kackt, ´da ist nichts gefährlich´. Wir dürfen die Stadt nicht ohne Erlaubnis verlassen, wir müssen wie Kinder leben. Der Stöpsel einer Küchenspüle hebt sich, im Abflußrohr sitzt ein alter Mann, eine Frau läßt das Gemüsewasser abkühlen, bevor sie es auf ihn schüttet, ein junger Mann zielt auf die Frau, Tauben fangen die Kugeln ab, erstarren, ihre Flügel kreiseln im Wind. Wenn ich weggehe, hast du schlechte Laune, meine Tochter drückte mich zum Abschied, ich zog meinen Sohn zu mir, kraulte ihm den Kopf, ´Geh nicht fort.´ Ich schenkte ihr ein Messer mit Kompaß und Brennglas als Zeichen, daß ich ihren Drang nach Freiheit ertragen will.´ Ich will meinem Sohn schwarze Sachen schenken, damit sie ihn mitnehmen würde, falls er mitgehen will. ´Ich mag das Kindliche an ihm.´ Menschen werfen Flugzeuge in die Luft, sie fallen anderen auf den Kopf, die Überlebenden schichten die Toten zu Mauern, die Toten werden hohl, Käfige, in die Kinder geschoben werden. Mein Sohn will nicht erwachsen werden, ich soll mit ihm Schiffe versenken spielen. Der Schal eines Kindes ist eine Hundeleine, die ein Hund frißt, ´um das Kind enger an sich zu binden´, ein schwarzer Arm greift nach einem Eimer, in dem ein Fisch schwimmt, Wasser schwappt, der Fisch rutscht auf Asfalt, verwandelt sich in ein Mädchen, ´das ist, um überleben zu können’, ´du wiederholst dich´, in einem Straßencafé schiebt ein Mann seine Hand unter den Tisch zum Knie einer Frau, er findet nur Hundeköpfe, die sich kraulen lassen. Er verschlief, verblüfft, daß niemand bemerkte, daß er zu spät zur Schule kam. Der Wind ist ein Sack und bleibt am Zaun hängen, die Zähne einer Frau sind Boote, sie schlürft Suppe mit Strohhalmen, ein Mann setzt sich ein Gebiß als Krone auf den Kopf, sie ist ein Pallisadenzaun, Zähne eines Kindes wachsen im ins Hirn, stoßen Füße aus sich, als es stolpert, laufen sie in den Wald, ziehen es hinter sich her, ´wir pflegen die Zähne, als würden wir sie zum Überleben brauchen´, ein schwarzes Herz läuft auf Drahtbeinen. Er war verblüfft, daß er, ohne ein Spiel geführt zu haben, beim Skatspiel die meisten Punkte hatte. Ein Schmetterling aus Stahl zerschabt Gesichter, ein Mann hält eine Sektflasche wie eine Pistole, verschießt Korken, Mäuse nagen an ihnen, ein Zirkel hebt ein Bein, sein Griff hat ein Clownsgesicht, er stolziert durch Straßen. Ich ging aus dem Rollstuhl, es läuft sich anders als in Fantasien. Eine Ampel zeigt Rot, bis ein Mann die Lampen zerschlägt, Autofahrer überfahren eine Katze, geraten zwischen Panzer aus Gummi, ´sie werden beim Aufprall quietschen´, ein gläserner Hirsch steht an einem Graben, Autos rutschen, Motoren zerspringen im kalten Wasser, aufs Autodach setzen sich Vögel, durch die Fenster kriechen Fische und laichen, ein Mann steht auf einem Boot, in dem schwere Steine liegen, ´er könnte sie nicht rausheben´, der Kahn sinkt, der Mann rutscht durch ein Abflußloch in eine Halle, in deren Regalen Bücher liegen, ´Vielleicht steht drin, wie man überleben kann´, Hunde und Katzen sehen mich mit traurigen, bettelnden Augen an, eine Frau trägt einen Kasten mit Flaschen auf der Schulter, er ist ein Baby, Autos bilden ein bewegliches Labyrinth, die Frau schrumpft zu einem Mädchen mit einer Puppe im Arm, schrumpft, sie kann unter ihnen hindurchkriechen. Mein Mann versuchte, mit Licht und Glas trockenes Gras anzuzünden, Sehnsucht abhauen zu können. Eine Frau zieht einen Fisch an einem Fahnenmast nach oben, er verschwindet in den Wolken, er verfault, Tropfen werden Schlüssel, die ein Mann gegen eine Scheibe wirft, um aus einem türlosen Raum kommen zu können, zwei Frauen schieben einander eine Tasse zu, ihre Hände hängen an Fäden, die die Flügel eines Vogels bewegen, bis er müde ist, sinkt, verfault, Gase treiben ihn nach oben, er zieht die Frauen in den Himmel, die Landschaft unter ihnen dampft, eine Frau hat eine Katze und Fische im Bauch, die Katze ist ein Beatmungsgerät, das ein Mädchen benutzt, als es aus dem Mutterbauch ins Meer gleitet. Ich sehe täglich die Wolken an, als könnte ich Erfahrungen über das Wetter sammeln. Ein Hammer schlägt einen Korken in eine Flasche, in ihr schwimmt ein Bär, eine Schlange zerbricht das Glas, heraus krabbeln Hühner, sie bleiben an einem geteerten Auto hängen, Zigarettenrauch steigt in den Himmel, Engel stürzen, sie waschen ihre Köpfe in einem Brunnen, werden braun, bröcklig, eine Frau treibt breitbeinig im Wasser, Fische dringen in sie ein, fressen, das Knochengerüst wird eine Puppenstube. Ich sage meinem Mann, daß er nichts zur Reparatur bringen soll, Man muß das selbst können. Eine alte Frau sitzt im Lehnstuhl, schwenkt einen Staubwedel, zieht ihn in ihren Ärmel, es macht den Arm steif, ihre Finger reißen dem Wedel die Federn ab, neben ihr sitzt ein Storch mit verschränkten Beinen auf einem Stein, er hackt mit dem Schnabel in die Luft, bis er ein Entenbein erwischt, an dem er sich hochziehen kann, unter ihnen schiebt eine Störchin mit Perücke auf dem Kopf einen Kinderwagen. Ich lese Sachbücher. ´Eine Haut aus Chlorophyll könnte helfen.´ Aus dem Boden dringen Luftblasen, ´als wollten sie die Szene beleben´. Ich will täglich laufen, Muskeln fühlen. Ein nackter Mann hängt an einem Kreuz, reißt sich los, ein nackter Frauenkörper ist auf das Kleid einer Frau gemalt, ´Werbung, für was?´ Elektronische Eierkocher sind gut, Wir wollen in Wildnis. Eine Blüte schiebt sich aus dem Fleisch einer Kaktee, bewegt sich zu einer Kasse, saugt Geld ein, es fällt durch ein Rohr in einen Keller, in dem Männer in Arbeitsanzügen das Zeug wie Popkorn fressen. Es ist kalt, In der Wildnis gibt es keine Heizung. Ein Mann verschießt Blüten, ´ich würde ihnen nicht ausweichen´, in ihrem Stempel sind Kanülen, eine spießt sich in den Rücken einer Frau, die Kuchen aus dem Backofen holt und als Leichen begräbt, das Essen auf dem Tisch fällt zwischen den Zinken der Gabel hindurch, als wäre es Wasser, ein Mann bläst Blasen aus dem Mund, hält sich an ihnen fest, sie platzen, Fische stehen um Bartische, Hunde knabbern sie an, Menschen tragen sie als Boote zum Wasser. Das Essen schmeckt nicht, Ich weiß nicht, ob Brot aus Baumrinde schmecken wird. Männer bewegen die Hände, ´als wollten sie Musik dirigieren oder auffliegen´, ein Fluß wälzt sich und wird ein seidiger Stoff, aus dem Frauen Kleider nähen, Tauben hocken vor einem Rohr, in dem Kinder spielen, das Rohr beginnt zu rollen. Wo soll man in der Wildnis Klopapier hernehmen? Die linke Hand gilt als unrein. Von einem Holzstab schälen sich Masken ´wie Zwiebelhäute´, Papageienvögel sehen durch Augenlöcher, schieben ihren Schnabel durchs Nasenloch und ihren Flügel in den Mundspalt, Menschen ziehen sich Gasmasken über, deren Schläuche ohne Filter baumeln, ein Wasserfall wirbelt Stühle in die Tiefe. Zahnschmerzen. Wenn das Ohr entzündet ist, heilt es nicht von allein. Eine Lampe pendelt, sie ist eine Sichel in einer Gasse, Männer tanzen auf einem Gitternetz über einem Abgrund, den ein wachsendes Auge füllt, das mit seinen Wimpern nach ihren Füßen sticht. Wenn mein Mann über Kälte jammert, am Essen mäkelt, klagt, wenn kein Ei auf dem Frühstückstisch steht, wächst das Gefühl, mich von ihm trennen zu müssen. Ein Dirigent regiert ein Platzkonzert, in dem Frauen mit verbundenen Mündern zu singen versuchen, mit Stricknadeln klappern, sie ziehen Wollfäden an sich, in die Männer verwickelt sind, Glocken einer Kirche läuten, Wände fallen zusammen, ein Gerüst aus Balken bleibt, ´man könnte sich zwischen die Balken setzen, Geschichten erfinden´, Käfer kacken Tinte, die Flecke lassen eine gezeichnete Tänzerin verschwinden, auf eine Filmleinwand klatscht ein Maler Farben, ein Käfer schwimmt in einem Suppentopf. Kartoffelstückchen treiben mit der Peitsche Pferde so an, daß sie einen See überqueren, ohne zu versinken, Männer aus Zinn reißen ihnen die Eingeweide heraus, ´Aufstand des mechanischen Spielzeugs´, Rosen stürzen vom Himmel, die Erde weicht ihnen aus. Wir brauchen einen Zwischenmieter. Niemand will hier wohnen. Man kann keinen Freund einladen, in der Wohnung zu wohnen und Miete verlangen. Ich kaufte drei Palmen. Das Wasser in der Badewanne ist ein Meer, der Fernseher auf dem Schrank der Gipfel. Ich tröste mich, daß in den Landschaftsfilmen, Landschaften verdichtet sind, ´Dazwischen ist Ödnis.´ Mücken schwirren. ´Aber in einer Landschaft, kann ich mich umdrehen und Landschaft sehen.´ Ein Geier sitzt auf einer Kugel, sie ist der Kopf eines verwitterten Mannes, er schiebt Schallplatten in seinen Mund. Wenn sich Wolken vor der Sonne bewegen, Kerzenlicht flackert oder ich das Licht der Lampe kreisen lasse, bewegen sich die Schatten um mich. Die Haare vor meinem Gesicht sind Efeu, durch den ich zusehen kann, wie schwergewichtige Männer einen Kahn betreten, der auf Papier steht, Kinder schlagen Wellen, das Boot fällt in eine Tasse mit Kakao, ´Das trinkt niemand mehr´. Meine Tochter schnitt die Glöckchen von den Schuhen. Sie übersprühte einen Spruch auf dem Fensterbrett, sie habe keine Angst mehr vor Geistern. Sie hofft, daß ein Vampir sie entführen wird. Sie könnte in der Nacht streunen, am Tag schlafen. Ein Mädchen reitet auf einem Pferd vorüber, eine Frau benutzt eine Ente als Quirl, ein Frosch trägt Papierstandarten, Hühner werfen ihm Körner zu, die er verfaulen läßt, ´um Fliegen anzulocken,´ Sonne dringt durchs Fenster, ihre Strahlen tasten den Boden ab, eine Fliege weicht ihnen aus, aus der Lampenfassung gleiten Käfer, ´Du solltest das Kitzeln genießen´, ein Mann löst eine Nixe aus ihrer Fischhaut, der blutende Unterleib lockt Haie an. Mein Sohn weigerte sich, den Computer auszuschalten, er könne die Figuren nach dem Ausschalten nicht retten. Eine Krähe rührt mit den Spitzen ihres schwarzen Flügels in einer blauen Tasse, neben ihr ein weißer Vogel mit Staubwedeln als Flügeln, in seinem Bauch sitzt ein Mann, eine rote Schere steht zwischen Stiften, die Schneiden sind Mann und Frau, bei jedem Schritt nähern sie sich, weichen einander aus, ein Staubsauger fliegt vorüber, saugt, bis er verstopft ist, hustet, erbricht. Meine Tochter kochte mit Freunden auf dem Markt über Feuer in einer gußeisernen Badewanne Erbsensuppe, daneben ein Plakat ´Das Gute ist gegen das Böse´, Kam die Polizei?, Sie fuhr vorbei. Aus einem Lautsprecher fallen Kaffeebohnen, sie wickeln sich in glänzendes Papier, gehen aufrecht über Wiesen, ein Motorradfahrer fährt vorüber, verschießt Nadeln, Hasen fallen tot in die Erde, ´das ist Dünger´, ein Haus schiebt sich über sie, ´Da kann nichts mehr wachsen´, ein Strommast schwankt, Drähte zerreißen, er stürzt, ´niemand ist tot´, die Erde wird Boot, das auf Abwassern treibt, in die Kloake fallen zuckende Tauben, Milch tropft in die Badewanne, eine kleine Ziege klettert hinein, um sie aufzuschlecken, sie kommt aus der Wanne nicht raus, wird Pferd, tobt, ein Mann schiebt die Szene in ein Zirkuszelt, das Pferd schiebt Flügel aus sich heraus, fliegt auf, ein Junge hängt an seinem Schweif, der Deckel eines verrosteten Bottichs hebt sich, heraus steigen Seifenblasen, ihnen folgt ein Kind, es hängt an Fäden, sie legen es an den Rand eines Feuers. Amerikaner schickten mit einer Rakete Nachrichten über die Erde ins Weltall, sie enthietlten keine Informationen über Ausbeutung, Krieg, Tod, Sex. Wenn die Erde zerstört ist, kann eine Legende von einem Paradies auf Erden entstehn. Ein Fisch wird vom Küchentisch gezogen, durch Straßen, auf ein Schiff, ins Wasser geschleift, er hat einen Haken im Maul, ein Elefant trägt einen Blumenkorb auf dem Rücken, die Blumen sind Blasinstrumente, jeder Schritt drückt Luft in sie, im Vordergrund ein Herd, Töpfe kippen, Essen fällt als Geldstücke auf Teller. Globalisierung könnte dazu führen, daß alle Menschen leben und arbeiten können, wo sie wollen, die Löhne angeglichen sind und Frieden herrscht. Ich würde akzeptieren, daß alle Reicheren ärmer werden. Auch ich. Eine Globalisierung, die die Reichen reicher und die Armen zu Sklaven macht, ist eine Kriegserklärung. Auf einem Thron sitzt ein Rabe, Greifzangen zerren ihn durch die Luft, lassen ihn fallen, er landet als Ente, die mit Messern und Gabeln auf die Hüte der Umsitzenden trommelt, bis ihr Hut so groß geworden ist, daß er sie bedeckt, zum Schokoladenpudding wird, er zeigt Umrisse von Reptilien, Vögeln. Wenn einer kommt, der sagen wird, daß er ein System errichten wird, in dem Widerstand gegen die Versklavung der Mehrheit der Menschheit durch die, die das Geld und damit die Macht besitzen, nicht bestraft, sondern belohnt werden wird, wird man den Menschen verzeihen müssen, daß sie in seine Gefangenschaft gehen, um Hoffnung auf Freiheit haben zu können. Sie spüren, daß die Reichen die Angst vor einer Revolution, die in Diktatur umschlagen würde, mißbrauchen. Die Angst der Reichen ist die Hoffnung der Armen. Die Reichen sagen, daß sie nicht in Ghettos mit Mauern, Stacheldraht und Wachposten leben wollen. Sie haben das Geld und damit die besseren Waffen. Ein Hochhaus rollt sich zusammen, ´macht drin alles kaputt´. Sie wollen DNA-Proben von Wiederholungstätern abspeichern, auch wenn sie keine schweren Verbrechen begangen haben. ´Ist es kriminell, wenn man die Stadt ohne Erlaubis verläßt?´ Ein Handwerker trägt eine Straße in seine Werkstatt, schleift einen Buckel ab, eine Frau heizt den Kamin an, begießt einen Mann mit einer Gießkanne, er versteinert, sein Kopf wird eine Krähe, die um sich hackt, Futter besänftigt sie, sie wird ein Lamm, in dessen Fell ein Mann schneidet, um an das Fleisch kommen zu können. Der Neid der Reichen zwingt die Armen für ein Existenzminimum in Situationen von Idioten. Ein Mann fegte im Park Laub, wo kein Laub mehr war. Fünf Menschen umstanden ein bettgroßes Beet, um Papier abzulesen. Eine Frau steht in einer Kirche auf einer Brüstung, die schmaler wird, sie balanciert, als könnte sie auffliegen, ´sie will sich und andere nicht erschlagen müssen´, aus meiner Geldtasche springen größer werdende Marder, verbeißen sich, ein Gärtner zerstückelt sie mit dem Spaten, Fleisch fällt ab, ein Förderband zieht die Knochenhäufchen in ein Kunstmuseum, ´Vielleicht ist das im Alter so, daß man irgendwie überleben will, zur Not als Kunstwerk´, eine Frau wird von einem Schrank an ein Gitter gepreßt, als der Druck nachläßt, sinkt sie zusammen, Hände, Füße rutschen nach draußen, zerbrechen, als der Raum kippt, Bilder liegen auf dem Boden, Soldaten zerknäulen sie, stecken sie Männern und Frauen in den Mund, die Menschen gehen schweigend zur Essenausgabe, nur eine Gestalt aus Stahl kann reden, könnte essen, es ist ein Quietschen, Geklapper zu hören, ein Mädchen mit einer Krone kniet und bewirft sich mit Sand, bis sie alt und faltig aussieht, sie setzt die Krone um eine brennende Kerze, steigt Stiegen zu einer Dachkammer, legt sich neben einen Mann aus Schokolade, leckt, beißt, aus den Löchern klettern Enten, die einen Feuerlöschschlauch halten und sie sauber spritzen, ihr Gesicht wird weich, nur die Ohren stehen ab, der Kopf wird stählern und trägt sie zum Himmel. Auf der Straße Rüttel- und Stampfmaschinen, Autoalarmsirenen gehen aus und an, ´Als Kunst erträgt man das eine Zeitlang.´ Eine Frau setzt einen Helm ab, sie trägt Augenbinden, drunter sind Augenbinden, sie sind eine Mauer in einem Bahnhof, auf der einen Seite drängen sich dunkel gekleidete Menschen so dicht aneinander, daß sie die Arme nicht heben könnten, auf der anderen Seite bewegen sich hellgekleidete Menschen, die die Armen strecken müssen, um einen Menschen berühren zu können. Einem jungen Mann wurde der Anspruch auf der Existenzmimimum gekürzt, weil er unfähig war, früh um acht Uhr im Park Büsche zu verschneiden. Er könnte nachmittags mit der Arbeit beginnen. Kinder tragen zwischen den Zehen Blumen, sie verlieren Blütenblätter, ´Wegzeichen´. Stromausfall. Kein Strom und das Rattern der Baumaschinen. Ein Aasgeier sitzt mit Entenfüßen, Entenschnabel auf einer reglosen Frau, ´er kann nicht ins Fleisch´, die Frau verholzt, treibt Äste, ein Mann bricht sich eine Gerte, benutzt sie als Angelrute, er kriegt sie nicht aus dem Wasser, springt in den See, in dem Farbblasen schwimmen, ein Fisch hat Ähren im Maul, die Strömung drückt sie ihm in den Mund. Wenn ein Kind Trohn statt Thron oder Mätzen statt Mäzen schreibt, verliert es Möglichkeiten zu leben, obwohl der Text verständlich ist. Ein Mann biegt die Bügel einer Brille hin und her, schiebt sie zum Tischrand, läßt sie stürzen, Hunde fressen die Glasscherben, das Gestell projiziert Bilder an die Wand, eine Frau steckt es unter den Rock, als sie einem Mann halbnackt, knochig entgegengeht. Die Einführung der Zeichen der Lautsprache als Schriftsprache könnte die Entwicklung von Individualität befördern. Sie setzten sich an das verstimmte Klavier. Er sang das Lied, in dem eine Frau hingerichtet wird, weil sie ihren Mann tötete, der fremd gegangen war, meine Tochter spielte das Lied von Mecki Messer. Eine Uhr hat eine Feder als Zeiger, sie dreht sich, Staub wirbelt auf, Milch tropft von der Decke, Kühe fallen von oben nach unten, eine Katze liegt auf der Straße, ihr Kopf wird abgefahren, er rollt durch ein Scheunentor, drin ist ein Theatersaal, Wollfäden wickeln sich um ihn, ein Katzenschwanz schiebt sich aus dem Knäuel, Wasser steigt, ´damit er Kaulquappe spielen kann´. Meine Tochter kann zu Hause Mathematikaufgaben lösen, in der Schule nicht. Sie muß das Schuljahr wiederholen. Ein sterbendes Pferd blockiert den Autoverkehr, die Straße unter ihm hebt sich, ist ein Lastwagen, fährt das Pferd davon, bis es unter einer niedrigen Brücke abgestreift wird, aus ihm fallen Käfer und Schmetterlinge, Männer in Frackanzügen, Frauen in weiten Kleidern tanzen auf Spiegelglas, ein Mann mit Kochlöffeln statt Händen sitzt am Klavier, heraus springen Katzen, die Holzlöffel zerschlagen einen Vogel, ´Ich höre nichts´, das Klavier schiebt Füße in weißen Socken aus sich heraus, wankt, zwei Männer mit Pistolenläufen im Kopf werfen es als Hülle ab, krempeln sich die Ärmel hoch, die immer wieder herunterrutschen, so daß sie beschäftigt sind, ab und zu knallt ein Schuß, ´Man muß ihren Blicken ausweichen´. Mein Sohn: Mir fiel in der Schule das Wort ´Bakterium´ nicht ein, dann kann man in Biologie nichts Richtiges sagen, nur weil ein Wort fehlt. Weiß gekleidete Gestalten laufen über ein Dach, zwischen Mauern hängen durchsichtige Schwimmbecken, die Menschen in ihnen scheinen zu fliegen, im Hintergrund leuchtet ein Regenbogen, ´Den Kitsch ertrage ich nicht´, die Leinwand kräuselt sich, Filmbilder fallen auf Menschen, die durch die Gänge eines Untergrundbahnhofs eilen. Wenn mein Sohn ein Jahr Regale einer Kaufhalle gefüllt hat, wird er sich das Träumen in der Schule abgewöhnt haben. Und dann? Erde rutscht und begräbt eine Fabrik. ´Was man nicht realisieren kann, muß man erträumen´, ´Man kann nichts realisieren, während man träumt´, ´Aber wenn man nichts realisieren kann -.´ Ein Raum driftet auseinander, Teile eines Waggons, Mann, Frau springen ab, laufen auf Gleisen aufeinander zu, die Waggonteile rollen zurück, ein kahler Busch zerrt seine Wurzeln aus dem Erdreich, gemalte Vögel hängen mit Klammern an seinen Zweigen. Der Held meines Sohnes ist Dagobert, Dagobert ist reich. Die Sonne ist eine Blume, im Stiel: eine Nadel. Mein Sohn will hypnotisiert werden, Faulheit überwinden zu können, Das kannst du allein. Hast du dich gewaschen? Das habe ich vergessen. Weiße Flocken fallen in Dunkles, sie zeigen den Umriß eines Mädchens, seine Nase wächst, ´sie steht als Witzfigur, ich kann nicht lachen´, ein Lichtstrahl löst sich aus ihrem Kopf, beleuchtet Berge verschrotteter Maschinen, über die Löwen laufen, um Ratten zu fangen, der Mond ist eine Sichel, Angst, aufzufliegen, er stürzt als Banane auf Menschen, die dichtgedrängt stehen, wirft sie zu Boden, so daß sie einen Teppich bilden, auf dem ein Mann mit Aktenkoffer läuft. Mein Sohn wurde dünn, ißt fast nichts, Es gibt Zeiten, da essen Kinder nichts. Er sagt, die Menschen würden noch immer so essen, als würden sie körperlich arbeiten. Meine Tochter ißt morgens nichts, sie frißt nachts. Der Bühnenraum weitet sich, platzt, Häuser zerplatzen, in die kahlgewordene Landschaft reiten Männer, eine Frau läßt ein weißes Kleid zum Boden gleiten, ihre Brüste schwellen, ´Sie sind hohl´, sie fliegen auf und ziehen sie mit. Im Hof gegenüber spielten drei Katzen, sie jagten durch Rohre. Mein Sohn filmte es, zog die Bilder nah ran. Aus Häusern steigen Zigaretten, eine zündet sich an, das Haus brennt an, ´Die Menschen sind schwarz gekleidet´, sie verschießen Löchern in der Herzgegend Bleistifte, die in ein Sägewerk fliegen, das sie zersägt, eine Puppe sitzt auf einem Stuhl, ein Bein ist ein verkrümmtes Hühnerbein, ein Hund verschlingt sie, er wird eine Kommode, in deren Fächern Puppenteile liegen, vor dem Fenster des Zimmers steht ein Hund, der so groß ist, das kein Licht durchfallen kann, eine Rakete fliegt auf, sie ist ein Fahrstuhl, der kippt, die Menschen fallen in einen Sack, Pferde fressen an seinem Boden die Leichen, ´es gibt kein Gras mehr´, ein Wasserhahn tropft gelbe Blätter in eine Parklandschaft, eine Frau legt ein Kopftuch auf ein Auto, es beginnt zu brennen, der Fluß brennt, auf dem Herd steht ein Bügeleisen, Waffe gegen einen Mann, der in eine Fabrikhalle springt, die Frau wirft Geschirr aus der Abwaschmaschine hinter ihm her, die Küche hängt an einem Kran. Er entführte mich ins Kino. Er nahm auf der Straße meine Hand, ließ sie nicht los, ´Du achtest zu wenig auf die Autos.´ Ein junger Mann öffnet einem älteren Mann die Schnürsenkel, aus einem der Schuhe kriecht ein Junge, der sich an den Fuß des Mannes klammert, ihn in den Schuh zurückzuziehen versucht, ´als sei ihm Schutz entzogen worden´, der alte Mann zieht Stiefel an und geht in eine Fabrikruine, durch die eine Krankenschwester kleine Kinder, die Besen in den Händen halten, führt. Wenn meine Tochter Liedtexte vorliest, mein Sohn Fragen stellt, mein Mann gestreichelt werden will, will ich mich teilen können. Ein schwarzer Kasten serviert mit weißen Händen Sekt, die Galerie ist eine Kugel, sie kreist, die Gäste werden zu Teddys, aus deren Bäuchen Frauen in Kittelschürzen Stroh ziehen, ´sie hoffen, Gold spinnen zu können´, davor schwimmen Folien in einem Kanal, ´die Illusion, daß man über sie laufen könnte, ist über einem Bach nicht gefährlich, -´ Ich will wie meine Mutter, daß wir abends gemeinsam essen, sonntags am Frühstückstisch sitzenbleiben. Niemand rebelliert. ´Wir werden bald auseinandergehen.´ Wir stellten fest, daß wir die gleiche Zahnbürste benutzt hatten. Am Boden eines Flusses sitzt ein Mann mit einem Flammenwerfer, ´er hofft, daß das Wasser um ihn verdampft´. ´Die Kinder haben Angst vor Spritzen. Das ist gut´, ´Es gibt Zeug zum Schnüffeln.´ Meine Tochter behauptete, nichts geraucht zu haben. Ihre Pupillen waren weit. Ich maß ihren Blutdruck, stellte Fragen, es schien alles in Ordnung. Ziegen folgen einer Salzspur bis in ein Haus, verholzen zu Sitzplätzen, die eine Axt in Stücke schlägt, ein Mann schiebt sie in einen Herd, auf dem eine wässrige Suppe steht. Sie ritzte sich in die Haut. Ich dachte, daß sie es wegen dem niedrigen Blutdruck tut, ich hatte auch Weckreize setzen müssen, wenn das, was um mich war, zu verschlieren begann. Sie sagt, daß es ein Zeichen von Frust wegen der Schule ist. Ein Adler fliegt zu einem Kinderwagen, den eine Puppe verschließt, er zerhackt sie, unter ihr liegt ein Kind, ´es ist hart und still´, im Abwaschbecken schwimmen kleine aufziehbare Gänse, daneben steht ein Teller mit Gemüse, an dessen Rand Männer Sand schaufeln, ´der Sand sind in Butter gebratene Semmelbrösel´, Reis fällt in einen Topf, der kippt, die Körner fließen als Milch zu Boden, unter die Schränke, ´das verkäst´, zieht sich zusammen, steht als weißer Pudel, aus dem sich ein Storch befreien will, eine Glühbirne fällt, aus ihr schweben Schnürsenkel, verknäueln, Körner fallen von der Decke, locken Federvieh an, eine Frau vertreibt es mit dem Besen, Männer treideln einen Fisch aus Eisen, Frauen schieben ihn in einen Herd, der Raum beginnt zu brennen. Als mein Sohn von einem Ausländer zusammengeschlagen und Jude beschimpft worden war, schlug das Schulamt, weil er Angst hatte, erneut geschlagen zu werden, vor, daß mein Sohn einen Schulpsychologen besucht. Die Eltern des Schlägers wurden nicht informiert. Die Sonne kackt Eier, die bersten, Kinder zerpuhlen Bälle, ´sie suchen Gesichter´, der Mond ist ein Ei, die Schale zerbricht, heraus klettert eine Puppe, sie ist ein schwarz gekleideter Mann, der eine Pistole in der Hand hält, sie ist eine steifgewordene Socke. Die Lehrerin blieb Lehrerin, der Schulamtsleiter Schulamtsleiter. Sie werden von Steuergeldern bezahlt. Als mein Sohn von einem anderen Jungen geschlagen worden war, bedrohten wir den Schläger und sagten, daß er meinen Sohn vor Schlägern beschützen muß, falls er keine Angst vor uns haben will. Ein Stachelschwein sticht in die Wand eines Flugzeuges, das Fenster eines Hauses ist Eingang zu einer Spielhölle, in der Menschen ausgehöhlte Kohlköpfe als Masken tragen, ein Mann tanzt, führt eine Frau, sie hält die Beine steif wie Besenstiele, Fröschen schnappen nach Angelhaken, ´um bewegt zu werden´, der Angler wirft sie in den Schoß einer Frau, unter ihrem Rock kriechen Krokodile hervor, ein Kind spritzt ihnen rote Farbe in die Augen. Ich wollte Arzt werden, weil Ärzte überall gebraucht werden können, meine Tochter will als Soldat ausgebildet werden, um sich überall durchschlagen zu können. Ein Soldat sagte, daß er sich bei der Bundeswehr als Einzelkämpfer ausbilden ließ. Ein Mann mit Beinstümpfen und Krücken läuft am Rand einer Bühne, die sich dreht, der Mann stürzt und kriecht unter den Stuhl einer Braut, er schaut sehnsüchtig nach ihrem Hintern, die Frau versetzt den Stuhl, der Mann verliert einen Arm, Pinguine fahren durch eine Eislandschaft, ihre Schnäbel wachsen, sie werden so lang, daß sie bei jeder Bewegung einander verletzen, ein toter Fisch wird auf einem Tablett zwischen sie geschoben, sie können nicht fressen. Ein Soldat der Bundeswehr sagte, daß man Ausländer und Grünhaarige vergasen müsse. Seine Freundin: Nehmen Sie ihn nicht ernst! Aus einer Kanne fließt Milch in eine Mülltüte, sie hat Löcher, ein Mann mit Kinderwagen geht unter ihr entlang, er spannt einen Regenschirm auf, der Fernseher ist ein Fisch, seine Schuppen schillern, auf ihm sitzt ein Vogel, eine Spritze dringt in seinen Hals, er wird ein Fernseher, ein Mann spritzt in jede Ritze, jedes Loch, das er sieht, Frösche springen heraus und ihm in den Mund, ein Hund bellt, wedelt mit der Zunge, zieht sie ein und schrumpft, bis er als Hammer an der Leine eines Mannes hängt, der hölzerne Stiel fällt ab, das Eisen fällt zwischen Steine einer Straße, Autos schleudern. Meine Tochter brachte einen Freund in die Chrirurgie, er sei zusammengeschlagen worden, Habt ihr das angezeigt? Die werden einen Grund gehabt haben. Sie haben nur ihn geschlagen, uns nicht. Das Wasser in der Regentonne wird Glas, zersplittert, ein Parkplatz ist mit weißen Kohlen gepflastert, um ihn lodern Flammen, leuchtende Flügel von Engeln, Pflastersteine heben sich, ein Mann kriecht aus der Straße, er ist ein Bindfadenknäuel, das ein anderer Mann hinter sich her zieht, es verstaubt, reißt sich los, fällt zwischen Streben eines Brückengeländers hindurch, der Fluß ist eine Straße, an den Laternen stehen Badewannen, Menschen legen sich hinein, spannen eine Plane darüber, aus dem Abflußloch kriechen Hunde, ein Polizist hält einen Gänsekopf in die Wanne, ein Hund zerbeißt der Gans den Hals, der Polizist erschießt den Hund, der Mann in der Wanne krümmt sich, ´er will für ein Kind gehalten werden´. Wenn sie erzählt, wer wieder krankenhausreif zusammengeschlagen wurde, ist das Gefühl von Krieg. Ein Kind legt sich in die Mitte der Straße, einem Lastwagen folgt ein Motorrad, das Kind erhebt sich als zerfranste Zeichenfigur, ´So kann es überleben´. Die Polizei jagte Sprayer mit Hubschraubern. Eine Frau setzt sich rittlings auf einen Bahndamm, ein Zug fährt durch sie hindurch, sie zerfällt zu Schotter, der Zug tuckelt an Teichen vorüber, Fischer winken, ein Vogel reißt sich bunte Federn aus, sieht zu, wie sie im leichten Wind schweben, ein Kirchenschiff schwankt auf einem Fluß, aus einem Röhrchen springen Tabletten, ein Mann saugt sie auf. Mein Sohn will nicht in die Armee. Ich sagte, daß er zur Begründung schreiben könne, daß er, als er geschlagen wurde, nicht zurückschlug, sondern zum Gericht ging. Die Küchentür geht auf, ein Riesenbaby schiebt sich herein, sein Strampelanzug ist eine Handwerkerkluft, Männer schieben es in eine Apparatur, sie wird von getrockneten Gräßern gestreichelt, ´ist das nett oder Folter?´ Jacken aus grünen Blättern hängen an Haken, Wasser fällt, wird hart, bricht. Als Kinder leicht bekleidet um ein Lagerfeuer saßen, wurden sie von gepanzerten Polizisten in gepanzerten Autos mit ätzendem Gas gejagt. Ich ging vorbei und mußte weinen. Eine Radfahrerin fährt auf einem Seil über der Stadt, bis sie an einen Strommast springen muß, ´um nicht geerdet zu werden´, ein Mann aus Holz hat eine glühende Zigarre im Mund und klatscht einen Takt. Kauft ihr Spraydosen? Sie verkaufen uns keine, Was willst du besprühen? Es sähe nicht so langweilig aus, Ich müßte die Fassade bezahlen, ich hätte kein Geld, im Knast soll es schlimm sein, weil auch die Rechtsradikalen dort sind. Einer sprühte Und meine Tränen wurden rot an unsere Hauswand, ´Es sieht nicht langweilig aus.´ Ein Mann schiebt sich über den scharfen Rand einer Bierdose, ohne sich zu verletzten, die Büchse liegt in der Regenrinne eines Daches, die ein Mann auskehrt, Kinder steigen auf eine Leiter, um ihren Kopf, über den Schornstein hängen zu können, in dessen Tiefe ein Mann eine Rußmaschine antreibt, das Schwarz verfestigt sich zu Fröschen, die mit einer langen Zunge die Kinder zum Dachrand treiben, sie springen aufs nächste Dach, ein Mann öffnet eine Kiste, heraus steigt ein hölzerner Engel, er hat Rollen unter den Füßen, rollt, ein Mädchen liegt in einem blauen Bett, sein Gesicht ist eine Faust, die Finger bewegen sich und zeigen Grimassen. Die Stadt will die Schrottskulptur der Kinder auf den Müll werfen lassen, sie sei keine Kunst, Wieso ist das keine Kunst? fragte ich den Bürgermeister. Die Schrottskulpturen eines Amerikaners stehen in der Stadt, weil man Geschäftskontakte nach Amerika suchte. Ein Kronleuchter fällt bis kurz über den Boden, die Klunker sind Messer, Menschen weichen zurück, setzen sich hinter Schreibtische, ´sie erklären sich zu Beamten´, ein Vogel setzt sich auf einen der Köpfe, pickt ihm die Haare aus. Wir könnten in der Stadt ein Punkertreffen organisieren, dann geht alles kaputt, Willst du das? ´Diese Stadt gehört nicht zu uns.´ Ein Soldat bläst Seifenblasen, Sturm schleudert einen Stein und schlägt ihm den Halm in den Hals, ein Mann kehrt mit Rosen die StraßeMenschen ziehen Klopapier vom Dach eines Rathauses über ihre Köpfe, Eisstücke dringen hindurch. Das ist mir zu fett! Was? Deine Tochter singt Nazilieder. Sie schauen nicht nach oben, wo ein Kind zwischen Ketten hängt, ´es kann nicht raus, nicht zerschellen´, es wächst, wird Soldat, ´das ändert nichts an seiner Lage´, ein Vogel sitzt auf einer Dachrinne, er ist löchrig, Mäuse laufen durch ihn hindurch, über ihm hängt ein Fettbatzen, der in der Sonne schmilzt, die Tropfen laufen wie Tränen über sein Gesicht. Sie tanzen brutal, als würden sie genießen, wenn der Schmerz nachläßt. Pogen ist geil, Wenn ein Leberriß ist, kann man dich nicht retten, Es ist nicht so brutal, wie du denkst. Du bist wehleidig. Ein Junge benutzt Marienkäfer als Bälle, ´sie fliegen vor Schreck nicht davon,´ Soldaten werfen Blumen zwischen Menschen, die am Straßenrand stehen, die Blüten brennen, eine Frau im Brautkleid legt sich zu einem Mann, die Blüten leuchten, Mann und Frau werden hohl, ein anderer Mann fährt mit der Hand in sie, benutzt sie als Puppen, er hat einen Bauchladen, auf dem Münzen liegen und eine Zuckermasse, aus der sich Menschen formen, ´man kann sie anknabbern, verschwinden lassen´. Meine Tochter malte welke Sträuße an, lackierte sie, Die Menschen hängen an Hochzeits-, Beerdigungssträußen. ´Vielleicht ist das ein Job.´ Eine Sonne entweicht aus einem Tümpel als gelbhaariges Weib, ihr folgt eine Ziege, bis sie sich gegen einen Zaun wirft, Kerze wird, deren Wachs verbrennt, ´wie ein Kleid, das runterrutscht´, der schwarze, rauchende Docht, steigt aus dem weißen Wachsrest, ´das ist erotisch´, wird ein Hund im Frack und geht auf zwei Beinen davon. Ein Grundgehalt, das Existenzminimum und Arbeitskosten absichert, könnte helfen. Jeder Mensch arbeitet, in dem er lebt. Ohne Kranke gäbe es keine Ärzte. Ohne Kriminelle keinen Strafvollzug. Sozialhilfe und Institutionen, Arbeitslosenpflichtversicherung und Institutionen, Rentenpflichtversicherung und Institutionen würden wegfallen. Die Arbeitsnebenkosten wären gering. Die Kosten der Krankenkassen würden sinken, weil sich niemand krank schreiben lassen muß, wenn er krank ist, weil Vertrauensverhältnisse herrschen können. Das Geld für ein Grundgehalt ist in Löhnen, Arbeitslosengeldern, Verwaltungskosten vorhanden. Ein Buchrücken reißt auf, das Buch ist eine Kiste mit Geldscheinen, ein Mann hält sie einzeln an Streichhölzer, starrt auf das verkohlte Papier, den Rauch, Maria und Jesus sind hölzerne Vögel, auf ihnen sitzen lebende Vögel, der Kirchenraum wird Marktplatz, auf dem Reliquien feilgeboten werden, ein Kühlschrank öffnet sich, heraus tritt ein Mann, seine Augen sind Fische, Wasser steigt, die Menschen, die am Küchentisch sitzen, werden Wasserpflanzen, aus dem Kühlschrank preschen Kühe, stellen sich aufrecht, um atmen zu können. Ich sah auf den Fußboden ein schwarzweiß gemaltes Bild mit Narben im Gesicht, am Hals. Ich beruhigte mich, als ich feststellte, daß meine Tochter es von einem Bucheinband abgemalt hatte. Ein Junge habe von Selbstmord gesprochen. ´Scheiße, das kenne ich.´ Ich habe ihn gesehn, er wirkte vergnügt, sagte ich, Dann habe ich ihn retten können. Man hat die Kindheit noch einmal, wenn man Kinder hat. Ein Vogel öffnet eine Dose, heraus fliegen Schmetterlinge, ein Affe schert sich das Fell ab, die Haut ist faltig, Sehnen, Knochen schimmern durch, ´er wäre ein häßlicher Mensch´, bunte Vögel raufen einander die Federn aus, ´sie wollen Menschen sein´, ein Holzstamm ist hohl, er hat eine Tür, aus ihr strömen Kinder, ´das ist eine Gebärstation´, dicke Eisenketten machen die Öffnung so klein, daß sich nur kleine Wesen durchdrängen können, sie haben statt Armen Flügel, ´Hoffnung, davonfliegen zu können´. Meine Tochter trägt die Kleider, die ich als Kind trug, in Kisten stopfte, aufbewahrte, wenn sie zu Hause ist. Wenn sie die Wohnung verläßt, sind ihre Kleider schwarz, Lippen rot. Bauern liegen in Schutzräumen, sie lassen sich von Körnern beregnen, bis die Körner an ihrem Hals sind, ´sie können sich nicht mehr wehren´, ein Vogel kreist über einem Hof, am Boden liegt Brot, ein Junge verschießt Pfeile, der Vogel fällt, pickt, aus dem Abfalleimer kriechen Wespen, sie verwandeln sich in schwarze Vögel mit gelben Punkten, sie wedeln dem Verletzten Luft zu, bis er sich erhebt. Als ich in eine Höhle ging, kroch meine Tochter nach. Ein Stein versperrte einen Gang, Ich käme durch, sagte sie. ´Sie will weitergehen wie ich.´ Vögel fliehen durch ein Schlüsselloch, schaben sich an den Kanten auf, der Raum ist eine Lokomotive, die ins Feuer rast, der Lokführer springt, eine Frau fängt ihn mit einem Seidentuch auf, sie setzt ihn in einen Sessel, den sie zur Wand dreht, sobald Gäste kommen, er weint, Kinder spiegeln sich in den Tränen, ziehen Grimassen, ein Eichhörnchen geht mit einem Einkaufsnetz vorüber, im Netz sitzt ein Eichhörnchen, die Erde ist grün, sie besteht aus Echsen, auf deren klitschiger Haut Kinder schlittern. Ich zerschnitt Tomaten, verteilte sie. Meine Tochter wollte noch ein Stück von mir, ich sagte Nein, ohne es zu wollen. Ein Mann hat Fische als Arme, ´ich muß mich gruseln, ob ich will oder nicht´, eine Katze gleitet als Schleim zur Erde, ein Mann pinkelt in einen schwarzen Fluß, Schwäne tunken ihre Flügel hinein, ziehen sie zurück, der Teer härtet aus. Ein Mädchen lief bettelnd durch den Bahnhof, ich lief ihr nach, sie begann, eine Geschichte erzählen, ich sagte: Sei still, gab ihr Geld, Meine Tochter tut das auch, betteln. ´Damit sie weiß, daß sie ohne uns überleben könnte.´ Ein Kind hat einen Trichter im Mund und im Ohr, Frauen tragen den Kopf so hoch, daß ihre Arme den Mund nicht erreichen können, sie legen sich auf den Boden, schütten einander Kaffee in den Mund, ein Mann mit einer kleinen Krone auf dem Kopf steht steif, aus einer Kiste drängt ein Karnickel, es wird in eine Zwille getan, verschossen, Kaninchen rennen um die Wette, ´kein Igel da, der Hase hat eine Chance´, eine Kirche wird durch ein Dorf gezogen, es ist eine Schnecke, die sich in ihr Haus verkriechen will, ein Bauer schlägt ihr den Kopf ab, ´die Frauen brauchen Fleisch zum Kochen´. Ein Studium verlängert die Zeit, in der du dich ausprobieren kannst. Was willst du werden? Schriftstellerin. Vielleicht werden meine Arbeiten berühmt. Ihr Traum ist, sagt sie, ein Café in einer Stadt zu besitzen, in das die kommen, die sie mag. Wenn ich reich werde, schenke ich dir das. Ich schenke dir alles, was du willst. Häuser sind in Folie gehüllt, sie nähern sich einem Brunnen, Menschen werfen Rosen ins Wasser, das Wasser spiegelt nicht mehr, die Straße führt über den Busen von Frauen, ´wenn sie sich rühren, sind sie schuld, daß Autofahrer stürzen´, jemand läuft mit einem weißen Sack über dem Kopf, Stöckelschuhe schaukeln an einer Leine, Mädchen strecken die Hände nach ihnen, eine Frau hält Papier wie Flügel an den Rücken, sie trägt Strapse, die Strumpfhalter sind verbogene Gabeln, hinter der Frau steht ein Tisch, auf dem ein rosa Marzipanschwein liegt, eins ihrer Augen löst sich, wird Fallschirm, an dem ein Mädchen mit gefalteten Händen hängt. Ich kann ihr keine Lehrstelle besorgen. Holzfigürchen baumeln an einer Türklinke, sie versuchen den Schlüssel umzudrehen, ´als würde das an ihrer Situation etwas ändern´, Frauen gehen vorüber, die Rüschen ihrer Kleider sind kleine Nilpferde, sie werden Katzen, ´damit sie niemand schlachten will´. Mein Bauchnäpfchen ist wund. Und das ist nun der Nabel meiner Welt. Es regnet, Männer schießen mit Gewehren auf Löcher im Himmel, ´um sie zu verstopfen´, alte Damen häkeln, Kalk wächst um sie, bis sie in einem Ei sitzen, Glühlämpchen leuchten wie Katzenaugen. Ich liebe dich, ich hoffe, daß solche Sätze ehrlich sind. Sie schenkte mir Blumen, sie flocht mir Zöpfe, schminkte mich. Die Flammen der Kerzen werden Messerklingeln, Schwaden treiben um Häuser, die Hundehütten ähneln, über allem schwenkt eine blonde Figur segnend ihre Hände, Meine Tochter legte sich zwischen uns, fragte: Störe ich? Ich schwieg, sie stand auf und ging fort. Eine Ameise fährt Roller, der Weg führt abwärts, sie hängt an der Lenkstange wie eine Fahne, bis sie in eine Katze und einen Vogel zerspellt, ein Storch versucht, einen Keramikfrosch zu zerbeißen, sein Bein ist angekettet, er schlenkert hin und her, ein Kind gießt Balkonblumen, sie krümmen sich zur Straße, ihre Blüten greifen nach Hüten, an der Ecke spielen Männer Zigeunermusik, ein Vogel steht hohl, er ist eine Gießkanne, Blumen weinen, es füllt ihn mit Wasser, Seife schäumt auf, ein Mann schneidet Türen, Gänge, Fenster hinein, die Bläschen zerplatzen. Ich sah meine Tochter mit Freunden an der Bushaltestelle, ging hin, Was willst du hier? Die Sonne kippt Alkohol in sich, er nährt Flammen, ein Mond läßt Steine aus sich fallen, sie glitzern im Sonnenlicht, ein Vogel öffnet eine Autotür, das Auto wird ein Rosenstrauch, in dem ein Mädchenkopf hängt, ein Mann steht daneben und geigt, das Opernhaus hinter ihnen brennt. Ich redete wie ein Kind zu ihnen, damit sie sich wohlfühlen konnten, aber dann war das so, daß ich noch ‘Baba’ und ‘Namnam’ sagte, als sie wie Erwachsene redeten. Im Bett liegt ein Drahtgestell, ein Wecker ist das Herz, ein Pfau galoppiert durch einen Park, ein Raubvogel jagt hinter ihm her, ein Mann schmiert Glasscheiben zu, ein Kind kratzt hinein, ´dort wo es kratzte, kann man durchsehn´. Ein Politiker grinste und schüttete von einer Tribühne Sekt auf einen Obdachlosen, als würde er ihn bepinkeln. Ein Kind setzt einen Schlitten vor den Wagen einer Achterbahn, wird in die Höhe geschoben, stürzt Vögel lassen Körner aus ihren Schnäbeln fallen, stürzen ihnen nach, Halme von Seerosen gleiten an ihnen vorbei, ´sie verheddern sich nicht´, ein kleines Kind setzt eine Krone auf, die Krone schneidet ihm die Arme ab, sein Kopf scheint hinter Gittern, durch ein offenes Gulliloch ist ein Boot zu sehen. Eine regionale Beschäftigungsmaßnahme gilt nicht als Arbeit, auch wenn man arbeitet. Wenn sie endet, muß man in die Arbeitslosigkeit zurück, egal, was man leistete, leisten könnte. Fantasien sind eine Art Hornhaut. Die Regierung richtete eine Beschwerdestelle ein. In ihr arbeiten Menschen, die fair bezahlt sind. Ein Hundegespann jagt durch den Bauch eines Mannes bis in sein Auge, die Hornhaut zerreißt, hinter ihr hocken dichtgedrängt Wölfe, sie spielen Gitarre und verstecken die Schnauzen hinter hohen schwarzen Halskrausen, eine Eisenkette windet sich als Schlange, in einer rötlichen Sandwüste unter grünlichem Himmel steht ein Baum, Fächer einer alten Frau im Lehnstuhl, Hühner springen einander auf die Rücken. Untersuchungen an Einwanderern ergaben: man wird in den ersten zwei Jahren nicht krank, wenn man Neues beginnt. Es könnte die Krankenkassen entlasten, wenn man Neues beginnen könnte. Die Politiker wissen, daß Krankheiten frühzeitigen Tod bedeuten können und daß das auch eine Problemlösung ist. Auf dem Fußboden liegt ein Fenster, ein Mann putzt es, eine Frau blättert in einem Fotoalbum, ihre Finger fallen an Fäden zur Erde, sind Anker, die Frau wird ein Boot, in dem Fotos treiben, ein Mann hält ein Küken in der Hand, er läßt es in eine Pfanne gleiten, auf einem fischförmigen Teller liegt ein Fisch, er hat einen Fisch im Bauch, Häuser haben Hände und beten, sie senken ihren Kopf, es verformt Wohnungen. Ich weiß nicht, wie die Bäume heißen, über deren Stämme ich streichele. Meine Schwiegermutter schenkte mir ein Kräuterbuch, ich blätterte das Buch zärtlich durch. Ein Mann spritzt seinen Samen in eine Fischfrau, ein Mädchen geht mit einem Hündchen unter dem Arm an ihm vorüber, das Tier wächst, ´bald wird man auf ihm reiten können´, es nagt an Knochen, ein Messer schneidet Kerzen vom Ständer, ein Kind nimmt sie als brennende Stifte und zeichnet mit ihnen auf Tischholz. ´Überflutete Wiesen sind schön´, ´Wenn man dort nicht wohnen muß´, ´ Die Häuser könnten als Hausboote konstruiert sein.´ Doggen spielen Karten ab und zu sackt ein Hund zusammen, ´er ist unter den Kleidern verwest´, eine Brücke verbindet zwei Schiffe, ich gelange mit Enterhaken, gespanntem Seil an Land, der Boden ist glatt, feucht,der Stiel eines Weinglases ist ein Bohrer, Glas zersplittert, ein Mann klaubt die Scherben mit einer Pinzette aus seinem Fuß, eine Frau, die den Kopf verkehrtherum auf dem Kopf trägt, hat einen Plastehund auf der Schulter und steht unter blakenden Lampen. Eine Hütte von Naturschützern im Naturschutzgebiet. Davor ein geländegängiger Wagen. Sie haben sich Land angeeignet. Seifenblasen lagern sich als Ringe um den Degen eines Mannes, er wird schwer, ein Auge liegt als Fisch in der Pfanne, drüber fliegt eine Gitarre, Mäuse blicken verängstigt aus ihrem hölzernen Loch. Die Armen erhalten kein Land, um soziale Probleme lösen zu können. An einer Tankstelle steht ein Clown, er zerfällt zu Sternchen, ein Gitarrespieler sitzt auf der Brüstung eines Schiffes, unter das sich ein Schiff schiebt, noch eins, noch eins, bis ein Schiffsturm durchs Wasser treibt, bricht, ein Junge rudert auf einem Baumstamm einen Fluß hinab, das Holz ist ein Schuh, der ins Wasser sinkt, der Junge balanciert auf einem schwimmenden Schnürsenkel. Im Briefkasten die Aufforderung ´Bekennen Sie Heimat´, ich soll eine Lokalzeitung kaufen. Menschen tragen einen Sarg auf den Schultern, er ist ein Sack, aus dem Tote in eine Grube rutschen, sie werden lebendig, fressen und tanzen, bis ein Pferd ins Loch stürzt und sie erschlägt, ein Messer schmiert Butter auf Brot, jagt in einen Gang, durch den Menschen einen Kranken tragen, die Motorhaube eines Autos steht offen, es ist ein Wrack, das mit Kissen ausgestopft ist, die Kissenbezüge sind löchrig, Federn fliegen in Wolken, das Auto schwebt, ein Mann versucht sich am Abschleppseil abzuseilen, es endet über dem Boden. Vor dem Fenster arabische Musik. Wir verstehen nicht, was die Menschen auf der Straße reden. Wir müssen im Ausland leben. Eine gläserne Pistole kackt Dung, bohrt sich mit dem Lauf in ein Feld, wird eine Vogelscheuche. Ich sah durch ein Fenster im Keller eines Hauses hunderte Papageienvögel. Sie passen zwischen den Gitterstäben nicht hindurch. Eine Ratte hebt den Stöpsel eines Abwaschbeckens, ein Küchenlöffel treibt sie zurück, der Stöpsel verschließt das Spundloch, Wasser läuft über den Beckenrand, berührt einen Füller, färbt sich blau, ein Hund kriecht über den Fußboden, schluckt Schienen, wird Tunnel, den ein Mann mit einer Säge aufschneidet, um an ein Püppchen kommen zu können, ein anderer Hund springt hinzu, frißt es auf. Das Drücken im Hals macht das Gefühl, als wolle mich etwas von Innen ermorden. ´Du schluckst zuviel Luft. Um auffliegen zu können.´ Ein Radio verschießt Messer, ein Kuchen wächst und drückt Menschen an die Schneiden, Autos sind Rüstungen um Fahrer, die im Gänsemarsch marschieren, ein Speer schiebt sich durch sie hindurch, dreht sich, drunter brennt Feuer. Die aufsteigende Salzsäure macht, als wollte ich mich von innen verätzen. Ein Schatten schiebt sich zwischen Säulen, es ist der Schatten eines Dirigenten, der seinen Stab um eine Säule zu winden versucht, bis er bricht, der Griff wird eine Taschenlampe, mit der er in das Loch eines Automaten leuchtet, ´er will Popkorn´, drin sitzt eine Katze, eine Frau klettert auf einen Baum, der Harztropfen aus sich preßt, die Frau verklebt, sie kann sich bewegen, bis er hart wird. Der Körper signalisiert, daß er woanders hin will. Eine Uhr ist ein Eierbecher, aus dem ein Ei in das Auge eines Mannes fliegt, ein Loch aufreißt, dahinter ein Ganggewirr. Wenn ich traurig aussehe, ist mein Mann weinerlich, weil er nicht weiß, wie er mir helfen könnte. Ich will, daß er lächelt und muß lächeln. Ein Fahrrad liegt auf dem Dach eines Karussells, als es sich zu drehen beginnt, fliegt es auf, wird Kirschen an zwei Stielen, die Kirschen sind Luftballons, auf deren Verbindungsstrick ein Mädchen schaukelt. In meiner Sehnsucht sind leerwerdende Zimmer, die ich mit Blumen vollstelle, chorale Musik, eine schwarze Couch, auf die ich mich mit geröteten Haaren, in blauem Kleid lege, Schlaftabletten schlucke, den linken Unterarm mit Mull verbunden, in den Blut fließen kann. Die Flammen eines Gasherdes sind gelb, Teile einer Sonnenblume, ein Vogel pickt, sein Gefieder versengt, er wird ein Bratvogel, ein Mann zieht ihn am Bein vom Herd, bevor er verkohlt ist und beißt zu, Wolken treiben, ein Fahnenmast ragt, Menschen stehen so eng, daß sie Fingernägel ins Herz stechen, sie bluten aus, werden leicht, fliegen auf. Ich legte einen Tampon ins weiße Waschbecken, ließ Wasser darüberlaufen. Nach einer Weile war meine Sehnsucht, Blut zu sehen, zu riechen, vorbei. Im Leichenschauhaus ist ein Fleischerstand, Katzen schrumpfen zu Mäusen, ´um durch die Gitterstäbe der Fenster zu können´. Es tut gut, wenn meine Tochter mich massiert, es entspannt. Auf einer Mauer wachsen Bäume, sie führt im Kreis, ein Hund jagt an ihr entlang, bis ein Pferd vorbeigaloppiert und er es verfolgt, ein Kranmaul schnappt nach Fischen, sie entweichen. Sie sollte drei Sätze über eine Begegnung schreiben, sie erhielt eine Drei, ich meckerte nicht, denn sie hatte geschrieben, daß sie weglief, mir begegnete, ich ihr verzieh, wir weinten. Meine Tochter hatte Striemen an den Händen, Polizisten hatten sie auf den Boden geworfen, gefesselt, weil sie grüne Haare hat. Sie jagten mit Hubschraubern, die über der Stadt kreisten, jeden, der bunte Haare hatte. Du hattest das Recht, jemanden anzurufen, Sie gaben es uns nicht, ´Wir brauchen einen Rechtsanwalt.´ Durch ein Fernrohr betrachtet ist die Industrielandschaft ein Schreibtisch, auf dem ein Wellensittich hüpft. Als eine Volksabstimmung zu einem Nein führte, hieß es: Man wird neu abstimmen lassen müssen. Wir durften als Kinder nicht nach Hause, bis wir in einer freien Wahl den zum Pioniervorsitzenden gewählt hatten, den die Pionierleiterin vorgeschlagen hatte. Wir hätten als Kinder lernen können, daß wir keine Chance haben. Eine stählerne Reiterfigur pinkelt auf Menschen, es herrscht Frost, gelbliche Eisperlen fallen in Hände, in denen sie kreisen, bis sie auftauen, die Menschen wärmen sich die Hände an einem Ackergaul. Als wir demonstrierten, sagte ich zu einem Polizisten, daß er mitmarschieren soll. Eine Kutsche fährt auf einem Friedhofsweg, sie schleift eine Schüssel mit Seifenwasser hinter sich her, es schwappt, die Erde ist hart, das Wasser gefriert, spiegelt den Himmel, ein Schuh fliegt in den Himmel, zieht ein Kind hinterher. Polizisten verglichen den Diebstahl eines ausgerüsteten, geländegängigen Autos mit dem Tod eines Kanarienvogels. Unser Auto wurde geklaut. Er sei bedauerlich, aber nicht zu ändern. Das Auto eines Politikers war nach drei Tagen gefunden worden. Wir hätten sagen müssen, daß im Auto Waffen sind. Als wir eine Belohnung für die Ergreifung der Täter aussetzten, wurden wir verhöhnt, wo wir das Geld versteckt hätten. Gewerkschafter der Polizei sammelten Unterschriften für ein Volksbegehren gegen die Sparpolitik der Regierung. Die Polizei schien im Streik. Wir erstatteten Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung. Der Rechtsanwalt verdiente Geld, weil der Schaden hoch war. Ich bettelte um Jobs, niemand half. Ich sagte mir, daß es schlimmer wäre, wenn ein Kind verkrüppelt oder tot wäre. Das Nagelbett blutete. Ein Motorrad fährt durch eine Pfütze, das Wasser wird Flügel, es fliegt als Vogel, aus dem Vögel im Flug trinken, Kinder stapeln Bücher zu einer Treppe Richtung himmel, eine Schlange kriecht über einen Zaun, der Zaun steht in einem Gang eines Bürohauses, Wind pfeift, Messer und Gabeln fliegen durch die Luft, hinter einer Tür ist ein Abgrund, der Boden davor zerfällt, ein Mann setzt sich rittlings auf die Türschwelle, er steckt die Zunge, sein Kopf ist eine Faust mit ausgestrecktem Daumen, ´wir werden siegen´. Jeder Nachrichtentext klingt wie Satire, ´Was man nicht ändern kann, muß man verlachen.´ Ich kichere beständig. Sehnsucht, obwohl der Verstand dagegen ist, - ich arbeitete in der Psychiatrie und doch ist die Vision, ich könnte in einem Zimmer wohnen, dessen eine Wand Tür zu einem großen Garten ist, Vögel zwitschern, die Sonne scheint, wenn ich mich in einen Wahnsinn gleiten ließe, um dem Wahnsinn in der Gesellschaft entkommen zu können. Dauerpatienten der Psychiatrie müssen ihren Aufenthalt selbst finanzieren oder die Angehörigen zahlen für einen Bleiberecht in einer Station, in der eine Krankenschwester Anträge mit Begründungen schreiben muß, wenn sie einen Ball für die schwachsinnig Gewordenen kaufen will, eine Frau sagte gehemmt, daß sie Sozialwissenschaften studiere, Die, die anderen helfen wollen, gelten in dieser Gesellschaft als Psychopathen. ´Du kannst die Augäpfel nicht so von der Wirklichkeit wegdrehen, daß sie gänzlich weiß sind´, ´Ich will meine Kinder sehen. Das tut eine Mutter, ob sie will oder nicht.´ Ich lebte mit offenen und mit verschlossenen Augen - ich konnte draußen und drinnen nicht tun, was ich will, das ist alles. ...ein Bild stürzt ab, zerknittert, wird als Taschentuch benutzt, der Rotz verhärtet, schillert, das Papier ist eine Blume, eine Hand hält sie fest, eine andere streichelt sie, aus den Fingerspitzen kriechen Krokodile, sie beißen in Häuser, ´sie hoffen, ans Fleisch kommen zu können´, ein Fenster öffnet sich, hinter ihm Tapete, sie zeigt Leute, die reich gekleidet sind, wird dünn, Wand schimmert durch, sie ist schwarz verpilzt, vor ihr stehen Kinder, die singen, der Mond hängt vor ihnen und lächelt... Das ist das, was das Gehirn von der Welt im Unterbewußtsein abspeicherte, in Entspannungszustände projizieren kann. Ohne Hilfsmittel wie Drogen. Fantasien und Spiegel können den Raum, den sie uns zum Leben lassen, scheinbar vergrößern. Vielleicht gibt es eine andere Welt die, die scheintot waren, behaupteten, ihren Körper von oben gesehen zu haben. Ich gestand, daß ich gelegentlich das Gefühl hatte, es sei etwas an mir vorbeigehuscht, aber als ich nachsah, war nichts, mein Mann nickte. Lichterscheinungen sind Spontanentladungen im Gehirn. Schattenbildungen sind Momente von sich überlagernden elektromagnetischen Wellen, die die Gehirne produzieren und aussenden, die sich gewöhnlich gegenseitig auslöschen und momentweise erhalten bleiben könnten. Oder es gibt parallele Welten oder... Wir klagen über Millionen Tote, Opfer von Faschismus und Krieg. Wenn wir sie zurückholen könnten, wo könnten sie leben und wie? Wenn wir mit unserem leistungsschwachen Auto die Flüsse Islands, die Sahara durchquert, den Angriff von Mückenschwärmen abgewehrt, klappernden Schlangen gegenüber gestanden hatten und mit weggerissenen Bremsscheiben hunderte Kilometer bergauf und bergab gefahren waren, um zu Ersatzteilen kommen zu können, dachten wir, daß wir Fähigkeiten, auch unter Extrembedingungen überleben zu können, bewiesen hatten, aber sobald wir Zuhause waren, mußten wir uns anhören, daß wir die sozial Schwachen sind und keine Chance in dieser Gesellschaft haben.
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